Wednesday 24. August 2016

Fastentuch 2016 im Stephansdom - „Collective Heart“

Das elf mal fünf Meter große Fastentuch ist eine auffallende Collage aus tausenden recycelten Häkeldeckchen aus der ganzen Welt.


Der Hauptaltar im Wiener Stephansdom ist während der Fastenzeit von Aschermittwoch, 10. Februar 2016 bis Karsamstag, 26. März von einer großformatigen Collage aus unzähligen Häkeldeckchen verhüllt. Sie stammt von der Künstlerin Eva Petrič, die in Wien, Ljubljana und New York spartenübergreifend in den Bereichen Fotografie, Installation und Video tätig ist.

 

Verbindungen

Laut Eva Petrič verbinden die Häkelarbeiten und Spitzen in tausenden Knoten Erinnerungen, Wünsche und Verbindungen, sie illustrieren die generationenübergreifenden Bindungen zwischen den Menschen. Petrič: „Wir sind nicht nur das, was wir sehen; wir sind viele vorangegangene Generationen, Gefühle und Erinnerungen. Diese werden nicht nur von unseren Genen weitergegeben, sondern manifestieren sich auch in einem kollektiven Unterbewusstsein, in Träumen, Wünschen und der Prägung von Archetypen, alles in unserem Versuch ‘Eden‘ zu erreichen – den Zustand der Einheit von Glaube, Hoffnung und Liebe“.

 

Jene Teile des Fastentuches, die die Aorta des „Collective Hearts“ bilden, stammen aus dem slowenischen Ort Idrija, wo eine Frau bis zu ihrem 80. Lebensjahr den Lebensunterhalt der fünfköpfigen Familie durch den Verkauf ihrer Handarbeiten gesichert hat. Auch ihre Häkeldeckchen, die auf Grund ihrer schwindenden Kräfte bereits Fehler aufweisen und daher unverkäuflich sind, haben ihren Platz in der künstlerischen Arbeit des Fastentuches gefunden.


Die violett-rote Lichtinstallation spiegelt sowohl die Farbe der Buße und Fastenzeit (Violett) als auch die des Lebens, der Liebe und des Blutes (Rot) wider, die Farben der gotischen Presbyteriumsfenster werden ebenfalls auf das Tuch projiziert.

 

Fasten für die Augen

Seine Ursprünge hat das Fastentuch in den sogenannten Passionstüchern, bereits seit dem Jahr 1000. Mit ihnen wurden vor Ostern Gegenstände, wie Altar, Kreuze, Reliquienschreine und Bilder verhüllt. Der strahlende Glanz dieser Gegenstände sollte in der Fastenzeit nicht zu sehen sein, das Fastentuch diente also dem "Fasten für die Augen". In seiner Blütezeit vom 15. bis ins 17. Jahrhundert wurde es üblich, das Tuch in rechteckige Felder zu unterteilen, die biblische Motive von der Schöpfungsgeschichte bis zum jüngsten Gericht zeigten. Die Bilder sollten der Bevölkerung, die im Mittelalter bis auf wenige Ausnahmen nicht lesen konnte, die Heilsgeschichte Jesus erzählen.

 

Nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde der Brauch durch eine bischöfliche Aktion 1967 neu belebt. In Österreich entstanden in den vergangenen Jahren vor allem durch Gegenwartskünstler neue Fastentücher.

erstellt von: Dompfarre/red

Die violett-rote Lichtinstallation beim Fastentuch im Stephansdom spiegelt sowohl die Farbe der Buße und Fastenzeit (Violett) als auch die des Lebens, der Liebe und des Blutes (Rot) wider, die Farben der gotischen Presbyteriumsfenster werden ebenfalls auf das Tuch projiziert.

Fotos
Angela Ringhofer/Erzdiözese Wien
Wolfgang Linhart

Das Fastentuch 2016 im Stephansdom ist eine auffallende Collage aus tausenden recycelten Häkeldeckchen aus der ganzen Welt.

Weitere Informationen:

Künstlerin Eva Petrič:

evapetric.com

 

Dompfarre St. Stephan:
www.dompfarre.info


Vorsätze in der Fastenzeit

Fastenzeit - die Vorbereitungszeit auf Ostern

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