Erzdiözese-Wien.at: Erzdiözese Wien: : Katholische Akademiker für Abkehr vom Wirtschaftsliberalismus
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Klaus Gabriel. © kathbild.at/rupprecht
Der Umschwung müsse im Denken beginnen - "weg von einer reinen Profitmaximierung hin zu einer gesamtheitlichen Profitoptimierung", so Gabriel.

Katholische Akademiker für Abkehr vom Wirtschaftsliberalismus
(03.08.2012)

Die Gesellschaft brauche einen "New Deal", so der Wiener Sozialethiker Klaus Gabriel beim Kongress "Pax Romana".



Für eine Abkehr von einem allein auf Wachstum setzenden Wirtschaftsliberalismus haben sich katholische Akademiker bei ihrer Jahrestagung "Pax Romana" in Wien ausgesprochen. Maßstab für ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum müsste neben dem Wohlstand auch der gesellschaftliche Nutzen, die Ermöglichung persönlichen Glücks sowie die Förderung von Freiheit und Bildung sein, forderte etwa Javier Iguiniz, Präsident der katholischen Akademikervereinigung "Pax Romana".

Weg von einer reinen Profitmaximierung

Am Donnerstag, 2. August 2012, endete in Wien der heurige Weltkongress der Vereinigung "Pax Romana", der unter dem Motto "Zeiten der Krise, Zeiten, Visionen und Aktionen zu teilen" stand. Rund 140 Teilnehmer aus 40 Ländern und aus allen Kontinenten haben laut Veranstalter an den Vorträgen, Diskussionen und Workshops teilgenommen und über christliche Visionen und Handlungsoptionen in Zeiten der Krise beraten.

Klaus Gabriel plädierte bei dem Kongress für einen "New Deal", in dem Wirtschaftswachstum und ethische Leitlinien zusammengebracht werden sollen. In den 1930er Jahren reagierte der US-Präsident Roosevelt auf die grassierende Weltwirtschaftskrise mit einem Bündel von Wirtschafts- und Sozialreformen, die unter dem Schlagwort "New Deal" in die Geschichte eingingen. Neben den bekannten wirtschaftlichen Messinstrumenten wie dem BNP, den Börsenindices und vielem mehr brauche es auch einen "menschlichen Entwicklungsindex", der derzeit etwa von der UNO entwickelt werde. Der Umschwung müsse im Denken beginnen - "weg von einer reinen Profitmaximierung, hin zu einer gesamtheitlichen Profitoptimierung", so Gabriel.

Kirche soll auf Paradigmenwechsel drängen

Einig zeigten sich die Teilnehmer darin, dass angesichts dieser Herausforderungen gerade auch die katholischen Einrichtungen aufgerufen sind, sich aktiv zivilgesellschaftlich einzubringen und auf einen Paradigmenwechsel im Denken und im politischen Handeln zu drängen. Wegweisender Maßstab könnte dabei etwa die katholische Soziallehre mit ihrem Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip sein.

(red/KAP)



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