Tuesday 18. May 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Joh 17,1-11a In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und...

Blitzlicht: Propheten Jeremia

 

 

1. Lesung: Jer 31,31-34

 

Über den Propheten Jeremia wissen wir relativ viel: er wurde im 13. Regierungsjahr König Joschijas (s. Jer 1,2) als Prophet berufen, das war etwa das Jahr 626 oder 627 v. Chr. Er predigte dem Volk, um Israels Bekehrung und Umkehr zu JHWH zu erwirken und prophezeite jahrelang den Untergang Jerusalems und des Tempels, der ja 586 v. Chr. durch den babylonischen König Nebukadnezar II tatsächlich eintrat. Im biblischen Jeremiabuch ist die letzte Nachricht seine Verschleppung nach Ägypten. Spätere nicht-kanonische Schriften erzählen von seinem Leben dort und seinem Tod durch Steinigung ca. 580 v. Chr. Das Buch ist eine wichtige Quelle für die Geschichte des ausgehenden Königtums im Südreich Juda.

 

Jeremia stammt aus Anatot, dessen Bewohner ihm das Auftreten als Prophet ausreden wollen (Jer 11,18-23). Er bezeichnet sich als Sohn des Priesters Hilkija (Jer 1,1).

 

Verschiedene Teile des Buches lassen sich der Form nach klar unterscheiden: Prophetenworte Jeremias, psalmenartige Abschnitte sowie eingeschobene Erzählungen und Berichte über Jeremia und sein Auftreten. Die meisten Sprüche sind drohend bzw. warnend. Nur die Kapitel 30–35 sind tröstende Heilsworte, die meist mit „So spricht der HERR“ oder „Spruch des HERRN“ eingeleitet werden. Diese Verheißungen wirken über ihren historischen „Sitz im Leben“ im babylonischen Exil hinaus. So bezog sich zum Beispiel später die Qumran-Gemeinschaft auf einen neuen Bund, und auch die christliche Neuinterpretation ist uns natürlich bekannt, denn das ganze „Neue Testament“ hat seinen Namen vom „neuen Bund“. Auch die „Einsetzungsworte“ in der Fassung von Lk 22,20 und 1 Kor 11,25 spielen auf den neuen Bund (Jer 31,31) an: „Dies ist der neue Bund in meinem Blut ...“ (Die Einsetzungsworte bei Markus und Matthäus verweisen dagegen auf den ursprünglichen Sinaibund, der - wie Jeremia sagt - von den Menschen gebrochen, aber von Gott nie gekündigt wurde.)

Eva R.

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

„Wenn wir Gott unsern Vater nennen, müssen wir uns auch als Söhne Gottes verhalten.“
hl. Cyprian
Teilgemeinde Donaucitykirche
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1220 Wien

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