Sunday 8. December 2019
Evangelium von heute Mt 3,1-12 In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und...
Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
Mk. 1,15
Namenstage Hl. Edith, Elfriede und Sabina, Hl. Konstantin
„Komm, Heiliger Geist! Hilf uns, unseren Egoismus zu überwinden.“
Papst Franziskus

Julia über ihren Einsatz in Nias

Julia, 24, aus Baden, war von August 2016 bis Februar 2017 in Indonesien auf Voltariats-Einsatz. Ihre Einsatzvorbereitung absolvierte sie bei Caritas. Im folgendem Einsatzbericht hat sie ihre Eindrücke und Erlebnisse nach ihrer Rückkehr zu Papier gebracht:

 

Da stehen sie alle, Familie und Freunde, und verabschieden sich bevor ich mich für ein halbes Jahr nach Indonesien auf die kleine Insel Nias begebe. Mit Neugierde, Nervosität und ein bisschen Angst steige ich in den Flieger und bevor ich es überhaupt realisiere, stehe ich wieder an genau dem gleichen Punkt und begrüße meine Lieben am Flughafen in Wien Schwechat. Ein halbes Jahr vergeht viel zu schnell und ich wäre gerne noch länger geblieben. Meine 5 Monate für die Caritas waren aufregend, lustig, traurig und auf jeden Fall sehr anstrengend. Jeden Tag mit einer so anderen Kultur konfrontiert zu sein, ist nicht nur interessant, sondern fordert auch sehr viel Kraft.

 

Nias ist eine kleine Insel in Nordsumatra. Mit fast 650.000 BewohnerInnen auf 7441 m2 ist sie aber auch extrem überbevölkert. Die Hauptstadt ist Gunungsitoli mit etwa 70.000 EinwohnerInnen. Die Region erlangte traurige Berühmtheit als sie 2004 von einem Tsunami und einige Monate daraufvon einem Erdbeben erschüttert wurde. Viele Menschen verloren dabei ihr Leben. Seit dieser Zeit liegt sie aber im Fokus vieler NGO’s, die einiges geleistet haben. Spendengelder ermöglichten der Insel eine Entwicklung, die sie sonst nicht widerfahren hätte. Infrastruktur wurde neu errichtet, Kinder können in die Schule gehen, wo vorher keine war, Ärztezentrum ermöglichen eine gute gesundheitliche Versorgung. Oft hört man Bewohnerinnen sagen, dass sie sogar dankbar für das Erdbeben sind.

 

© Julia Hacker

Meinen Alltag verbrachte ich mit 34 Kindern in einem Kinderheim und 9 Stunden am Tag war ich im Büro der Caritas. Die Arbeit war sehr unstrukturiert und deshalb organisierte ich mir meine eigenen Projekte. Gleich nach der Ankunft in Nias erkannte ich viele Probleme, bei deren Lösung ich gernemithelfen wollte. Die Caritas kümmert sich vor allem um die Bildung Jugendlicher und die Unterstützung ärmlicher BewohnerInnen der Insel. Mehrmals im Monat fuhr ich mit meinem Mopedin abgelegene Dörfer, wo wir gemeinsam kochten und ich mit den Kindern Englisch oder Mathematik lernte. Im Büro setzte ich mich mit Katastrophenschutz und Risk-Management auseinander. Nach der Arbeit warteten die Kinder schon sehnsüchtigst auf mich und überschütteten mich Liebe :) Die Schwestern und Praktikantinnen versorgten mich mit leckerem Essen und am Abend wurde gemeinsam gebetet. Danach spielte ich mit den Kindern oder wir schauten gemeinsam indische Bollywood-Serien.

 

Meine Sprachkenntnisse konnte ich sehr schnell verbessern, mit Englisch konnten die Einheimischen nicht viel anfangen. Sehr prägend war auch der offensichtliche Unterschied meines Aussehens, das immer wieder die Aufmerksamkeit auf mich lenkte. Meine weiße Hautfarbe und große Nase machten es unmöglich, unbemerkt durch die Straßen zu spazieren. Mit ein paar Worten Indonesisch konnte ich eine ganze Menschenmenge unterhalten, die mich amüsiert begutachteten.

 

© Julia Hacker

Wie fasse ich diese 5 Monate am besten zusammen? Die Erlebnisse hätten unterschiedlicher nicht sein können: Von Surfstunden am kilometerlangen Strand in Nord-Nias bis zu einem Pfarrer, der auf der Suche nach einer Kakerlake meine Unterwäsche nacheinander aus meinem Rucksack herausholt (eine saugroße, saugrausliche Monsterkakerlake!!). Spritztouren durch Gunungsitoli, ein warmes Bier mit lieben Freunden am Strand, ein Ukulelekonzert vor Surfern in Sorake, eine Selfietour mit der Schwester durch Kuala Lumpur, einfach die beste Zeit meines bisherigenLebens, wenn man das so sagen kann.

Pastoralamt der ED. Wien Referat für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit
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