Donnerstag 21. September 2017

Jahresthema
österreichweit 2017/18

Wir nehmen Abschied von Edith Bittner (29.8.1923 - 9.8.2017)

Edith Bittner war eine der wichtigen Frauen der Katholischen Frauenbewegung Wien und hat den Weg unserer Organisation entscheidend mitgeprägt:

Als Vikariatsleiterin (1986-1989), als Leiterin des Vikariatsausschusses der KA Wien Stadt, als Referentin für Selbstbewusstseins-Seminare und  Glaubensgespräche, sowie als Pfarr- und Dekanatsleiterin in Floridsdorf. Bei der Gründung der Beratungsstelle Tamar sowie der Kontaktstelle für Alleinerziehende war sie zusammen mit Hedi Gründler maßgeblich beteiligt. Ediths kompetente und bescheidene Art hat bewirkt, dass auch jüngere Frauen in der kfb mitgearbeitet haben. Für viele war dank ihr die kfb – in innerkirchlich turbulenten Zeiten – kirchliche Heimat. Ihr Engagement in der kfb konnte sie auch an die nächste Generation weiter gegeben: ihre Tochter, Anni Van den Nest, ist Diözesanreferentin der kfb Wien. Liebe Edith, wir verdanken dir sehr viel – du wirst uns unvergessen bleiben.

Traude Novy


Statement Edith Bittner aus der Festschrift zum 60-Jahr-Jubiläum der kfb Wien (S. 79f)

Als frühere Jugendführerin habe ich gerne eine Mütterrunde in der Pfarre übernommen. Es ging dabei meist um Erziehungsfragen und Eheprobleme. Frauen sollten bessere Mütter, bessere Ehefrauen und bessere Christinnen werden. Unmerklich erst, dann aber immer deutlicher spürbar, genügte uns dies alles nicht mehr. Es kam uns zum Bewusstsein, dass wir bei all dem DA-Sein für Familie und Pfarre selbst auf der Strecke blieben. Wir entdeckten uns zunehmend als eigenständige, von Gott gewollte Menschen. Wir lernten selbstbewusst unsere Meinung zu sagen, wir lernten die Welt mit unseren weiblichen Augen sehen. Die Selbstbewusstseins-Seminare fanden zunehmend Zulauf. Neben all diesen Aufbrüchen besteht aber manches Bewährte weiter. Es ist eine der Aufgaben der kfb, Platz für Altes zu haben und gleichzeitig Raum für Neues zu schaffen. Gerade in der Vielfalt und Auseinandersetzung liegt eine große Chance. Die kfb hat ein anderes Image bekommen. Wir haben die alte Vorstellung, dass wir ein Verein für ganz fromme, ganz brave und angepasste Frauen sind, abgeschüttelt und mancher Pfarrer weiß ein Lied davon zu singen. Er und die Kirche haben vielleicht gehorsame, immer bereite Schäflein verloren, dafür aber verantwortungsbewusste, nicht weniger einsatzfreudige, aber nicht immer mit dem Kopf nickende Partnerinnen gewonnen.


Edith Bittner – Dekanat Wien 21; Vikariatsleiterin

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„Die Politik muss in die Kirchen kommen“

Kfb-Reise auf den Spuren von Dorothee Sölle

[05.09.2017]

 

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