Samstag 18. November 2017
Katechesen von Kardinal Christoph Schönborn

4. Katechese 2004/05: "Orte der Verkündigung"

Zur vierten Katechese leitete Kardinal Schönborn in das Thema von Reinhard Gruber ein: "Auf unserm Weg durch die Kathedrale, den Dom, das Evangelium der Kathedrale, geht es heute um die Orte der Verkündigung. Es gibt eine ganze Reihe Orte der Verkündigung damit der Dom selber Evangelium werden kann."

Vielleicht haben Sie sich jetzt gewundert, warum zu Beginn die Orgel gespielt hat. Das Thema des heutigen Abends, "Orte der Verkündigung", ist glaub’ ich, ein sehr zentrales für unsere Katechesenreihe "Das Evangelium der Kathedrale". Als Stimme der Kirche wird immer wieder die Orgel bezeichnet, deshalb ist sie nun erklungen, weil sie nicht nur schmückendes Beiwerk oder Begleitung des Gesangs ist, sondern auch selbst eine Botschaft hat. Bei der Orgelweihe werden die einzelnen Orgelpfeifen, die zusammen ein Ganzes ergeben, mit den Gläubigen verglichen, die zusammen das Volk Gottes, die "Gemeinschaft der Heiligen" sind. Vielleicht gefällt es Ihnen jetzt nicht, mit Orgelpfeifen verglichen zu werden, wer ist schon gern eine "Pfeife", aber das Bild finde ich stimmig.
Neben der Orgel werden natürlich auch immer die Glocken als Stimme einer Kirche bezeichnet. Kaiser Josef II. hat 1782 auf die Anfrage des Konsistoriums, ob beim Besuch von Papst Pius VI. die Kirchenglocken geläutet werden dürfen, die Antwort gegeben: "Warum nicht. Die Glocken sind ja ihre Kavallerie und ihre Kanonen." So werden – und ich gebe zu, dass ich ein großer Glockenliebhaber bin – heute Abend auch wieder zwei Glocken von St. Stephan erklingen. Zwischen den beiden Hauptteilen meiner Ausführungen, bevor ich über die Kanzel spreche, wird die "Petrus-Canisius-Glocke" läuten. Petrus Canisius ist der einzige Domprediger von St. Stephan, der heiliggesprochen wurde und als Diözesanadministrator auch der einzige Heilige, der in der Wiener Bischofsliste geführt wird. Sein Bild aus der Galerie der Domprediger steht heute am Borromäusaltar. Ganz zum Schluss, vor den Worten des Herrn Kardinals, wird dann auch noch die "Allerheiligen-Glocke" läuten.

Wenn es heute Abend um Verkündigung geht, so möchte ich voranstellen, dass der gesamte Dom, die ganze Kathedrale, so wie sie sich heute uns präsentiert, steingewordene Verkündigung ist. Man könnte stundenlang darüber deutend sprechen. – Für unsere Altvorderen war dies nicht nötig, sie konnten diese Botschaft lesen, konnten sie erfassen. Erlauben Sie mir deshalb zu Beginn ein paar ganz allgemeine Worte zur Symbolik der Kathedrale. Vielleicht sind sie hilfreich, um ihre Botschaft besser verstehen zu können.
Zur Symbolik der Kathedrale
Die geistliche Botschaft des Domes zu erfassen fällt uns aufgeklärten Menschen schwer. Es bedarf der Ruhe und Meditation. Ich darf Sie einladen, soweit es Ihnen möglich ist, den Dom einmal sehr zeitig in der Früh – er ist Dank der Dommesner täglich ab 6.00 Uhr geöffnet – oder spät am Abend – der Dom schließt seine Portale um 22.00 Uhr – zu besuchen. Abseits des Trubels und der Touristenmassen entfaltet St. Stephan erst seine Botschaft, seine Ausstrahlung, beginnt der Dom von selbst zu sprechen. Richten Sie Ihren Blick hinauf ins Gewölbe, lassen Sie ihn ruhig hinunterwandern zu den vielen Heiligen auf den mächtigen Pfeilern, hin zum Hochaltar, wo Christus, der Auferstandene, uns das Zeichen unserer Erlösung, das Kreuz, entgegenhält und darüber im kleinen Bild Maria als Königin aller Heiligen uns einen Blick in die Zukunft, jenseits des Sterbens, gewährt.
Aber schon am Äußeren des Domes gibt es eine Botschaft an uns. Herzog Rudolf, der Stifter, ließ sich gemeinsam mit seiner Gattin Katharina am Westwerk darstellen. Daneben finden sich aber auch die Eltern der beiden und noch Kaiser Franz Joseph ließ sich und seine Gattin Elisabeth am Nordturm darstellen. Dadurch wurde und wird dem Betrachter der Stephansdom als Herrscherkirche, als Nationalheiligtum präsentiert.
Die rund um den Dom angebrachten fratzenhaften Wasserspeier sollen die Dämonen abwehren. Es ist so wie in der Psychotherapie. Indem man das, wovor man sich fürchtete, darstellte, ausdrückte, ihm Gestalt gab, wurde bzw. wird dessen Macht gebrochen. Auch die Verwendung römischer Baumaterialien ist in diesem Zusammenhang zu verstehen. Indem man heidnische Bauteile für den Kirchenbau verwendete und weihte, brach man ihre Gewalt. So findet sich heute noch ein römischer Grabstein mit verblassten Lettern am rechten inneren Bogen des Riesentores, und in der Nische, in der im Vorbau des Tores die Figur des Greifs angebracht ist, entdeckte man 1996 dahinter versteckt die sogenannte "Fensterguckerin”, das Bildnis einer Frau, stammend von einem römischen Grabstein. In einer vergitterten Nische beim Bischofstor standen die sogenannten "Tattermänner”, heidnische Gottheiten. Eine heute noch erhaltene Inschrift warnt vor der Verehrung dieser Götzen und ruft zur Treue gegenüber dem wahren Glauben auf. Die Macht der heidnischen Gottheiten ist gebrochen, doch weisen sie uns auf die Kontinuität des Gebetes an dieser Stelle hin. St. Stephan ist seit Urzeiten Ort des Gebetes und des Kultes.
Das Riesentor mit seiner reichen Symbolik kommt zum Sprechen, wenn man es mit einigen Hintergrund-Informationen betrachtet und auf sich wirken lässt. Wer seine Schwelle übersteigt, betritt heiligen Boden, begibt sich ins Heiligtum. Befindet man sich im Kirchenraum, sollte man ihn auf sich wirken lassen. Der österreichische Architekt Adolf Loos bezeichnete ihn als den "weihevollsten Innenraum der Welt”. Man muss sich den mittelalterlichen Kirchenraum um vieles dunkler vorstellen. Die einstigen gotischen Fenster, das dauernde Gemurmel der Gebete und die gotischen Altäre gaben dem Raum eine feierliche Stimmung. Befindet man sich im Mittelchor, mag der Gedanke interessant sein, dass sich unter unseren Füßen die Katakomben befinden, gleichsam die Kirche vor uns, jene Mitchristen, die ihren Weg schon hinter sich haben. Durch die Pfeilerfiguren, durch die Darstellung der Heiligen wird St. Stephan nicht nur zur "Allerheiligenkirche" sondern auch zum Sinnbild der "Kirche der Heiligen", zum Zeichen für die irdische Kirche, Paulus bezeichnet die Gläubigen ja auch als "Heilige". In der Darstellung der verschiedenen Stände und Schichten in den Pfeilerheiligen konnte und kann sich auch jeder in ihnen wiederfinden. Wir selbst befinden uns auf dem unteren Niveau des Domes- sozusagen auf gleicher Ebene mit der säkularen Welt draußen - wir sind "die Kirche unterwegs".
Und schließlich der Blick in das Gewölbe mit den sich vernetzenden Steinrippen und der eigentümlichen Ornamentik, die sich daraus ergibt: ein Symbol für das Unendliche, für den Einen, den Transzendenten, den kein Bild darzustellen vermag.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die reiche Zahlensymbolik des Domes. Nicht von ungefähr bestehen zum Beispiel die Fenster des Langhauses, des Ortes der Gläubigen, aus vier, und die im Bereich des Chores, wo sich das Mysterium der Messe ereignet, aus drei Teilen. Nicht nur aus ästhetischen Gründen bilden zwölf Fialtürmchen den Abschluss des Südturmes, aus deren Mitte sich dann die Turmspitze erhebt (Christus und die zwölf Apostel). Das Geländer der Domkanzel besteht aus drei- und vierpässigen Fischblasmotiven, die ein Rad bilden. Die vierteiligen scheinen hinunterzurollen, die dreiteiligen hinauf. Die Zahl eins steht für den einen Gott, ist aber auch ein Symbol für Christus. Drei göttliche Personen bilden die Dreifaltigkeit, vier Evangelisten berichten über das Leben Jesu. Die Zahl Vier ist auch eine "irdische Zahl" - die vier Elemente, Feuer, Wasser, Erde und Luft, die vier Jahreszeiten, die vier Temperamente oder die vier Himmelsrichtungen. Deshalb die vierteiligen Fenster im Bereich des Irdischen, der Gläubigen, und die dreiteiligen dort, wo Christus sich in jeder Messe neu vergegenwärtigt. Sieben, also drei plus vier, ist eine heilige Zahl, die Vollkommenheit repräsentiert, man denke an die sieben Sakramente der katholischen Kirche oder an die sieben urkirchlichen Diakone, einer von ihnen war der hl. Stephanus, oder an das apokalyptische Buch mit den sieben Siegeln.
Neun Chöre der Engel singen Gott Lob und die Zahl Zwölf steht für die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel. Anhand der Zahlen Drei und Vier lassen sich die Maße des Domes ausrechnen: Setzt man hinter die Zahl Drei die Sieben, so erhält man die Zahl 37. Drei mal 37 ergibt drei mal die eins, also 111. 111 Fuß (ein Fuß sind 32 cm) ist der Dom breit. Drei mal 111, also 333 Fuß, ist der Dom lang. Vier mal 111 ergibt 444, 444 Fuß beträgt die Höhe des Südturmes. Sieben mal sieben mal sieben, also 343, Stufen führen bis zur Türmerstube des hohen Turmes. Die Maße des Domes stimmen in der Tat fast genau mit diesen Berechnungen überein. Bei einem Symbol geht es allerdings nicht um eine zahlenmäßig exakte Aussage, sondern immer um die Botschaft, die vermittelt werden soll.
Orte der Verkündigung
Seit der Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil gibt es für die Verkündigung des Wortes Gottes zwei Orte, die besonders hervorgehoben werden.

Das ist zunächst der Ambo.
Das Wort leitet sich vom griechischen "anabainein" ab, was so viel wie hinaufsteigen bedeutet. Der Ambo ist in unseren Kirchen das Lesepult, an dem Bischof, Priester oder Diakon, aber auch Lektoren die Lesungen, das Evangelium und die Fürbitten vorlesen und von dem aus der Priester die Predigt (Homilie) hält. Er hat die Kanzel abgelöst, die früher der Predigt diente. Der Ambo ist somit der liturgische Ort des Wortgottesdienstes und in Zuordnung zum Altar ein zweiter Brennpunkt. Ambo ("Tisch des Wortes") und Altar ("Tisch des Mahles") sind die zentralen Orte in der Apsis.
Deshalb ist er heute festlich geschmückt, auch wenn das Evangeliar an diesem heutigen Abend ausnahmsweise vor dem Altar zwischen Leuchtern steht. Der Ambo ist nicht einfach ein Rednerpult, erst recht keine Ablage. Er ist der deutlich hervorgehobene Ort, von dem aus wir Gottes Wort an uns hören dürfen, wo uns seine ausgestreckte Hand und sein verlässliches Versprechen entgegenkommen, wo wir unsere Bitten ihm entgegen bringen. Umso bedeutender ist es, dass Sie, Eminenz, diesen Ort uns zur Verfügung gestellt haben. Die Verantwortung ist groß. Deshalb braucht es für das Vortragen der Gottesworte auch besondere Aufmerksamkeit und Einübung. Nicht jede und jeder kann sich einfach hinstellen und das Evangelium verkünden. Wer sich das Wort des Herrn selbst nicht sagen und zusagen lässt und immer wieder neu auch zuhört, hat nichts vorzulesen und zu sagen. Die Verkündigung ist und darf nie Selbstzweck und Selbstdarstellung sein. Deshalb gibt es auch eine eigene Beauftragung zum Lektorat bzw. ist die Verkündigung des Evangeliums dem Diakon bzw. den anderen geweihten Amtsträgern vorbehalten. Dazu eine kurze Geschichte: Ein junger Mönch besuchte seinen Abt. Dieser fragt ihn, was er im vergangenen Jahr getan habe. Der junge Mönch antwortete: "Ich habe die Evangelien dreimal gelesen." "Gut", sagte der alte Abt, "aber wie viel vom Evangelium ist in dir?"

Der zweite liturgische Ort der Verkündigung ist der Priestersitz.
Eine "würdige und zweckmäßige", für alles Gottesdienstbesucher sichtbare und diesen zugewandte Sitzgelegenheit im Altarraum für den die heilige Messe zelebrierenden Priester soll es sein. Von hier aus spricht der Zelebrant die Eröffnung, die einleitenden Worte, stimmt das Schuldbekenntnis und das Gloria an, spricht das Tagesgebet und eröffnet das Fürbittgebet. Nach der Eucharistiefeier spricht er das Schlussgebet und gibt von hier aus den Segen. So sollte es im Idealfall sein. Hier im Stephansdom gibt es aber noch einen Sonderfall. Da diese Kirche auch Kathedrale, Bischofskirche ist, gibt es noch einen besonderen Ort: die Kathedra.
Das griechisch-lateinisch Wort Cathedra bedeutet "Sitz", "Bischofsthron", davon abgeleitet ist auch die Bezeichnung für Kathedrale, auch das Wort Katheder, "Lehrpult" steckt darin. Dieser Sitz gibt also dem Stephansdom sozusagen den Namen: "Kathedrale".
Er ist der Sitz des Bischofs in seiner Bischofskirche (Kathedrale), von dem aus er die Liturgie leitet, das Wort verkündet und Ordinationen erteilt. Aufgestellt ist er in der Regel in der Apsis des Domes, erhöht über dem Chorgestühl, geschmückt war er früher mit einem Baldachin und mit dem Bischöflichen Wappen und den heraldisch dargestellten Insignien seiner Würde (Bischofs- oder Kardinalshut mit entsprechender Anzahl von Quasten). Der derzeit aufgestellte Bischofsstuhl ist nach den archivalischen Quellen jener, der wohl ursprünglich für den Besuch von Papst Pius VI angefertigt wurde. Es ist noch eine dazugehörige schlichte Tafel erhalten, die folgenden Wortlaut hat: "Dieses Sessels bediente sich Papst Pius VI. beim Hochamte zu St. Stephan am Ostersonntage 31. März 1782".
Er kann also, da ja auch Papst Johannes Paul II. zwei mal darauf Platz genommen hat, durchaus und mit Recht als die Kathedra des Bischofs von Wien bezeichnet werden.
Die Pfeilerfiguren von St. Stephan als "Biblia pauperum"
Eine Besonderheit von St. Stephan sind die vielen Pfeilerfiguren. Sie wundern sich vielleicht, warum diese heute Gegenstand der Katechese zum Thema Verkündigung sind. Ich versuche mich nun sehr kurz zu fassen, hoffe aber, nicht allzu Wesentliches auszulassen.
Den Menschen des Mittelalters, die in der Regel nicht lesen konnten, erzählten die Pfeilerfiguren im Wiener Stephansdom auf eine naive, liebevoll ins Detail gehende, aber immer tief fromme Weise vom Leben und Sterben Jesu und seiner Heiligen. Es stellt sich die Frage, nach welchem Konzept der Innenraum der Stephanskirche mit Heiligendarstellungen ausgeschmückt wurde: Wie kam es zur Auswahl der einzelnen Heiligen?

Dazu eine ganz kurze Vorbemerkung:
St. Stephan als Allerheiligenkirche
Neben dem Hochfest des Dom- und Diözesanpatrons St. Stephanus (26. Dezember) wird als zweites Patrozinium der Domkirche auch das Hochfest Allerheiligen am 1. November feierlich begangen. Im zweiten, so genannten "großen" Stiftsbrief vom 16. März 1365 erklärt Herzog Rudolf IV., dass er in Hinkunft und für alle Zeit an der nunmehr Allerheiligenkirche zu nennenden Stephanskirche zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, des kostbaren Leichnams Christi, der Gottesmutter Maria und aller Heiligen und Engel ein fürstliches Stift errichten wolle, dass einen infulierten fürstlichen Propst – der also das Recht hatte Stab und Mitra zu tragen -, vierundzwanzig Chorherren und sechsundzwanzig Kapläne umfassen solle. Mit dieser Stiftung erfolgten die Erhebung von St. Stephan zur Kollegiatkirche sowie die Errichtung des Kollegiatkapitels, welches in ununterbrochener Folge als Metropolitan- und Domkapitel zu Stephan und Allerheiligen bis auf den heutigen Tag seinen Bestand hat.
Es war Rudolfs und seiner Eltern tiefe Überzeugung, dass seine Geburt allein der Reliquienfahrt seines Vaters, Herzog Albrecht des Lahmen, nach Köln und Aachen (zum dortigen Reliquienschatz) - dem seit Kaiser Karl dem Großen nach Rom und Konstantinopel drittgrößten Reliquienzentrum - zu verdanken sei. Dazu kam noch ein biographischer Zufall: Herzog Rudolf wurde am Allerheiligentag 1339 geboren.

Interessant bei den Figuren im Dom ist, dass auch das Leben Jesu – von der Verkündigung bis zur Auferstehung – dargestellt ist. Der Welterlöser und seine Heiligen sind untrennbar auch in ihrer jeweiligen Geschichte miteinander verbunden. Dadurch werden die Pfeiler über ihre rein architektonische Aufgabe hinaus zu "Bildträgern" und markieren gleichsam eine "Wegandacht" hin zum Hauptaltar der Domkirche. Blickt man von der Westempore in die Domkirche, dann scheint es wirklich so zu sein, als ob – wie bei gotischen "Marterln" – die Heiligenfiguren geschützt durch einen "Fialenbaldachin" auf den mächtigen Domsäulen Spalier stehen hin zum Hauptaltar. Sie begleiten den Besucher hin zum Zentrum der Kirche, wachen über ihm in feierlicher Form. Der einfache, gläubige Betrachter fand sich in den verschiedenen Standespatronen, den vierzehn Nothelfern und in vielen hochverehrten Heiligen wieder – sie waren ihm vertraut und sprachen den Betrachter sofort an, auch als Schutzpatrone vor Unwetter, Seuchen oder sonstigen Gefahren. Die Heiligen, gleichsam als "himmlischer Hofstaat", stehen als Zeugen des Erlösungsgeschehen an den Pfeilern und finden ihre Entsprechung im "Gottesstaat" des hl. Augustinus, als Hinweis für den Gläubigen auf die ewige Seligkeit.
Die Entstehung
Der Figurenschmuck wurde gleichzeitig mit der Einwölbung des Langhauses zwischen 1446 und 1465 geschaffen. Die Idee, die Pfeiler zu Trägern eines ungewöhnlich reichen Bildprogramms zu machen, dürfte schon auf Rudolf den Stifter zurückgehen, der der Kirche und dem neugegründeten Kapitel das Patrozinium Allerheiligen gab. Aus dem Baubefund zeigt sich, dass die Konsolen und Baldachine bereits bei der Errichtung der Langhauswände eingeplant waren. Stifter waren nicht nur die Herrscher oder der Adel, besonderes Verdienst erwarben sich auch die Wiener Bürger um die Ausstattung des Domes.

Ikonografisch gesehen erfahren die Domsäulen durch die Heiligen, die an ihnen angebracht wurden, eine zusätzliche Aufgabe, sie werden zu Säulen des Glaubens. So wie die Säulen das schützende Dach tragen, so sind es die Heiligen, die den Menschen in ihrem Glauben Halt und Stütze geben. Die Pfeiler zeigen Szenen aus der Passion, bringen dem Menschen in einfachen Bildern das Geheimnis von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi näher, an anderer Stelle werden die Betrachter hineingeführt in die Nachfolge Jesu und es wird ihnen gezeigt, was es bedeuten kann, Christus im eigenen Leben zu bezeugen.
Ausstattung der Chöre
Die figurale Ausstattung der drei Chöre ist seit der Zeit des Wiederaufbaus wieder klar.
Im Apostelchor (rechter, südlicher Seitenchor) sieht man die zwölf Apostel. Manche Sockel blieben bis ins 19. Jahrhundert leer und wurden erst dann mit Figuren geschmückt. Anlass dazu war die große Domrestaurierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dabei wurde versucht einem vermutetem Programm zu folgen und die Ausstattung zu komplettieren.

Im Frauenchor (Wiener Neustädter Chor, nördlicher Chor) finden sich Darstellungen von Personen, die mit dem Leben Mariens in Verbindung stehen (Josef, Hl. König aus einer nicht erhaltenen Dreikönigsgruppe, Anna Selbdritt, Gottesmutter, Joachim, Elisabeth, Johannes der Täufer).

Und hier im Hauptchor schließlich kann man Darstellungen der Heiligen Laurentius, Christophorus, Margarethe, natürlich Stephanus, Katharina, Georg, Johannes der Täufer, einer Schutzmantelmadonna und eines Christus Salvator erkennen. Er ist somit einerseits Jesus Christus gewidmet, aber auch dem hl. Stephanus und ganz kurz und vereinfacht gesagt: Allen Heiligen.

Im Langhaus von St. Stephan ist das ursprüngliche Figurenprogramm noch vollständig erhalten. Durch den Dombrand von 1945 wurde es nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde und wird immer wieder gesagt, dass die große Anzahl der Heiligen willkürlich sei. Ich selbst bin überzeigt, dass die Allerheiligenlitanei Grundlage für die Auswahl der Heiligen ist. Wenn Sie bei Gelegenheit einmal mit dem Gotteslob oder dem aufliegenden Zettel in der Hand durch den Dom wandeln und die Allerheiligenlitanei vor Augen haben, dann können Sie das auch selbst erkennen. Freilich ist es nicht die Fassung der Litanei, wie wir sie heute beten, sondern wohl jene, die Kaiser Friedrich III. im 15. Jahrhundert täglich gebetet hat. Aber grundsätzlich kann man sie noch erkennen.
Die Allerheiligenlitanei als Vorbild?
Es wäre eine eigene wissenschaftliche Arbeit wert, über einen möglichen Einfluss der Allerheiligenlitanei auf das Figurenprogramm des Langhauses (nicht so sehr der Chöre) zu forschen.

In ihr vertraut sich der gläubige Katholik der Fürbitte aller Heiligen an. Dabei werden die verschiedenen Heiligen nach ihrem "Rang" in hierarchischen Kategorien angeordnet angerufen. Nach dem einleitenden Kyrie und der Anrufung der Dreifaltigkeit folgt der Hauptteil mit der Anrufung Mariens als Jungfrau, Gottesmutter und Himmelskönigin. Danach folgen Repräsentanten der Engel, der Patriarchen und Propheten des Alten Bundes, Apostel und Evangelisten, der Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen und Witwen. Mit der Fürbitte an alle Heiligen enden die Einzelanrufungen.

Wenn Sie auf das aufliegende Indexblatt der Säulenheiligen schauen, dann merken Sie, dass Vertreter all dieser angeführten Heiligengruppen im steinernen Bildprogramm von St. Stephan zu finden sind.

Nach Abschluss der Anrufung der Heiligen ist die Litanei aber noch nicht beendet. Es kommen noch Abwendungsbitten von allem Bösen, der Pest (Sebastian), von Krankheit, Unheil und Verderben, dem plötzlichen und unerwarteten Tod (Christophorus) usw. Davon möge Gott aufgrund seiner Menschwerdung, Geburt, Passion, Tod und Auferstehung befreien. Vielleicht findet sich hier der Schlüssel für die ausgewählt dargestellten Szenen aus der Heilsgeschichte: die Alttestamentlichen Propheten, Mose mit den Gesetzestafeln, Jeremias und Jesajas, Johannes der Täufer, die Geburt des Herrn, sein Leiden und Sterben und die glorreiche Auferstehung. Man kann voraussetzen, dass den Gläubigen die Allerheiligenlitanei bekannt war, sie wurde auch öfters gebetet als heute. Wenn weiters angenommen wird, dass Kaiser Friedrich III. auch auf das Figurenprogramm Einfluss genommen hat und wir wissen, dass er täglich die Allerheiligenlitanei gebetet hat, dann kann ein starker Einfluss der Litanei auf das ikonografische Programm stark befürwortet werden. Aufgrund ihres ikonografischen Programms bezeichne ich die Pfeilerfiguren auch als "Biblia pauperum".
Persönlicher Zugang
Die Nischenbaldachine der Langhauspfeiler beherbergen 77 Standbilder aus Stein und Ton. Neben einzelnen Darstellungen von Heiligen finden sich im Langhaus auch Figurengruppen, die Szenen der Heilsgeschichte darstellen. Eine für mich persönlich Bedeutsame ist die Darstellung der hl. Sophia mit ihren Märtyrertöchtern Fides, Spes und Caritas. Neben der legendären Vita ist die innere Aussage dieser Figurengruppe bedeutend: Die Frucht der Weisheit (Sophia) sind Glaube, Hoffnung und Liebe (Fides, Spes und Caritas). Ich hätte – wie wahrscheinlich jeder, der St. Stephan liebt - gern eine Darstellung meines Namenspatrons in – gestatten Sie, dass ich das so sage – in meinem Dom. Aber der selige Reinhard von Reinhausen, erster Abt des gleichnamigen Benediktinerklosters in Deutschland, wird zwar im Benediktinerorden verehrt, doch konnte ich nirgendwo eine Darstellung des Seligen finden. Doch die althochdeutsche Deutung meines Namens bedeutet "Der kluge Ratgeber”, oder "Der im Rat Kluge”, "Der im Rat Weise” – so habe ich die hl. Sophia, die Weisheit, gleichsam als meine Heilige "adoptiert". Und ich denke, mit ein bisschen Feingefühl und auch Fantasie kann sich fast jeder von Ihnen in einer der Pfeilerfiguren wieder finden.

"Vor allem erinnert uns St. Stephanus an jene Gläubigen, welche von den Aposteln bekehrt und bestellt, die Erstlinge des Geistes empfangen haben, welche alles miteinander gemein hatten, die im Glauben ein Herz und eine Seele waren, und die in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft des Brotbrechens und im Gebet verharrten. Unter diesen hatte Stephanus einen so großen Namen und solches Ansehen, dass er von allen als ein Mann der Gnade und des Glaubens und sogar voll des Heiligen Geistes gepriesen wurde. (…) Die vorhergehende Geschichte des heiligen Zeugen Stephanus, welche der heilige Evangelist Lukas so schön beschreibt, soll in uns ein neues Verlangen erwecken, im Geiste vorwärts zu schreiten, gleichwie er seit seiner apostolischen Anstellung fortschritt, und sich als einen hellen Spiegel, oder, wie St. Paulus, der große Apostel spricht: Allen als ein Licht bewies in Mitte eines bösen und verkehrten Geschlechtes. Dann sollen wir auch wünschen, dass uns die Augen dieses vortrefflichen Gottesgelehrten gegeben werden, mit welchen er mitten in der Finsternis der Welt die Sonne der Gerechtigkeit, Christum wunderbar im Himmel glänzen gesehen hat, so dass er laut ausrief: ‚Siehe, ich sehe die Himmel offen, und den Sohn des Menschen stehen zur Rechten Gottes!"

Die Domkanzel von St. Stephan war gerade etwa fünfzig Jahre alt, als in unserer Stadt der erste deutsche Jesuit zu wirken begann: Petrus Canisius, dessen Porträt wir heute hier am rechten Choraltar sehen. Es war eine schwierige Zeit, die Zeit der Reformation, eine Zeit heftiger Auseinandersetzungen. Petrus wurde am 5. Mai 1521 im damals deutschen Nijmwegen geboren, trat 1543 als erster Deutscher dem Jesuitenorden bei und kam 1552 nach Wien. Die religiöse Lage war trostlos. Zwanzig Jahre wurde kein Priester geweiht. Canisius predigte in verschiedenen Wiener Kirchen, manchmal fast allein gelassen, später aber unter großem Zulauf der Bevölkerung. Er war dann Domprediger hier in St. Stephan und hat oft von unserer Domkanzel gesprochen. In Wien hat er auch seinen wegweisenden Katechismus geschrieben. Am 3. November 1554 wurde er nach dem Tod von Bischof Wertwein zum Administrator der Diözese Wien bestellt, die angebotene Bischofswürde lehnte er entschieden ab, da er sie nicht mit seiner Berufung als Jesuit vereinbaren konnte. Petrus Canisius steht aber als einziger Heiliger in der Liste der Bischöfe Wiens. Sie hörten soeben einen Ausschnitt aus einer Predigt, die er über den heiligen Stephanus gehalten hat.
Die Domkanzel
Die Domkanzel, ein in der Urheberschaft umstrittenes Werk Anton Pilgrams aus dem 15. Jahrhundert, besteht aus drei Sandsteinblöcken, deren Nähte man mit freiem Auge erkennen kann. Wie eine stilisierte Blüte erhebt sich aus dem Kanzelfuß der Kanzelkorb und als imaginäre Blütenblätter sprießen die vier lateinischen Kirchenväter hervor. Sechs zierliche mit Heiligendarstellungen besetzte Säulchen bilden den Kanzelfuß, die größte und tragende Säule im Zentrum steht für den Sonntag, an dem meistens von der Kanzel gepredigt wurde. Die etwas größeren Figuren bilden zusammen mit den Statuen zwischen den Kirchenvätern die zwölf Apostel. Die übrigen zeigen hochverehrte Heilige und Standespatrone, die Werktagsheiligen. Die Bildnisse der vier sich in ihren Gesichtszügen ähnelnden Kirchenlehrer, die gleichsam aus einem gotischen Erker blicken, versinnbildlichen auch die vier Temperamente und zusammen mit dem "Fenstergucker" auch die verschiedenen Altersphasen: der hl. Ambrosius mit Mitra und Buch als Sanguiniker, der hl. Hieronymus mit Kardinalshut und Buch als greisenhafter Choleriker, der hl. Gregor mit Papstkrone, Buch und Lupe als zweifelnder älterer Phlegmatiker und zuletzt der hl. Augustinus mit Mitra, Buch und Tintenfass als nachdenklich versunkener jugendlicher Melancholiker.

Aber die vier Kirchenlehrer erzählen, so habe ich es auch in meinem Kinderführer interpretiert, eine ganz einfache Geschichte.
Schauen Sie sich bei Gelegenheit ganz genau die Büste des Fensterguckers und die Gesichter der vier Kirchenlehrer an. Sie erkennen dann, dass sich diese fünf Darstellungen ähneln, so als ob uns der Künstler, vermutlich Anton Pilgram, eine – seine – Geschichte erzählen wollte. Nämlich jene, wie es ihm erging, als er die Kanzel geschaffen hatte. Im hl. Augustinus zeigt er sich recht jugendlich mit einem Tintenfass in der Hand. So fühlte er sich zu Beginn seiner Arbeit. Noch ziemlich jung freute er sich auf dieses Werk und den Lohn, der ihn erwartete. Der hl. Papst Gregor erzählt dann, dass es nicht so einfach war. Die Lupe in seiner Hand soll daran erinnern, dass er vielleicht durch einen Steinsplitter fast sein Augenlicht verloren hätte. Der Staub brannte ihm zusätzlich noch in seinen Augen. Den hl. Hieronymus mit dem breitkrempigen Hut hat er dann sehr alt dargestellt, ohne Zähne. Die Hand erhebt er, als wollte er um Geld bitten. Er schaut nicht gerade freundlich. Oft hat er sich wohl gedacht: "Ich schaff' es nicht mehr. Ich werde alt dabei, bevor ich fertig bin." Und zum Schluss der hl. Ambrosius. Er schaut recht zufrieden aus der Kanzel raus. Seine Finger sind reich mit Ringen geschmückt. Er hat seinen Lohn erhalten. Das Werk ist gelungen.
Die Botschaft von St. Stephan ist oft ganz einfach, man muss sie nur lesen können und lesen lernen. Es braucht seine Zeit.
Doch zurück zur Kanzel:
Drei Sandsteinblöcke bilden die Kanzel, die vier Kirchenlehrer bilden den Kanzelkorb. Drei mal vier ergibt zwölf: Die Lehre der Kirchenväter wie auch die Verkündigung des Priesters von der Kanzel basiert auf den zwölf Aposteln, die die tragende Funktion beim Kanzelfuß einnehmen. Das Treppengeländer setzt sich aus Rädern zusammen, deren Speichen von drei- und vierpässigen Fischblasenmotiven gebildet werden. Die dreipässigen Räder - sie stehen für die göttliche Dreifaltigkeit - rollen hinauf, die vierpässigen - sie stehen für das Irdische, die Jahreszeiten, Himmelsrichtungen und Temperamente - rollen hinunter. Der Prediger soll beim Besteigen der Kanzel alles irdisch Sündhafte hinter sich lassen, alles Göttliche hingegen mitnehmen und von ihm erfüllt das Wort Gottes verkünden. Eigenartiges Getier, Schlangen, Lurche und Frösche bevölkern den Handlauf des Treppengeländers. Hier ist der Kampf zwischen Gut und Böse dargestellt: Die Frösche, die sich im Sumpf aufhalten und das Sonnenlicht meiden, symbolisieren so wie die Schlangen das Schlechte. Die Eidechsen und Lurche, die an die Sonne kommen, versinnbildlichen das Gute. Man kann erkennen, wie sich Frösche und Lurche ineinander verbeißen. Der Kampf scheint unentschieden zu bleiben, man weiß nicht, wer Sieger sein wird. Damit aber keines der bösen Tiere den Prediger erreicht, steht am Ende des Handlaufs ein kleiner Hund, der Acht gibt, dass sich kein ungebetener Gast nach oben verirrt.
Bis zum Zweiten Weltkrieg diente die heutige Krone des Taufbeckens als Schalldeckel der Domkanzel. Dadurch glich ihre Komposition einem offenen gotischen Rauchfass. Die Kanzel von St. Stephan war immer auch ein Ort der Gegensätze und der Auseinandersetzungen. So überließ zum Beispiel im Zeitalter der Reformation am 12. Jänner 1522 Bischof Georg von Slatkonia dem protestantischen Prediger Paulus Speratus die Kanzel, der dann vor den versammelten Ordensleuten Wiens eine flammende Predigt gegen das Ordensleben hielt und sie zum Austritt aus ihren Konventen aufrief.
Im vorigen Jahrhundert hielt Kardinal Theodor Innitzer – dessen Porträt heute hier am rechten Chorpfeiler hängt - am 7. Oktober 1938 im Rahmen einer Rosenkranzfeier seine berühmte Predigt an die Jugend, in der er sie zur Treue zu Christus und seiner Kirche aufrief. Diese mutigen Worte hatten den Sturm auf das erzbischöfliche Palais am nächsten Tag zur Folge. Es war dies übrigens der einzige Übergriff auf den Amtssitz eines Bischofs im damaligen großdeutschen Reich.

"Meine geliebte katholische Jugend Wiens, (...) seid mir gegrüßt vom ganzen Herzen, die ihr euch nun um die Kanzel im altehrwürdigen Dom zu St. Stephan heute Abend versammelt habt. Lasst mir meiner Freude Ausdruck geben, dass ihr so zahlreich unserer Einladung gefolgt seid. (...) Mein liebe katholische Jugend Wiens, wir wollen gerade jetzt in dieser Zeit umso fester und standhafter unseren Glauben bekennen und uns zu Christus bekennen, unserem Führer und Meister, unserem König und zu seiner Kirche. Ich weiß, das ist nicht so leicht, das verlangt viel von euch. (...) Ihr lieben jungen Freunde: bewahrt den Glauben! Lasst euch nicht abreden vom Glauben, wenn auch noch so viele gleißende Worte fallen. Nur Er kann uns glücklich machen für Zeit und Ewigkeit! Ich habe dieses Vertrauen in euch! Vielleicht haben so manche von euch (...) in den letzten Monaten nicht alles verstanden, was die Bischöfe getan haben, ihr wisst, um was es sich handelt. Aber wir können Zeugen sein, dass es den Bischöfen sehr am Herzen gelegen ist, nur das zu tun, was sie mit bestem Wissen und Gewissen tun konnten, dass sie sich bewusst sind, dass sie eine schwere Verantwortung vor dem Herrgott tragen. (...) Wer einen lebendigen Glauben hat, den drängt es auch, den Glauben nach außen zu zeigen. Was man nicht schätzt, das liebt man nicht und was man nicht liebt, für das bringt man keine Opfer.
Gelobt sei Jesus Christus!"
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