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Bischofsvollversammlung der katholischen Ostkirchen 2026 in Ungarn

 

Wiener Tagung ging am Donnerstag zu Ende - Im September 2026 lädt die griechisch-katholische Kirche in Ungarn nach Mariapocs

 

Wien, 12.09.2025 (KAP)

 

Mit einer Göttlichen Liturgie im Wiener Stephansdom ist am Donnerstag die diesjährige Vollversammlung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen Europas zu Ende gegangen. 2026 wird das Treffen von 15. bis 18. September im ungarischen Mariapócs stattfinden, wie aus dem Abschlusskommuniqué der Wiener Versammlung hervorgeht.

 

 

Die Versammlung hatte am Montag in Wien begonnen und fand auf Einladung von Kardinal Christoph Schönborn statt. Sie stand unter dem Generalthema "Einheit in Vielfalt" und setzte sowohl innerkirchliche als auch gesellschaftspolitische Akzente. Zu den zentralen Programmpunkten zählten Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik im Wiener Rathaus und im Erzbischö__ichen Palais. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Beitrag die Kirchen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, für Frieden und Versöhnung in Europa leisten können und wie Politik und Kirchen dabei zusammenarbeiten. Liturgischer Höhepunkt der Bischofsversammlung war Mittwochabend eine Göttliche Liturgie im Wiener Stephansdom, die auch live auf ORF III übertragen wurde.

Laut dem Abschlusskommuniqué berieten die Bischöfe etwa über kirchenrechtliche Verfahrensfragen und Fragen der Ritus-Zugehörigkeit. Zudem solle in der Priesterausbildung ostkirchlichen Traditionen und Realitäten künftig mehr Gewicht beigemessen werden. Weitere Details wurden nicht bekanntgegeben.

 

Die Vollversammlung der Bischöfe der katholischen Ostkirchen Europas steht unter der Schirmherrschaft des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und findet jedes Jahr in einem anderen Land statt.

 

23 katholische Ostkirchen

 

Als katholische Ostkirchen werden eigenständige Kirchen ("Ecclesiae sui iuris"- Kirchen eigenen Rechts) bezeichnet, die aus Ortskirchen des östlichen Christentums entstanden sind, also aus orthodoxen oder orientalisch-orthodoxen Kirchen, und im Laufe der Zeit mit Rom eine Union eingegangen sind. Alle katholischen Ostkirchen anerkennen den Papst als Oberhaupt, besitzen aber zugleich unterschiedlich ausgeprägte innerkirchliche autonome Rechte. Sie haben ihr eigenes Kirchenrecht, festgehalten im 1990 erschienenen Codex Canonum Ecclesiarum Orientalum (CCEO) und erweitert um jeweils spezifische eigene Regelungen.

 

Die katholischen Ostkirchen feiern ihre Gottesdienste nach ihrem eigenen Ritus. Dieser kann byzantinisch, westsyrisch, ostsyrisch, koptisch oder armenisch sein. In fast allen katholischen Ostkirchen gibt es verheiratete Priester, die Sakramentenpraxis unterscheidet sich in einigen Details von jener in der römisch-katholischen Kirche, teilweise gibt es auch unterschiedliche theologische Lehrinhalte.

 

Gerade durch die Migrationsbewegungen der letzten zehn Jahre - ausgelöst vor allem auch durch die dramatische Situation im Nahen Osten und in der Ukraine - sind viele Gläubige katholischer Ostkirchen in den Westen gekommen, was große Herausforderungen für diese Kirchen in der sogenannten Diaspora mit sich gebracht, zugleich aber auch ihre Bekanntheit gesteigert hat.

 

Die Kirchen werden entsprechend ihrem Status als Patriarchatskirchen (mit einem Patriarchen an der Spitze), Großerzbischöfliche Kirchen (mit einem Großerzbischof an der Spitze), Metropolitankirchen (mit einem Metropoliten an der Spitze), sowie in Eparchie- bzw. Exarchatskirchen und solche ohne eigenständige Hierarchie eingeteilt. Gerade im Blick auf Letzteren gibt es keine rechtsverbindliche Aufzählung der Kirchen, weshalb die Zahl 23 auch nicht ganz eindeutig ist. Manche Experten setzen sie höher an.

 

Eine kirchenrechtliche wie auch pastorale Besonderheit sind zudem sogenannte Ostkirchenordinariate, in denen in westlichen Ländern einige der Ostkirchen zusammengefasst sind und unter der Letztverantwortung eines römischkatholischen Ortsbischofs stehen. Ein solches Ostkirchenordinariat besteht in Österreich, in ähnlicher Form auch in Argentinien, Brasilien, Frankreich, Griechenland, Rumänien und Spanien.

 

Aufwertung der unierten Kirchen

 

Den abschließenden Fachvortrag am Donnerstag hatte als Gast der Wiener Ostkirchenexperte Prof. Thomas Nemeth gehalten. Er erinnerte daran, dass die katholischen Ostkirchen in der Habsburgermonarchie eine beachtliche Größe darstellten. Zwischen 1775 und 1918 studierten zudem nach heutigem Wissensstand ca. 1.200 griechisch-katholische Kandidaten in Wien. Aus diesem Pool seien wichtige Vertreter europäischer Eliten hervorgegangen. Wie Nemeth ankündigte, plant er, diese Personen in einem Forschungsprojekt zu erfassen und ihre Netzwerke zu erforschen. Nemeth ist Leiter des Fachbereichs für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens der Katholischtheologischen Fakultät der Universität Wien.

 

 

Gegenüber Kathpress hielt Nemeth fest, dass die Vollversammlung zur Sichtbarkeit der katholischen Ostkirchen in Österreich beigetragen habe, "die doch lange Zeit gegenüber den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen in der Wahrnehmung vernachlässigt wurden". Die verschiedenen Gottesdienste hätten eine innerkatholische Vielfalt deutlich gemacht.

 

Die Veranstaltungen in Wien hätten zudem gezeigt, "dass katholische Ostkirchen etwa mit Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk Persönlichkeiten haben, die zu politischen und gesellschaftlichen Themen, wie dem Krieg Russlands gegen die Ukraine, etwas zu sagen haben". Daher seien auch die politischen Begegnungen ein wichtiges Zeichen für die Rolle von Kirchen in der Öffentlichkeit gewesen.

 

Das Ordinariat für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich habe sich als "eine tragfähige und einende Institution" gezeigt, auch dank der umsichtigen Leitung durch Kardinal Christoph Schönborn und Generalvikar Yuriy Kolasa.

 

Nemeth: "Die katholischen Ostkirchen sind besonders in der Diaspora mit Herausforderungen konfrontiert, auch was das Verhältnis zur lateinischen Kirche betrifft. Nicht nur in Hinblick auf die Autonomie katholischer Ostkirchen, sondern auch auf die katholisch-orthodoxen Beziehungen bleibt es spannend, ob Rom eher auf einen flexiblen Umgang mit aktuellen Fragen oder auf Direktiven setzt."

 

© 1947-2025 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich

 

Weitere Infos:

Abschlusskommuniqué der Wiener Vollversammlung CCEE

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