Wednesday 3. June 2020
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5 Jahre Laudato Si !

Bischof Franz-Josef Overbeck zum fünften Jahrestag
der Veröffentlichung der Enzyklika Laudato si’

 

Vor fünf Jahren, am 24. Mai 2015, hat Papst Franziskus seine Enzyklika Laudato si’ vorgelegt. Dazu erklärt Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz:

 

„Die Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si’ ist ein Meilenstein der katholischen Soziallehre. Das zeigt allein schon die große Resonanz, die die Schrift auch außerhalb kirchlicher Kreise erzeugt hat. Die Enzyklika ist durchdrungen von dem Grundgedanken, dass Ökologie und Soziales zusammengedacht werden müssen: Die Sorge für die Menschen und der Schutz der Ökosysteme sind untrennbar miteinander verbunden.

In ihrer Gesamtheit ist Laudato si’ ein Appell, unser Leben und Wirtschaften am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. Dazu gehört es auch, die Lebensstile anzupassen, damit der Mensch wieder im Einklang mit der Schöpfung und mit sich selbst lebt. Papst Franziskus macht es ganz deutlich: Wir stehen vor großen Aufgaben und müssen vieles ändern, damit die Menschheit und die ganze Schöpfung auch in Zukunft gut auf diesem Planeten leben kann. Erst im Februar dieses Jahres hat der Papst diese Botschaft mit seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Querida Amazonia am Beispiel des Amazonas-Gebietes erneuert und insbesondere seinen wegweisenden Überlegungen zum Sozialen, zur Kultur und zur Ökologie Nachdruck verliehen.

 

Laudato si’ kann uns auch in der gegenwärtigen Krisenzeit und darüber hinaus ein hilfreicher Kompass sein. Der Vatikan hat ein „Laudato-Si-Jahr“ ausgerufen, um die Botschaft der Enzyklika erneut in Erinnerung zu bringen und für heute fruchtbar werden zu lassen.

 

Wenn in Deutschland und der Welt die Wirtschaft und das öffentliche Leben in der Corona-Krise wieder in Schwung gebracht werden, sollten Maßnahmen an erster Stelle stehen, die auf eine klima- und umweltfreundliche Zukunft ausgerichtet und sozial ausgewogen sind.

 

Gehen wir mutig nach vorne! Die Armen und Schwachen, die am stärksten unter der Krise leiden, brauchen unsere Aufmerksamkeit nun ganz besonders. Jenseits von Partikularinteressen stehen alle in der Verantwortung, für unser gemeinsames Haus Sorge zu tragen.

 

Das gilt auch für die Kirche – wir nehmen Anteil an den großen Fragen unserer Zeit, an Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen. Erst recht in schwierigen Zeiten dürfen wir bei unserem Einsatz für soziale Gerechtigkeit die Zuversicht nicht verlieren, die auch Laudato si’ durchzieht und die Papst Franziskus immer wieder in uns weckt.


 Pressemitteilung der deutschen Bischofskonferenz

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