Kinderschutz – eine Verpflichtung oder eine Floskel?
In fast jedem Verein und Institution ist Kinderschutz momentan ein zentrales Thema das intensiv bearbeitet wird. Das macht auch vor unserer Pfarre nicht halt!
Diejenigen unter uns, die bereits einen Kinder- und Jugendpräventionskurs absolviert haben wissen, dass das zentrale Wort „Sicherer Raum“ ist.
Aber was bedeutet das:
Sicherer Raum bedeutet nicht, dass wir die Tür zusperren, es bedeutet, dass wir die Kinder und Jugendlichen vor physischer und psychischer Gewalt schützen.
Sicherer Raum bedeutet auch, dass wir uns an gültige Gesetze oder Vorschriften halten. Eine davon ist die Entscheidung der Datenschutzbehörde (DSB), dass die Veröffentlichung von Fotos im Internet oder auf Social Media immer datenschutzrechtlich geprüft werden muss.
Es wurde von der DSB die Veröffentlichung von Bildern, auf denen unter anderem Kinder und Personen mit sichtbarer religiöser Zugehörigkeit zu sehen war bereits als Verstoß gegen die DSGVO gewertet. Link dazu hier
Sicherer Raum bedeutet auch, dass wir verhindern, dass Fotos von Kindern, die in unserer Obhut sind, gemacht werden und willkürlich veröffentlicht werden. Und somit die Gefahr, dass diese missbräuchlich im Internet verwendet werden können, ausgemerzt wird. Jedes Foto, das im Internet landet, kann illegal weiterverwendet werden. Wir alle müssen uns bewusst sein, dass das Internet uns zwar unendliche Möglichkeiten eröffnet, aber auch enorme Risiken birgt - vor allem: Das Internet vergisst nicht! Ebenso diverse (nicht nur illegale) Bildsoftware, die jedes Foto missbräuchlich verändern kann.
Sicherer Raum bedeutet auch, dass wir alles unternehmen um das Vertrauen, dass die Eltern in uns setzen, wenn sie uns ihre Kinder anvertrauen, nicht enttäuschen.
Es bedeutet auch, dass wenn Eltern auf uns zugehen, weil sie sich nicht sicher in unserer Kirche fühlen, wir uns dessen annehmen müssen.
Wenn man diese Kinderschutzschulung absolviert hat, ist man verpflichtet sich etwaigen
Grenzüberschreitungen anzunehmen, aber:
Hinsehen und reagieren ist unser aller Pflicht.
Der Kinderausschuss der Pfarre Probstdorf sowie Helmut Schüller (ehem. Leiter der
Ombudsstelle der ED Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche)