Thursday 11. August 2022

 

Wir sind für Dich da!

Du erreichst uns unter +43 (1) 51552 - 3393 oder junge.kirche@edw.or.at

 

Falls du bei uns persönlich vorbeikommen möchtest, bitten wir dich einen Termin dafür mit uns zu vereinbaren. 

Kinderliturgie-Newsletter

Für Kinder in der Gemeinde Liturgie zu gestalten, das ist vielen Menschen in der Erzdiözese Wien ein Anliegen. Zur Unterstützung gibt es ab sofort den Kinderliturgie-Newsletter, der einmal im Monat für den darauf folgenden Monat Gestaltungsvorschläge für die einzelnen Sonntage, Musiktipps und die Evangelien in kindgerechter Sprache enthält.

Wir freuen uns auch auf Ihre Rückmeldungen unter kinderliturgie@edw.or.at

 

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Dezember 2020

6. 12. 2020: 2. Adventsonntag B

Heute ist nicht nur der 2. Adventsonntag, sondern auch das Fest eines ganz besonderen Heiligen, des Hl. Nikolaus. Nikolaus ist der Schutzpatron der Kinder und lebte vor vielen hundert Jahren. Er erzählte den Menschen von Gott, brachte Freude und Licht in ihr Leben und tat ihnen Gutes. Darum erinnern wir uns gerne an ihn und wollen ihn zum Vorbild nehmen. Er war ein Wegbereiter für Jesus, eine Stimme für Gott, genau so wie Johannes der Täufer, von dem wir im Evangelium hören. Johannes wollte, dass die Menschen sich bereit machen für den Sohn Gottes—unseren Retter und Erlöser.

 

8. 12. 2020: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria B

Wir feiern am Hochfest „Mariä Empfängnis“ den Beginn des Lebens Marias selbst, nicht die „Verkündigung“, dass sie Jesus gebären wird (von der wir heute aber trotzdem im Evangelium hören). Wir feiern, dass Maria eine wichtige Person war, die eine besondere Aufgabe hatte, nämlich die Mutter des Gottessohnes zu sein, um so am Heilsplan Gottes mitzuwirken. Das hatte Gott von Beginn ihres Lebens an mit ihr vor. Auch für jede und jeden von uns hat Gott einen ganz besonderen Auftrag. Das Vertrauen Marias ist für uns eine Einladung, uns ganz auf unsere eigene Berufung einzulassen und Ja dazu zu sagen.

 

13. 12. 2020: 3. Adventsonntag B

Der 3. Adventsonntag wird auch als Gaudete-Sonntag bezeichnet und bringt im Besonderen die Vorfreude auf Weihnachten zum Ausdruck. Wir gedenken am 13. Dezember auch der Heiligen Luzia. Sie lebte vor vielen hundert Jahren in Italien. Ihre Eltern waren reich. Luzia beschloss, als Christin zu leben und mit ihrem Geld armen Menschen zu helfen. Da Christen damals verfolgt wurden und sich verstecken mussten, brachte Luzia heimlich und im Dunkeln Lebensmittel zu den Menschen. Um die Hände frei zu haben, trug sie einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Deshalb wird sie auch Lichtbringerin genannt. Im Evangelium hören wir auch heute wieder von einer der wichtigsten Gestalten im Advent, Johannes.

 

20. 12. 2020: 4. Adventsonntag B

Wir stehen kurz vor dem Weihnachtsfest, erwarten es voller Freude. Wir hören heute noch einmal das Evangelium der „Verkündigung der Geburt Jesu“. Erwartung und Freude soll es an diesem 4. Adventsonntag auch ausdrücken—der Messias ist im Kommen! Bereiten wir uns wie seine Mutter Maria darauf vor, damit er auch bei und in uns ankommen kann!

 

24. 12. 2020: Weihnachten – Hl. Abend B

Es ist Weihnachten—auch wenn in diesem Jahr anders als wir es gewohnt sind. Für Maria und Josef war die Geburt ihres Kindes vielleicht auch ganz anders als erwartet.

Die Zusage, dass Gott Mensch geworden ist, gilt immer, besonders auch in dunklen und schwierigen Zeiten! Er wird auch unser Leben erhellen—nehmen wir dieses Licht auf und lassen es ein bei uns, bei unseren Familien und FreundInnen. Vergessen wir nicht auf diejenigen, die heuer nicht gemeinsam in der Kirche feiern können! Feiern wir das „Fest der Liebe“ mit Abstand aber dafür mit mehr Herz und Mitmenschlichkeit!

 

27. 12. 2020: 1. Sonntag nach Weihnachten B

Heute begegnen uns im Evangelium zwei Prophetengestalten: Simeon und Hanna. Maria und Josef kommen mit Jesus in den Tempel, wo sie ein Opfer darbringen und dem „Volk Gottes des Alten Bundes“, vertreten durch Simeon und Hanna, begegnen. Sowohl Simeon als auch Hanna erkennen in dem kleinen Kind ihre Hoffnung auf den Messias erfüllt, nun nachdem sie ein Leben lang darauf gewartet hatten. Dieses Kind ist der Messias!

Jänner 2021

01.01.2021, Neujahr - Hochfest der Gottesmutter Maria

Eine Woche ist es her, dass wir die Botschaft von Jesu Geburt gehört haben: „Heute ist euch der Retter geboren!“ Was an dem Tag vor über 2000 Jahren den Hirten verkündet wurde, wird auch zu uns gesagt. Gott will auch bei uns „heute“ ankommen, will hier unter uns leben. Dieses Weihnachtsereignis ist nicht vorbei, nicht am 1. Jänner, nicht an jedem Tag des neuen Jahres. Im Evangelium hören wir heute noch einmal von der Geburt des Kindes im Stall von Betlehem und davon, dass ihm der Name „Jesus“ gegeben wurde, wie der Engel gesagt hatte. Maria wird extra erwähnt: Sie hat diese Worte und Ereignisse ganz fest im Herz behalten. Wir hören die Botschaft von Weihnachten – aber trifft sie auch unser Herz? Bleibt sie lebendig in uns? Verkünden wir sie weiter? Daran wollen wir auch im neuen Jahr denken.

 

03.01.2021, 2. Sonntag nach Weihnachten

Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns. Im heutigen Evangelium werden wir von Johannes nochmal erinnert: Das Licht kam in die Welt, das Wort „ist Fleisch geworden“. Warum hat sich Gott so klein gemacht? Die Antwort könnte diese sein: wegen mir, aus Liebe zu mir und dir und allen Menschen. Wir glauben daran und sind deshalb „Kinder Gottes“ – uns hat er beschenkt, uns ist er nahe, uns öffnet er den „Himmel“. Es ist gut, sich daran zu erinnern, auch wenn die Feiertage vorbei sind.

 

06.01.2021, Erscheinung des Herrn (Dreikönigstag)

Der heutige Festtag wird auch Epiphanie genannt, das heißt „Erscheinen“.

Epiphanie – Gott erscheint, gibt sich uns zu erkennen – er kommt zu uns im kleinen Kind von Betlehem, aber zeigt sich als Retter, als der, der liebt und verzeiht. Dies gibt allen Menschen Hoffnung, auch denen, die von weit her kommen und auf der Suche sind, wie die Sterndeuter. Aus dem Osten waren sie dem hellen Stern gefolgt und kamen zur Krippe. Auch in uns geschieht Epiphanie – wenn wir einander lieben, wie es Gott tut, wenn wir einander in Liebe begegnen, einander helfen, anlächeln, beschenken, füreinander da sind. So werden wir „neu geboren“.

 

10.01.2021, Taufe des Herrn

Der heutige Sonntag ist Abschluss der Weihnachtszeit. Einige Jahre sind vergangen. Jesus ist herangewachsen, wir begegnen ihm heute am Jordan bei Johannes dem Täufer. Jesus will sich wie so viele andere von ihm taufen lassen. Die Taufe Jesu ist ebenfalls ein Epiphaniegeschehen – Gott offenbart sich, er sendet seinen Heiligen Geist und benennt Jesus als seinen geliebten Sohn. Jesus geht von nun an seinen Weg als Messias in der Öffentlichkeit.

 

17.01.2021, 2. Sonntag im Jahreskreis

Wir sind im Jahreskreis angekommen. Die „Taufe Jesu“ ist das Bindeglied zwischen Weihnachtsfestkreis und Jahreskreis. Jesus ist erwachsen geworden und beginnt sein Leben als Wanderprediger, mit der Zusage, Gottes geliebter Sohn zu sein. Das heutige Evangelium führt uns wieder an den Jordan zu Johannes dem Täufer. Johannes lenkt den Blick auf den vorbeikommenden Jesus und nennt ihn das „Lamm Gottes“. Zwei Männer, Jünger Johannes, stehen dabei und hören es. Sie folgen Jesus, der sie zu sich „nach Hause“ einlädt. In dieser Begegnung erkennen sie ihn als Messias – „Wir haben ihn gefunden!“. Wir hören, dass einer von ihnen (Andreas) gleich sein Erlebnis weiter erzählt und andere Menschen zu Jesus führt (wie seinen Bruder Simon, der von Jesus hier gleich „Petrus/Fels“ genannt wird). Er hat damit eine Bewegung begonnen, deren Teil wir heute noch sind. Diese Berufungsgeschichte hat eine sehr persönliche Note: es geht ums Private, ums Kennenlernen, ums Mitgehen, ums Zusammensein in einer vertrauten Atmosphäre.

 

24.01.2021, 3. Sonntag im Jahreskreis

Der 3. Sonntag im Jahreskreis wurde von Papst Franziskus weltweit als „Sonntag des Wortes Gottes“ (Bibelsonntag) ausgerufen, um die Verkündigung des Wortes Gottes zu stärken. Hören wir heute achtsam die „Frohe Botschaft“! Im Evangelium wird uns eine weitere Berufungsgeschichte erzählt, nach Markus (letzte Woche war es ja die Berufungsgeschichte nach Johannes). Des Täufers Zeit ist vorbei, er wurde verhaftet. Etwas Neues, Bedeutsames beginnt – „die Zeit ist erfüllt“, es ist soweit: Jesus tritt auf und übernimmt wortwörtlich den Ruf des Johannes: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium, denn das Reich Gottes ist nahe!“. Wieder werden Andreas und Simon namentlich genannt. Jesus trifft auf sie beim Fischen am See von Galiläa. Er ruft sie, sie folgen ihm. Anstatt Fische zu fangen, werden sie fortan „Menschen fangen“, sagt Jesus. Noch zwei weitere Fischer ruft er: Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Auch sie lassen ihre Arbeit, Kollegen und Familie zurück und folgen ihm ohne weiteres Zögern.

 

31.01.2021, 4. Sonntag im Jahreskreis

Jesus beginnt öffentlich aufzutreten, verkündet und lehrt mit „göttlicher Vollmacht“. Es bleibt nicht bei Worten, im Evangelium hören wir, dass er einen Menschen gesund macht. Dieser Mann war besessen von einem „unreinen Geist“. Die Schilderung der Heilung klingt dramatisch. Der Evangelist Markus zeigt uns damit gleich am Anfang, worum es geht: um eine neue, mächtige Lehre, die aber ganz konkret wird: mit Jesu Wirken kommt Heil zu den Menschen. Damit beginnt das Reich Gottes—unaufhaltsam verbreitet es sich im ganzen Land.

Februar 2021

7.Februar: 5. Sonntag im Jahreskreis B

Jesu Lehre und sein Wirken hat sich herumgesprochen. Heute hören wir im Evangelium, dass sich alle Leute aus der Stadt versammeln und Kranke zu Jesus bringen. Zuvor ist Jesus im Haus von Simon Petrus und Andreas. Simons Schwiegermutter ist krank, Jesus macht sie gesund. Diese Heilung wird nicht als großes Wunder beschrieben, es ist schon fast alltäglich: ein Mensch ist am Ende seiner Kraft und wird aufgerichtet durch die heilende Hand (Gottes). Die Schwiegermutter fühlt sich so fit, dass sie sogleich ihren all-täglichen Aufgaben nachgehen kann und sich um den Gast kümmert. Jesus wiederum erhält danach seine Kraft im einsamen Gebet. Für uns ist die Botschaft: Auch wir können die Hand ausstrecken, wenn wir uns schwach fühlen. Gott wird sie ergreifen und uns neue Kraft schenken für unsere Aufgaben.

 

14. Februar: 6. Sonntag im Jahreskreis B

Jesus zog durch das ganze Land, verkündete und heilte. Wir hören heute wieder von einer Heilung. Ein „Aussätziger“ kommt zu Jesu und bittet ihn um Hilfe. Jesus heilt ihn und weist ihn an, es nicht herumzuerzählen. Aber der Mann ist so voller Freude, dass er sich nicht daran hält, sondern bei jeder Gelegenheit Zeugnis von dem gibt, was ihm geschehen ist. Der Evangelist berichtet uns von den Konsequenzen: Die Menschen wollen zu Hauf zu Jesus, der sich vor diesem Ansturm teilweise nur mehr verstecken kann. Da heute Faschingssonntag ist, passen einige Vorschläge auch dazu.

 

17. Februar 2021: Aschermittwoch B

Wenn mit dem heutigen Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt, sind wir aufgefordert, unser Innerstes auf Ostern vorzubereiten. Das Nachdenken über das eigene Tun und Handeln im Alltag steht im Vordergrund. Was davon möchte ich ändern – was möchte ich beibehalten oder sogar mehr fördern? Das Bestreuen mit Asche führt uns auch die eigene Vergänglichkeit wieder vor Augen. Daher zählt jeder Tag, an dem wir Gutes tun und uns in die Nachfolge Jesu stellen. Besiegelt mit seinem Zeichen (Kreuz) machen wir uns auf diesen Weg durch die Fastenzeit.

 

21. Februar 2021: 1. Sonntag der Fastenzeit B

Was macht unser Leben wichtig und wertvoll? In der österlichen Bußzeit sind wir eingeladen, genau hin-zuschauen auf das „zu Viel“ und „zu Wenig“ im Leben. Fasten soll nicht nur Verzicht sein, es kann ein Gewinn sein—ein Mehr an Gottes-, Selbst- und Nächstenliebe. Einer geht alle Wege mit, Jesus. Er weiß um unser Suchen, Hoffen und Ringen, denn er hat alle menschlichen Freuden und Leiden selbst erlebt. In der Wüste wurde er vom Teufel versucht. Versuchung ist das, was die Beziehung zu Gott, zu den Mitmenschen und auch zu uns selbst zerstört. Jesu Gottesbeziehung war so stark, dass er widerstehen konnte. Wir können sicher nicht immer widerstehen, aber der Blick auf Jesus soll uns Mut machen und uns die Kraft Gottes zeigen.

 

28. Februar 2021: 2. Sonntag der Fastenzeit B

Das Evangelium führt uns heute auf den Berg und schildert uns die „Verklärung Jesu“. Die Szene entführt die drei Begleiter Jesu und uns in eine himmlische Welt. Der Berg war schon zu Zeiten des AT der Ort der Gottesbegegnung. Es wird offenbar, wer Jesus wirklich ist—wie ein Vorausblick auf Ostern. Der Himmel ist mit Jesus auf die Welt gekommen. Petrus ist überwältigt und will den Augenblick festhalten (Hütten bauen), aber der Weg zum Heil führt wieder nach unten, in den Alltag, durch das Leid—das ist auch für uns immer wieder eine Herausforderung. Gottes Stimme trägt den Jüngern und uns auf: Ihr sollt auf ihn hören—und nach seinem Auftrag handeln!

März 2021

7. März 2021: 3. Sonntag der Fastenzeit B

Heute begegnet uns ein sehr emotionaler Jesus. Wir hören von der „Tempelreinigung“—Jesus räumt auf. Er wird wütend, weil die Menschen das „Haus seines Vaters“ zu einer Markthalle machen, Geldwechsler und Händler bereichern sich dort auf Kosten der Armen. Der Tempel ist mit vielem angefüllt, was dort nicht hingehört, was den Platz verstellt für das Wesentliche: für Gott. In der Fastenzeit ein interessanter Gedanke.

Jesus bezeichnet sich selbst als den neuen Tempel: nicht Steine machen Gott gegenwärtig, sondern die Nähe zu ihm. Wer Jesus in sein Leben aufnimmt und ihm nachfolgt, kann selbst zu einem Tempel Gottes werden – so wie auch Paulus schreibt: ihr seid der Tempel Gottes.

 

14. März 2021: 4. Sonntag der Fastenzeit B

Der vierte Fastensonntag wird „laetare“ genannt. Das bedeutet: Freu dich! Das Osterfest ist nahe. Wir freuen uns, denn Jesus ist unser Licht. Er bringt Licht in unsere Finsternis. Er ist zur Rettung der Welt gesandt, nicht zum Richten – Gott liebt die Welt, er hat deshalb seinen Sohn hingegeben, damit jede/r, die/der glaubt, gerettet wird und das ewige Leben hat. Mit uns kann die Welt gut werden, und das Reich Gottes anbrechen—die Freiheit und die Verantwortung, Gottes Liebe in unserem Handeln zu zeigen, haben wir trotzdem.

 

21. März 2021: 5. Sonntag der Fastenzeit B

Jesus erzählt vom Weizenkorn: Es ist ein Gleichnis für seinen nahenden Tod und Auferstehung. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens. Das kleine Weizenkorn in der Erde keimt, und es wächst eine neue Pflanze daraus, die wiederum viele Weizenkörner bringt. Jesus stirbt am Kreuz, aber er besiegt den Tod. Er ist auferstanden. Deshalb können auch wir glauben, dass wir nach unserem Leben ein neues Leben bei Gott haben werden. Die Weizenkörner sagen uns: Im Tod ist das Leben.

 

28. März 2021: Palmsonntag B

Jesus zieht in Jerusalem ein, Scharen von Menschen erwarten ihn, den verheißenen Messias. Empfangen und bejubelt wie ein König. Jedoch ist er kein mächtiger Herrscher, denn er kommt bescheiden—er reitet auf einer Eselin—und als Friedenskönig. Die Menschen legen Kleider und grüne Zweige auf die Straße und rufen ihm „Hosanna!“ zu—sie knüpfen an ihn die Hoffnung, dass er Israel von der römischen Besatzung befreien werde. Bald wird der Jubel jedoch verstummen, die Stimmung kippt, einige Tage später wird gerufen „Kreuzige ihn!“. Diese Spannung wird schon heute am Beginn der „Heiligen Woche“ in der Liturgie deutlich—nach der Erzählung vom Einzug in Jerusalem wird die Passionsgeschichte gelesen.

April 2021

1. April 2021: Gründonnerstag B

Am Gründonnerstag beginnen die „drei heiligen Tage“. Die Gottesdienste dieser Tage hängen zusammen, sind wie ein einziger zu sehen. Es sind die wohl wichtigsten Feiern im Kirchenjahr.

Im Johannesevangelium steht die Fußwaschung beim „letzten Abendmahl“ im Vordergrund—Jesus Hingabe und Liebe zeigt sich in der Geste des Füßewaschens, des Dienens an seinen Jüngern—und damit auch an uns. Seine Liebe geht bis zum Äußersten—bis zum Tod am Kreuz und darüber hinaus. Als zweites feiern wir am Gründonnerstag die Einsetzung der Eucharistie—wir feiern, dass Jesus sich selbst in Brot und Wein schenkt und in diesen heiligen Zeichen bis heute unter uns ist.

 

2. April 2021: Karfreitag B

Jesus Todestag ist geprägt von Trauer, vom Schweigen und vom Aushalten des Kreuzes, des Leides. Leid und Tod sind nicht leicht zu verstehen, gehören jedoch zum Leben dazu. Daran müssen wir auch vorbei, wenn wir Ostern feiern wollen. Unser eigenes Leid ist manchmal besser zu ertragen, wenn wir wissen, dass wir nicht alleine sind—wir fühlen uns verbunden mit Jesus, der am Kreuz für uns gestorben ist.

Der Schwerpunkt beim „Kreuzweg“ ist nicht, dass es eine historische Erzählung ist, sondern dass es eine Verbindung mit unserem Leben gibt. Für Kinder soll der Blick schon auf die Auferstehung hin gelenkt werden—die letzte Station soll nicht der Tod Jesus sein, sondern die Tatsache, dass sein Leben und Wirken weitergehen.

 

4. April 2021: Ostersonntag B

Jesus lebt! Diese Botschaft ist unfassbar—für die Jüngerinnen und Jünger damals, wie für uns heute. Es ist nicht alles aus—Jesus ist auferstanden vom Tod und mitten unter uns! Das können wir schwer beschreiben, aber wir spüren es. Die neue Osterkerze, die am Osterfeuer entzündet wird, ist Zeichen für den Auferstandenen, der Licht bringt. Wir feiern die frohe Botschaft von der Auferstehung besonders zu Ostern, aber auch jeden Sonntag das ganze Jahr über!

 

5. April 2021: Ostermontag B

Zwei Jünger machen sich auf nach Emmaus. Ihre Hoffnungen sind zerstört, sie sind traurig, weil Jesus gestorben ist. Sie sprechen über alles, was sie belastet. Da geht plötzlich einer ein Stück des Weges mit. Beim gemeinsamen Mahl erkennen sie: Es ist der auferstandene Jesus. Froh kehren sie nach Jerusalem zurück.

Auch wir erfahren in unserem Leben den auferstandenen Jesus, daran glauben wir, obwohl wir ihn nie gesehen haben. Wir begegnen ihm in seinem Wort, in der Eucharistie, in der versammelten Gemeinde beim Gottesdienst. Ostern geht weiter, über den Ostermontag hinaus, in unser Leben hinein.

 

11. April 2021: 2. Sonntag der Osterzeit B

Der „ungläubige“ Apostel Thomas ist wohl einer der bekanntesten Figuren rund um Ostern. Er begreift die Auferstehung im wahrsten Sinne des Wortes erst, als er den Auferstandenen angreifen darf. Acht Tage nach Ostern waren die Jünger erneut versammelt. Thomas, der den Auferstandenen zuvor nicht gesehen hatte, soll überzeugt werden, von Jesus selbst.

Wir sind ebenfalls die, die ihn nicht gesehen haben. Fragen und Zweifel zu haben, gehört zum Glauben. Jesus nimmt auch uns ernst, gibt uns Zeit, hilft uns, damit auch wir zum Glauben an den auferstandenen Sohn Gottes kommen, so als hätten wir ihn persönlich getroffen.

Der Friedensgruß des Auferstandenen „Der Friede sei mit euch!“ steht heute ebenfalls im Mittelpunkt.

 

18. April 2021: 3. Sonntag der Osterzeit B

Wir hören, dass der Auferstandene noch einmal seinen Jüngern erscheint – vielleicht um noch den allerletzten Zweifel auszuschlagen. Danach nennt er sie „Zeugen“ – der Auftrag heißt klar und deutlich: Erzählt allen von den Ereignissen, die ihr selber erlebt habt. Damit alle zum Glauben kommen, auch wenn sie selbst nicht dabei waren.

 

25. April 2021: 4. Sonntag der Osterzeit B

Heute hören wir das allseits bekannte Gleichnis vom guten Hirten. Es ist ein Bild aus der Lebenswelt der (damaligen) Hörer*innen. Der Hirte ist für seine Herde verantwortlich – er sorgt sich um sie, beschützt sie, selbst wenn es gefährlich wird. Jesus beschreibt den guten Hirten im Gegensatz zu einem schlechten Hirten, der vor Gefahr flüchten würde.

Mai 2021

2. Mai 2021: 5. Sonntag der Osterzeit B:

Die Worte Jesu sind uns wohl bekannt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Die Weintrauben hängen an den Reben (Zweigen) des Weinstocks, sind mit ihm verbunden – so können sie wachsen und reifen. Das Bild zeigt, dass auch wir als Reben eins sein sollen mit Jesus, dem Weinstock – damit wir in unserem Leben gute Früchte bringen können. Gott ist der Winzer in diesem Weingarten, schaut auf seine Weinstöcke und pflegt sie, damit die Früchte gut wachsen können.

 

9. Mai 2021: 6. Sonntag der Osterzeit B:

Das Evangelium aus den sogenannten Abschiedsreden hört sich wie ein Vermächtnis an, das Jesus seinen Jünger*innen (und auch uns) gibt: Bleibt in meiner Liebe! Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe! Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde gibt. Ihr seid meine Freund*innen! -

Die Gruppe der Freund*innen kann man daran erkennen, dass sie geliebt und angenommen sind von Gott und einander lieben (das ist der Auftrag). - Macht euch auf und bringt Frucht! (Wir erinnern uns an letzten Sonntag und an das Bild vom Weinstock.)

 

13. Mai 2021: Christi Himmelfahrt B:

Zum Fest Christi Himmelfahrt hören wir von der Begegnung des Auferstandenen mit seinen Jünger*innen und von seinem Auftrag an sie, den wir schon gut kennen: Geht hinaus und verkündet das Evangelium allen!

Er wurde danach vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen, gibt aber ein Versprechen: Er geht nicht einfach von der Erde weg, sondern bleibt anwesend, steht ihnen bei, bis zum Ende der Welt.

Durch seine Himmelfahrt bringt er den Himmel auf die Erde. Er will die Gottesherrschaft auf Erden verwirklichen. Dazu braucht er auch uns. Er sendet uns ebenfalls hinaus in diese Welt, um den Menschen von ihm zu erzählen, und so sein Tun weiterzuführen.

 

16. Mai 2021: 7. Sonntag der Osterzeit B:

Im Evangelium hören wir wie auch schon an den beiden letzten Sonntagen einen Abschnitt aus den Abschiedsreden im Johannesevangelium. Es ist ein Gebet, das Jesus an seinen Vater richtet. Die Jünger*innen und auch wir hören das Gebet.

Jesus betet für die Menschen, für uns. Er wird zum Vater zurückkehren, er kann nicht mehr bei seinen Freund*innen sein. Bewahre sie – heilige sie, so betet er. Wir sollen eins bleiben mit ihm und dem Vater. Wir sollen die Sendung in der Welt fortsetzen und für das Gute eintreten.

 

23. Mai 2021: Pfingstsonntag B:

Pfingsten ist nicht nur das Fest des Heiligen Geistes, es ist der Abschluss des Osterfestes, das wir 50 Tage lang feiern und auch der „Geburtstag“ der christlichen Kirche.

Der klassische Bericht über das Pfingstereignis findet sich in der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte. Jesus hat es angekündigt – im Evangelium hören wir seine Rede: Ihr werdet den Heiligen Geist empfangen, eine Kraft, die euch Zeug*innen und Verkünder*innen sein lässt, die Botschaft von den Taten Gottes soll bis an die Grenzen der Welt dringen. Das ist die Aufgabe der Kirche bis heute. Jede*r trägt dazu bei, mit ihren*seinen vielfältigen Gaben und Fähigkeiten. Das macht auch die christliche Gemeinde aus – ein Leben miteinander in Vielfalt und Frieden.

Der Heilige Geist ist Gott selbst, sein Wirken in unserem Leben und gleichzeitig das Dasein des auferstandenen Jesus Christus in unserer Welt. Unter den vielen Bildern für den Heiligen Geist finden sich neben der Taube, dem Feuer und dem lebendigen Wasser auch das Bild des Sturms oder des sanften Hauchs. Manchmal wirkt er gewaltig, manchmal im Leisen, Kleinen. Alles kann der Geist sein – um ihn zu bitten, heißt, die Fülle aller Gaben Gottes zu erbitten, die wir und unsere Zeit brauchen.

 

30. Mai 2021: Dreifaltigkeitssonntag B:

Die Dreifaltigkeit ist für uns unvorstellbar und schwer zu verstehen. Gott ist Gemeinschaft, Liebe, er ist Einheit und Vielfalt. Er ist Gott Vater, JWHW, Schöpfer allen Lebens - genauso wie Jesus Christus, Gottes Sohn, der zu uns in die Welt gekommen und einer von uns geworden ist. Für allezeit hat er seinen Heiligen Geist gesandt, der uns Beistand ist, und durch den wir in die Gemeinschaft mit Gott hineingenommen werden. Das letzte Stück des Matthäusevangeliums wird heute gelesen - der Auferstandene spricht zu seinen Jünger*innen und gibt ihnen seinen Auftrag zum Verkünden und Taufen. Er macht Mut. Ganz am Ende steht: „Ich bin bei euch!“, damit schließt sich der Kreis zum Namen JHWH – „Ich bin da.“

Juni 2021

3. Juni 2021: Fronleichnam B:

Wir hören heute einen Text aus dem Markusevangelium, der uns mitnimmt zu den Ereignissen rund um das letzte Abendmahl. An Fronleichnam erinnern wir uns an das, was wir auch am Gründonnerstag gefeiert haben – Jesus reicht seinen Jünger*innen Brot und Wein. Er selbst ist das Brot des Lebens. Bis heute ist Jesus in der Eucharistie, im Brot und Wein, gegenwärtig und uns nahe. Wir dürfen am Mahl teilnehmen und ihn auch in unser Leben aufnehmen.

Besonders in der Fronleichnamsliturgie ist Jesus im Brot der Mittelpunkt und für alle sichtbar: in der Monstranz. Wir zeigen es allen: Jesus ist das Brot für unser Leben.

 

6. Juni 2021: 10 Sonntag im Jahreskreis B:

Jesus spricht im heutigen Evangelium von „seiner Familie“. Er weist seine Verwandten (die in Sorge um ihn zu ihm kommen) darauf hin, dass nicht nur sie zu seiner Familie gehören, sondern alle, die ihm zuhören; alle, die an seine Botschaft glauben und danach leben. Vielleicht irritiert uns im ersten Blick auf diese Bibelstelle das, was Jesus´ Familie über ihn sagt („Er ist verrückt.“) bzw. was Jesus über seine Familie sagt („Wer sind meine Mutter und meine Brüder?“). Doch das Bild, dass alle wie eine Familie sind, ist schön und macht Mut: Jede*r kann sich wohlfühlen, wird ernst genommen, geliebt. Wir Christ*innen sind eine Großfamilie!

 

13. Juni 2021: 11. Sonntag im Jahreskreis B:

Im Evangelium hören wir heute wieder einmal ein Gleichnis, in dem es ums Wachsen geht. Es ist ein Bild für das Reich Gottes. Zuerst ist die Rede von einem Korn, das ausgesät wird, und wächst, wenn es gute Bedingungen vorfindet. Aus einem kleinen Korn entstehen viele reife Körner. Der Bauer kann dann zur rechten Zeit die Ernte einbringen. Dann beschreibt Jesus noch das Senfkorn: Dieses Korn ist winzig klein—wächst aber zu einem großen Baum. Das Reich Gottes fängt im Kleinen, Unscheinbaren an, auch bei uns. Es wächst und entwickelt sich.

 

20. Juni 2021: 12. Sonntag im Jahreskreis B:

Heute hören wir vom Sturm auf dem See. Während Jesus im Boot eingeschlafen ist, bekommen es die Jünger mit der Angst zu tun. Der See hat beachtlichen Wellengang, selbst für die erfahrensten Fischer wird es gefährlich. Und scheinbar bekommt Jesus nichts mit. Doch dann, wie selbstverständlich, auf Jesu Wort hin wird der Sturm still—Jesus ist ja da, es kann nichts passieren. Er fragt: Glaubt ihr denn gar nicht, dass Gott euch hilft? Unser (Glaubens-)Leben ist manchmal auch wie eine stürmische Fahrt. Jesus ist da, in Höhen und Tiefen, wir müssen nur vertrauen. Er stellt auch uns die Frage: Glaubt ihr?

 

27. Juni 2021: 13. Sonntag im Jahreskreis B:

Der Evangelist Markus berichtet uns von zwei Heilungsgeschichten—von der Auferweckung eines eben verstorbenen Mädchens und der Heilung einer Frau, die ein jahrelanges Leiden hatte. In der Einheitsübersetzung kommt die Heilung der Frau genau dazwischen (Jesus wird von ihr aufgehalten, daher verstirbt das Mädchen), im Evangelium in leichter Sprache werden die beiden Ereignisse hintereinander erzählt. Für Kinder kann auch nur die Erzählung von der Auferweckung des Mädchens ausgewählt werden (Kurzfassung). Markus zeigt seinen Hörer*innen schrittweise, wer dieser Jesus ist: Er heilt verschiedene Krankheiten, der Sturm gehorcht ihm und er hat sogar Macht über den Tod.

Jesus will das Leben für alle Menschen, er ruft sie heraus, wie er das Mädchen ruft. Er kümmert sich um alle, die seine Hilfe brauchen.

Juli 2021

Juli 2021: 14.-17. Sonntag im Jahreskreis B

Die Evangelien im Juli erzählen von Jesus und seinem Auftreten. Jesus ist im Land unterwegs und lehrt. Nicht immer kommt seine Botschaft (richtig) an—in seiner Heimat schlägt ihm Misstrauen entgegen. Er sucht deshalb andere Wege und Möglichkeiten, seine wichtige Botschaft von Gott zu verkünden: Er sendet seine Jünger*innen aus und ist auch wieder für sie da, wenn sie nach einiger Zeit zurückkehren. Er sorgt dafür, dass sie wieder „auftanken“ können. Am letzten Juli-Sonntag lesen wir von der Speisung der 5000—Jesus gibt den Menschen, was sie brauchen—nicht nur vordergründig, sondern auch, was sie tief im Inneren brauchen. An den Sonntagen im August wird das Thema Brot noch mehr beleuchtet—Jesus sagt dann, dass er selbst das Brot ist.

August 2021

August 2021: 18.-22. Sonntag im Jahreskreis B, Maria Aufnahme in den Himmel

An den ersten beiden August-Sonntagen wird noch einmal an das Evangelium von der Speisung der Menschenmenge angeknüpft. Jesus streicht heraus, dass es nicht nur um das Brot zu essen geht, sondern um mehr. Er sagt, dass er selbst das Brot sei für die Menschen. Das Brot von Gott ist er selbst. Wieder trifft er auf Misstrauen, einige Leute verstehen ihn nicht und wenden sich von ihm ab. Ja, sogar nach Fehlern wird von Seiten der Religionsgelehrten gesucht.

Dazwischen feiern wir das Hochfest Maria Himmelfahrt. Wir feiern die ganzheitliche Aufnahme Marias in den Himmel—und damit auch die Zukunftsaussicht für jede*n von uns. Mitten im Sommer, in der Erntezeit, die uns die Fülle an Gaben zeigt, passt das sehr gut—die Aussicht auf die Fülle am Ende unseres eigenen Lebens.

Septembert 2021

5.9.2021: 23. Sonntag im Jahreskreis B:

Im heutigen Evangelium heilt Jesus einen gehörlosen Menschen, er „öffnet“ ihm die Ohren und „löst“ seine Zunge. Dabei spricht er das Wort „Effata!“, das „Öffne dich!“ bzw. „Werde (von Gott) geöffnet!“ heißt.

Das Wort „Effata!“ wird auch bei jeder Taufe dem Täufling zugesprochen. Diese Zeichenhandlung sagt dem*der Getauften: Öffne deine Ohren für das Wort Gottes und bekenne es mit deinem Mund!

Jesus macht den ganzen Menschen heil. Er gibt ihm Raum, nimmt ihn ernst und wendet sich ihm ganz zu, berührt ihn sogar, nicht nur flüchtig, sondern so richtig – lässt ihn die Zuwendung auch spüren.

Diese heutige Heilung ist ein praktisches Beispiel für das, was letzten Sonntag theoretisch angesprochen wurde zum Thema rein/unrein, und sie hat auch einen Bezug zu der Stelle, in der es hieß: Jesus konnte in seiner Heimat keine Wunder tun (Jesus berührt einen „Unreinen“– er macht keine Unterschiede zwischen Menschen. Und seine Botschaft ist nicht aufzuhalten – er heilt und wirkt in einem heidnischen Gebiet.)

Jesus öffnet auch uns und schenkt uns sein Wort, das Leben gibt.

 

12.9.2021: 24. Sonntag im Jahreskreis B:

Die Frage „Wer ist dieser Jesus?“ wird beim Evangelist Markus immer wieder laut. Jesus stellt heute selbst die Frage – die Antworten darauf sind verschieden. Selbst die engsten Freund*innen verstehen noch nicht ganz, wer er wirklich ist (es wird sich erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung zeigen). Petrus ergreift wieder einmal energisch das Wort, aber hat offenbar keine Ahnung, worauf Jesus wirklich hinaus will. Jesus weist ihn in die Schranken und spricht anschließend noch davon, was es bedeutet, ihm nachzufolgen. Er selbst ist nicht der strahlende, unverwundbare Retter (in dieser Stelle wird er zum ersten Mal Christus/Messias genannt) – er wird sterben und beinahe scheitern. Wer ihm nachfolgt, muss auch „sein Kreuz“ auf sich nehmen. Auch in der Lesung aus dem Jakobus-Brief kommt zur Sprache, dass jemand, der*die an Jesus glaubt, dies auch durch Taten ausdrücken soll.

 

19.9.2021: 25. Sonntag im Jahreskreis B:

Im heutigen Evangelium stellt Jesus ein Kind in die Mitte und ruft dazu auf, sich ein Kind wie dieses als Beispiel zu nehmen. Kinder hatten zur Zeit der römischen Besatzung keine besondere Stellung, sie waren Armut und Willkür ausgesetzt, manche wurden sogar in die Sklaverei verkauft. In der antiken Gesellschaft gab es klare Abstufungen, wer der Höhere war und wer nicht. Die Szene zeigt wieder einmal, wie gänzlich anders, unkonventionell Jesus ist. Und außerdem, dass die Apostel zwar hören, aber noch lange nicht verstehen (sie streiten stattdessen darum, wer von ihrem Kreis der Größte bzw. Erste ist). Jesus geht es nicht um Macht und Erfolg. Er selbst sieht sich bei den Kleinen, den Schwachen. Im Reich Gottes gibt es keine Ersten und Letzten. Jesus zeigt es selbst immer wieder vor (indem er seinen Freund*innen z.B. die Füße wäscht). Darum müssen die Apostel und auch wir immer wieder die Blickrichtung wechseln, es muss umgedacht werden: Stellen wir uns auf die Seite der Kleinen.

 

26.9.2021: 26. Sonntag im Jahreskreis B:

Heute geht es in der Evangelienstelle um Menschen, die im Namen Jesu handeln, aber nicht direkt zum Kreis der Jünger*innen gehören. Einige Apostel haben solche Leute beobachtet und wollen nun wissen, ob sie deren Tun unterbinden sollten. Jesus meint dazu: Lasst sie nur! Auch sie können der Sache Jesu dienen! Das ist eine sehr offene, tolerante Sicht des Evangelisten Markus, die nicht immer unumstritten war. In der Einheitsübersetzung folgen einige drastische Ansagen und Bildworte, die die Wichtigkeit der Botschaft untermalen sollten – gegen das „Böse“ zu handeln. Im Evangelium in leichter Sprache sind die Aussagen nicht so bildlich ausgeschmückt.

Der heutige Sonntag gilt als „Sonntag der Völker“ und will bewusst machen, dass Gottes Gemeinde aus Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln und aus verschiedenen Kulturen besteht. Die Freude an der Vielfalt und am Gemeinsamen soll sichtbar werden. Gott ist einer, der alle Menschen zusammenruft.

Oktober 2021

03.10.2021: 27. Sonntag im Jahreskreis B/Erntedank

Das heutige Evangelium beschreibt uns drei Szenen: Anfangs kommen Schriftgelehrte und wollen mit Jesus über die Ehescheidung reden. Im Anschluss spricht Jesus noch mit seinen Jünger*innen über diese Thematik. Danach kamen Eltern mit ihren Kindern zu Jesus, mit der Bitte, sie zu segnen. Dieser Abschnitt ist für einen Kindergottesdienst vermutlich mehr geeignet. (Schon vorletzten Sonntag war das Thema „Kinder in die Mitte“.) Auch zur Lesung aus dem Buch Genesis könnte man arbeiten.

 

10.10.2021: 28. Sonntag im Jahreskreis B

Ein reicher junger Mann spricht heute Jesus darauf an, was er denn alles tun müsse, um ins Reich Gottes zu gelangen. Jesu Antwort: Nach den Weisungen und Geboten leben. Dies mache der Mann schon selbstverständlich seit er klein ist. Aber gibt es noch mehr? Jesus sieht, dass der Mann mit seiner ersten Antwort noch nicht zufrieden ist und ruft ihn auf, mit ihm zu gehen und ihm nachzufolgen. Zuvor sollte er aber sein Vermögen verkaufen und mit dem Geld Armen helfen. Dann würde er einen noch größeren Schatz finden. Der reiche Mann lehnt betrübt ab. Das könne er nicht. Jesus stellt fest: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr… Aber auf die Ratlosigkeit seiner Jünger*innen meint er dann weiter: Bei Gott ist alles möglich!

 

17.10.2021: 29. Sonntag im Jahreskreis B

Im Markusevangelium kündigt Jesus sein Leiden und seine Auferstehung an und ruft zu seiner Nachfolge auf. Wir lesen, dass die Jünger*innen ihn jedoch oft missverstehen. So eine Situation wird auch heute wieder im Evangelium geschildert: Die Brüder Jakobus und Johannes wollen sich die zwei besten Plätze an Jesu Seite sichern. Jesus stellt diesem Streben nach Macht und Ansehen sein „Programm“ gegenüber: das Wohl der Menschen im Blick zu haben, in Liebe dem Nächsten zu dienen, sein eigenes Leben für andere einzusetzen und jeder*jedem Achtung zuteil werden zu lassen. Bei euch soll es nicht so sein wie anderswo! – Bei euch (uns) gelten andere Gesetze! In seiner Nachfolge ist es wichtig, miteinander wertschätzend umzugehen, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Alles, ohne großes Ansehen oder große Ehre dafür erhalten zu wollen. Auch diese Thematik begegnete uns schon am 25. Sonntag im Jahreskreis.

 

24.10.2021: 30. Sonntag im Jahreskreis B/Weltmissionssonntag

Eine Begegnung kann Augen öffnen. Der blinde Bettler Bartimäus wird im heutigen Evangelium von Jesus geheilt. Kranke und Beeinträchtigte wurden aus der Gesellschaft ausgeschlossen und waren zum Betteln verurteilt. Jesus sieht ihn, wendet sich ihm zu. Es ist nicht nur eine Heilungsgeschichte, sondern eine Berufungsgeschichte; denn nach seiner Heilung wird in Bartimäus der Wunsch geweckt, in der Gemeinschaft rund um Jesus zu bleiben. Er folgt von nun an Jesus auf seinem Weg (zum Kreuz – gleich nach dieser Stelle folgt der „Einzug in Jerusalem“). Bartimäus wurden die Augen geöffnet für eine größere Wirklichkeit – sein ganzes Leben hat sich verändert.

Wenn wir in Not sind, tut es gut, wahrgenommen zu werden. Es tut gut, wenn jemand kommt, der*die zuhört. Wir handeln im Sinne Jesu, wenn wir auch jemand sind, der*die die Not des*der anderen sieht. Das gilt nicht nur für unsere Freund*innen und Familienmitglieder—es gilt für unsere christlichen Geschwister auf der ganzen Welt. Zum Thema Weltmissionssonntag können wir hier anknüpfen.

 

31.10.2021: 31. Sonntag im Jahreskreis B

Ein Schriftgelehrter fragt Jesus nach dem wichtigsten Gebot. Beide wissen um die Hauptgebote im jüdischen Gesetz (Bekenntnis zu dem einen Gott, Gebot der Nächstenliebe) und beide sehen auch den Zusammenhang: Gottes- und Nächstenliebe gehören zusammen, bedingen einander. (Und sind wichtiger als der Opferkult.) Wo das gelebt wird, bricht das Reich Gottes an. Auch für uns ist dieses Liebesgebot Grundlage des christlichen Lebens; es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern. Es sind die Werte, die wir Kindern auf dem Weg mitgeben wollen: Respekt, Akzeptanz, Toleranz, Wertschätzung, friedliches Miteinander.

November 2021

1. und 2. November 2021: Allerheiligen/ Allerseelen

Am Fest Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Menschen, die heilig genannt wurden—Menschen, die in besonderer Weise so gelebt haben, wie Jesus es vorgemacht hat. Uns sind einige davon als Namenspatrone zur Seite gestellt. Im Evangelium hören wir die Seligpreisungen: Jesus richtet „Glückwünsche“ an die Menschen – aber nicht etwa an die, die im Leben „Glück“ haben. Nein, gerade an diejenigen, denen es nicht so gut geht, die nicht groß dastehen, die die Welt vielleicht nicht „glücklich“ preisen würde. Gerade diese Menschen hat Gott besonders im Blick.

Zu Allerseelen denken wir an liebe Menschen, die nicht mehr bei uns sind. Dieses Fest soll uns in unserer Trauer abholen und uns Zuversicht schenken, dass unsere Verstorbenen bei Gott lebendig sind - genauso wie alle Heiligen.

 

7. November 2021: 32. Sonntag im Jahreskreis B

Die Evangelienstelle ist eine inhaltliche Fortsetzung der Stelle vom letzten Sonntag im Oktober: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Wir lesen im Evangelium, wie das gehen könnte: Eine arme Witwe, eine unbedeutende Frau, wird uns beispielhaft vor Augen geführt. Sie lebte in Armut, trotzdem teilte sie das wenige, das sie hatte. Im Gegensatz zu den am Beginn erwähnten Schriftgelehrten, die die eigentlichen Vorbilder für die Gläubigen sein sollten und Sorge um Arme und Witwen trugen (Jesus spricht an, dass diese die Armen auch noch ausbeuteten, und nennt sie „scheinheilig“).

Die Frau handelt nicht aus Berechnung, sondern aus dem Herzen heraus – das ist echte, ehrliche Frömmigkeit, gelebter Glaube.

 

14. November 2021: 33. Sonntag im Jahreskreis B

In der heutigen Evangelienstelle hören wir Jesu Rede über die Endzeit. Einige bildliche Aussagen sollen uns vor Augen führen, was in jenen Tagen geschieht, wenn die alte Welt aufhört und die neue Welt von Gott anfängt. Das klingt etwas dramatisch und gar nicht so schön (die Sonne scheint nicht mehr, die Sterne fallen vom Himmel,…), soll aber zeigen, mit welcher Wucht das geschieht – man wird es kaum verpassen, wenn der Menschensohn wiederkommt. Und das ist das Tröstliche: er wird kommen und da sein; er wird alle, die zu ihm gehören, versammeln. Die Zuhörer*innen Jesu erkennen schon, dass das Reich Gottes im Anbruch ist, sehen die Zeichen (so wie sie am Feigenbaum erkennen, dass der Sommer nahe ist), den endgültigen Zeitpunkt kennt allerdings Gott allein. Auch 2000 Jahre später warten wir noch. Aber auch wir können die Zeichen sehen, die Gegenwart Gottes schon spüren, vielleicht in bestimmten Situationen und Menschen.

 

21. November 2021: Christkönigssonntag B

Am Christkönigsfest steht Jesus als König im Mittelpunkt. Das Bild des Königs, das er uns vermittelt, ist aber so ganz anders als das Bild von Herrschern, Königen und Machthabern, das wir vielleicht im Kopf haben. Jesus ist König für uns, in unseren Herzen lebt er durch unseren Glauben an ihn. Wir setzen mit dem Christkönigsfest ein klares Zeichen: Wir erkennen den gekreuzigten und auferstandenen Christus als wahren Herrscher an. Er ist nicht ein König unter vielen, sondern der, mit dem endgültig Frieden, Gerechtigkeit und Heil kommen. Durch die Taufe sind auch wir Königssohn*Königstochter!

Das heurige Kirchenjahr geht mit diesem Sonntag zu Ende. Nächste Woche beginnt ein neues—genau so wie mit dem Advent etwas Neues beginnt—wir warten erneut auf das Kommen unseres Königs als kleines Kind im Stall von Betlehem.

 

28. November 2021: 1. Advent C

Ein neues Kirchenjahr beginnt, das Lesejahr C, durch das uns vor allem die Texte des Evangelisten Lukas begleiten. Das heutige Evangelium hat den selben Inhalt wie das Evangelium von Markus vom vorletzten Sonntag. Noch einmal begegnen uns die Bilder vom Ende der alten Zeit, wenn der Menschensohn kommen wird. Wenn es soweit ist, ist uns gewiss: Unsere Erlösung ist nahe! – Wie auch der Prophet Jeremia in der Lesung schreibt: Es werden Tage kommen, da wird Gott sein Versprechen einlösen, dass er sein Volk retten wird. Das ist die Botschaft, die auch wir weitertragen dürfen und sollen. Deswegen sollen wir achtsam sein, wachen und beten, wie es in der Bibelstelle heißt.

Der Advent ist so eine Zeit des Wartens und Wachens, eine Zeit der kleinen Dinge und Aufmerksamkeiten. Wir warten auf das Kommen des Erlösers, wir freuen uns auf die Geburt des kleinen Christkinds im Stall. Und wollen uns die kommenden Tage darauf vorbereiten!

Dezember 2021

5. Dezember 2021: 2. Adventsonntag Jahreskreis C

Wieder einmal bereiten wir uns auf das Kommen des Herrn vor. Jedes Jahr zu Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus auf die Erde gekommen ist. Jedes Jahr erinnern wir uns daran: es ist nicht nur damals geschehen—es geschieht immer wieder. Gott ist auf dem Weg zu uns, auch zu mir und dir. Das ist unser persönliches Geschenk zu Weihnachten.

„Bereitet dem Herrn den Weg!“ - „Macht euch bereit!“ hören wir heute im Evangelium. Es ist Johannes der Täufer, den wir kennenlernen. Er ist ein Prophet—er kündigt Jesus, den Erlöser, an. Johannes ruft die Menschen dazu auf, sich bereit zu machen, wenn Gott kommt – umzukehren und sich taufen zu lassen zur Vergebung der Sünden. Der Aufruf gilt auch uns.

 

8. Dezember 2021: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria Lesejahr C

Wir feiern am Hochfest „Mariä Empfängnis“ den Beginn des Lebens Marias selbst, nicht die „Verkündigung“, dass sie Jesus gebären wird (von der wir heute aber trotzdem im Evangelium hören). Wir feiern, dass Maria eine wichtige Person war, die eine besondere Aufgabe hatte, nämlich die Mutter des Gottessohnes zu sein, um so am Heilsplan Gottes mitzuwirken. Das hatte Gott von Beginn ihres Lebens an mit ihr vor.

Auch für jede*n von uns hat Gott einen ganz besonderen Auftrag. Das Vertrauen Marias ist für uns eine Einladung, uns ganz auf unseren eigenen Auftrag einzulassen und vertrauensvoll Ja zu sagen wie Maria.

 

12. Dezember 2021: 3. Adventsonntag Jahreskreis C (Gaudete)

Letzte Woche haben wir Johannes den Täufer kennengelernt. Heute hören wir im Evangelium ausführlicher, was seine Botschaft an die Menschen ist. Die Menschen, die zu Johannes kamen, stellten ihm die Frage: „Was sollen wir tun, wenn Jesus kommt?“ „Was sollen wir tun, wenn wir umkehren wollen?“

Umkehr, das bedeutet nicht nur einen Sinneswandel, sondern Umkehr soll auch in Taten sichtbar werden—so wie es dem*der einzelnen in seinem*ihrem Lebensumfeld möglich ist. Jedem*jeder, der*die zu Johannes kommt, nennt er ein konkretes Beispiel.

Sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Lesung steht ganz gemäß dem heutigen „Gaudete“-Sonntag: „Freue dich!“ Wir Christ*innen freuen uns, denn wir sind erlöst—lassen wir diese Freude auch spürbar werden!

 

19. Dezember 2021: 4. Adventsonntag Jahreskreis C

Am Fest „Mariä Empfängnis“ haben wir im Evangelium vom Engel Gabriel gehört, der Maria die Botschaft brachte, dass sie ein Kind bekommt. Heute geht der Erzählstrang weiter. Maria macht sich auf den Weg zu ihren Verwandten in den Bergen, Elisabet und Zacharias. Elisabet erwartet auch ein Kind (das Kind wird Johannes heißen—es ist Johannes der Täufer), ebenfalls unter wunderbaren Umständen. Beim Aufeinandertreffen der beiden Frauen waren alle vier (die Mütter und auch die beiden Kinder im Bauch) erfüllt von großer Freude. Lassen wir uns anstecken von dieser Freude auf das Kommen des lebendigen Gottes!

 

24. Dezember 2021: Weihnachten/ Hochfest der Geburt des Herrn/ Heiliger Abend Lesejahr C

Der Heilige Abend ist endlich da. An diesem Abend ist der Blick auf das Kleine, Unscheinbare gerichtet. Im kleinen Städtchen Betlehem wird ein kleines Kind geboren. Im Stall. Es soll der Retter sein. Hirten mit ihren Tieren sind die ersten, die die frohe Botschaft hören. Im Kleinen fängt es an, hier ist Gott. Wir wollen ihm Platz geben und zur Krippe gehen.

 

26. Dezember 2021: 1. Sonntag nach Weihnachten/ Fest der Heiligen Familie Lesejahr C

Am Sonntag nach Weihnachten feiern wir das Fest der Heiligen Familie. Im Evangelium springen wir einige Jahre weiter und hören heute vom jugendlichen Jesus, der in Jerusalem seinen Eltern abhanden gekommen ist. Maria und Josef finden ihren Sohn wieder, im Tempel, mitten unter Religionsgelehrten—interessiert zuhörend, Fragen stellend, von Gott erzählend. Auf den Hinweis, dass seine Eltern ziemlich Angst um ihn gehabt hätten, antwortet er wie selbstverständlich: „Ich war doch hier, im Haus Gottes, meines Vaters—wieso war euch das denn nicht klar?“ Er ist der Sohn Gottes und offenbart das auch. Die Bibelstelle stellt im Lukasevangelium eine Verbindung zwischen Kindheit Jesu und öffentlichem Wirken her. Mehr hören wir nicht aus seiner Kindheit und Jugend.

In der Lesung aus dem Johannesbrief wird deutlich gesagt: Auch wir sind Kinder Gottes. Wir alle sind Teil der großen christlichen Familie, Schwestern und Brüder von Jesus.

Jänner 2022

1.1.2022: Hochfest der Gottesmutter Maria/ Neujahr C

Wir feiern heute am ersten Tag des neuen Jahres die Gottesmutter Maria. Die junge Frau, die „Ja“ dazu gesagt hat, Mutter Jesu zu sein – mit der ein Neubeginn gesetzt wurde. Eine Woche ist vergangen, seit wir die frohe Botschaft gehört haben, die als erstes den Hirten verkündet wurde: „Der Retter ist geboren!“ Im Evangelium hören wir heute noch einmal von der Geburt des Kindes im Stall von Betlehem und davon, dass ihm der Name „Jesus“ (der Name ist Programm – er heißt übersetzt „Gott rettet“) gegeben wurde. Maria behielt diese Ereignisse fest in ihrem Herzen, heißt es. Das könnte auch eine Einladung an uns sein – die Botschaft und den Zauber von Weihnachten im Herzen zu behalten – das ganze neue Jahr über. Gott möge uns auch in diesem Jahr mit seinem Segen begleiten.

 

2.1.2022: 2. Sonntag nach Weihnachten C

Heute sind wir noch einmal zum Innehalten und Zurückschauen auf die vergangenen Feiertage eingeladen. Im Evangelium werden wir von Johannes erinnert: Das Licht ist in die Welt gekommen, das Wort „ist Fleisch geworden“. Gott schickte Jesus in die Welt – wegen mir und dir, aus Liebe zu mir und dir und allen Menschen. Wir glauben daran und sind deshalb auch „Kinder Gottes“.

 

6.1.2022: Erscheinung des Herrn/ Dreikönigstag C

Der heutige Festtag wird auch Epiphanie genannt, das heißt „Erscheinen“: Gott erscheint - scheint auf - gibt sich uns zu erkennen im kleinen Kind von Betlehem. Er ist der Retter, der liebt und verzeiht.

Das gibt allen Menschen Hoffnung, auch denen, die von weit her kommen und auf der Suche sind, wie die Sterndeuter. Gott will auch in unserem Leben durchscheinen – es soll immer mehr „Erscheinung des Herrn“ auf Erden sein: Wenn wir leben wie Jesus, wenn wir einander lieben und vergeben, wie es Gott tut. Wenn wir einander helfen, Freude und Frieden schenken.

 

9.1.2022: Taufe des Herrn C

Der heutige Sonntag ist Abschluss der Weihnachtszeit. Wir machen im Evangelium einen Zeitsprung: Einige Jahre sind vergangen. Jesus ist herangewachsen, wir begegnen ihm heute am Jordan bei Johannes dem Täufer. Jesus lässt sich wie viele andere Menschen von Johannes taufen, jedoch begleitet seine Taufe ein besonderes Geschehen. Es wird sichtbar und hörbar: Dieser Jesus ist der Sohn Gottes. Auch das ist ein Epiphanie-Geschehen. Sein öffentlicher Weg als Messias beginnt.

 

16.1.2022: 2. Sonntag im Jahreskreis C

Das Evangelium von der Hochzeit in Kana aus dem Johannesevangelium gehört ursprünglich so wie die Taufe des Herrn noch zum Fest „Epiphanie“. Auch hier wird offenbar, wer Jesus ist: Der Sohn Gottes, der bei den Menschen ist, ihre Freude und Sorgen teilt. Sorgen gibt es auch bei dem Fest in Kana: Der Wein ist ausgegangen. Jesu Mutter Maria setzt ihr Vertrauen in ihren Sohn. Jesus verwandelt Wasser auf wunderbare Weise zu Wein. Wunder heißen bei Johannes Zeichen, eben weil sie etwas offenbaren, als Zeichen auf etwas hinweisen – und deshalb zum Glauben einladen. Mit Jesus beginnt für alle eine Hoch-Zeit, eine besondere Zeit der Freude, der Fülle.

 

23.1.2022: 3. Sonntag im Jahreskreis C

Wir hören zwei Stellen aus dem Lukasevangelium, die zusammen das heutige Evangelium bilden. Einmal den Beginn des Lukasevangeliums, das wie ein Vorwort des Schreibers gestaltet ist, aus dem hervorgeht, warum und wie er sein Buch verfasst hat. Daran wird eine Stelle angefügt, drei Kapitel weiter, in der Jesus ebenfalls sein „Programm“ öffentlich vorstellt. Jesus ergreift in der Synagoge seiner Heimatstadt das Wort. Er wählt eine Stelle des Propheten Jesaia aus, trägt sie vor und erklärt sie für die Zuhörer*innen. Diesen Dienst konnte jeder Laie übernehmen. Der Auftritt Jesu ist vom Evangelisten genau konzipiert: Die Worte des Propheten Jesaia sind auf die Verkündigung Jesu abgestimmt. Das, was Jesus vorliest, trifft genau auf ihn selbst zu: Er predigt nicht nur von der Erlösung und Befreiung der Armen, verkündet nicht nur eine frohe Botschaft und den Beginn einer Freudenzeit. Es passiert alles genau jetzt, durch ihn, unmittelbar. Und natürlich betrifft es nicht nur die Zuhörer*innen vor 2000 Jahren – es gilt auch uns heute.

Die Lesung nach Paulus zeigt uns ebenso: Wir gehören dazu – wir sind Leib Christi, alle gehören wie die unterschiedlichen Gliedmaßen zu dem einen Körper.

 

30.1.2022: 4. Sonntag im Jahreskreis C

Weiter geht es heute im Evangelium dort, wo wir letzte Woche stehengeblieben sind. Jesus befindet sich noch immer in der Synagoge von Nazaret und predigt. Er hat das Prophetenwort ausgelegt: Jetzt erfüllt es sich, in ihm selbst. Denn er kommt von Gott.

Man kennt ihn, den Sohn des Zimmermanns Josef. Er ist kein Gelehrter, umso mehr staunt man über seine Worte. Jesus meint zu wissen, was hinter dem Staunen der Menschen steht, die ihn so gut kennen, und spricht es frei heraus an: Kann es sein, dass ihr das nicht glaubt? Traut ihr einem Zimmermann nicht zu, Prophet zu sein?

Es scheint das Schicksal eines Propheten zu sein, in seiner Heimat abgelehnt zu werden (ähnlich wie schon bei Elija und Elischa geschehen).

Was sagen wir dazu? Wer ist dieser Jesus für uns?

Februar 2022

6. Februar 2022: 5. Sonntag im Jahreskreis

Am Ufer des Sees Genesaret waren viele Menschen zusammengekommen, um Jesus zu hören, so auch einige Fischer, die ihrer Arbeit nachgingen. Jesus borgte sich eines der Fischerboote aus, um von dort aus zur Menge zu sprechen. Danach wies er den Fischer, der Simon hieß, an, weiter hinaus zu fahren und noch einmal zu fischen. Der Auftrag klang für die Fischer wenig erfolgsversprechend, hatten sie doch in der Nacht zuvor nicht viel Glück beim Fischfang gehabt (und bei Tag konnte man noch weniger Fische fangen). Aber es kam anders: Sie fischten so viel, dass sie zusammenhelfen mussten, um die übervollen Netze an Land zu bringen. Die Fischer staunten, ja erschraken, über das wunderbare Ereignis. Jesus hatte einen weiteren Auftrag an die Männer: Kommt mit mir und helft mir - werdet Menschenfischer! Und von da an gingen die Männer (Simon, Johannes und Jakobus werden namentlich genannt, vermutlich ist auch noch Simons Bruder Andreas dabei) mit Jesus.

In allen vier Evangelien hören wir zu Beginn von Jüngerberufungen. Jesus ist kein einsamer Verkünder, er sucht Gemeinschaft und Beziehung mit den Menschen. Die Gemeinschaft mit seinen engen Vertrauten bildet beispielhaft die große Gemeinschaft der Glaubenden ab, zu der auch wir gehören. Sie und wir dürfen Teilhaben an seinen Erfahrungen und daran (im Glauben) wachsen.

 

13. Februar 2022: 6. Sonntag im Jahreskreis

Am heutigen und an den nächsten zwei Sonntagen hören wir Worte Jesu aus der sogenannten „Feldrede“ (bei Lukas ist der Schauplatz in einer weiten Ebene am Fuße eines Berges). Zu Beginn stehen Seligpreisungen, die Jesus den Zuhörer*innen wie in einer Gedichtform vorträgt. Den vier Seligpreisungen stehen vier Weherufe gegenüber, die beim Kindergottesdienst auch ausgelassen werden können. Adressat*innen der Seligpreisungen sind die Jünger*innen, damit auch wir. Wir sollen uns freuen und glücklich schätzen, denn uns steht das Himmelreich offen.

 

20. Februar 2022: 7. Sonntag im Jahreskreis

Weiter geht es in der Rede Jesu: „Liebt eure Feinde!“ ruft er uns heute zu. Das klingt nach großer Herausforderung. Schauen wir genauer hin: Wir sind zur Nächstenliebe aufgerufen. Nächstenliebe ist Abbild der großen Liebe Gottes. Das ist es, was uns Christ*innen auszeichnet. Meinen Nächsten kann ich mir nicht aussuchen - einfach jede*r ist gemeint, daher dürfen wir in dieser Liebe nicht wählerisch sein. Es geht um Gutes tun, wo wir nichts zurückerwarten. Es geht um barmherzig sein, nicht um richten und urteilen. Es geht um das Durchbrechen der Gewaltspirale – es gibt auch einen anderen Weg als den des Hasses. Dieses grundsätzliche Anders-sein in unserem Zusammenleben ist es, was Christ*innen ausmacht. Da können wir auch heutzutage noch einiges lernen.

 

27. Februar 2022: 8. Sonntag im Jahreskreis

Als Abschluss der Feldrede stehen Bildworte. Es sind drei kurze Gleichnisse, aus denen man für den Kindergottesdienst auch eines auswählen kann. Das erste Bild spricht von einem Blinden, der einem anderen Blinden den Weg zeigen will. Das kann nicht gut gehen. Wer sich aber auf die Botschaft Jesu einlässt, wird sehend werden. Das zweite Bild weist darauf hin, zuerst sich selbst, seine Schwächen und Fehler zu sehen, bevor man über die Schwächen und Fehler des anderen herzieht (die Rede ist vom Balken und Splitter im Auge). Das dritte Bild spricht von den Früchten, die Bäume und Pflanzen hervorbringen: Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten. Das Handeln ist wichtig, das wissen wir schon. Es geht darum, dass jeder Mensch an seinen Taten bemessen wird. Nur Gott steht es zu, schlussendlich darüber zu urteilen. Dann steht das Reich Gottes offen.

Heute ist auch Faschingssonntag – einige passende Bausteine haben wir hinzugefügt.

März 2022

2.3.2022: Aschermittwoch C

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, die „österliche Bußzeit“. Sie dauert 40 Tage (Sonntage ausgenommen – die Zahl 40 symbolisiert in der biblischen Sprache immer eine Zeit der Vorbereitung auf Gottes Offenbarung). Wir sind in den kommenden 40 Tagen aufgerufen, uns ganz auf Ostern vorzubereiten. Nachzudenken über unser alltägliches Tun und Handeln, zu überlegen, ob wir einfach in unserem Leben weitermachen wie bisher, oder ob wir umkehren, Neuem Raum geben – so wie die Taufanwärter*innen der alten Kirche, die sich auf ihre Taufe in der Osternacht vorbereiteten und wie die Büßer*innen, die wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden wollten. Das Bestreuen mit Asche ist Ausdruck, dass wir alle zum Umkehren aufgerufen sind. Jeder Tag zählt, an dem wir Gutes tun und uns in die Nachfolge Jesu stellen. Besiegelt mit seinem Zeichen machen wir uns auf diesen Weg durch die Fastenzeit.

 

6.3.2022: 1. Sonntag der Fastenzeit C

Nach seiner Taufe im Jordan geht Jesus für 40 Tage in die Wüste, um sich auf sein öffentliches Wirken vorzubereiten. Die Wüste bedeutet Verzicht, Stille, Zu-sich-selber-Kommen, Unterscheidung und Neu-Ausrichten auf Gott. Diese Zeit wird für Jesus auch eine Zeit der Herausforderung und Versuchung, so hören wir heute. Der „Teufel“ fordert ihn heraus, sich zu entscheiden – für den einfacheren Weg? Jesus widersteht diesen Versuchungen und bekräftigt sein Ja zu Gott, das ihn durch Herausforderungen und Leid hindurch trägt.

 

13.3.2022: 2. Sonntag der Fastenzeit C

Wir hören heute im Evangelium von einem besonderen Ereignis, der „Verklärung Jesu“. Jesus steigt mit drei Begleitern auf einen Berg, um zu beten, wie es heißt. Wir wissen bereits aus alttestamentlichen Erzählungen, dass der Berg ein besonderer Ort, ein Ort der Gottesbegegnung, ist. Für die Beobachter Petrus, Johannes und Jakobus wird das himmlische Geschehen - das helle Licht, die Erscheinung der Propheten Mose und Elija, die Stimme Gottes - eine einzigartige Erfahrung und eröffnet ihnen eine ganz neue Sicht auf Jesus. Erst sind sie sprachlos und wollen den Moment festhalten, später, nach Ostern, erkennen sie den tieferen Zusammenhang und können nicht mehr schweigen über ihre Erfahrungen. In der Lesung hören wir von einer weiteren „Sternstunde“ – von Gottes Verheißung an Abraham. Lassen wir das Licht solcher Sternstunden auch durch uns leuchten!

 

20.3.2022: 3. Sonntag der Fastenzeit C

In der Lesung und im Evangelium finden wir heute „Gewächse“: JHWH gibt sich Mose im „brennenden Dornbusch“ zu erkennen. Jesus erzählt das Gleichnis von einem Feigenbaum, der keine Früchte trägt. Gott ist wie der Gärtner, der den Baum düngt und pflegt, damit er im nächsten Jahr doch noch Feigen tragen kann. Wir sind manchmal wie der Obstbaum. Gott hat Geduld mit uns und wartet auf unsere Früchte.

 

27.3.2022: 4. Sonntag der Fastenzeit C (Laetare)

Jesus will seinen Zuhörer*innen vermitteln, wie Gott ist – heute erzählt er deshalb die Geschichte vom verlorenen Sohn und barmherzigen Vater. So wie der Vater in der Geschichte ist, ist Gott: er lässt einem Erfahrungen machen, er verurteilt nicht, hält am Ende keine Moralpredigt, sondern öffnet seine Türen voll Freude und geht jedem*jeder entgegen, der*die wiederkommt. Bei uns und in unseren Familien kann sich etwas von diesem Verhalten wiederspiegeln, gerade auch in Zeiten der Herausforderung. Manchmal fühlen wir uns wohl eher wie der andere Sohn, der zuhause geblieben ist. Auch er kann umkehren, selbst wenn er nicht einmal weggegangen ist. Dann kann er sich ebenfalls freuen und das Fest mitfeiern.

April 2022

03.04.2022 5. Sonntag der Fastenzeit C

Am letzten Fastensonntag hören wir das Evangelium von einer Frau, die „beim Ehebruch ertappt worden war“ und zu Jesus gebracht wird. Einige Gegner Jesu wollen ihm damit eine Falle stellen. Die Frau selber hat für die, die sie aufgegriffen haben, so wenig Bedeutung, dass sie nicht einmal beim Namen genannt wird. Wir wissen auch sonst nichts weiter über ihre „Tat“, nur, dass sie dafür die Todesstrafe durch Steinigung erhalten soll, wie es im Gesetz steht. Die Ältesten und Schriftgelehrten kennen selber genau das Gesetz und wollen von Jesus seine Meinung dazu hören. Sie wollen ihn in die Enge treiben, um ihn verklagen zu können. Ist Jesus nämlich gegen die Todesstrafe, stellt er sich gegen das Gesetz. Ist er für die Anwendung der Strafe, so wie es das Gesetz vorsieht, steht er im Widerspruch zu seiner zentralen Botschaft der Liebe Gottes. Jesus lässt sich nicht bedrängen, kritzelt stattdessen weiter im Sand. Die Schriftgelehrten lassen nicht locker und bestehen auf eine Antwort. Jesus fordert sie auf, die vorgesehene Strafe selbst zu vollstrecken – aber mit einer Bedingung: nur jene, die ohne Sünde sind, dürfen einen Stein werfen. Er lenkt damit den Blick von der Angeklagten auf die Ankläger, die nun mit sich selbst und ihrer eigenen Sündhaftigkeit beschäftigt sind. Als Sünder hat keiner das Recht, andere zu richten. Jesus verurteilt nicht, verlangt kein Geständnis. Er zeigt einen neuen Weg auf, gibt der Frau die Chance, neu zu beginnen. Jesus will als Messias nicht das Gesetz aufheben, sondern es mit Liebe, Verständnis und Barmherzigkeit erfüllen. Er legt die Frau (und jede*n von uns) nicht auf Vergangenes, Fehler und Versagen fest – er hilft, dieses zu überwinden und einen neuen Anfang zu machen.

 

10.04.2022 Palmsonntag C

Jesus zieht in Jerusalem ein, begleitet von seinen Jünger*innen und bejubelt wie ein König. Als König und Retter, der den Frieden bringen will, bescheiden, reitend auf einem jungen Esel. Wir erkennen Zusammenhänge mit dem Anfang des Lukasevangeliums - der Verkündigung der Weihnachtsbotschaft durch die Engel: Frieden im Himmel und auf Erden und Ehre in der Höhe! Jesu Bestimmung als „Heiland“ erfüllt sich. Bald wird der Jubel jedoch verstummen, die Stimmung kippt, einige Tage später wird nur mehr seine Hinrichtung verlangt. Diese Spannung wird schon heute am Beginn der „Heiligen Woche“ in der Liturgie deutlich—nach der Erzählung vom Einzug in Jerusalem wird die Passionsgeschichte gelesen.

 

14.04.2022 Gründonnerstag C

Am Gründonnerstag beginnen die „drei heiligen Tage“. Die liturgischen Feiern dieser Tage hängen zusammen, sind wie ein einziger Gottesdienst zu sehen. Es sind die wohl wichtigsten Feiern im Kirchenjahr. Der Gründonnerstag ist liturgisch gesehen sehr reich und vielfältig: Die Fußwaschung als Dienst der Freundschaft und Liebe an dem*der Nächsten. Die Einsetzung der Eucharistie beim Abendmahl—wir feiern, dass Jesus sich selbst in Brot und Wein schenkt und in diesen heiligen Zeichen bis heute unter uns ist. Und das nächtliche Beten und Wachen im Garten Getsemani.

 

15.04.2022 Karfreitag C

Jesus Todestag ist ein Trauertag, geprägt von der Stille und vom Aushalten des Kreuzes, des Leides. Daran führt kein Weg vorbei, wenn wir Ostern feiern wollen. Durch das Kreuz hindurch geht es zum Leben. Unser eigenes Leid ist manchmal besser zu ertragen, wenn wir wissen, dass wir nicht alleine sind—wir fühlen uns verbunden mit Jesus, der am Kreuz für uns gestorben ist. Der Schwerpunkt beim Leiden Jesu ist nicht, dass es eine historische Erzählung ist, sondern dass es eine Verbindung mit unserem Leben gibt. Für Kinder soll der Blick schon auf die Auferstehung hin gelenkt werden—die letzte Station soll nicht der Tod Jesu sein, sondern die Tatsache, dass sein Leben und Wirken weitergehen.

 

17.04.2022 Ostern C

Jesus lebt! Diese Botschaft ist unfassbar—für die Jünger*innen damals, wie für uns heute. Hoffnungen wurden zerstört, es schien alles aus und vergeben zu sein. Aber das leere Grab zeigt uns: Jesus ist nicht mehr da – er ist auferstanden vom Tod und mitten unter uns! Das Leben geht woanders weiter. Wir spüren es, so wie die Emmaus-Jünger am Ostermontag. Auch wir erfahren in unserem Leben den auferstandenen Jesus. Wir begegnen ihm in seinem Wort, in der Eucharistie, in der versammelten Gemeinde beim Gottesdienst. Wir feiern die frohe Botschaft von der Auferstehung besonders zu Ostern, aber auch jeden Sonntag das ganze Jahr über: Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest!

 

24.04.2022 2. Sonntag der Osterzeit (Weißer Sonntag)

Der „ungläubige“ Apostel Thomas ist wohl einer der bekanntesten Figuren rund um Ostern und wirkt sehr „modern“. Er begreift die Auferstehung im wahrsten Sinne des Wortes erst, als er vom Auferstandenen eingeladen wird, ihn anzugreifen. Wir sind wie Thomas ebenfalls die, die den Auferstandenen nicht mit eigenen Augen gesehen haben. Fragen und Zweifel zu haben, gehört zum Glauben dazu. Jesus nimmt auch uns ernst, gibt uns Zeit, hilft uns, damit auch wir zum Glauben an ihn kommen, so als hätten wir ihn persönlich getroffen. Der Friedensgruß des Auferstandenen „Der Friede sei mit euch!“ steht heute ebenfalls im Mittelpunkt.

Mai 2022

01.05.2022 3. Sonntag der Osterzeit

Nach dem Tod Jesu sind seine Freund*innen in ihr „altes“ Leben zurückgekehrt – was hätten sie sonst tun sollen? Was bleibt ihnen denn jetzt, den Nachfolger*innen Jesu, da ihr Meister gestorben ist? Die ehemaligen Apostel rund um Petrus arbeiten wieder als Fischer; das haben sie gelernt, da fühlen sie sich sicher. Doch der Erfolg will sich nicht einstellen – wieder einmal bleiben die Netze leer. Da ruft ihnen einer vom Ufer aus zu: Probiert es doch noch einmal, auf der anderen Seite! – Kommt uns das nicht bekannt vor? Ein Netz voll mit Fischen ziehen sie an Land, wo der Mann bei Feuer und einer kleinen Stärkung auf sie wartet. Da erkennen sie den Auferstandenen. Vertrauen und Mut der Jünger scheinen langsam wieder zu kommen. Besonders bei Petrus, der von Jesus noch mit seinem eigenen Versagen (Verleugnung) konfrontiert wird. Nun ist Petrus bereit für den Neubeginn – als Menschenfischer. Das Schlusswort von Jesus ermutigt auch uns: Folge mir nach! – Auch wenn Jesus nicht mehr sichtbar ist, er wird da sein und uns stärken!

 

08.05.2022 4. Sonntag der Osterzeit

Die Freund*innen von Jesus haben erfahren, dass Gott Jesus auferweckt hat. Er ist nicht mehr sichtbar bei ihnen, aber trotzdem nahe. Im Evangelium springen wir heute zu einer Stelle zurück, vor dem Tod Jesu: Jesus erzählt seinen Freund*innen im Tempel von Gott und wie dieser ist: Wie ein guter Hirte. Im Licht von Ostern hören wir die Aussage noch einmal anders, klarer. Der gute Hirt beschützt seine Schafe, sorgt für sie, lässt sie nicht alleine. Wir gehören zur Herde des guten Hirten und können uns sicher sein: Er wird uns immer schützen und begleiten.

 

15.05.2022 5. Sonntag der Osterzeit

Nach der Fußwaschung beim letzten Abendmahl hat Jesus seinen Freund*innen sein „Testament“ mitgegeben. Der zentrale Punkt seines Vermächtnisses ist dieser: Liebt einander! Daran werden alle erkennen, dass ihr zu mir gehört. – So wie Gott Jesus liebt und so wie Jesus wiederum seine Jünger*innen liebt und zu ihnen hält, egal was kommt, so sollen auch sie (wir) untereinander lieben. Das ist die einzige und wichtigste Richtschnur für die Jünger*innen.

 

22.05.2022 6. Sonntag der Osterzeit

Jesus hält seine „Abschiedsrede“ weiter, am Abend vor seiner Verhaftung. Wir hören ein Stück daraus heute im Evangelium. Jesus verspricht seinen Jünger*innen ein „Abschiedsgeschenk“ – den Heiligen Geist. Ein ungewöhnliches Geschenk, man kann es nicht sehen – aber spüren. Durch diesen Heiligen Geist wird Jesus immer da sein, mit seinen Freund*innen in Verbindung bleiben, auch wenn er gestorben ist; ihnen helfen, wenn sie nicht weiter wissen, sie stärken und ihnen nahe sein. Dann wird auch der umfassende Friede von Gott, Schalom, Wirklichkeit werden. Das ist die Bedeutung der Osterbotschaft auch für uns: Jesus ist dort gegenwärtig, wo wir nach ihm handeln. Mit dem Beistand des Heiligen Geistes wird er für immer in der Welt sein. Seine Botschaft aktuell zu halten und zu verkünden ist unsere Aufgabe.

 

26.05.2022 Christi Himmelfahrt

40 Tage nach dem Ostersonntag feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt. Wir hören das Ende des Lukasevangeliums. Der Auferstandene nimmt seine Jünger*innen mit, hinaus aus der Stadt Jerusalem. Dort segnet er sie und verspricht ihnen die Kraft „von oben“, damit sie zu Verkünder*innen werden können. So wie er es schon in seiner Abschiedsrede (die wir letzte Woche gehört haben) versprochen hat. Vor ihren Augen wird er dann zum Himmel hochgehoben und in die Nähe Gottes hineingenommen. Auch uns braucht er als Verkünder*innen, als Zeug*innen in der Welt, um den Menschen von ihm zu erzählen, sein Tun weiterzuführen und dadurch diese Nähe zu Gott erfahrbar werden zu lassen.

 

29.05.2022 7. Sonntag der Osterzeit

Nach seiner Abschiedsrede beim letzten Abendmahl (die der Evangelist Johannes uns auch schon an den letzten Sonntagen überliefert hat) betet Jesus zu Gott und bittet für seine Freund*innen und alle Menschen, die an ihn glauben. Sie liegen ihm alle am Herzen. Alle sollen eins sein und auch nach seinem Tod mit ihm und mit Gott verbunden bleiben. Auch wir gehören zu dieser großen Gemeinschaft.

Juni 2022

05.06.2022 Pfingsten

Nach seiner Himmelfahrt ließ Jesus die Menschen nicht allein. Wir feiern 10 Tage später (am 50. Tag nach Ostern) das Pfingstfest – das Fest des Heiligen Geistes, den Abschluss des Osterfestes, den „Geburtstag“ der christlichen Kirche.

Der biblische Bericht über das Pfingstereignis findet sich in der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte. Nach Ostern waren die Jünger*innen mutlos und ängstlich – heute kommt etwas in Bewegung: Gottes Geist bewegt, lässt Neues entstehen, aus etwas Kleinem wird plötzlich etwas Großes: der Glaube an den Auferstandenen breitet sich aus, Gemeinde entsteht. Die Kraft des Geistes lässt die Freund*innen Jesu aufbrechen und hinausgehen, um der ganzen Welt von Jesus und seiner frohen Botschaft zu erzählen. Zu Pfingsten sind wir eingeladen, unseren Glauben zu feiern und zu bestärken. Der Geist Gottes ist auch uns ein Beistand und Begleiter.

 

12.06.2022 Dreifaltigkeitssonntag

Christ*innen glauben an einen Gott, der sich auf drei verschiedene Arten den Menschen zeigt: als Vater, der alles geschaffen hat, als Sohn Jesus Christus, der als Mensch geboren wurde, und als der Hl. Geist, der Kraft und Begleiter ist. Am Sonntag nach Pfingsten feiern wir das Fest der Dreifaltigkeit (Trinitatis).

 

16.06.2022 Fronleichnam - Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Das Fronleichnamsfest steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag. Jesus als Brot des Lebens steht im Mittelpunkt. Bis heute ist Jesus in der Eucharistie, im Brot und Wein, gegenwärtig. Wir sind zu seinem Tisch eingeladen. Er will uns so immer nahe sein und uns stärken. Wir feiern dies und wollen es allen zeigen: Jesus ist das Brot für unser Leben.

 

19.06.2022 12. Sonntag im Jahreskreis C

Für wen halten mich die Leute? Diese Frage beschäftigt Jesus im heutigen Evangelium. Er möchte wissen, was die Leute so von ihm denken. Alle Antworten, die genannt werden, sind wichtig und richtig. Aber es gibt noch mehr, auch wir können uns persönlich die Frage stellen: Wer ist nun dieser Jesus für mich? Was hat er so ganz konkret mit meinem Leben/ mit mir zu tun?

 

26.06.2022 13. Sonntag im Jahreskreis C

Im Lukasevangelium sind die Fragen „Wer ist Jesus“ und „Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen“ wichtig. Über die erste Frage haben wir letzten Sonntag nachgedacht. Heute geht es um die—vielleicht noch schwierigere—zweite Frage.

Jesus selbst erfuhr Ablehnung, sein Weg war der eines leidenden Messias. Er weiß, dass sein Weg nicht leicht ist. Wer ihm nachfolgen will, muss wie er auf Gewalt verzichten und Unannehmlichkeiten und sogar Leid annehmen.

Juli 2022

Juli 2022 (14.-18. Sonntag im Jahreskreis C)

Die Evangelien im Juli erzählen von Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes. Sie zeigen verschiedene Aspekte des „Jünger*in seins“, und wie das Reich Gottes durch unser Handeln Wirklichkeit wird. Wir finden bekannte Bibelstellen vor, zB. das Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder den Besuch bei Maria und Marta.

August 2022

August 2022 (19.-22. Sonntag im Jahreskreis C, Maria Aufnahme in den Himmel)

An den August-Sonntagen geht es einmal mehr darum, wie das Reich Gottes zu verstehen ist und was wir dazu beitragen sollen. Das bekannte Zitat „Die Letzten werden die Ersten sein“ finden wir in einem Evangelium.

Am Feiertag „Mariä Himmelfahrt“ steht die Mutter Jesu im Mittelpunkt. Wir feiern, dass an Maria das geschehen ist, worauf wir ebenfalls hoffen—die Aufnahme in den Himmel.

Events
Sun., 14. August 2022 10:00
Jugendpilgerwoche - 14.-20. August 2022
Fri., 09. September 2022 18:00
Mini-Jahresstart und 20 Jahre Minis

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Martin Krizek


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