Sunday 20. October 2019
Evangelium von heute Lk 18,1-8 In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein...
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Jesus hatte Mitleid mit ihm...
Mk. 1, 41
Namenstage Hl. Wendelin, Hl. Cornelius, Sel. Jakob (Franz Alexander) Kern, Hl. Johanna...
Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!
(Hl. Johannes Paul II.)

Tabea Strich: Meine ersten drei Monate in Vijayawada, Indien

Vijayawada, Mai 2019. Seit Februar 2019 lebe ich nun in Vijayawada und absolviere hier mein Volontariatsjahr. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten habe ich mich langsam an das Leben in Indien gewöhnt. Aber fangen wir doch von vorne an.

Wer bin ich.

Mein Name ist Tabea und ich bin 29 Jahre alt. Ich studiere normalerweise Lehramt für Englisch und Psychologie/Philosophie in Wien, habe mich aber entschieden ein Volontariatsjahr mit Volontariat bewegt, eine Initiative von Jugend eine Welt und den Salesianern Don Bosco, zu machen. Ja, ich bin im Vergleich zu vielen anderen Volontären recht „alt“, aber die Entscheidung ins Ausland zu gehen habe ich auf Grund meiner Passion für Kinder, die Arbeit mit ihnen und meinem Interesse für fremde Kulturen getroffen. So habe ich mich entschieden mein Studium zu pausieren und praktische Lebens- und Berufserfahrungen zu sammeln.

 

Meine Motivation.

In meinen Jahren des Reisens und im Auslandleben, habe ich zwei große Erkenntnisse gesammelt. Erstens, dass Familie das Wichtigste im Leben und für einen selbst ist, und zweitens, dass Bildung essentiell ist. „Familie“ muss nicht zwangsläufig die angeborene Familie bedeuten. Es können Freunde, Verwandte, Arbeits- oder Schulkollegen sein oder eben auch die Glaubensgemeinschaft und Gemeinde. Aber ein gutes soziales Umfeld ist fundamental.

 

Mit „Bildung“ meine ich nicht nur die akademische Bildung. Sondern auch die Bildung, die mit Empathie und Gefühlen zu tun hat. Bildung, die mit Offenheit und Akzeptanz verbunden ist. Die Bildung, die man mit Lebensweisheit erfährt. Ohne Bildung und Wissen, kann es keine Entwicklung und kein Vorankommen in der Welt geben. Ohne Bildung ist keine Kommunikation, Verständnis oder Einsicht möglich. Ohne Bildung ist kein Reflektieren und Verstehen da.

 

Dieses Wissen, dass ich sammeln durfte, möchte ich der Welt zurückgeben und meinen Beitrag ihr gegenüber leisten. Ich möchte die Liebe und das Verständnis, was ich erhalten durfte, an die Welt zurückgeben. Ich möchte Hoffnung und Stärke geben. Dies ist meine Motivation für dieses Volontariatsjahr.

 

Wo bin ich hier eigentlich.

Mein Projekt heißt Navajeevan Bala Bhavan (zu deutsch: „neues Leben für das Kind“) und liegt in der Stadt Vijayawada, Andhra Pradesh. Es wurde 1989 von den Salesianern Don Bosco gegründet und begann mit einem Shelter in der Nähe vom Bahnhof. Über die Zeit hinweg kamen neue und größere Projekte dazu, unteranderem mein Unterprojekt Vimukthi.

 

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© Volontariat bewegt, Tabea Strich

 

Vimukthi („being deliberated“ oder „bewusst werden/ machen“) ist ein De-Addiction Center, das momentan zehn junge Burschen im Alter von 16 bis 18 Jahren beherbergt. Das Center liegt zwei Stunden außerhalb Vijayawadas und soll den Jugendlichen abseits der großen Stadt wieder Sicherheit im Leben geben. Durch einen geregelten Tagesablauf mit schulischer Bildung, täglichen Arbeiten mit Tieren und anderen kreativen und sportlichen Einheiten soll den Heranwachsenden wieder Standhaftigkeit im Leben geben werden.

 

Nach einem durchschnittlichen Aufenthalt von 6 bis 12 Monaten gehen die Jugendlichen anschließend in die Ausbildungsstätte RVTC, wo sie entweder Mechaniker, Klempner oder Elektriker werden oder ins Chiguru, wo sie eine Bäckersausbildung erlernen können. In beiden Situationen haben die Jungen die Möglichkeit die Open-10th Class zu absolvieren, was der Mittleren Reife gleichkommt.

 

Mein Aufgabenbereich im Vimukthi liegt in der schulischen Ausbildung während des Englisch- und Matheunterrichts am Vormittag und während der Studytime am Abend und dem kreativen Arbeiten während der Craftsclass. Ich begleite die Jungen aber auch während ihrer Arbeit mit den Schafen und Buffalos und spiele mit ihnen während der Gamestime. Da meine Mitvolontärin und ich im Projekt leben, können wir eine recht gute und enge Beziehung mit den Jugendlichen aufbauen.

 

Ein Highlight

Es ist schwierig für mich ein Highlight herauszunehmen, denn es gibt so viele kleine Momente, in denen ich gemerkt habe, dass mir das Projekt und vor allem die Jungs sehr stark ans Herz gewachsen sind. Aber einen kleinen Moment würde ich euch gerne schildern.

 

Während einer meiner Englischstunden habe ich das Thema „Dreams and Wishes“ durchgenommen, denn ich wollte die Jungen ein wenig besser kennen lernen und wissen, was sie sich so vom Leben erhoffen und was sie sich für ihre Zukunft wünschen. Nach anfänglicher Unsicherheit haben die Burschen aber bald ihre Träume und Wünsche mit mir geteilt. Es war wundervoll zu sehen, dass sie - obwohl viele der Jungen aus keiner guten Familie kommen, Waisen oder Halbwaisen sind und viele Probleme vor Vimukthi hatten - ihre Träume und Wünsche nicht aufgegeben haben. Einer von meinen Jungs will Polizist werden, ein anderer Ingenieur. Wiederum ein anderer will seine Elektrikerausbildung beenden und seine Familie mit dem erworbenen Geld unterstützen. Wer mich jedoch stark beeindruckt hat, ist S.K.[1]. Er möchte zunächst seine Ausbildung als Mechaniker machen, dann die Open-10th Class absolvieren und danach aufs College gehen, damit er später im Büro arbeiten kann. Dies ist für unsere Jungs ein recht hohes Ziel, aber ich sehe, wie sehr er sich anstrengt, lernt und wissen möchte. Er fragt mich auch öfters für Extrastunden, die ich ihm gerne gebe.

 

Ich merke, dass dieses Projekt eine große und positive Veränderung in den Jungen hervorrufen kann. Ich freue mich zu sehen, dass einige der Jungen über ihre alten Entscheidungen (Schule abbrechen, von zu Hause weglaufen, auf der Straße leben, etc.) nachdenken und reflektieren und für ihre Zukunft einen besseren Weg gehen wollen. Ich bin sehr dankbar, dass dieses Projekt ins Leben gerufen wurde. Ich freue mich schon auf die nächsten 9 Monate.

 

Wenn Sie mich in meiner Arbeit im Projekt unterstützen wollen, dann können sie gerne eine Spende an mich überweisen [Mein Spendenkonto bei JEW DB Aktion Österreich Volontariat*: RLP Tirol 600.024.000, BLZ 36.000; IBAN: AT39 3600 0006 0002 4000; BIC: RZTIAT22; Spendenzweck: 6132 Volontariatsprogramm Tabea Strich; *steuerlich absetzbar].

 

Wenn Sie mir folgen möchten, können Sie gerne meinen Blog besuchen unter https://rike-in-indien.webnode.at/, denn mein Jahr hat erst begonnen.

 

[1] Namen wurden aus privaten Gründen geändert.

Pastoralamt der ED. Wien Referat für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit
Pastoralamt der ED. Wien Referat für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit
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