Freitag 7. August 2026

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Pfarrchronik Palterndorf

1901

Auch zu Beginn dieses Jahres war große Kälte vorherrschend. Im Jänner zeigte das Thermometer beständig -6 bis 12 Grad R. Das ging so fort bis Ende Februar und gewiss ein seltenes Ereignis war es, dass am 23.Februar morgens eine Kälte von -16 Grad R beobachtet werden konnte.

Den Saaten hat diese Kälte wohl nicht geschadet, da sie genügend mit Schnee bedeckt waren, aber in vielen Weingärten hat dieselbe mitunter recht empfindlichen Schaden angerichtet.

Das Frühjahr war der Anbauzeit günstig - aber dann blieben die Niederschläge aus, sodass die Sommersaaten sich nur spärlich entwickeln konnten und die Folge davon war eine recht schlechte Ernte besonders in Gerste und Hafer, wie eine

solche schon lange nicht da gewesen ist. Korn hatte trotz der Dürre sehr viel Stroh und auf den besseren Feldern einen reichlichen Körnerertrag.

 

Desto günstiger war die trockene Witterung für den Weinstock. Die Trauben entwickelten sich sehr schnell zu einer besonderen Schönheit. Die Peronospora hat sich, wahrscheinlich infolge des fleißigen und rechtzeitigen Bespritzens beinahe gar nicht gezeigt. Sehr beeinträchtigt wurde die Qualität der heurigen Weinfechsung durch den vielen Regen, der anfangs September eintrat und volle 3 Wochen nicht aufhörte und trotzdem übertreffen manche "Heurige" an Güte die vorjährigen Weine. 15, ja 16 Mostgrade nach Wagner waren keine Seltenheit.

 

Von den pfarrlichen Grundstücken wurden gefechst: 180 MC Korn, 40 MC Hafer(!), Gerste keine, Zuckerrübe 200 MC, das eben noch hinreichende Quantum an Kartoffeln, Futterrübe und Mais.

Wein 70 hl, aber von vorzüglicher Qualität.

 

Die vom Hl.Vater für den kath. Erdkreis zugestandene Jubiläumsablasszeit wurde in unserer Diözese vom Ostersonntag bis zum Rosenkranzfest gefeiert. Von hier aus ging die Jubiläumsprozession 2mal nach Neusiedl/Z.

 

Im Pfarrhof wurde im Monat Juli eine Azethyänbeleuchtungsanlage aufgestellt, welche außerordentlich gut funktioniert.

 

Die canon. Visitation wurde von Dechant Riedling am 20.Juni vorgenommen.

 

Der Bau eines neuen Friedhofs wurde von Seite der Gemeinde im Herbst begonnen.

 

Geboren wurden 31 Kinder, gestorben sind 21 Personen, 5 Paare wurden getraut.

 

Der Ort wurde in diesem Jahr von Unglücksfällen verschont.