Dienstag 13. Oktober 2026

MECHAYE HAMETIM - DER DIE TOTEN AUFERWECKT

BEDENKTAGE ZUM GEDENKEN DER NOVEMBERPOGROME 1938

 


Die Gräuel der Novemberpogrome markieren den Beginn der Schoa, der Judenvernichtung der Nationalsozialisten: In Wien wurden dabei alle jüdischen Bethäuser (mit Ausnahme des Stadttempels) in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Zum 40. Mal erinnert heuer die Gemeinde St. Ruprecht in Kooperation mit anderen christlichen Institutionen mit den Bedenktagen „Mechaye Hametim“ an diese Ereignisse und die Schoa – im Wissen um die Mitverantwortung von Christinnen und Christen.


Otto Friedrich

 


Montag, 19. Oktober, 17 bis 21 Uhr

70 Jahre Dialog
Jubiläum des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Wer ist der Weise, der dies versteht, zu wem hat der Mund des Herrn gesprochen, dass er es verkünde? (Jer 9, 11)
Das Wort des Propheten Jeremia lädt ein, nicht an der Oberfläche der Geschichte stehen zu bleiben. Weisheit beginnt mit dem Hören auf Gottes Wort und auf die Erfahrungen der Menschen. Sie wächst aus dem Erinnern – an Freude und Leid, an Brüche und Neuanfänge, an Gottes treue Begleitung. Aus diesem Hören und Erinnern erwächst schließlich das Handeln: Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen und die Zukunft im Geist von Gerechtigkeit, Versöhnung und Hoffnung mitzugestalten. So verbindet unser 70-Jahr-Jubiläum Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Ort: Wiener Rathaus, 1010 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 1
(Stadtsenatssitzungssaal)
Infos & Anmeldung: www.christenundjuden.org

 

 


Mittwoch, 28. Oktober 2028, 19 Uhr


Hilde Loewe alias Henry Love
Die Wiener Komponistin, Pianistin und Liedbegleiterin

Buchpräsentation
Die Wiener Komponistin Hilde Loewe (1895-1976), die mit der Komposition des Wienerlieds „Das alte Lied“ weltberühmt wurde und als Klavierbegleiterin von Raoul Aslan oder Alma Rosé auch in Österreich populär. Sie veröffentlichte ihre Werke unter dem Pseudonym Henry Love. 1934 verließ sie wegen des steigenden Antisemitismus Österreich und lebte danach bis zu ihrem Tod in Großbritannien. Andrea Schwab verfasste eine ausführliche Biografie Hilde Loewes.


Referentin: Andrea Schwab, Buchautorin
Musikalische Begleitung: Wolfgang Dosch/Gesang, Asako Hosoki/Klavier
Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

 

 

 

Freitag, 30. Oktober 2026, 19 Uhr


Bei Einbruch der Wirklichkeit

Musikalisch-Literarischer Abend

Sibylle Schleicher und das Machandel Trio interpretieren Lieder, Gedichte und Geschichten u.a. von Bert Brecht, Erich Mühsam, Kurt Tucholsky, Ernst Jandl, Erich Fried, Mascha Kaleko und nicht zuletzt eigene Werke. Über den Menschen, die Menschlichkeit, die Menschenrechte, über das Erinnern. Über die wichtigen Werte die Demokratie ausmachen. Poesie und Musik, von lyrisch bis satirisch.
Ein zeitloser Abend, der Herz und Verstand berührt, umrahmt von hochkarätiger Klezmer-Musik.

 

Mit Sibylle Schleicher und dem Machandel Trio
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

 

 

 

Dienstag, 3. November 2026, 19 Uhr


Erinnerung an den Holocaust im 21. Jahrhundert bewahren:
Bildung, Technologie und gesellschaftliche Verantwortung

Vortrag (in englischer Sprache)
Das Sterben der letzten Zeit-Zeug/innen der Schoa sowie die wachsende Bedeutung digitaler Technologien in Geschichtsvermittlung und Gedenkkultur werfen neue Fragen auf: Wie sieht die Zukunft des Holocaust-Gedenkens aus? 
Wie kann dieses auch für jüngere Generationen bedeutsam bleiben?
Wie kann technologische Innovation das Lernen über den Holocaust verbessern und zugleich historisch präzise sowie ethisch verantwortet sein und der menschlichen Würde entsprechen? Die Referentin – Rivka Rosenberg, eine international anerkannte Expertin in diesem Feld – diskutiert aktuelle Zugänge zur Gedenkkultur und zeigt, wie historische Forschung, die Zeugnisse von Überlebenden, digitale Technologien und experimentelles Lernen eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Schoa ermöglichen können – eine besondere Herausforderung nicht zuletzt im Kontext eines global explodierenden Antisemitismus.


Referentin: Dr. Rivka Rosenberg,
Levinsky-Wingate College of Education in Tel Aviv
Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

 

 

 

Mittwoch, 4. November 2026, 19 Uhr


Dialog zwischen Judentum und Christentum
Chancen und Fallstricke

Podiumsgespräch
Im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Verständigung arbeiten Regina Polak als Präsidentin und Jasmin Freyer als jüdisches Vorstandsmitglied daran, das Verhältnis von Christen und Juden zu verbessern. Der immer noch vorhandene christliche Antijudaismus und der seit dem 7. Oktober 2023 global neu aufgebrochene Antisemitismus zeigen, wie herausfordernd dieser Dialog nach wie vor ist.


Gesprächspartnerinnen: Univ.Prof. Dr. Regina Polak, Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien; Jasmin Freyer, Israelitische Kultusgemeinde Wien
Moderation: Brigitte Krautgartner, ORF
Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

 

 

 

Donnerstag, 5. November, 18 bis 20 Uhr


Jüdische Bittbriefe an Pius XII .
Die Kirche und der Holocaust

Präsentation: „Asking the Pope for Help“
Pius XII. galt vielen als der schweigende Papst, der es nicht wagte, seine Stimme gegen die Judenverfolgung zu erheben. Dennoch lagern in den vatikanischen Archiven rund 10.000 Briefe, in denen jüdische Menschen an den Vatikan geschrieben und um meist finanzielle Unterstützung für die Flucht aus Deutschland gebeten haben. Hubert Wolf präsentiert gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen des Schottengymnasiums sein Münsteraner Projekt „Asking the Pope for Help“.


Referent: Prof. Dr. Dr.h.c. Hubert Wolf, Universität Münster
Ort: Akademie am Dom/Theologische Kurse, Stephansplatz 3, 1010 Wien
Beitrag: € 15,-
Infos & Anmeldung: www.theologischekurse.at

 

 

 

Samstag, 7. November, 10 Uhr


Spuren jüdischen Lebens in Liesing

Gedenkspaziergang
Wir begeben uns auf einen Rundgang durch Liesing, um die Spuren jüdischen Lebens zu beleuchten und dessen Vernichtung durch den Nationalsozialismus aufzuzeigen. Mit Stopps an historischen Stätten, Gedenktafeln und Steinen der Erinnerung gedenken wir und hören Geschichten vergangener Tage. Doch auch über die aktuelle Erinnerungskultur wird gesprochen. Der Spaziergang führt vom Liesinger Schlosspark über die Breitenfurter Straße (Steine der Erinnerung) und die Gedenktafel für die zerstörte Synagoge in der Dirmhirngasse und endet bei der evangelischen Johanneskirche.


Begleitung: Gerald Netzl (Steine der Erinnerung in Liesing),
Vanessa Spanbauer (ASH – Forum der Zivilgesellschaft)
Treffpunkt: Gedenktafel für die Liesinger Opfer des NS-Euthanasieprogramms, Liesinger Schlosspark, Perchtoldsdorfer Straße 6, 1230 Wien
Infos & Anmeldung: www.ash-forum.at oder anmeldung@ash-forum.at

 

 

 

Samstag, 7. November, 17 Uhr


Kein „blindes“ und „hartherziges“ Volk!
Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

Das Johannesevangelium gilt als besonders judenfeindlich. Dabei sind es vielmehr problematische Übersetzungen, die einem judenchristlichen Text ein antijüdisches Programm übergestülpt haben. Darauf ist bei den Auslegungen von Lesungen im Gottesdienst – etwa bei Joh 12,37-43 – besonderes Augenwerk zu richten.


Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
Infos: www.ruprechtskirche.at

 

 

 

Montag, 9. November, 19 Uhr


MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT
Ökumenischer Gedenkgottesdienst am 88. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Worte des Gedenkens: Dr. Julia Spichal, Religionspädagogin
an der Evang.-Theol. Fakultät der Universität Wien
Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz
Infos: www.ruprechtskirche.at

 

 

 

Mittwoch, 11. November, 16 bis 17.30 Uhr


„Erinnerung ist ein anderes Wort für Hoffnung“
Zum Vermächtnis Elie Wiesels

Vortrag und Gespräch
Elie Wiesel überlebte als 16-Jähriger Auschwitz und Buchenwald. Nach der Befreiung widmete er sein Leben der Aufklärung und Erinnerung: „Credo. 
Ich gehöre zu einer Generation, die sich oft von Gott verlassen und von der Menschheit verraten fühlte. Und dennoch glaube ich, dass es unsere Aufgabe 
ist, uns weder von dem einen noch von der anderen loszusagen.“ (Elie Wiesel)
Reinhold Bokschi hat Elie Wiesel persönlich gekannt und beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit dessen Leben und Werk. Er ist Herausgeber der 
Gesamtausgabe von Elie Wiesels Werken in deutscher Sprache (ab 2026).

 

Referent: Prof. Dr. Reinhold Boschki, Universität Tübingen,
Forschungsstelle „Elie Wiesel“
Ort: Akademie am Dom/Theologische Kurse, Stephansplatz 3, 1010 Wien
Beitrag: € 15,-
Infos & Anmeldung: www.theologischekurse.at

 

 

 

Montag, 16. November, 19.30 Uhr


„Der Passfälscher“ (D/L 2022)

Film und Gespräch
Die Frage, wie die Schoa filmisch zu thematisieren ist, wird heute auf eigene Weise virulent: Die Zeitzeugen sind fast alle tot, was zu dokumentieren ist, scheint weitgehend abgearbeitet. Und ein Publikum aktuell noch dafür zu interessieren, ist eine Herausforderung für den Film. Erst recht schwierig wird es bei der Zumutung, sich dem Geschehen komödiantisch nähern zu wollen, ohne die Historie zu verharmlosen. Die deutsche Regisseurin Maggie Peren wagt dies in „Der Passfälscher“, der die Geschichte von Cioma Schönhaus (1922–2015) erzählt, der als Jude zunächst u.a. als Passfälscher in Berlin überlebte und sich dann, 1943, in die Schweiz durchschlug. Regisseurin Peren geht diese Geschichte nicht als Heldenepos an, sondern zeigt Cioma und seinen Freund Det als junge jüdische Männer, die in den Tag hineinleben und sich der Verfolgung fast spielerisch zu entziehen suchen. Das Leben unter diesem Regime war auch ein Leben mit heiteren bis grotesken Zügen, das Damoklesschwert der Deportation schwebte trotz allem über diesen jungen Leute. Peren gelingt es, diesen Zwiespalt glaubhaft aufzulösen – was wesentlich im Schauspiel von Louis Hofmann als Cioma gelingt.
Im Anschluss an den Film Gespräch über diese Art der „Vergangenheitsbewältigung“ im Film.

 

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12
Preis: € 10,50
Infos: www.kav-wien.at
Tickets: www.votivkino.at

 

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:
Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese Wien, Katholische Aktion Österreich, Katholische Hochschuljugend Wien, Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien, Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse

 

 

 

 

Ruprechtskirche
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Ruprechtspl. 1
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