Saturday 2. July 2022

WELTTAG DER KRANKEN

Papst Franziskus zum 11. Februar 2022: "Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist. Auf dem Weg der Nächstenliebe an der Seite der Leidenden". Weihbischof Scharl feiert am Freitag gemeinsam mit Seelsorgenden um 18 Uhr die Hl. Messe mit Krankensalbung und -segnung.

Der katholische Welttag der Kranken am 11. Februar wird in diesem Jahr zum 30. Mal begangen. Er steht 2022 unter dem Motto: "Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist. Auf dem Weg der Nächstenliebe an der Seite der Leidenden". Der Tag geht auf eine Initiative Papst Johannes Paulus II. zurück. Der Aktionstag soll für mehr kirchliche und allgemein gesellschaftliche Aufmerksamkeit  sorgen. Sowohl für kranke Menschen, als auch für das medizinische und  andere Kranken Menschen begleitende Berufsgruppen.

 

Papst Franziskus schreibt in seiner heurigen Botschaft:

„Patienten sind immer wichtiger als ihre Krankheiten.“ Weiter betont der Papst, dass zusammen mit dem medizinischem Fortschritt, es genauso wichtig ist dem Patienten zuzuhören, seine Geschichte, Ängste und Sorgen ernst zu nehmen.

Genau zu diesem Aspekt der Begleitung von kranken Menschen gehört auch die Seelsorge. Auch wenn konfessionell zugeordnet,  sind diese speziell  ausgebildete Frauen und Männer  für alle kranken  Menschen in Spitälern, Kliniken, Hospizen, Pflege oder Seniorheimen, ein wichtiger, oft vernetzender Teil des Betreuungssystems. Zusammen mit anderen Mitarbeitenden im Gesundheits-und Pflegebereich fordert der Papst in seiner Botschaft dazu auf, sich nach dem Beispiel Jesu um Barmherzigkeit den Menschen gegenüber zu bemühen. "Seid euch der großen Würde eures Berufes bewusst, aber auch der Verantwortung, die er mit sich bringt", so Franziskus.

 

 

Wer ist der Kranke? 

Auch vor der Corona Zeit, haben sich Menschen unterschiedlich zum Thema-Krankheit/Gesundheit positioniert. Meistens ist der Begriff „krank zu sein“ mit der Vorstellung  von einer akuten außerordentlichen Situation, manchmal auch mit einem Aufenthalt im Spital assoziiert. Viele Menschen leben mit verschiedenen chronischen Krankheiten und fühlen sich trotzdem nicht krank. Genauso die Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Wir sagen dann auch manche Menschen leben mit Diabetes, Krebs, Morbus Crohn, Multipler Sklerose oder Demenz. Diese Menschen erleben sich selber  (außer in eine akute Phase) nicht als kranke Menschen oder werden von anderen Menschen nicht als krank wahrgenommen, sondern leben in einem bestimmten Zustand.

 

 

Was brauchen die Kranken? 

Trotz der Verschiedenheit  des Wahrnehmens dieses Begriffs erleben wir  im Laufe des Lebens einen Zustand der Krankheit. Dieser beeinflusst dann unser Leben, je nachdem wie OLYMPUS DIGITAL CAMERA         stark oder ernsthaft die Diagnose lautet. Unsere Verletzlichkeit ist angesprochen, die  Grenzen sind vielleicht überschreiten, es kann die  Isolations-, Verlassenheits- oder Ohnmachts-Gefühl vorhanden sein.

 

In solchen Lebens-Situationen brauchen wir besonders die Solidarität der anderen. Wie soll das geschehen?  Am besten so, dass die gebrechlichen oder kranken Menschen selber äußern was sie brauchen, um die Situationen zu vermeiden, dass sie auch aufgrund des errichteten Schutzes nicht mehr ihre eigene Autonomie leben können.

 

Ist Gesundheit alles?

In den letzten zwei Jahren  hat sich ein sogenannter  Corona Gruß „Bleib gesund“ etabliert. Auch wenn damit ein guter Wunsch in diesen unguten Zeiten vermittelt wurde, bestätigt dies nochmal,  dass  Gesundheit hoch geschrieben ist. Krankheit ist ganz legitim und menschlich gesehen nicht erwünscht und deswegen auch am besten zu vermeiden. Genauso wie das Versterben oder der Tod. Alles unangenehm, alles unnötig. Auch wenn oft zu hören ist, dass das alles auch zum Leben gehört. Vielleicht ist der Zeitpunkt wirklich passend um sich zu fragen: Glaube ich, dass Leiden, Sterben und Tod auch zum Leben gehören?  Beginnen wir vielleicht mit einem kleinen Perspektivenwechsel. Überlegen wir: Was können wir uns und anderen Menschen Gutes wünschen, außer Gesundheit? Und vor allem was brauchen wir und die Menschen in unserer Umgebung allgemein und besonders, wenn wir krank sind?

 

Seelsorge -Tradition der Kirche in der zeitgenössischen Gesellschaft

Die katholische Kirche hat eine lange Tradition von Sakramenten und Ritualen  für die kranken Menschen. Auch in der Bibel kommen viele Heilungsgeschichten vor. Diese Geschichten sind auch eine Herausforderung zum Interpretieren. Menschen die krank sind kommen mit verschiedenen Lebensgeschichten und -erfahrungen in das Krankenhaus und wünschen sich eine individuelle und ganzheitliche Begleitung. Unabhängig von ihren Lebenseinstellungen, ihrer Konfession oder ihren sozialen Umständen. Sie haben oft  Familienangehörige und Freunde, welche auch Unterstützung brauchen. Für all das könnte die Seelsorge im Krankenhaus Hilfe und Unterstützung sein. 

 

Mag. Anamarija Sobocanec Sostaric
Öffentlichkeitsarbeit Krankenhaus und Pflegeheimseelsorge

Fachreferentin Seelsorge für intellektuelle und mehrfache Behinderung

 

  

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Seelsorge in Krankenhäusern und Pflegeheimen in Wien
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