Erzdiözese-Wien.at: Erzdiözese Wien: Gebete: Kreuzwege
Montag, 20. Mai 2013
Gedenktag
Namenstag
Bernhardin, Elfriede, Mira, Valeria, Josepha
 

Kreuzwegstation: Jesus nimmt das Kreuz aus seine Schultern © Kathbild.at/Rupprecht

Der Kreuzweg und seine Stationen
(23.09.2010)

Der Kreuzweg, der in fast jeder Kirche steht oder als Bilder hängt, ist die Nachahmung der Via Dolorosa, der "schmerzensreichen Straße" in Jerusalem.  In manchen Gegenden gibt es den Kreuzweg auch als Weg zu Wallfahrtskirchen. 



Das Ziel des Kreuzwegs ist nicht selten ein Kalvarienberg, auf dem sich eine "Grabeskirche" oder eine Darstellung der Kreuzigungsszene befindet.

Die Zahl der Kreuzwegstationen variiert in der Geschichte. Manchmal sind es sieben, traditionellerweise haben sich 14 durchgesetzt und moderne Kreuzwege haben 15 Stationen.

Von den 14 üblichen Stationen eines Kreuzweges sind sieben durch die Evangelien überliefert und fünf (die 3., 4., 6., 7., 9. Station) durch Traditionen überliefert :

  1. Station:  Jesus wird zum Tod verurteilt.
  2. Station:  Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
  3. Station:  Jesus fällt zum 1. Mal unter dem Kreuz.
  4. Station:  Jesus begegnet seiner Mutter, Maria.
  5. Station:  Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen.
  6. Station:  Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
  7. Station:  Jesus fällt zum 2. Mal unter dem Kreuz.
  8. Station:  Jesus begegnet den weinenden Frauen.
  9. Station:  Jesus fällt zum 3. Mal unter dem Kreuz.
  10. Station:  Jesus wird seiner Kleider beraubt.
  11. Station:  Jesus wird an das Kreuz genagelt.
  12. Station:  Jesus stirbt am Kreuz.
  13. Station:  Jesus wird vom Kreuz abgenommen.
  14. Station:  Jesus wird ins Grab gelegt.

Die Kreuzwegandacht ist ein meditatives Gebet vor den Kreuzwegstationen. Dabei wird des Leidens Jesu gedacht und gemeinsam gebetet. Ein immer wiederkehrender Ruf ist "Wir beten dich an und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst."

Beim Gebet gedenken die Gläubigen auch der Leidenden unserer Tage, die ungerecht verurteilt, gefoltert, getötet, ihres Lebensunterhalts beraubt oder verspottet werden.

Traditionell wird am Freitag, dem Tag des Kreuzestodes Jesu die Andacht gebetet. Jeden Freitag läuten auch die Glocken um 15.00 Uhr, um an den Tod Jesu am kreuz zu erinnern. Besonders in der Fastenzeit und in der Karwoche ist der Kreuzweg ein Gebet der Meditation. Auch mit Kindern wird der Kreuzweg ergangen, meist aber in weniger Stationen und immer mit der 15. Station, die die Auferstehung Jesu zum Inhalt hat.

Drei Beispiele zeigen verschiedene Formen des Kreuzweges, wie er in Kirchen vorkommen kann.

Kreuzweg der Muttergotteskirche in Wien 3

Ein Kreuzweg aus dem 19. Jahrhundert mit der Besonderheit von 16 Stationen in acht Doppelbildern. 

Kreuzweg Weinhaus in Wien 18

Der klassische Kreuzweg mit 14 Stationen und dem gedenken aus die Auferstehung beim Altar, dem Symbol für Christus.

Kreuzweg der Kalvarienbergkirche in Wien-Hernals

Der Kreuzweg auf dem Wiener Kalvarienberg in der gleichnamigen Kirche in Hernals zeigt im ersten Teil des Kreuzweges Darstellungen der "Sieben Hauptsünden". Sie führen hin zu der den Mittelpunkt bildenden Kapelle, in der die Kreuzigung, als Bild des Wandlungsgeschehens selbst, dargestellt wird. Von ihr weg führen weitere sieben Reliefs mit der Veranschaulichung der "Sieben Tugenden", der Frucht der Erlösung durch Wandlung.

(red)



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