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Predigt am Ostersonntag

Die Predigt von Erzbischof Josef Grünwidl am Ostersonntag, am 5. April 2026 im Stephansdom:

07.04.2026

Liebe Schwestern und Brüder,

hier im Dom und über Radio Klassik mit uns verbunden.

Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst,


heute ist Ostern, es steht im Kalender und es soll heute auch Ostern werden.
Und der Osterfriede und die Osterhoffnung soll sich ausbreiten.
Die drei Schrifttexte, die wir eben gehört haben, klingen wie ein österlicher Dreiklang und sollen uns helfen, dass es Ostern wird in uns.
Dazu ein erster Gedanke: "Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa nach der Taufe." In der ersten Lesung wurden wir also nicht nur an die Auferstehung des Herrn erinnert. Es ging nicht nur um Ostern, sondern es ging um den ganzen Weg Jesu. Angefangen von der Taufe in Galiläa, sein Weg nach Jerusalem, auch Kreuz und Tod wurden erwähnt. Wir blenden heute am Ostersonntag, den Karfreitag, und das Leid in der Welt nicht einfach aus. Wir tun nicht so, als gäbe es Krieg und Gewalt, Elend und Leidende nicht. Ostern ist so gesehen eine echte Zumutung. Eine Zumutung. Der gekreuzigte Gott, Gott als Opfer.
Aber seit der Auferstehung Jesu mutet uns der Glaube zu, das Kreuz nicht nur als Zeichen des Todes, sondern als Zeichen der Erlösung und des Segens zu sehen.
Zunächst erinnert das Kreuz ja daran, dass Gott immer auf der Seite der Opfer steht. Und dann ist das Kreuz ein entwaffnendes Zeichen, das unmissverständlich klarmacht, nicht Vergeltung und Rache, sondern nur Gewaltlosigkeit, Liebe und Hingabe können unsere Welt zum Guten verändern. Darum ist und bleibt das Kreuz ein Symbol für Hoffnung und Rettung, für Caritas und Solidarität.
Ja, das Kreuz ist für viele Menschen eine Zumutung, aber wenn Kreuze abgehängt und entfernt werden, könnte das auch dazu beitragen, dass der Grundwasserspiegel der Solidarität sinkt, der gesellschaftliche Zusammenhalt schwächer und die soziale Temperatur kälter wird.
Vielleicht empfinden manche der Mitfeiernden heute auch Josef Haydns Missa in Angustius als Zumutung. Vielleicht haben sich manche eine fröhliche Mozartmesse vorgestellt am Ostersonntag. Diese Messe komponiert in Zeiten der Enge, der Bedrängnis und der Not, das Kyrie mit dem Ruf Eleison sogar im Gloria ein breiter Teil wo es nur darum geht, "miserere nobis", "Herr, erbarme dich", zu rufen.
Und wir werden es hören nach der Wandlung im Benedictus. Viele Komponisten haben das sehr sanft wie ein Liebeslied vertont. Auch da wieder Kriegslärm und Hilfeschreie bis hin zum "Dona nobis pacem", "gib uns den Frieden".


Ja, liebe Schwestern und Brüder, wir feiern Ostern in Angustis, in Zeiten der Bedrängnis, der Sorgen und der Not. In einer Welt mit Kriegen und Krisen feiern wir Ostern als Fest der Hoffnung. Wir hoffen auf Frieden, wo Hass ist. Wir bauen auf die Kraft der Liebe und im Tod hoffen wir auf das neue Leben. Das gehört zu den Zumutungen von Ostern.
Dass Ostern aber nicht nur ein Fest der Zumutung ist, sondern auch ein Fest, wo es um Wege und Prozesse geht, daran hat die zweite Lesung erinnert. Paulus verwendet im Blick auf Ostern auch das Bild vom Sauerteig und vom neuen Brot.
Was meint er damit?
Heuer fällt Pessach, das jüdische Fest und das christliche Ostern zusammen.
Vor dem Pessachfest ist es in jüdischen Haushalten üblich, dass alles entfernt wird, was gesäuert ist und mit Sauerteig zu tun hat. Denn über die Pessachtage dürfen nur ungesäuerte Lebensmittel gegessen werden.
Der Apostel Paulus greift den jüdischen Pessachritus auf, und überträgt ihn auf die Auferstehung Jesu. Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid, denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert. Damit will er sagen, wer getauft ist, der hat mit dem alten Sauerteig der Bosheit und der Schlechtigkeit und der Sünde, der alles vergiften und durchdringen will, nichts zu tun.
Getaufte leben österlich, leben im Licht von Ostern. Schön und gut, aber so wie der Sauerteig Zeit braucht, um das Mehl zu durchdringen, so ist es auch mit Ostern.
Schon die Apostel konnten es anfangs nicht glauben, dass der gekreuzigte Herr wirklich auferstanden ist und lebt. Sie hatten Zweifel.


Maria von Magdala und die Frauen waren die Ersten beim Grab.
Maria von Magdala war die erste mit Johannes, dem Lieblingsjünger, die sofort zum Osterglauben gefunden haben. Bei den anderen hat es gedauert und so wird es auch bei uns sein, liebe Schwestern und Brüder.
Ein Leben lang haben wir Zeit, in den Osterglauben hineinzuwachsen, der uns verheißt, das Gute ist stärker als das Böse, der Wille zum Frieden wird die Kriege beenden. Täter werden nicht in Ewigkeit über ihre Opfer triumphieren und nicht der Tod, sondern Gott hat das letzte Wort.


Und noch ein dritter Gedanke.
Ostern hat neben Zumutung, neben Wegen und Prozessen auch mit Gottes Überraschungen zu tun.
Ich nenne nur drei biblische Beispiele für die Überraschungen zu Ostern.
Maria von Magdala begegnet dem Auferstandenen, sie meint, es sei der Gärtner und sie muss ganz überrascht feststellen, nein, es ist Jesus, der da vor mir steht.


Oder die Frauen kommen in aller Frühe zum Grab, um den Leichnam zu salben und sie denken darüber nach, wer wird den Stein wegwälzen.
Aber siehe da, der Stein ist schon weg, das Grab ist leer.


Und dann die enttäuschten und verängstigten Jünger, die sich einsperren.
Und plötzlich kommt Jesus durch verschlossene Türen und nächste Überraschung, er hält ihnen keine Moralpredigt, weil sie ihn in der Passion im Stich gelassen haben, sondern er begrüßt sie mit dem Friedensgruß und schenkt ihnen Vergebung.


Ostern ist das Fest der Überraschungen Gottes und lädt dazu ein, mit Gottes Möglichkeiten zu rechnen und die Hoffnung nicht aufzugeben.
Gott ist immer für Überraschungen gut und österliche Menschen dürfen es auch sein. Überraschend aufmerksam und zuvorkommend, überraschend hoffnungsvoll und solidarisch.


Liebe Schwestern und Brüder,

heute steht Ostern im Kalender.
Es ist Ostern und es soll österlich werden.
Osterfriede und Osterhoffnung sollen einziehen in die Herzen aller Menschen, besonders bei denen, die leiden und verzweifelt sind.


Ja, es stimmt, der Glaube an die Auferstehung der Toten bleibt eine Zumutung und hat nichts zu tun mit einer Wohlfühlspiritualität.
Der Osterglaube ruft uns aus der Komfortzone heraus, hinein in ein radikales Vertrauen auf Gott und seine Möglichkeiten.
Und auch wenn der Osterglaube nach dem Karfreitag eine Zumutung sein mag, so muss doch eines klar sein: Der Karfreitag ohne Ostern wäre eine Katastrophe.
Und weil Ostern nicht nur Zumutung und Weg ist, sondern auch mit Gottes Überraschungen zu tun hat, möchte ich zum Schluss eine Begebenheit erzählen, über die man auch schmunzeln darf: 


Eine Bekannte hat mir erzählt, einer ihrer Verwandten hat sich immer als Atheist bezeichnet.
Er war überzeugt, Gott existiert nicht.
Als dieser Verwandte gestorben ist und sie die Todesnachricht erhalten hat, hat sie ganz lapidar festgestellt: "na der wird jetzt schauen."

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