Monday 26. September 2016

Das Läuten von Friedensglocken ist keine Provokation

Friedensgebete in Kirchen in Wien Liesing parallel zu einer FP-Demonstration gegen ein Flüchtlingsheim sind eine christliche Antwort auf Angst und Verunsicherung.


Auf Grund der geplanten Demonstration der FPÖ gegen die Asylpolitik ergriff die evangelische Pfarrgemeinde in Wien-Liesing die Initiative und beschloss, am Montag, dem 14. März 2016, um 18 Uhr ihre Kirchenglocken zu läuten. Mehrere katholische Kirchen im 23. Bezirk (Dekanat Liesing) beschlossen daraufhin, zur gleichen Zeit Friedensgebete abzuhalten. Dazu werden die Gläubigen wie üblich durch das Läuten der Kirchenglocken eingeladen.

 

„Das Läuten unserer Kirchenglocken und die Friedensgebete sind katholischerseits keine Einmischung in die Politik, keine Provokation und keine Gegenveranstaltung zu der zeitgleich stattfindenden FPÖ-Demonstration“, stellt Pfarrer Bernhard Pokorny, der Dechant von Liesing, klar. Unter den Einwohnern des Bezirks Liesing gibt es momentan große Ängste wegen einer Flüchtlingsunterkunft und der Menschen, die dort einziehen werden.

 

Friedensgebete sind die authentische Antwort

„Die Friedensgebete sind die authentische Antwort der Kirche auf Verunsicherung und Misstrauen. Kirchenglocken sind ein hörbarer Ausdruck der christlichen Prägung unserer Kultur. Anders als manche Sprechchöre und Trillerpfeifen schüren sie nicht Angst, sondern geben den Menschen Sicherheit – als Zeichen des Friedens und der Hoffnung“, so Pokorny. Die Glocken seien für die Demonstranten zwar hörbar, aber nicht so laut, dass sie die politische Veranstaltung stören könnten.

 

Die Gläubigen beten bei den in mehreren Kirchen zeitgleich stattfindenden Liesinger Friedensgebeten für alle Menschen, Flüchtlinge und Einwohner, denn auf beiden Seiten gibt es Ängste. Pokorny: „Flüchtlinge sind in erster Linie Menschen. Solange sie bei uns wohnen, müssen wir sie auch menschenwürdig unterbringen. Dies löst offenbar aber auch Ängste aus. Friedensgebete und Friedensglocken nehmen sich der Angst an: der Angst der Flüchtlinge, aber auch der Angst jener, die sich vor den Flüchtlingen fürchten und jener, die um die Flüchtlinge besorgt sind. Nur Christus als Friedensbringer kann es gelingen, die Völker zusammenzuführen.“

 

Viele engagierte Menschen aus verschiedenen Gemeinden haben sich schon bereit erklärt, den Flüchtlingen zu helfen  und damit die Organisatoren des neuen Flüchtlingsheimes zu unterstützen. Pokorny: „Mögen alle diese Maßnahmen das gegenseitige Vertrauen stärken und dadurch Hilfe für alle – auch für die Anrainer – sein“.

erstellt von: red
11.03.2016

„Das Läuten unserer Kirchenglocken und die Friedensgebete sind katholischerseits keine Einmischung in die Politik, keine Provokation und keine Gegenveranstaltung zu der zeitgleich stattfindenden FPÖ-Demonstration“, sagt der Dechant von Liesing, Pfarrer Bernhard Pokorny.

Weitere Informationen:

Die Pfarre Rodaun - sie ist die einzige Pfarre des 23. Bezirks, deren Kirche über keine Glocken verfügt - lädt am 14. März um 18 Uhr zu einem Friedensgebet in die Pfarrkirche.

 

Kirchenglocken und Gebet für den Frieden in Wien-Liesing

 

Pfarre Rodaun:
www.pfarre-rodaun.at

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