Vatikansprecher Pater Federico Lombardi sieht die Bewältigung der Missbrauchskrise durch die Kirche auf einem guten Weg. Die Bischofskonferenzen und Ordensleitungen in Österreich wie auch in Deutschland hätten unverzüglich und entschlossen auf das Problem reagiert, sagte Lombardi am Dienstag, 9. März 2010, in Radio Vatikan. Die Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs allein auf die Kirche zu konzentrieren, verfälsche jedoch die Perspektive, betonte der Jesuit.
Willen zur Transparenz
Die kirchlichen Einrichtungen hätten Willen zur Transparenz gezeigt und
durch ihre Aufforderung an die Opfer, sich zu melden, die Aufdeckung des
Umfangs der Missbrauchsfälle beschleunigt. Das Krisenmanagement sei richtig
gestartet, indem es die Anerkennung des Vorgefallenen und die Sorge für die
Opfer an den Anfang gestellt habe.
Ausdrücklich stellte Lombardi sich hinter die Initiative eines Runden
Tischs, wie er von der deutschen Familienministerin vorgeschlagen worden
sei. "Die Kirche ist natürlich bereit, daran teilzunehmen und sich zu
engagieren", so der Vatikansprecher. Möglicherweise könne die "schmerzvolle
Erfahrung" der Kirche auch "ein nützlicher Beitrag für andere sein".
"De delictis gravioribus"
Das Kirchenrecht betrachte das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger als "eines der schwersten von allen". Die Kirche sei sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, müsse aber auch für eine kirchenrechtliche Klärung in ihrem Binnenbereich Sorge tragen. Lombardi verwies dabei auf das Papst-Dekret "De delictis gravioribus" (Über schwerwiegende Vergehen) von 2001. Dieses Dokument werde unzutreffenderweise als Grund für eine "Kultur des Schweigens" in der Kirche genannt. "Wer es kennt und versteht, um was es sich dreht, weiß, dass es ein entschiedenes Signal war, um den Bischöfen die Schwere des Problems ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Impulse zu Leitlinien für den Umgang damit zu geben", so der Vatikansprecher.Weitere Artikel:
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(red/KAP)
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