Liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder höre ich die Klage aus einigen Gemeinden: Wir finden keine oder nur sehr schwer Organistinnen und Organisten für die musikalische Mitgestaltung unserer Gottesdienste. Oder aus einigen Chören: Wir sind überaltert und finden keinen Nachwuchs mehr. Ähnliches gilt für andere musikalische Dienste.
Die Jungen würden sich nicht mehr für Kirchenmusik interessieren - das ist meiner Erfahrung nach allerdings ein Fehlschluss. Vieles deutet in eine andere Richtung: diverse Initiativen (z.B. Kinder-Orgeltag Klosterneuburg), das anhaltende Interesse für die Lehrgänge an unserem Diözesankonservatorium, die jungen Chorsänger/innen und das überaus junge Publikum bei unserem letzten geistlichen Chorkonzert in der Veranstaltungsreihe "Vocumenta", die Einschätzungen eines jungen Kirchenmusikstudenten (Interview mit Götz Bienert), kirchenmusikalische Forbildungsveranstaltungen (auch in diesem Sommer) ...
Letztlich geht es auch im Bereich der Kirchenmusik genau um das, worum unsere Erzdiözese in ihrem Leitbildprozess ringt: um Fragen der Qualität, der gegenseitigen Wertschätzung, der Willkommenskultur usw. Ein triviales Beispiel: eine Gemeinde, die es nicht zulässt, dass angehende Organist/innen auch manchmal an ihrem Instrument in der Kirche üben dürfen, braucht sich nicht wundern, dass sie irgenwann ohne Orgelbegleitung bei den Gottesdiensten dasteht.
Viel Freude beim Lesen und einen guten Sommer (zwischendurch auch eine echte Sommerfrische) wünscht
Daniel Mair