Thursday 9. December 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Mt 11,7b.11-15 Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über...

Blitzlicht 8.12.2021 „Unbefleckte Empfängnis“

 

Gottesdienst um 10:00

Also, der Lockdown hat auch etwas Gutes. Heuer entfällt die alljährliche Debatte, ob am 8. Dezember die Geschäfte offen bleiben oder geschlossen sind. Maria Empfängnis ist übrigens nur in Österreich, Spanien (und daher in mehreren südamerikanischen Ländern), in Malta und mehreren Schweizer Kantonen ein Feiertag.

 

Der Tag liegt genau 9 Monate vor Maria Geburt, hat also nur sehr indirekt etwas mit Weihnachten zu tun. (9 Monate vor Weihnachten ist das Fest Maria Verkündigung, aber das ist kein Feiertag, obwohl der Evangelist Lukas ausführlich davon erzählt.)

 

Für das Fest Maria Empfängnis gibt es keinerlei biblische Grundlagen. „Informationen“ über Kindheit und Jugend Marias stammen ausschließlich aus apokryphen Schriften, in diesem Fall aus dem „Protoevangelium des Jakobus“, das erst in der zweiten Hälfte des 2. Jh. entstand. Als Autor nimmt man einen Heidenchristen an.

 

Das Werk war überaus beliebt und wurde bald in zahlreiche Sprachen übersetzt. Allein die 169 slawischen Fassungen des Textes machen das Interesse an ihm deutlich. Im Dekretum Gelasianum (benannt nach Papst Gelasius, entstanden um 500) wurde es als unecht verurteilt und den apokryphen Schriften zugerechnet. Diesem Urteil schloss sich auch das Konzil von Trient an. Doch vieles aus dieser Schrift floss in die Legenda aurea (eine Sammlung von Heiligengeschichten aus dem 13. Jh) ein und wurde auf diesem Wege zu einem festen Bestandteil abendländischer Bildung.

Die Schrift schildert die Geburt Marias als Tochter von Anna und Joachim nach langer, kinderloser Ehe, ihre Jugend als Tempeljungfrau im Jerusalemer Tempel und vieles mehr, vor allem über die Jungfräulichkeit Marias. Davon, dass Maria ohne Erbsünde empfangen wurde, ist allerdings keine Rede.

Erst das Konzil von Basel erklärte 1439, dass durch einen besonderen Akt der Prävention Maria niemals von der Erbsünde befleckt wurde. 1477 führte Papst Sixtus IV. das Hochfest in Rom ein, 1708 wurde es durch Clemens XI. für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben, doch ein Dogma ist der Glaube an die Unbefleckte Empfängnis erst seit 1854.

Nicht erst heute gibt es Einwände gegen die Immaculata-Lehre - prominente Gegner waren Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus und Thomas von Aquin.

 

 

Eva R.

 

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

Regelmäßige Gottesdienste

Mo-Sa 12:30 (englisch)

Mi und Sa 17:30 (englisch)

So 10:00 (deutsch) 13:30 (englisch)

 

Kinderwortgottesdienste


 

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1220 Wien

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