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Meine Pilgerreise

Drei unterschiedliche Erfahrungen

 

Gott Raum geben


 „Pilgern bedeutet für mich, langsamer werden, mein Schritttempo finden und in meinem Schritttempo auch mich selbst, meine Bedürfnisse und meine Sehnucht wahrzunehmen und so Gott neu Raum zu geben.

 

Pilgern heiß auch Wegbegleiter zu finden. Viele abendliche Gespräche am Jakobsweg werde ich genauso wenig vergessen, wie das stille Verweilen in Kirchen oder die gastfreundliche Aufnahme in den Refugios (Pilgerherbergen; Anm.).“

 

Roswitha Feige,

Pastoralassistentin der Pfarre St. Johann Nepomuk

 

 

 

Pilgern in der Arbeitszeit


 „Auf meinen beruflichen Reisen zu den Ärmsten dieser Welt werde ich Zeuge unvorstellbaren Elends, aber auch einer – oft aus tiefem Glauben geschöpften – unermüdlichen Energie, Tag für Tag für ein besseres Leben zu kämpfen.

 

Tausende Kilometer von zuhause  entfernt, wird dort meine Welt zurechtgerückt. Für mich jedes Mal eine Pilgerreise zu mir selbst,  zu dem was zählt.“

 

Christian Herret

Mitarbeiter der Dreikönigsaktion

 

 

Ein sicheres Ziel


 „Der eindrücklichste ,Pilgerweg‘ führte mich vor einem Jahr mit Flüchtlingen über die Grenze bei Nickelsdorf. Von der Bahnstation auf ungarischer Seite mit völlig erschöpften, durchfrorenen, hungrigen Menschen nachts fünf Kilometer durch den Wald, in Unsicherheit, was sie jenseits der Grenze erwartet.

 

Die hellen Lichter des Flugdaches auf österreichischen Seite mit Rettungszelten, Labstationen, helfender Zivilbevölkerung und unterstützender Polizei wirkten selbst auf mich damals wie das lang ersehnte, sichere Ziel nach einem entbehrungsreichen, ungewissen Weg.

 

Schweigend und hoffend nebeneinander zu gehen, brachte in diesen Tagen viele Menschen – unabhängig von Herkunft oder Religion – einander näher, bestimmt manche auch näher zu Gott.“

 

Michaela Ehrenhauser-Spritzendorfer

Welthaus St. Pölten

 

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