Saturday 2. July 2022
Hands of couple reaching for each other

WER SCHNELL HILFT, HILFT DOPPELT!

 

FÜR UNSERE ARBEIT FÜR ALLEINERZIEHENDE; FÜR DIE SEELSORGE IN KRANKENHÄUSERN UND PFLEGEHEIMEN, FÜR DIE TELEFONSEELSORGE. 

 

DANKE FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG!

IN DER KRISE EIN OFFENES OHR FÜR SIE!

 

TELEFONISCHE UND VIDEO-BERATUNG, ONLINE UND CHAT 

WIE DEM TODESWUNSCH BEGEGNEN?

„Wunsch nach assistiertem Suizid - wie dem begegnen?“. Ein Rückblick auf das Symposium für SeelsorgerInnen am 1. Februar 2022.

 

Statt im Kardinal König Haus hat das ganztätige Symposium mit Workshops für TelefonseelsorgerInnen, evangelische und katholische Krankenhaus- und PflegeheimseelsorgerInnen, ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Seniorenpastoral und Priester der Erzdiözese Wien online stattgefunden. Organisiert wurde dieses von der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien, auf Initiative des Fachbereichs Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge  zusammen mit der Telefonseelsorge, Seniorenpastoral und Caritas der Erzdiözese Wien.

 


 

Renommierte Experten online

Vortragende aus den Bereichen Gesundheitsrecht, Theologie, Hospiz und palliative Forschung, katholische und evangelische medizinische und angewandte Ethik haben für einen sehr informativen und interessanten Tag mit circa 230 aktiven TeilnehmerInnen gesorgt. Religion und Ethik Moderatorin  Dr. Maria Harmer vom ORF war eine durchgehende Stimme, die den vielen Tönen einen zusammenfassenden Klang gab.

 

Am Anfang hat Weihbischof Dr. Franz Scharl Grußworte und einen Impuls für den Tag gegeben. Über die rechtlichen Grundlagen für assistierten Suizid hat Dr. Michael Halmich, Jurist und Ethikberater im Gesundheitswesen berichtet. Die Problematik und Kriterien für eine ethische Entscheidungsfindung hat Prof. Dr. Andreas Heller vom Zentrum für interdisziplinäre Alterns-und Care Forschung der Universität Graz in seinem Vortrag genauer unter die Lupe genommen. Das Nachmittagsprogramm wurde für zwei Impulsreferate reserviert.  Moraltheologe Dr. Johann Platzer, Lecturer für Ethik in der Medizin an der Karl-Franzens-Universität Graz hat über die Position der Katholischen Kirche zum Thema assistierter Suizid gesprochen. Das zweite Referat unter dem Titel „Die Position der evangelischen Kirche“ hat Dr. Ulrich H. J. Körtner, Ordinarius für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien übernommen. Nach der Möglichkeit sich in fünf verschiedenen Gruppen im Workshop zu beteiligen, hat schließlich ein Plenum am Ende des Programms stattgefunden.  

 


 

Fragen aus der Praxis

Viele Fragen wurden zu diesem hochsensiblen Thema und seit kurzem verfassungsrechtlich legalen Möglichkeit gestellt:

 

"Wie wird denn die "eigene Handlung" dokumentiert?“; 

 

„Muss nicht auch medizinisches Personal da sein, wenn ein intravenöser Zugang gelegt wird?“

 

„Wenn die Einnahme in privatem Rahmen geschieht - wie kann die eigene Handlung überprüft werden? gibt es hier Vorgaben?“;

 

Dürfte eine Pflegeeinrichtung einen "Pflegevertrag" abschließen, in dem sie den Verzicht auf das Recht auf ungestörten, assistierten Suizid als Bedingung der Aufnahme fordert?“

 

Große Fragen für den Alltag der SeelsorgerInnen:

Kann das Handhalten des Seelsorgers während des Sterbens nicht als eine passive Unterstützung bzw. Billigung des Wunsches nach Suizidbeihilfe gedeutet werden?

 

Wie wird sich die Kirche als Arbeitgeber dazu stellen?

 


 

"Nicht aus dem Staub machen..."

Die Ambivalenz zwischen „Seelsorge soll sich nicht aktiv an der Selbsttötung beteiligen, aber auch den Menschen nicht alleine lassen“ ist schnell in der Diskussion klar geworden und hat das große Dilemma zwischen dem kirchlichen “Nein” zum assistierten Suizid und der pastoralen Begleitung der PatientInnen aufgezeigt.

 

Der Wunsch für eine ethische Entscheidungsfindung, damit die SeelsorgerInnen einen Weg aus dem Dilemma „Arbeitgeberin Kirche, moraltheologische Vorgaben und zugleich menschlich-solidarisches Da-Sein bis zuletzt als Zeichen der Barmherzigkeit und Liebe“ finden, hat sich deutlich gezeigt. Dafür wird es noch weitere Gespräche, Erfahrungen aus der Praxis und Weiterbildungen brauchen. Es ist wichtig, nicht nur wie beim Symposium, ins Gespräch zu kommen, besonders wenn die Kluft zwischen Theorie und Praxis mit neuen Gesetzmöglichkeiten auseinander stehen. Ein wichtiges gesellschaftliches Thema nicht nur bezüglich Suizid, sondern viel komplexer über die Debatte über Gottvertrauen im irdischen Da-Sein und Glaube als Lebenserfahrung innerhalb der Kirche hat sich klar gezeigt.

 


 

Allgemein sind die Themen wie Vereinsamung, Autonomie und Solidarität auch als Aufgabe von Politik und Gesellschaft weiter zu diskutieren.

 

Mag. Anamarija Sobocanec Sostaric

Mag.  Ursula Stefan

 

DIE KATEGORIALE SEELSORGE

IM PORTRÄT

Kategoriale Seelsorge der ED. Wien
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1010 Wien

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