Monday 3. August 2020
Aktuelles
Urlaub - einmal anders!
Im Juli 2020 fanden sich 19 Freiwillige in...

Strom vom Kindergartendach
Anfang Juli 2020 war es endlich so weit in...

Schöpfungszeit: Radl in die Kirche
Wir RADLn in die KircheIm Rahmen von...

Urlaub - einmal anders!

Im Juli 2020 fanden sich 19 Freiwillige in St. Nikolai im Sölktal zusammen, um Schwendarbeit und somit einen wichtigen Beitrag zur heimischen Landwirtschaft zu leisten. Darunter Elisabeth Wanek, welche in Wien Theologie studiert. Der Träger des Projektes ist der Österr. Alpenverein.

Im Rahmen dieses Projektes verbrachten die Teilnehmer/innen eine Woche in der grünen Mark. In St. Nikolai trafen die ehrenamtlichen Helfer/innen zusammen. Den einwöchigen Urlaub tauschten sie gegen einen Freiwilligeneinsatz. Dies zeugt von besonderer Verbundenheit von Mensch und Natur. Papst Franziskus betont auch diese Verbundenheit in seiner Umweltenzyklika „Laudato si“: „Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist.“ Die Sorge um das gemeinsame Haus ist für Elisabeth als angehende Theologin ein besonderer Weckruf gewesen, sich für den Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen. Seitdem ist sie darüber hinaus in der Vernetzungsgruppe „Religions for future“ tätig. Durch Recherche ist Elisabeth auf das Bergwaldprojekt des Alpenvereins gestoßen. Es ist ein Mehrgenerationen-Projekt. Die jüngsten Teilnehmerinnen sind 8 Jahre alt. Im Laufe dieser Woche hattben die Teilnehmer/innen zusätzlich die Möglichkeit einen Einblick in den Lebensraum Wald und Wasser zu gewinnen. Zehn Wasserfälle und 23 Bergseen befinden sich im Naturpark, der Wasserreichtum ist ein besonderes Merkmal dieser Gegend. Sölk ist nämlich ein früherer Ausdruck für „fließendes Wasser“. Nach einer Einführung in die Almwirtschaft arbeiteten die Teilnehmer/innen nicht nur mit, sondern erhielten auch Informationen über das Leben auf der Alm, über die Tiere und Pflanzen, welche hier leben. Die Intentionen der Teilnehmer/innen sind daher nicht nur die Natur zu schützen, sondern auch selbst mehr über die Umwelt in Erfahrung zu bringen. Dadurch ist dieses Projekt speziell für Stadtbewohner/innen ein Erlebnis. Die Landschaft zu genießen war daher ein wichtiger Part für Elisabeth, sie erzählt: „Durch
die Zeit in der Natur fühle ich mich Gott besonders nahe. Ich erkenne diesen Reichtum - es ist wahrlich ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Daher ist die Bewahrung der Schöpfung so bedeutend. Wir sollen die Erde hegen, pflegen und verwalten, nicht ausbeuten und beherrschen.“ Wo sie das versucht zu verwirklichen sind die Winkler- und die Bräualm. Achtzehn Erwachsene und Kinder halfen hierbei mit, die Alm zu erhalten, indem sie Grünerlen, Äste und Steine entfernen. Dadurch wurde Weideland gewonnen und die Qualität der Futterflächen verbessert. Die kräuterreichen Wiesen sind eine gute Voraussetzung für die Milchwirtschaft, insbesondere für die Herstellung des berühmten „Ennstaler Steirerkas“.
Dieses Projekt zieht zudem großes öffentliches Interesse auf sich, wie das Pressegespräch zeigte. Mit dabei war der Bürgermeister der Gemeinde Sölk, Hans Schwab. Er betonte, wie wichtig es ist, in einer klein strukturierten Landwirtschaft Unterstützung zu erhalten, da die Almen von kleineren Familien betreut werden und die Arbeit manuell durchgeführt wird. Weiters präsent war der Alminspektor Franz Bergler, welcher erklärte, dass es von großer Bedeutung ist, den Kindern und Jugendlichen ein Verständnis von der Almwirtschaft mitzugeben. Das spielerische Erlernen im Almraum ist dabei ein bedeutender Aspekt, so Bergler. Außerdem erschien die Landtagsklubobfrau der Grünen und Öko-Aktivistin Sandra Krautwaschl, Landtagsabgeordnete Veronika Nitsche und Landtagsabgeordneter Alexander Pinter. Sandra Krautwaschl, welche ebenfalls Mitglied beim Alpenverein ist, erinnerte sich an Kinder- und Jugendwochen, wo sie selbst dabei gewesen ist, daher ist es ihr ein Anliegen die Verbundenheit zur Natur von klein auf zu stärken. „Die Klima- und Artenvielfaltskrisen sind nur dann zu bewältigen, wenn wir uns als Teil der Natur wahrnehmen“, sprach Sandra Krautwaschl. Darüber hinaus sandte Markus Gerhartinger, der Sprecher der kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs und Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien eine Videobotschaft. Er bezog sich in seinen Worten auf die Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, wo auch die Artenvielfalt thematisiert wird - jede Art hat ihren Eigenwert, vielen Tiere und Pflanzen werden wir nicht mehr erleben können. Gerhartinger lobte das Engagement gegen Umweltzerstörung und den Einsatz für die Verbundenheit der Menschen mit der Natur, dies sollte ein Anliegen auf der ganzen Welt sein. Dies unterstricht, dass Umweltschutz, nicht nur ein Anliegen und die Aufgabe Einzelner ist. Es braucht Politik, Religionen und Institutionen wie den Alpenverein, welche sich dem Erhalt unserer Mutter Erde verschreiben.

Gerne informieren wir Sie über aktuelle Umwelt-Themen. 

Umweltbüro
Stephansplatz 6/3/5/536
1010 Wien

E-Mail schreiben
Datenschutzerklärung
Display: Standard - Mobile