Montag 27. April 2026

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"Vor 100 Jahren" ... aus der Pfarrchronik

Aus der handgeschriebenen Pfarrchronik

 

Im Jahr 1983 übertrug Frau Katharina Dollinger auf Bitte von Pfarrer Schneider die alten Aufzeichnungen der Jahre 1917 bis 1934, da die Befürchtung bestand, die Kenntnis der Kurrentschrift könnte verloren gehen.

die originale Pfarrchronik (Requirierung der Sterbeglocke im 1. Weltkrieg)

Nachschrift von Frau Katharina Dollinger (1983)

 

Die Chronisten:
1917 - 31.8.1921 Pfarrer Phillipp Hofer

1.9.1921 - 31.3.1922 Provisor W.A.Mündl

1.4.1922 - 30.6.1924 Pfarrer Franz Hintner (+4.1.1925)

1.7.1924 - 31.10.1924 Aushilfspriester Pater Elias Frey

1.11.1924 - 30.6.1925 Provisor Hermann Kondermann

1.7.1925 - 22.10.1942 Pfarrer Augustin Schenk

22.10.1942 - 3.2.1947 Pfarrer Walter Koch (+3.2.1947)

1947 -1964 Pfarrer Hampersberger (VS-Direktor Haas))

1964 -1983 Pfarrer Adolf Schneider (Katharina Dollinger)

1983 - 2009 Pater Jan Zimolong

..

Juni 1917 - Besuch des Kaisers in Ebenthal:


"Der 9. Juni 1917 (Samstag) war ein Festtag für Ebenthal. Der jugendliche Kaiser Karl von Oesterreich erschien mit kleinem Gefolge, um dem hier weilenden König Ferdinand von Bulgarien seinen Besuch abzustatten. Ein feierlicher Empfang vonseite der Gemeinde fand nicht statt, da die bevorstehende Ankunft des Kaisers nur wenige Stunden vor dessen Eintreffen bekanntgemacht wurde. Der Pfarrer, die Gemeindevorstehung mit Bürgermeister Josef Veit, die Schuljugend mit dem Lehrkörper und eine beträchtliche Volksmenge erwarteten auf dem Platze vor dem Schlosse Seine Majestät. ...."

 

 

Geschichtlicher Hintergrund:

Bulgarien war seit 1915 im 1. Weltkrieg ein Verbündeter Österreich-Ungarns (der "Mittelmächte").
Bulgarien hoffte, durch das Kriegsbündnis große Teile Mazedoniens zu gewinnen. Fünf Jahre zuvor hatten Serbien, Bulgarien und Griechenland gemeinsam Mazedonien aus dem zerfallenden Osmanischen Reich erobert, allerdings war bei der folgenden Aufteilung Mazedoniens im Jahr 1913 das Königreich Bulgarien weitgehend "leer" ausgegangen.

Kaiser Karls und König Ferdinands Ehefrauen waren übrigens Halbschwestern, die beiden Staatsoberhäupter waren somit verschwägert.

Einige Wochen vor seinem Besuch in Ebenthal hatte Kaiser Karl intensiv versucht, durch Geheimverhandlungen unter Vermittlung der Brüder seiner Frau den ersten Weltkrieg zu beenden ("Sixtus-Affäre").