„Da kommt der Hans von der Kirche!“ –
Wenn dieser Satz durch die Flure des Kindergartens schallt, weiß ich, dass mein regelmäßiger seelsorglicher Besuch beginnt. Es gibt wohl kaum ein schöneres Kompliment als das ehrliche, lautstarke Jubeln von Kindern, die sich auf die gemeinsame Zeit freuen. Die regelmäßigen Besuche sind mittlerweile ein fester Ankerpunkt im Kindergartenjahr geworden, der zeigt: Glaube und Kirche sind nicht weit weg, sondern mitten im Alltag der Kleinsten lebendig.
Wie tief diese Besuche im Bewusstsein der Kinder verankert sind, durfte ich erst kürzlich erleben: Der kleine Jonah hatte schon voller Vorfreude vor meiner Ankunft eine wunderschöne, große Kirche aus Bauklötzen gebaut, um sie mir stolz zu präsentieren. Solche Momente zeigen, dass die Verbindung zwischen den Kindern und „ihrer“ Kirche auf ganz spielerische Weise wächst. Gleichzeitig ist auch die gastfreundliche Aufnahme der Kindergartenleitung und aller Kindergartenmitarbeiterinnen sehr wohltuend für mich. Auch sind alle Eltern im Voraus über meine Besuche und meine Inhalte informiert. Immer wieder werde ich auf der Straße von Eltern darauf angesprochen.
Für uns als Kirchengemeinde bedeutet das, dass wir alle zu einer Hinausgehkirche werden müssen; die Zeiten, in denen alle zu uns in die Kirche kamen und unsere Kirchenbänke bis zum Rand gefüllt waren, sind selten geworden. Ich lade alle ein, gemeinsam nachzudenken, was Hinausgehkirche für unsere Pfarrgemeinde bedeuten könnte.
Hans Wachter Diakon