Wednesday 12. May 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Joh 16,12-15 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles...

Blitzlicht: Auferstehungserzählungen

 

 

Am Anfang war, wie so oft, der heilige Paulus. Aber eigentlich war er nur der Erste, von dem wir ein schriftliches Zeugnis haben.

 

Er leitet sein Auferstehungsbekenntnis ein mit den Worten: „Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe“, d.h. schon Jahre bevor Paulus seine Briefe verfasste, gab es Christen, die von ihren Begegnungen mit Jesus erzählten: „Er ist am dritten Tag auferweckt worden … und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich … Zuletzt erschien er auch mir.“ (1 Kor 15, 3-8)

 

Und diese Begegnung mit Christus, Paulus’ Damaskuserlebnis, wohl nur ein oder zwei Jahre nach dem Tod Jesu, prägte sein ganzes weiteres Leben.

 

Zunächst verbreitete er die Botschaft, sein „Evangelium“ mündlich, erst später zwang ihn die räumliche Entfernung von „seinen“ Gemeinden zu schriftlichen Äußerungen. Der Korintherbrief wurde vermutlich zwischen 52 und 54 in Ephesus verfasst. Und was wir als Ersten Korintherbrief kennen, ist zumindest das zweite Schreiben an diese Gemeinde, denn 1 Kor 5,9 spricht von einem früheren Brief, der aber leider verloren gegangen ist.

 

Ein bisschen trocken ist dieses Auferstehungsbekenntnis: „er erschien“.Wie war das wirklich? Was genau ist da passiert? Da wollten die Meenschen Genaueres wissen.

 

Das Markusevangelium, fast 20 Jahre nach den ersten Paulusbriefen entstanden, bringt die erste Ostererzählung: drei Frauen finden das Grab leer. Ein junger Mann erklärt ihnen, dass Jesus auferstanden ist und schickt sie nach Galiläa. Sie erzählen (zunächst) niemand von diesem Erlebnis.

 

Schon im 2. Jh. war man damit unzufrieden und fügte einen zweiten Schluss hinzu (Mk 16,9-20): Der Auferstandene erscheint Maria von Magdala, dann zwei Jüngern, die unterwegs aufs Land sind. Und alle, denen er erschienen ist, erzählen von dieser Begegnung.

 

Die Evangelien der Osterzeit kreisen um dieses Thema der Auferstehung. Die Texte – auch das heutige Evangelium - sind keine Berichte, sondern Ausgestaltungen einer Ostererfahrung – eines inneren Erlebens, das erzählerisch gestaltet wird, um anderen diese Erfahrung zugänglich zu machen. Sie sind, wie der Neutestamentler Hans Kessler es formuliert, „Veranschaulichungen des Unanschaulichen“.

 

Eva R.

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

"Ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in Dir.“
Augustinus
Teilgemeinde Donaucitykirche
Donau-City-Straße 2
1220 Wien

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