Tuesday 1. December 2020

Telefonseelsorge zum Frühstück

 

Heute Nachmittag habe ich Telefondienst in der Telefonseelsorge.

 

Während des Frühstücks geht mir die Frage durch den Kopf, WIE ich heute für die Anrufer*innen da sein möchte. Wird es gelingen, ihre Anliegen, Sehnsüchte, ihre Not wirklich zu verstehen? Wird es mir gelingen, Kraft, Hoffnung und Freude zu wecken bzw. zu stärken?

 

Ich nehme mir Zeit und suche einen Ort, in dessen stiller Atmosphäre ich selbst zu meiner eigenen Mitte und mit meinen eigenen Quellen in Kontakt kommen kann. Das bedeutet, mich auf eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott einzulassen, wo – unbekannter Weise - die Anliegen und Sorgen der Anrufer*innen einen guten Platz haben.

 

Vielleicht kann in den Gesprächen am Telefon ein Funke überspringen: ein Funke an Sinn, an Tiefe, an Vertrauen in das Leben, Vertrauen in eine höhere Macht, die jedem von uns liebend zugewendet ist.

 

Dankbar nehme ich wahr, dass ich selbst viel Grund zur Dankbarkeit habe, z. B. dass es mir geschenkt ist, neben den Herausforderungen des eigenen Lebens ein offenes Ohr und einen freundlichen Blick für die Menschen zu haben, die sich an mich wenden. Die Dankbarkeit gibt mir Kraft, Freude und eine gewisse Leichtigkeit – und ein tiefes Vertrauen in das Heute, in das Morgen und weit darüber hinaus!

 

Ja, vielleicht tut sich bei den heutigen Gesprächen am Telefon ein Spalt auf, wo das, was mich trägt, hinüber kommt zu den ganz konkreten Anrufer*innen, denen gerade diese Kraftquellen der Hoffnung und des Glaubens verschlossen sind.

 

Möge ich am Abend dankbar auf Begegnungen mit Tiefgang zurückblicken können.

L.G. (73 Jahre)

Telefonseelsorge
Stephansplatz 6
1010 Wien
T 142

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