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Predigt zum Dreikönigfest

Die Predigt des ernannten Erzbischofs Josef Grünwidl zum Dreikönigfest am 6. Jänner 2026 im Stephansdom:

06.01.2026

Der bekannten Erzählung von den Sterndeutern aus dem Orient kann man sich historisch annähern; man kann nach dem theologischen Gehalt dieser Bibelstelle fragen und schließlich auch nach der existentiellen Bedeutung für unser Leben und unseren Glauben.

 

 

Zunächst also einige historische Anmerkungen, angefangen beim Stern von Bethlehem. Seit dem berühmten Astronomen Johannes Kepler versuchen Wissenschaftler diesen Stern als Komet, als Supernova oder als seltene Planetenkonjunktion von Jupiter und Saturn zu deuten. Aber keine dieser Theorien ist allgemein akzeptiert oder wissenschaftlich abgesichert.

 

Unsicher ist auch die Antwort auf die Frage: Die Sterndeuter, die Magier aus dem Osten – was waren das für Menschen? Wir wissen nur, dass Magier in der griechischen Welt ein positives Image hatten. Als Hüter des Wissens über Gott und die Welt waren sie Philosophen, Naturwissenschaftler und Gottesmänner in einem. Die Sterndeuter aus dem Orient könnten zum Beispiel persische Gelehrte gewesen sein.

Von drei Königen freilich steht nichts im Evangelium. Die Volksfrömmigkeit machte aus den Sterndeutern drei Könige und gab ihnen im 6. Jahrhundert auch Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Die Anfangsbuchstaben dieser Namen C-M-B verweisen auf den alten Segensspruch zum neuen Jahr: Christus mansionem benedicat – Christus segne unser Haus! Die drei Könige galten als Vertreter der damals bekannten Erdteile Europa, Afrika und Asien.

 

Schauen wir uns nun das Evangelium auch aus der theologischen Perspektive an. Und dieser Blick ist wichtig, denn die biblischen Erzählungen von der Geburt und Kindheit Jesu wollen ja nicht vordergründig historische Ereignisse berichten, sondern eine Antwort geben auf die entscheidende Frage: Wer ist das Kind von Bethlehem?

 

Das Matthäusevangelium beantwortet diese Frage indem es den Propheten Jesaja zitiert und damit sagt: Das Kind von Bethlehem ist der erwartete Retter Israels. Aber nicht nur das Volk Israel, sondern alle Völker werden kommen, um ihm zu huldigen. Das Matthäusevangelium endet damit, dass der Auferstandene die Apostel aussendet: Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern! - Was als Zielsatz im letzten Kapitel des Evangeliums steht, das gilt schon am Anfang bei der Geburt des Kindes in Bethlehem. Darum kommen nicht bloß einige Hirten aus der Gegend, sondern auch Weise aus dem Morgenland nach Bethlehem. Sie sind die ersten Vertreter der sogenannten „Heidenvölker“ und Pioniere der Gottsuche.

 

Wenn einfache Hirten aus der Nähe und gelehrte Sterndeuter aus der Ferne den Weg zum Kind von Bethlehem finden können, bedeutet das: so unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedliche Wege führen zu Gott.

Und dann die drei Geschenke, die natürlich keine Gegenstände für den alltäglichen Gebrauch der Heiligen Familie sein wollen, sondern theologische Zeichen sind. Gold gebührt dem Kind in der Krippe, denn es ist der König der Könige. Weihrauch gebührt dem Sohn Gottes und Myrrhe, ein bitteres Harz, das für Heilsalben und auch zum Einbalsamieren der Toten verwendet wurde, verweist auf Christus, der Leid und Tod auf sich nimmt, um uns zu retten.

 

Kommen wir nun aber noch zur entscheidenden Frage: Was bedeutet das Evangelium für uns Gottsuchende und für unseren Lebensweg?

Die drei Könige werden oft als drei Lebensalter dargestellt: ein jugendlicher, ein erwachsener und ein alter, ergrauter König. Die Zahl drei verweist immer auf das Ganze. Der ganze Mensch mit Geist, Seele und Körper – alles in uns soll auf der Suche bleiben nach Gott, ein Leben lang.

 

Denn auf unserem Glaubensweg und auf dem Weg unserer Menschwerdung dürfen wir nie stehenbleiben: nicht in den Kinderschuhen des Volksschul-Glaubens, nicht bei der Schaffenskraft der Lebensmitte und auch nicht bei der Weisheit und Abgeklärtheit des Alters. Solange wir leben sind wir wie die Sterndeuter als Gottsuchende auf dem Weg, ziehen wir alle vom Morgen- ins Abendland und gehen von der Geburt am Morgen des Lebens unserem Lebensabend, dem Tod entgegen.

 

Was werden wir in Händen halten, wenn wir Gott im Tod begegnen? Nun, ich denke, so wie die Sterndeuter können auch wir ein wenig Gold unserer Liebe, den Weihrauch unseres Glaubens und sicher auch bittere Myrrhen bringen, unsere Enttäuschungen und unser Leid, das Gott in Freude verwandeln wird.

 

Und noch ein letztes: Heute schließt Papst Leo in Rom die Heilige Pforte. Doch das Motto des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“ bleibt weiter aktuell. Von den Sterndeutern heißt es, dass sie nach der Begegnung mit dem Kind von Bethlehem auf einem anderen Weg heimgegangen sind. Darauf dürfen wir im neuen Jahr vertrauen: Wer auf Christus, den Stern schaut, sich von ihm leiten lässt und zum Glauben findet, geht nicht mehr die alten, eigenen Wege, sondern er wird auf einen neuen Weg, auf den Pilgerweg der Hoffnung geführt.

Und das Ziel unseres Hoffnungsweges ist nicht der Tod, sondern das ewige Leben.  

 

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