Advent - die Zeit der Ankunft
Das Wort Advent kommt vom lateinischen "advenire" und bedeutet "ankommen". Gemeint ist die Ankunft des Sohnes Gottes, die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem zu Weihnachten.
Seit dem 5. Jahrhundert haben die Christen erkannt, dass das Kind in der Krippe bei ihnen nur "ankommen" kann, wenn sie sich gründlich darauf vorbereiten. Wie dem Osterfest wurde deshalb auch dem Weihnachtsfest eine Vorbereitungszeit vorangestellt, die ursprünglich sechs Wochen dauerte und am Tag nach dem Martinsfest (11. November) begann. Erst später wurde diese Zeit auf vier Sonntage verkürzt.
Obwohl das traditionelle Violett (Farbe der Buße) die Adventzeit begleitet und in den Messen auf das Gloria (den großen Lobpreis Gottes der aus der Weihnachtserzählung entnommen ist) verzichtet wird, ist es eine Zeit der (Vor)Freude und der Erwartung. Man denkt dabei nicht nur mit Freude an die Geburt des Erlösers, sondern ein besonderer Gedanke dieser Zeit ist die Wiederkunft Jesu Christi am Ende der Zeit. "Seid wachsam!", hatte Jesus gemahnt. "Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt!"
So regt der Advent nicht nur zur Freude an, sondern erinnert auch daran, dass diese Welt nicht das letzte Wort Gottes zu den Menschen ist. Zugleich spannt er den Bogen zu den voran gegangenen letzten Sonntagen im Jahreskreis, die sich thematisch auf die Erwartung der Wiederkunft konzentrieren und ihren Höhepunkt im Christkönigsfest finden.
Der Adventkranz - Zeichen der Hoffnung
Der Advent ist auch eine Zeit der Besinnung und der Stille, was in der heutigen turbulenten und hektischen Vorweihnachtszeit leider oft vergessen wird, aber durchaus auch eine Zeit, die die Ankunft des Herrn vorbereitet, wie es in einem bekannten Adventlied heißt: "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit".
Der Adventkranz mit seinen vier Kerzen symbolisiert die immer heller werdende Freude über die Geburt Jesu und das Kommen Jesu. Jeden Sonntag wird es im dunklen Zimmer heller, wenn eine Kerze mehr angezündet wird. Der Adventkranz lädt ein zum still Werden, gemeinsam Beten und Nachdenken im Familienkreis.
Das Weihnachtsfest
Unser Weihnachtsfest, der Geburtstag Jesu, wird seit der Mitte des 4. Jahrhunderts gefeiert. Historisch ist dieses Datum nicht korrekt, jedoch hat sich der 25. Dezember etwa um 350 festgesetzt. Es wurde für dieses Fest der 25. Dezember gewählt, jener Tag, der von Kaiser Aurelian als der des "Sol Invictus" des unbesiegbaren Sonnengottes gefeiert war. Da die Christen überzeugt waren, dass Christus der unbesiegbare Gott ist, Christus selbst hat den Tod besiegt, wurde dieser Festtag christianisiert. Für das Weihnachtsfest gibt es noch ein zweites Datum, den 6. Jänner - an diesem Tag feiern Teile der Ostkirche heute noch das Geburtsfest Jesu.
Von Rom aus hat sich die Tradition, Christi Geburt am 25. Dezember zu feiern, schnell ausgebreitet: Bereits 360 bereits wurde das Fest der Geburt Jesu in Nordafrika, um 370 in Oberitalien, ab 375 im Orient, nach 380 in Spanien gefeiert.
Seit dem 4. Jahrhundert gab es in Katakomben Malereien mit dem Kind zwischen Ochs und Esel, teilweise auch mit Hirten. Erst später kamen Bilder dazu, auf denen auch Maria und die Weisen zu sehen waren.
Die Weihnachtskrippen - Teil der Volksfrömmigkeit
Das Lukasevangelium erzählt die Weihnachtsgeschichte, dass Maria ihren ersten Sohn gebar "und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil sie in der Herberge keinen Platz fanden" (2,7).
Die Krippen fanden sehr bald Einzug in die Festtradition, denn bereits im 7. Jahrhundert stellte man in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom eine Holzkrippe auf in der festen Überzeugung, hier eine Reliquie zu besitzen, also ein Stück der echten Krippe. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts waren Krippen in Italien bereits weit verbreitet, und in der Mitte des 16. Jahrhunderts auch in Deutschland. 1537 sind Krippen zum Weihnachtsfest nachgewiesen in Brügge in Belgien, 1562 in Böhmen, 1595 in Japan, 1599 in Ostindien, 1601 in Altötting, 1607 in München.
Die Symbolik der Krippen ist sehr dicht. Der Ochs und der Esel stammen aus dem Buch Jesaja (1,3): "Der Ochse kennt seinen Besitzer / und der Esel die Krippe seines Herrn".
Die beiden Menschengruppen bei der Krippe sind wichtig: die Hirten als Vertreter des Judentums und die Weisen (Magier) als die Vertreter des Heidentums. Hier wird auf die universale Sendung Jesu zu allen Menschen hingewiesen.
Der Christbaum - das Symbol des Lebens und Symbol für Christus das Licht der Welt
Der erste Weihnachtsbaum, der auch ein Lebenssymbol ist, schmückte 1597 die Handwerkerzunft von Bremen. Sehr schnell breitete sich der Brauch weltweit aus, man schmückte die Tannenbäume mit Papierrosen, Oblaten, Dörrobst, Äpfeln, Zuckerstücken usw., aber noch nicht mit Kerzen.
Die Tradition, einander an Weihnachten zu beschenken, beginnt etwa um 1450; damals wurden in Konstanz die Kinder am Weihnachtstag beschenkt. Die Bauern bezogen auch die Tiere in das Brauchtum mit ein, sie erhielten Äpfel, Nüsse, Brot als Leckerbissen.
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria - 8. Dezember
Maria ist uns aus den Evangelien als die Mutter Jesu bekannt. Über ihr Leben finden wir viele Erzählungen in den so genannten apokryphen Evangelien. Es sind jene Erzählungen, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden. Besonders das "Protoevangelium des Jakobus" berichtet vieles aus dem Leben Mariens.Anna und Joachim waren ihre Eltern und Maria wurde dem hochbetagten Paar geboren. Als Dreijährige wurde Maria in den Tempel gebracht um dort als Tempeljungfrau zu leben. Nach einer Erzählung hat sie dort den Purpurfaden für den Tempelvorhang gesponnen.
Als sie im heiratsfähigen Alter war, wurden die Witwer des Landes versammelt und alle mussten ihren Stab mitbringen. Am Stab des Joseph erschien eine Taube und der Stab erblühte. So war Josef als Gemahl Mariens erwählt und die beiden verlobt.
Der Engel trat bei Maria ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Im Lukasevangelium wird die Verkündigung an Maria erzählt. Joseph wollte sie verlassen, als er merkte, dass sie schwanger war, jedoch wurde auch ihm die Botschaft von einem Engel gebracht, dass das Kind, das Maria zur Welt bringen werde, der Sohn Gottes sei. Maria gebar ihren erstgeborenen Sohn Jesus.Die Geburt in Bethlehem, der Besuch der Magier, und die darauf folgende Flucht vor Herodes nach Ägypten werden wieder in den Evangelien (Lk, Mt) erzählt. Die Flucht ist in den apokryphen Erzählungen ausgeschmückt und um viele Legenden bereichert. Besonders das Protoevangelium des Jakobus und das Pseudoevangelium des Matthäus sind hier sehr erzählfreudig.
Dem Fest am 1. Jänner liegen die Namensgebung und Beschneidung Jesu zu Grunde. "Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde." (Lk 2,21)
Maria wird dann in den Schriften sehr selten erwähnt, erst unter dem Kreuz steht sie und wird dem Lieblingsjünger Johannes anvertraut. Mit ihm soll sie nach dem Tod und Auferstehung Jesu nach Ephesus gegangen sein.
In der Zeit vom 4. bis zum 7. Jahrhundert wurden eine Anzahl von Marienfesten eingeführt. Bei diesen Festen standen wichtige Ereignisse wie Marias Geburt, Verkündigung an Maria, sodann ihr Tod und ihre Himmelfahrt im Zentrum.
Bitt Gott für uns, Maria!
Die Rolle, die sie zugedacht bekam, war immer mehr die der Fürsprecherin bei Gott. Gott wurde als der strenge Richter gesehen, der die Menschen für ihre Vergehen und Sünden bestrafte. Maria hingegen sahen die Menschen als die milde Herrscherin und man erhoffte durch Gebete die man an sie richtete (z.B. das Rosenkranzgebet) und ihre Fürsprache bei Gott sein strenges Gericht zu mildern.Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn
An vielen Orten entwickelten sich Wallfahrtsorte, die bis heute ihre Anziehungskraft ausüben. Das gemeinsame Sich-auf-den-Weg-Machen und das Anvetrauen an Menschen, die ihren Weg persönlich mit Jesus gegangen sind - vor allem Maria -, ist ein sichtbares Bild des "Volkes Gottes", wie es im 2. Vaticanum beschrieben ist, und hat dadurch an neuer symbolischer Bedeutung gewonnen.Epiphanie - Fest der Anbetung der Hl. Drei Könige
Der Festtitel Epiphanie stammt aus einer indogermanischen Wortwurzel, die "leuchten, glänzen, strahlen" bedeutet.
Dieses Fest ist nicht jüdischen Ursprungs, wie die älteren christlichen Feste Ostern und Pfingsten, und es ist das älteste unbewegliche, also an ein bestimmtes Datum gebundene, Herrenfest.
Die Wurzeln für das Epiphaniefest am 6. Jänner liegen im Osten. Das orientalische Epiphaniefest war ursprünglich eine Feier mit mehreren Leitmotiven, vor allem Geburt und Taufe Jesu oder Geburt und Magieranbetung. Das heißt, Epiphanie wurde im weitesten Sinn verstanden als die Darstellung und Bekanntmachung der Göttlichkeit Jesu bei seiner Geburt, seiner Taufe, bei der Ankunft der Magier und deren Anbetung und beim ersten Wunder zu Kana, was manche Quellen auch als Festgeheimnis angeben.
Die Weisen aus dem Morgenland brachten Gold Weihrauch und Myrrhe als Geschenke
Die Dreizahl der Könige ergab sich an den drei Geschenken die gebracht wurden: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Namen Caspar ("Schatzmeister"), Melchior ("Mein König ist Licht") und Balthasar ("Schütze sein Leben") wurden erst im 5. Jhdt. durch die Überlieferung zu den "Heiligen Drei Königen". Jeder von ihnen stand für einen der damals bekannten Erdteile (Afrika, Asien und Europa) bzw. für das Jünglings-, Mannes- und Greisenalter. Der Überlieferung nach ist Caspar der schwarze, Balthasar der gelbe und Melchior der weiße König.Sternsingen
Bei uns hat die katholische Jungschar 1955 den Brauch des Sternsingens übernommen. In den Tagen zwischen Neujahr und Dreikönig ziehen in Österreich etwa 80.000 Kinder und 30.000 Erwachsene von Haus zu Haus und bringen die Botschaft von der Geburt Jesu zu den Menschen.
Das ersammelte Geld in den Kassen fließt in die Mission. Im Jahr 2002 wurden von den singenden Boten 10.892.932,71 Euro gesammelt.
Die Projekte der Sternsingeraktion finden sie hier.
Taufe Jesu
Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Das Fest der Taufe des Herrn beendet zum einen den Weihnachtsfestkreis, und zugleich wird der Sonntag nach Epiphanie als der erste Sonntag im Jahreskreis gezählt.
Der große Lobpreis am Beginn des Hochgebetes, die Präfation, trägt den Titel: "Die Offenbarung des Geheimnisses Jesu am Jordan". Evangelium und Präfation verkünden beide die geheimnisvolle Stimme, die Jesus als Gottes geliebten Sohn offenbarte.
(red)
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