Sunday 28. August 2016

Papst ruft Staaten zu gerecht verteilter Flüchtlingsaufnahme auf

Appell mit besonderer Erwähnung der Probleme in Griechenland.


Papst Franziskus hat am Sonntag, 28. Februar 2016 die EU-Länder zu einer gerecht verteilten Aufnahme der Flüchtlinge aufgerufen. In seiner Angelus-Ansprache auf dem Petersplatz sagte er wörtlich: "Mein Gebet, und sicherlich das Ihre, hat immer die Notlage der Flüchtlinge vor Augen, die vor Krieg und anderen unmenschlichen Situationen ihre Heimat verlassen haben. Insbesondere Griechenland und andere Länder an vorderer Front, die ihnen großzügige Hilfe gewähren, brauchen die Mithilfe aller anderen Staaten. Notwendig ist eine gemeinsame Antwort, damit die Lasten gleichmäßig verteilt werden. Dies erfordert, dass die entsprechenden Verhandlungen entschieden und ohne nationale Vorbehalte geführt werden."

Zugleich begrüßte der Papst die Nachricht über die Einstellung des Waffengangs in Syrien. Er lud dazu ein, zu beten, dass "dieses geöffnete Fenster die Gelegenheit geben kann, der notleidenden Bevölkerung Hilfe zu bringen" und auch den Weg öffnet, "um den Dialog mit dem Ziel des ersehnten Friedens" zu ermöglichen.

 

Es ist nie zu spät, umzukehren

In seinen Erläuterungen vor dem Mittagsgebet ging Franziskus auf das Tagesevangelium (Lk 13,1-9) ein. Darin wird beschrieben, wie Jesus auf zwei tragische Ereignisse hinweist, die zu jener Zeit viel Aufmerksamkeit erregt hatten. Einerseits war es der Aufstand einiger Galiläer, den der römische Statthalter Pilatus blutig niederschlagen ließ und andererseits war es der Einsturz eines Turmes in Jerusalem, der 18 Todesopfer gefordert hatte.

 

Jeden Tag lese man „schlechte Nachrichten“ über Todschlag, Unfälle und Katastrophen, so der Papst und auch zu Jesu Zeiten gab es solche Nachrichten. Der Herr wusste schon damals, dass der Aberglaube vieler Menschen zu falschen Schlüssen führte, wenn es darum ging, die Ereignisse zu interpretieren. So neigten abergläubische Menschen zur Annahme, dass die Opfer selber schuld sein und umgekehrt, dass sie als „Nichtbetroffene“ gerade wegen ihrer „Unschuld“ gerettet worden sein. „Sie fühlten sich damit in Ordnung zu sein“, erläuterte der Papst.

 

Doch Jesus bringe hier eine andere Sicht, denn Gott lasse keine Tragödien zu, „um für Schuld zu bestrafen“. Vielmehr wolle Gott von den Menschen, dass sie die „schrecklichen Ereignissen“ als eine Mahnung verstünden. „Diese betrifft alle, da wir alle Sünder sind. Gott will von uns nur eines: die Umkehr“, so der Papst.

 

Angesichts der Katastrophen, die es auch heutzutage gibt, seien viele Menschen der heutigen Zeit dazu versucht, die Verantwortung auf die Opfer oder gar auf Gott abzuschieben. „Doch das Evangelium lädt uns ein, darüber nachzudenken, welche Vorstellung wir uns von Gott gemacht haben. Jesus ruft dazu auf, das Herz zu ändern, radikal umzukehren auf dem Weg unseres Lebens und den Kompromiss mit dem Bösen und die Heucheleien aufzugeben, um entschlossen den Weg des Evangeliums einzuschlagen“, erläuterte der Papst. Daraus folge oft eine weitere Versuchung: „Warum sollten wir umkehren? Sind wir nicht im Grunde gute Leute, gerade wir als praktizierende Gläubige?“

 

Es sei nie zu spät, umzukehren. Doch jeder Gläubige ähnle dem Feigenbaum, der lange Jahre keine Frucht hervorgebracht habe, so Franziskus. „Zu unserem Glück jedoch ähnelt Jesus jenem Weingärtner, der sagt: ,Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.“ Gerade das Heilige Jahr der Barmherzigkeit sei ein „Jahr der Gnade“, fuhr Franziskus fort. Dies biete eine Zeit des Dienstes, die es allen ermögliche, umzukehren und das Heil zu erlangen. Die unbezwingliche Geduld Jesu sowie seine Sorge für jeden Sünder dürften die Gläubigen nicht mit sich selbst ungeduldig werden lassen, so der Papst. „Es ist nie zu spät, umzukehren, bis zum letzten Moment, sondern dringend, jetzt, beginnen wir heute!“, wiederholte der Papst.

 

 

erstellt von: red/kap/Radio Vatikan
28.02.2016

Papst Franziskus appelliert immer wieder für Frieden in der Welt. Beim Angelus am 28. Februar 2016 erinnerte er an die Notlage der Flüchtlinge.

Papst Franziskus

 

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