GESCHICHTE:
Ende des 14. Jahrhunderts gründete Herzogin Beatrix von Zollern, die Witwe Herzog Albrechts III., in Perchtoldsdorf ein Bürgerspital. Es sollte kranke, alte und bedürftige Menschen aufnehmen und versorgen. Zu diesem Spital gehörte auch eine eigene Kirche. Der gotische Bau entstand zwischen 1406 und 1419. Als Baumeister der Kirche wird der Steinmetz Peter von Perchtoldsdorf 1406 urkundlich erwähnt.
Die Spitalskirche hat im Lauf der Jahrhunderte einiges erlebt. 1529 wurde die Kirche während der ersten Türkenbelagerung beschädigt. Nach der Aufhebung des Bürgerspitals im Jahr 1784 wurde sie sogar profaniert und zeitweise als Pferdestall genutzt. Erst 1824 erhielt sie ihre ursprüngliche Bestimmung zurück.
Wer die Spitalskirche betritt, erlebt einen überraschend hellen und stimmungsvollen Raum. Das spätgotische Sternrippengewölbe, die hohen Fenster und die schlichte Größe des Innenraums vermitteln eine besondere Ruhe. Der heutige Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche St. Augustinus und wurde 1951 in der Spitalskirche aufgestellt.
Die außergewöhnlich tragende Akustik des Raumes mit 6 Sekunden (!) Nachhall eignet sich besonders zur Darbietung von Vokalmusik, darunter Kirchenmusik aus Mittelalter und Renaissance.
Heute ist die Spitalskirche nicht nur ein wertvolles Zeugnis unserer Ortsgeschichte, sondern wieder ein lebendiger Ort des Glaubens. Gottesdienste, Andachten und Konzerte lassen ihre alten Mauern immer wieder neu lebendig werden.
