Monday 26. September 2016

Ich appelliere an euren inneren Krieger!

Der sanfte Ruf Gottes, seine Berufung, könnte was Unbequemes mit sich bringen, das "duc in altum" ist ungemütlich - ein Aufruf zu mehr Biss, mehr Kampfgeist: "worauf wartest Du noch!"


Ich glaube, dass wir Österreicher sehr geprägt sind, von einer gewissen Gemütlichkeit, von einem starken Bedürfnis nach Sicherheit und Bequemlichkeit. Wir hören zwar in unserem Inneren sehr wohl Gottes Ruf, der spricht sich allerdings nicht so klar aus, dass ich dann nicht mehr anders könnte, als ihm zu folgen. Diesen sanften Ruf, den Hauch des Geistes, wie das Säuseln bei Elija auf dem Berg Horeb, hab ich sehr wohl in meinem Herzen vernommen. Nur: es ist so unbequem, so ungemütlich. Ich muss mich irgendwie hinaus begeben, auf die Wilde See hinausfahren - duc in altum - auf den Ozean und muss alles zurücklassen. Kann ja fast nichts mitnehmen - so furchtbar ungemütlich!


Ich denke, dass die Hauptschwierigkeit eines jungen Österreichers heute - sowohl was die Ehe, als auch die Geistlichen Berufe im spezifischen Sinn betrifft - in der Willensschwäche besteht, in der Entscheidungsschwäche. Das ist unser Hauptproblem heute. Gefördert durch eine gewisse Erziehungsideologie zB.: Eltern, die ihre Kinder ständig fragen: „Ist dir das auch nicht zu schwer? Geht das für dich? Kannst du das?" Ab einem gewissen Zeitpunkt muss man einfach sagen: „Jetzt geh, und jetzt mach das, gib das und tu das...!" weil sonst entwickelst du keine innere Kraft. Das ist einfach notwendig, um innerlich stark zu werden, um jemand zu sein, der nicht vor der ersten Schwierigkeit davon läuft. Also da ist was in der Erziehung grundgelegt und auch in unserem österreichischem Temperament.


Ich liebe die Gemütlichkeit, das ist nicht das Problem. Aber sie soll nicht zur Ideologie werden. Das man sich dann nicht mehr hinaus wagt. Ich appelliere hier an euren „inneren Krieger". Wir haben es verloren, Kämpfer zu sein. Wenn ihr keine inneren Kämpfer seid, dann werdet ihr nie eure Berufung finden können. Das geht nicht, weil die Berufung hat damit zu tun, dass Gott mich in das hineinführt, wozu er mich erschaffen hat. Und das ist so groß, dass ich mit meiner „kleinen" Bequemlichkeit sicher nicht hingehe, ohne dass ich mich vom Geist ergreifen lasse und bereit bin dafür zu sterben und zu kämpfen, mich einzusetzen mit all meinen Kräften. Das wird heute nicht sehr gefördert. Den inneren Krieger, den betäubt man, diese Fähigkeit, für etwas zu kämpfen, sich für etwas einzusetzen, sein Leben zu geben für etwas, das ich als gut erkenne...!


Jemand hat einmal gesagt: „Mensch wenn du die Not der Welt siehst, wenn du um dich herum schaust und du siehst, dass es überall brennt, und du möchtest etwas dafür tun, du möchtest für die Menschen da sein. Ja, Mensch, worauf wartest du dann noch, das ist schon klar genug!"


Misstraut eurer Gemütlichkeit, misstraut eurer Bequemlichkeit, misstraut eurem absoluten Sicherheitsdenken, sondern entwickelt den nötigen Biss, diesen nötigen inneren Kampfgeist für das Gute und für den Herrn, und dann glaub ich kristallisiert sich schon so manches heraus.

erstellt von: P. Johannes Lechner csj

Eine Appell mutig die Gemütlichkeit sein zu lassen um sich der Berufung zu stellen.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich an die Berufungspastoral der Erzdiözese wenden:

 

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