Mittwoch 18. Juli 2018

Predigt 2.Sonntag, 14.01.2018

 

Liebe Schwestern und Brüder, unter den vielen Fragen, die mir als Priester gestellt werden, kommt oft die Frage, warum ich Priester geworden bin. Es ist nicht leicht, eine solche Frage zu beantworten. Die Berufung ist immer eine persönliche Geschichte, wie in der ersten Lesung oder im heutigen Evangelium. Der Heilige Johannes der Täufer hat zwei seiner Jünger auf Jesus aufmerksam gemacht, und sie sind Jesus gefolgt. Wie eindrucksvoll musste dieses Treffen mit Jesus gewesen sein, dass die zwei Jünger des Johannes plötzlich Jünger Jesu geworden sind, und dann ist alles weiter gegangen: einer von den Jüngern hat alles seinem Bruder erzählt, und er ist als Petrus auch Jünger Jesu geworden. Der Evangelist beschreibt genau die Stunde des Geschehens. Es ist ein Beweis, dass das Ereignis sehr wichtig war. Es war auch wirklich sehr wichtig, weil diese Stunde, dieses Treffen mit Jesus, ihr Leben ganz verändert hat. Es war ein Wendepunkt in ihrem Leben. Seitdem waren sie mit Jesus und seiner Lehre eng verbunden. Ihr Leben war auf Jesus hin orientiert. Jesus änderte auch den Namen des Simon: „Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.“ Für uns hat heutzutage ein Name nicht so eine große Bedeutung wie damals. In der Bibel hat ein Name seine Bedeutung, der Name soll den Charakter des Menschen beschreiben. Petrus heißt: ein Fels, und er sollte wirklich ein Fels in der Kirche Jesu sein, nämlich sicher und stabil. Auf dem Fels hat Jesus seine Kirche gebaut. Das Treffen mit Jesus hat das Leben der Apostel geändert. Von da an war den Aposteln nichts so wichtig wie Jesus und die Verkündigung seines Evangeliums. Ähnlich ist es im Leben jedes Priesters. Sie haben auch die Stimme Jesu gehört, und sie sind ihm nachgefolgt. Die Stimme ist meistens nicht so eindeutig wie die bei Samuel, aber trotzdem haben viele die Berufung gespürt. Bei manchem ist es ganz klar, andere haben vielleicht Schwierigkeiten beim Verstehen, dass Gott zu ihnen spricht. Der junge Samuel hat auch gedacht, dass die Stimme, die er gehört hat, die Stimme von Eli war. Manchmal braucht auch der Berufene eine Hilfe, eine Erklärung bei der Entscheidung Jesus nachzufolgen. Die Entscheidung ein Priester zu sein, ist nicht leicht zu treffen, weil sich das ganze Leben ändert. Sie hat weitgehende Konsequenzen. Ganz selten ist auch die Berufung so spektakulär wie in der ersten Lesung bei Samuel. Manchmal sind das lange Stunden - Tage - sogar Jahre des Nachdenkens und des Zweifelns. Man muss sich das gut überlegen, bevor man diese Entscheidung trifft. Eines ist sicher, wenn jemand, der berufen wurde, „Ja“ sagt, bei dem beginnt ein schönes Abenteuer, dessen Ziel die Verkündigung des Evangeliums ist und gemeinsam mit Jesus durch das Leben zu gehen. Nicht immer ist alles leicht und problemlos. Die zwei Apostel haben Jesus getroffen. Die Freude war so groß, dass sie die Freude nicht nur für sich behalten konnten. Sie haben das weiter erzählt. Es ist auch die Aufgabe der Priester, die Freude der Begegnung mit  Jesus weiter zu geben, aber es ist nicht nur die Aufgabe der Priester, es ist auch die Aufgabe für uns alle, als Christen, die Frohe Botschaft Jesu weiter zu tragen, besonders für Euch liebe Eltern. Ihr sollt für eure Kinder die Apostel des Glaubens sein, nicht nur durch Worte und  durch Mahnungen, sondern durch euer eigenes Beispiel, damit die Kinder spüren, dass Christ-sein viel Freude bringt und auch glücklich macht. Amen.       

Pfarre Oberaspang
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Kirchenplatz 6
2870 Aspang

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