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Predigt am Aschermittwoch

Die Predigt von Erzbischof Josef Grünwidl am Aschermittwoch, am 18. Februar 2026 im Stephansdom:

19.02.2026
© Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
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In der heurigen Fastenzeit sind hier im Dom die Bilder von Arnulf Rainer ausgestellt. Dieser berühmte österreichische Künstler hat das Kreuz als Gerüst und Rahmen seiner Bilder gesehen und gesagt: Nichts fordere ihn mehr heraus, als die Grundform des Kreuzes. Die großen Bilder hier im Mittelschiff und auch die vielen kleinen Kreuzarbeiten, die hier im Dom ausgestellt sind, laden ein, mit diesen Bildern in einen Dialog zu treten. Das Kreuz bewusster und neu sehen zu lernen. Für den Künstler war das Kreuz also Gerüst und Grundform seiner Bilder. Und ich finde, dass diese beiden Begriffe 'Gerüst' und 'Grundform' auch für unsere christliche Existenz und für unseren Weg durch die Fastenzeit wichtig werden können. 

 

Von oben nach unten oder auch von unten nach oben. Himmel und Erde, Mensch und Gott sind ja in Jesus Christus verbunden und der Querbalken des Kreuzes lenkt unseren Blick nach links und rechts zu unseren Schwestern und Brüdern. Das Kreuz mit den beiden Balken also ein Symbol für Einheit, für Miteinander und Verbundenheit.

Dazu ein kleiner aktueller Hinweis Es kommt nur sehr selten vor, dass Christen und Muslime die Fastenzeit gemeinsam beginnen. Heuer ist es so. Wir beginnen heute mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. Die Muslime haben gestern Abend den Fastenmonat Ramadan begonnen. Für Christen und Muslime gilt: Ein Fasten, dass das Herz nicht weitet und öffnet für Gott und die Menschen, verfehlt sein Ziel. Durch Fasten, Beten und Werke der Nächstenliebe soll unsere Verbindung zu Gott und zu unseren Mitmenschen, sollen Glaube und Solidarität gestärkt und neu belebt werden.

 

Das Kreuz Christi mit dem Längs- und Querbalken als starkes und sicheres Gerüst für unser Christsein und als Wegweiser durch die Fastenzeit hin zum Osterfest. Arnulf Rainer hat das Kreuz auch als Grundform seines Schaffens bezeichnet. In der österlichen Bußzeit geht es auch darum, dass wir die Grundform des christlichen Lebens neu entdecken. Schon bei der Taufe, die die allermeisten von uns, vermutlich so wie ich auch, nicht bewusst erlebt haben, weil wir als Babys, als Kleinkinder getauft wurden. Schon bei der Taufte, von Anfang an, wurde das Kreuz als Plus, als großes Segenszeichen, als Liebeszusage Gottes über unsere Existenz gezeichnet. Schon bevor wir etwas leisten konnten, hat Gott zu uns ‘Ja’ gesagt. Du bist mein geliebtes Kind, ich nehme Dich auf in meine Familie, ich will in Deiner Nähe sein. Und wenn wir einmal sterben, liebe Schwestern und Brüder, wird das Kreuz aufgerichtet über unserem Grab. Das Kreuz prägend und bestimmend, von der Geburt bis zum Tod, in Freude und Leid, als Zeichen des Segens und der Erlösung. Das Kreuz in der Öffentlichkeit sichtbar und hoffentlich auch im Herzen verinnerlicht als Grundform der christlichen Existenz.

 

So weit so gut, Arnulf Rainer ist aber noch einen Schritt weitergegangen. Er hat Kreuze übermalt, oft auch in dunklen Farben. Diese Übermalungen erinnern mich an die alte Tradition der Verhüllung durch die Fastentücher. Unser Hochaltar-Bild ist heuer durch ein violettes Tuch verhüllt, nicht übermalt, aber verborgen. Stephanus, der auf diesem Bild zu sehen ist, wie er in den offenen Himmel blickt und den Auferstandenen zur Rechten des Vaters sieht. Den offenen Himmel und den Auferstandenen werden wir erst zu Ostern wiedersehen auf unserem Hochhalterbild.

 

Das Fastentuch und die Übermalungen von Arnulf Rainer erinnern auch an eine Grundwahrheit unseres Glaubens. Glauben heißt überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht. Davon ausgehen und darauf vertrauen, dass es mehr gibt als das Vordergründige, das Offensichtliche, dass es mehr gibt, als ich einsehen, begreifen und verstehen kann.

Gerade im Blick auf das Kreuz, auf Leiden, auf Ungerechtigkeit und Tod, da fehlt uns oft der Durchblick. Und ich vermute, dass wir alle in irgendeiner Form genau wissen und vielleicht auch schon schmerzlich erlebt haben, was ein dunkel übermaltes Kreuz sagen kann.

 

Das Kreuz, liebe Schwestern und Brüder, als Gerüst und Grundform unserer Existenz, das übermalte, dunkle Kreuz auch als Herausforderung und Prüfung unseres Glaubens. Die Fastenzeit ist die große Glaubenskur der Kirche. Es geht jetzt um Stärkung, Reinigung und Erneuerung unseres Glaubens. Es geht darum, dass wir wieder mit dem Herzen und mit den Augen des Glauben sehen lernen. Wir machen uns heute mit dem Aschenkreuz auf der Stirn auf den Weg in Richtung Ostern. Und ein Leben lang sind wir unterwegs zum ewigen Ostern! Werden wir das Zeichen des Kreuzes nicht mehr mit Leid und Not und Tod verbinden. Wir werden es nicht mehr dunkel oder übermalt sehen, sondern leuchtend und strahlend hell.

 

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