Österreich: Schewtschuk plädiert für Diplomatie und Friedenslösung - Vatican News
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29.10.2026
Wenn der Krieg als schwerer Verstoß gegen Gott und die Menschenwürde verurteilt werde, müsse die Alternative in der Diplomatie liegen, erklärte Schewtschuk am Rande der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Salzburg. Voraussetzung dafür seien gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft zum Zuhören. Auf russischer Seite zeige sich derzeit jedoch eine Unterordnung diplomatischer Beziehungen unter militärische Entscheidungen.
In der Debatte über mögliche territoriale Zugeständnisse verwies Schewtschuk auf die ukrainische Verfassung. Entscheidungen über die Abtretung von Landesteilen lägen nicht in der alleinigen Verantwortung des Präsidenten, sondern bedürften eines Referendums der Bevölkerung. Die Befindlichkeit der Menschen in den seit 2014 besetzten Gebieten müsse dabei berücksichtigt werden.
Netzwerk horizontaler Strukturen
Die ukrainische Gesellschaft charakterisierte Schewtschuk als ein Netzwerk horizontaler Strukturen, während das russische System hierarchisch organisiert sei. Angesichts der kriegsbedingten Belastungen komme der Kirche eine verbindende Funktion innerhalb der Bevölkerung zu, die auch von den politischen Verantwortlichen anerkannt werde.
Als Beispiel für funktionierende diplomatische Bemühungen nannte der Großerzbischof die humanitären Initiativen des Heiligen Stuhls. Nach Gesprächen von Papst Leo XIV. mit dem russischen und dem ukrainischen Präsidenten sowie weiteren diplomatischen Kontakten gilt seit Dienstag eine örtliche Waffenruhe in der besetzten südukrainischen Stadt Oleshky zur Absicherung von Hilfslieferungen und Evakuierungen.
Quelle: Vaticannews
