Mittwoch 22. Juli 2026

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Geschichte der Pfarre und Pfarrkirche Wampersdorf

Ein Blick zurück

 

1645:

Erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle:

1645 wurde Holz zur Vergrößerung der bereits vorhandenen Kapelle angeschafft, was durch eine Rechnung belegbar war. Diese Rechnung war das älteste Dokument der Pfarre, ist aber leider nicht mehr vorhanden. Die Entstehungszeit der ursprünglichen Kapelle ist unbekannt.

1689/1691:

Ausbau und Erweiterung der Kapelle zu einer barocken Kirche; Die Decke bestand aus Dippelbäumen. Nach Beendigung der Arbeiten wurden zwei Glocken angeschafft.

1727:              

Bei der Kirchentür wird ein Vorhäuschen errichtet.

1747:                 

Das Kirchendach und der Dippelboden werden wieder instandgesetzt.

1767:                 

Eine Orgel wird angekauft.

1782:                 

Gründung der Pfarre Wampersdorf. Die Kirche und das Dach befinden sich in einem äußerst schlechten Zustand.

1787:                

Der Hochaltar wird von der Martinskirche Bruck/Leitha nach Wampersdorf gebracht und aufgestellt. In diesem Jahr wird auch mit dem Bau des Pfarrhofs begonnen. Das Baumaterial dafür stammt von der durch ein Erdbeben eingestürzten Leonardi-Kapelle in Pottendorf.

1789:                 

Der Friedhof wird von der Kirche weg an den Ortsrand verlegt.

1810:                 

Der Pfarrhof hat nun ein Stockwerk, ein Schindeldach und eine geräumige Küche im Erdgeschoß. Neben dem Pfarrhof ist ein Stall für zwei Kühe. Im Hof befinden sich ein Schöpfbrunnen sowie ein Kuchlgarten mit Obstbäumen.

1836:                  

Der alte Friedhof rund um die Kirche wird beseitigt. Pfarrer Wesselak beginnt den Pfarrgarten mit Obstbäumen zu besetzen.

1841:                 

Kirchenrenovierung innen, Malerei im Presbyterium, Wände neu gefärbelt

1848:                 

Neben dem Pfarrhof wird ein Keller errichtet.

 

1875:                  

Herstellung eines neuen heiligen Grabes

 

1877:                 

Großer Umbau (mit Steinen aus Loretto):

 

  • Gebäude wird um 10 Fuß erhöht.
  • Ausgraben der Grundfeste zu den neuen Pfeilern
  • Der Dippelboden wird entfernt.
  • Einwölbung des Innenraums
  • Einbau neugotischer Spitzbogenfenster
  • Gegenüber der Sakristei wird eine Kapelle errichtet und darüber ein Oratorium.
  • Errichtung einer Vorhalle
  • Orgel und Kirchenbänke werden neu angeschafft.
  • Feierliche Einweihung am 19. August 1877

 

1879:                 

Renovierung der Hochaltarbilder (Hl. Nikolaus und Hl. Antonius)

1883:                 

Kirchenrenovierung: neue Pflastersteine, Luster vergoldet, neue Kanzel und Marienstatue angekauft

1892:                 

Am 11. März werden die neuen Kreuzwegbilder geweiht.

1900:                 

Bau des heutigen Kirchturms über der Vorhalle; Höhe 29,7 m

1937:                 

Neue Orgel (9 Register) durch Kardinal Innitzer geweiht (8. Dezember).

1947:                 

Kirchenrenovierung außen und vier neue Glocken

Außerdem erhält die Pfarrkirche Wampersdorf ein Fresco vom bekannten akademischen Maler Prof. Arthur Sühs (1913 – 1992) über dem Kommuniongitter. Dieses sieht fast genauso aus, wie jenes in der Pfarrkirche Mannersdorf an der March, das heute noch bewundert werden kann (siehe nebenstehendes Bild). Unser Fresco wurde leider übermalt.

1955:                 

Die Lourdesgrotte wird neu hergestellt.

1984:                 

Anbringung der Dreifaltigkeitsdarstellung in der Kirche (Schnitzerei von Franz Bernadi/Südtirol)

1995:                 

Umfassende Restaurierung der Kirche

2003-2005:      

Bau der Maria-Hilf-Kapelle (mit Abstellraum); Das dort befindliche Marienbild befand sich ursprünglich im Pfarrhof.

Architektur

 

Der neogotische Saalbau von 1877 steht über einem barocken Vorgängerbau.

Das Langhaus unter einem Satteldach hat abgetreppte Strebepfeiler und zweibahnige Spitzbogenfenster. Der niedrigere eingezogene Chor mit einem Fünfachtelschluss hat Strebepfeiler und Spitzbogenfenster und ist seitlich durch Anbauten unter Halbwalmdächern teils verstellt. Über der niedrigen Vorhalle mit einem Rechteckportal mit einem spitzbogigen Tympanon befindet sich ein gedrungener zweizoniger Fassadenturm von 1900 mit Sichtquadermauerwerk mit spitzbogigen Fenstern, er trägt über einem Giebelkranz einen Spitzhelm.

Das Kircheninnere zeigt ein Langhaus mit einem dreijochigen Kreuzgratgewölbe zwischen spitzbogigen Gurtbögen. Die einjochige Orgelempore hat eine gerade Brüstung. Der spitzbogige Triumphbogen steht auf spitzen Konsolen. Der stark eingezogene einjochige Chor mit einem polygonalen Schluss hat ein Kreuzgratgewölbe auf spitzen Konsolen. Der Turmerdgeschoß ist spitztonnengewölbt.

Ausstattung

 

Die Glasmalerei der Kirchenfenster zeigt im Chor Herz Jesu und Herz Mariä 1948 und im Langhaus die Heiligen Katharina und Karl Borromäus sowie die Heiligen Cäcilia und Judas Thaddäus um 1940/1950 von der Glasmalerei Rudolf Leutgeb.

Einrichtung

 

Der spätbarocke Hochaltar aus dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts ist ein Säulenretabel mit einem kartuschenförmigen Auszug, er zeigt das Altarblatt Hl. Nikolaus und trägt seitlich die Konsolstatuen der Heiligen Stephanus und Maria Magdalena, das Auszugsbild zeigt den Hl. Antonius von Padua.

Die Mensa (= die Altartischplatte des Hochaltares) ist sarkophagartig. Sie erinnert an einen Steinsarg und symbolisiert das Grab Christi.

 

Die Statuen Mondsichelmadonna und Hl. Josef schuf Franz Bernardi 1978 (Südtirol).

Die Darstellung der Dreifaltigkeit stammt aus dem Jahr 1984 und ist ebenfalls von Franz Bernardi.

 

Die Orgel aus 1937 von Wilhelm Zika wurde 2005 durch eine Orgel mit 11 Registern von Achim Reichmann ersetzt. Die vier Glocken wurden 1947 gegossen.

Literatur

Wampersdorf, Gemeinde Pottendorf, Pfarrkirche Hl. Nikolaus, Friedhof. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. S. 2545–2546.

Quellen

Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Wampersdorf, letzter Zugriff: 25. 4. 2026

 

Bericht und Foto Ernst Enderlin

Priester der Pfarre Wampersdorf von 1922 bis 2026:

 

1922 - 1944 Franz Wimmer geboren 1881 in Schrems , +2.5.1961 in Wien

1945 - 1951 Thomas Schliefellner geb. 1916 in Katzelsdorf , +1975 in Münchendorf

1951 - 1953 Johann Neunherz 1906 in Brunn/ Gebirge, +23.12.1991 in Gschaid

1953 - 1953 Dr. Johannes Schachner als Provisor

1954 - 1971 Alfred Wagler 1912 in Christofhammer, +9.12.1980 in Eisenstadt

1971 - 1985 Theodor Pijpers – Pfarrer in Weigelsdorf, + 31.8.1985 in Wien

1985 - 1986 Josef Puchegger – Pfarrer in Ebenfurth und Bad Schönau

1986 - 1990 Alois Faustbeck – Pfarrer in Ebenfurth, Kamillianer, +19.5.1990

1990 - 1990 Anton Zach – Pfarrer in Pottendorf und Lanzenkirchen

1990 - 1991 Edelbert Morscher – Pfarrer in Ebenfurth

1991 - 1993 Alexander Nagy – Pfarrer in Weigelsdorf – zuletzt Wien 3.Bezirk

1993 - 1996 Emmerich Schöffberger – Pfarrer in Wampersdorf

1996 – 2003 Mag. Eduard Schipfer – Pfarrer in Ebreichsdorf

2003 - 2004 Mag. Dr. Joseph Nwankwo bis April 2004

2004 - 2004 Mag. Günther Anzenberger Mai bis August 2004

2004 - 2005 Mag. Marek Ziemba

2005 - 2015 Mag. Wilfried Wallner

2015- 2018 Mag. Tamas Szomszed

2018 – 2025 Mag. Josef Lippert, Pfarrer in Pottendorf

2018 – 2026 Kaplan Dr. Rodgers Mulenga aus Sambia

2025 – heute Mag. Paweł Wójciga – Pfarrer Seelsorgeraum Fischa Mitte