Tuesday 2. March 2021

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Geistliche Gedanken, die die Seele nähren

 

von P. Thomas Gertler SJ

Impuls der Woche

 

Das "Thementeam Spiritualität" ist Teil des Bereichs "Berufungs-pastoral - Erwachsenen-katechumenat - Spiritualität" (vormals "Referat für Spiritualität" bzw. "Förderung Geistlichen Lebens").

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Petrus Canisius Kupferstich Dominicus Custos_Wikicommons

 

 

Petrus Canisius in Wien (1552-56)

 

Jahrhundertelang war der Name des Heiligen mit dem kleinen Katechismus, dem "Canisi", verbunden.  Die Jahre 1552-1556 verbrachte Petrus Canisius SJ in Wien, wo er sogar Bischof werden sollte.
Lesen Sie, in welcher Zeit er lebte und warum es nicht zu seiner Bischofsweihe  kam ...

 

Die Situation, in die die ersten Jesuiten in Wien (1551) und im folgenden Jahr auch Canisius hineingerieten, war mehr als desolat: Seit 20 Jahren keine Priesterweihe mehr. - Die Theologische Fakultät an der Universität praktisch nicht mehr existent. - Die Jesuiten suchen sie wieder zu beleben, halten theologische Vorlesungen, jedoch nur für 10 Hörer. Dazu: in der Stadt und auf dem Land wird lutherisch gepredigt - denn es gibt noch keine klare Scheidung der „Konfessionen”, vielmehr geht alles ineinander über, was aber faktisch einen eindeutigen Sog zum Protestantismus hin bedeutet: die Lutheraner, so heißt es, wissen, was sie glauben, die Katholiken wissen es nicht...

 

 

              Weshalb kam Petrus Canisius überhaupt nach Wien? König Ferdinand wünschte ihn, damit er ein „Handbuch der christlichen Lehre” verfasste. Denn das war es, was man brauchte: eine allgemein verständliche und doch höheren intellektuellen Ansprüchen genügende Darlegung, was eigentlich katholische Lehre ist. Denn die Lutheraner hatten bereits ihren „Katechismus“, die Katholiken aber noch nicht. Canisius fühlte sich damit zunächst überfordert: zu vielfältig und diffus waren die Erwartungen an ein solches Buch (für Priester? für gebildete Laien? für einfache Leute?). Sein Herz war beim Einsatz für die Armen, die Kranken und Gefangenen: sie besuchte er in den Hospitälern und Gefängnissen, half ihnen auch leiblich durch Essen und Kleidung, und dann vor allem seelsorglich. Im Jahr 1552, als er kam, wütete auch die Pest in Wien. Die Behörden verhängten den Lockdown, schlossen zeitweise alle Schulen und auch die Universität. Canisius suchte ohne Rücksicht auf das eigene Leben den Pestkranken beizustehen, besuchte sie und spendete ihnen den letzten Trost. Vielfältig waren seine Aktivitäten, aber alles war mühsam, noch kein Licht am Ende des Tunnels: Er las an der Universität über den Römerbrief, ein hochaktuelles Thema, weil die ganze Theologie Luthers daran hing, aber auch nur vor einer Hand-voll Hörer; er predigte viel, aber er wurde überall als „Papist” verschrien. „Ich werde jetzt als der Hauptfeind der Lutheraner angesehen und durch Schmähschriften in ganz Österreich verleumdet” - so schreibt er 1555 an den Generaloberen Ignatius in Rom.

 

 

              Dafür sollte er 1554 Bischof von Wien werden. Sowohl König Ferdinand wie der Nuntius setzten sich in Rom mit allen Kräften für ihn ein. Canisius widersetzte sich ebenso mit allen Kräften: dies war nicht seine Berufung und hätte seiner Glaubwürdigkeit den Todesstoß versetzt. Am Ende gab König Ferdinand nach. Nicht jedoch konnte Canisius verhindern, dass er für ein Jahr zum „Apostolischen Administrator“, also zum vorläufigen Verwalter des Bistums, bestellt wurde.

 

 

              Das geschichtlich epochemachendste Werk jedoch, das Canisius in Wien vollbrachte, wenn auch zunächst widerstrebend, war sein Katechismus. Er erschien auf Latein und war zunächst für die Studenten höherer Schulen bestimmt. Später erschienen weitere Anpassungen. Natürlich war er inhaltlich klar „anti-reformatorisch”: er stellte in allen Kontroversfragen die katholische Position ohne Kompromisse dar. Aber er war unpolemisch: Angriffe gegen die Reformatoren finden sich in ihm nicht, noch nicht einmal der Name Luthers kommt vor.

 

 

              Eine „Trendwende” zeichnete sich noch lange nicht ab. Es war die Zeit des „Säens unter Tränen“, noch nicht der Ernte. Aber solche zunächst unscheinbaren Anfänge pflegen es zu sein, aus denen das Reich Gottes immer wieder wächst (Mk 4,30-32).

 

 

              Und Canisius nahm 1556 Abschied von Wien, weil er nun in Prag für die Gründung eines Kollegs benötigt wurde.

 

P. Klaus Schatz SJ

 

 

Neuer Exerzitien-im-Alltag-Behelf erschienen: inspiriert von Petrus Canisius

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