Diese Tage stehen in unserer Pfarre ganz besonders unter dem Gedenken aller Verstorbenen. Von den Familien und Angehörigen werden in den Tagen vor dem Allerheiligentag die Gräber geschmückt und meist neu winterfest bepflanzt. Auch dies ist ein Ausdruck des besonderen Gedenkens der Verstorbenen. Der Tag selbst beginnt mit dem Vorabend der Nacht der 1000 Lichter und endet mit dem besinnlichen, einfachen Gottesdienst am Allerseelenabend.
Der Allerheiligentag beginnt in Neuaigen schon viele Jahre um 14.30 Uhr am Nachmittag und besteht aus der Allerheiligenmesse, dem Gedenken der gefallenen Soldaten beim Kriegerdenkmal der letzten beiden Weltkriege und dem Friedhofsgang und dem Verstorbengedenken mit Gräbersegnung.
Kaplan Bartholomew Okeke, Diakon Hans Wachter und einer großen Zahl bestens ausgebildeter Ministranten feierten mit der Pfarrgemeinde und unserem hervorragenden Organisten Markus Fallbacher die feierliche Liturgie zum Allerheiligentag.
Kaplan Bartholomew weist in seiner Predigt darauf hin, dass Heiligsein und Heiligwerden nicht unerreichbar ist, sondern in der liebevollen Umsetzung der eigenen Berufung und Begabung bestehen kann, wie dies uns zahlreiche Heilige durch ihr Leben gezeigt haben.
Paula Maringer hat bei ihrer Rede am Kriegerdenkmal auf den Friedensauftrag jedes Mitbürgers verwiesen, dass jeder und jede ihren persönlichen Beitrag zum Weltfrieden leisten kann. Die Ehrerbietung des Kameradschaftsbundes und die festliche Umrahmung durch die Tullner Stadtkapelle, bei der mittlerweile auch einige Neuaigener mit dabei sind, durfte natürlich auch nicht fehlen.
Am Allerseelentag wurde, wie auch schon zu Allerheiligen, der Verstorbenen des letzten Jahres gedacht durch das Entzünden einer Kerze für jede und jeden. Diakon Hans Wachter erinnert in seiner Predigt an das außerordentliche Gnadengeschenk des Auferstehungsglaubens, in dem die Liebe Gottes zu uns Menschen mit unserer Fähigkeit zu lieben abholt und zur Vollendung führt wird. In vielen Familien wird dieser Tag, nach den Feierlichkeiten bei Allerheiligenstriezel und mit wärmenden Getränken in Gemeinschaft noch weiter gefeiert. An solchen Tagen verbinden sich gelebter Glaube und Traditionen von früher zu unserer Kultur.
Diakon Hans Wachter