Wednesday 28. September 2016

Geistliche Begleitung

Einige Grundfragen der geistlichen Begleitung erläutert die Eremitin Sr. Damienne Siffermann und gibt Tipps zum Finden der rechten Person.


Brauch‘ ich einen geistlichen Begleiter, um meine Berufung zu erkennen? 

Es ist gut jemanden zu haben, der Dir helfen kann, dahinter zu kommen, was Deine Beweggründe sind.  Wie es der sel. Johannes Paul II. deutlich macht : „Die Erfahrung lehrt uns, dass die Person des geistlichen Beraters in dem Werk der Erkenntnis (unserer Berufung) von großer Hilfe ist: Wählt eine kompetente und von der Kirche empfohlene Person, die euch anhört und auf dem Lebensweg begleitet, die euch bei schwierigen Entscheidungen wie auch in Momenten der Freude zur Seite steht. Der geistliche Leiter wird euch helfen, die Eingebungen des Heiligen Geistes zu erkennen und den Weg der Freiheit zu gehen: eine durch den geistigen Kampf erlangte Freiheit (vgl. Eph 6,13-17), die mit Beharrlichkeit und Ausdauer gelebt werden muss". (JPII, aus der Botschaft an die Jugend 1998) 

 

Eine Begleitung ist deswegen unerlässlich, weil es geschehen kann, das jemand eine Motivation für eine Berufung hält, die aber keine ist: Ein drastisches Beispiel: Es könnte sein, dass ein frommer junger Mann nur deswegen Priester werden möchte, weil es die größte Freude seiner Mutter wäre! Irgendwie redet er sich die Berufung dann auch ein und meint schließlich, es sei der Wille Gottes...

 

Nur mit Hilfe eines in der Unterscheidung eingeübten Begleiters kannst Du „ein-sehen„, was Deine effektive Motivation ist. 

 

 

Warum ist eine geistliche Unterscheidung denn wichtig? 

Weil es darum geht, die erste Liebe zu erkennen, auf die Du Dich Dein ganzes Leben lang stützen kannst. Mit anderen Worten, was Dir bei der „Arbeit“ der Unterscheidung klar wird, kann Dir nichts und niemand mehr nehmen. 

 

 

Wie komme ich nun zu einer geistlichen Begleitung? 

Ganz vorne weg: einen geistlichen Begleiter zu finden ist nicht leicht. Vielleicht ist für Dich die Sache einfach, und Du kennst jemanden oder Du weißt von jemandem, der Dich begleiten könnte. 

 

Was und wie soll so ein geistlicher Begleiter sein?

Grob gesagt, soll er das sein, was Du werden willst oder was Du anstrebst. Ein Priester, wenn Du den Wunsch hast, Priester zu werden. Ein Ordensmann, wenn Du Mönch oder Ordensbruder werden willst. Und da wir ja alle berufen sind heilig zu werden, sollte er jedenfalls ehrlich bemüht sein, selbst nach der größten Liebe zu streben. 

 

Warum eigentlich in einem solchen Fall ein Ordensmann, kann es nicht die Pastoralassistent sein, den ich schon kenne?

Natürlich, aber frage Dich auch, was Dich in Deiner Entscheidung fördern kann: Der Pater oder Bruder ist im Ordensleben geübt und kann Dich, eben weil er Erfahrung in bestimmten Dingen hat, in diese Richtung weiter führen. 

 

Nimm Dir die Zeit und schaue an, was in Deiner konkreten Situation für Dich wichtig ist, wo Du Fragen hast, vielleicht auch Bedenken...? 

 

Zusammengefasst sollte ein geistlicher Begleiter ein gute Unterscheidungsgabe haben, erfahren in seiner Lebensform sein, die er einmal gewählt hat. Er sollte diskret sein, mit den zwei Aspekten, daß er das Geheimnis bewahren kann, mit dem Du zu ihm kommst und dass er die Grenzen Deines Inneren (des Tiefsten, das Du mit Gott hast) nicht überschreitet. Man kann es so sagen : Er ist der Freund des Bräutigams... 

 

Johannes Tauler sagt über einen geistlichen Vater, der das Herz seines Jüngers für sich gewinnen möchte, mit einem zugespitzten Humor, dass er wie ein Jagdhund ist, der selbst den Hasen frisst. 

 

Der geistliche Vater soll auch in sich gefestigt sein und ganz offen und klar sagen können, was er meint. 

 

Und wie kann man so jemanden finden?

Hast Du Ordenshäuser oder geistliche Gemeinschaften in der Nähe? Schau Dir die Programme der Diözesen an, die vielfältige Angebote zum Thema Berufung machen. Geh ruhig auch einmal auf Wanderschaft zu anderen Gottesdiensten - und schließlich „probiere“ ganz einfach jemanden aus. 

 

Soll man es ausprobieren?

Ja, denn schon die Mönche aus der ganz frühen Kirche haben empfohlen, sich den geistlichen Begleiter gut anzuschauen. Es kommt nicht darauf an, gleich mit der Tür ins zu Haus fallen, sondern zu prüfen.

Aber wenn Du jemanden gewählt hast, dann bleibe auch bei diesem und erkenne seine/ihre Autorität an. 

 

Eine Frau als geistliche Begleiterin? 

Warum nicht! Für sie gilt das gleiche, was wir oben gesagt haben. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass es Sinn machen kann, durchaus einen geistlichen Vater UND eine geistliche Mutter zur Seite zu haben.

Wie Vater und Mutter für das Leben des Kindes werden Geistliche Vater- und Mutterschaft für den, der als angehender Priester oder Ordensmann/ - frau diese Quelle zu nutzen weiß, zu einem ungeheuren Schatz. 

 

erstellt von: red

Wozu braucht man geistliche Begleitung? wo findet man Begleiter? Und was ist geistliche Begleitung?

 

Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich an die Berufungspastoral der Erzdiözese wenden:

 

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