Sunday 14. July 2024
Aussendungen

MECHAYE HA METIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

 

Donnerstag, 9. November, 19.00 Uhr

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 85. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

 

Worte des Gedenkens:
Generalvikar Nikolaus Krasa, röm.-kath. Erzdiözese Wien

 

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien, Ruprechtsplatz
anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz
Infos: www.ruprechtskirche.at


Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt

Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938

 


Zum 85. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome: Alle jüdischen Bethäuser Wiens (mit Ausnahme des Stadttempels) wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Seit vielen Jahren erinnert die Gemeinde St. Ruprecht in Kooperation mit anderen christlichen Institutionen in den Bedenktagen „Mechaye Hametim“ an diese Ereignisse und die Schoa – auch und gerade im Wissen um die Mitverantwortung von Christinnen und Christen dabei. 


Otto Friedrich

 

Donnerstag, 26. Oktober, 8.30 bis 19.30 Uhr

Begegnung mit Geschichte und Erinnerung
Besuch von drei der ehemals jüdischen Siebengemeinden im Burgenland:
Kobersdorf, Lackenbach, Mattersburg

 

Exkursion
Die Familien Esterhaźy und Batthyány gewährten von 1612 bis 1848 der jüdischen Bevölkerung im heutigen Burgenland Privilegien. Mit dem „Österreich-Ungarn Ausgleich“ 1867 waren Jüdinnen und Juden bis zur Vertreibung durch das NS-Regime freie, gleichberechtigte Staatsbürger. Dazu kamen die Schutzbriefe der Esterházys aus 1690, die den  sogenannten jüdischen Siebengemeinden (Eisenstadt, Mattersburg, Kittsee, Frauenkirchen, Kobersdorf, Lackenbach, Deutschkreutz) ein ungestörtes Kommunal-, Wirtschafts- und Geistesleben ermöglichten. Die Exkursion führt zu Gedenkorten an drei der Siebengemeinden, Ausgangspunkt ist Kobersdorf, wo die einzige Synagoge erhalten ist, die die Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1938-40 überstanden hat.


Leitung: Gottfried Riegler-Cech
Treffpunkt: 8.30 Uhr, 1010 Wien, Rathausplatz/Universität
Beitrag: € 45,-
Infos & Anmeldung (unbedingt erforderlich bis 23. Oktober):
www.kav-wien.at, ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

 

 

Donnerstag, 26. Oktober, 18.30 Uhr

Umkehr/Teschuwa!?
Die Kirchen und das Judentum.
 

Workshop
Das christliche Verständnis von Umkehr und das jüdische Verständnis von
Teschuwa kommen miteinander ins Gespräch und fragen nach der Bedeutung
für Umkehr der Kirchen. Anlass sind 25 Jahre seit der bahnbrechenden
Erklärung „Zeit zur Umkehr. Die Evangelischen Kirchen und die Juden“.
Beispiele für Umkehr der Kirchen in Österreich werden vorgestellt, besonders
die Initiative zum antisemitischen Pfarrer Deckert.

 

Ort: Pfarre St. Josef/Weinhaus, 1180 Wien, Gentzgasse 142
Infos & Anmeldung: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische
Zusammenarbeit, www.christenundjuden.org, info@christenundjuden.org

 

 

Samstag, 4. November, 17.00 Uhr

Absage an jede Judenfeindschaft
Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

 

Beim Jahresevangelisten Matthäus finden sich Texte, die jahrhunder telang
zur Rechtfertigung christlicher Judenfeindschaft herhielten. Wie kann das
Matthäusevangelium heute so gelesen werden, dass antijüdische Haltungen
darauf nicht mehr Bezug nehmen?


Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien, Ruprechtsplatz
Infos: www.ruprechtskirche.at

 

 

Sonntag, 5. November, 10.00 bis 16.00 Uhr

Jüdische PsychologInnen und Mediziner im 20. Jahrhundert

 

Tagung
Die Veranstaltung erinnert an wichtige jüdische Psychologen und Mediziner,
die meisten von ihnen mussten nach 1933 Europa verlassen. Sie haben die
europäische Kultur entscheidend geprägt, ihr Werk wirkt bis heute vielfältig
weiter.
Referent(inn)en: Anton Grabner-Haider, Kulturwissenschaftler und Professor
für Religionsphilosophie an der Uni Graz, sowie Kristin Orthacker, Bernd
Ricken, Hannes Weinelt, Edith Riether.

 

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Beitrag: € 40,- (Halbtag: € 20,-)
Infos & Anmeldung: www.kav-wien.at

 

 

Montag, 6. November, 19.30 Uhr

„Dolmetscher“ (CZ /SK /A 2018)

 

Film und Gespräch
Der 80-jährige, in Bratislava lebende Dolmetscher Ali Ungár reist nach
Wien um späte Rache am mutmaßlichen Mörder seiner Eltern zu üben,
die im Holocaust getötet wurden. Doch statt des ehemaligen SS-Offizier s
Kurt Graubner findet dieser dessen Sohn Geor g vor. Georg ist ein pensionierter
Schwerenöter und Bonvivant, das genaue Gegenteil des ernsthaften
und grüblerischen Ali. Zuerst abweisend, beginnt er in dem unerwarteten
Besuch eine Chance zu sehen, den dunklen Fleck in der Familiengeschichte
endlich aufzuarbeiten. Er engagiert Ali kurzerhand als Fremdenführer und
Übersetzer für eine gemeinsame Forschungsreise durch die Slowakei. Zusammen
wollen sie die wenigen noch lebenden Zeitzeugen aufstöbern, die
ihnen etwas über die dunkle Vergangenheit des Landes erzählen können.
Der Film ist auch eine Erinnerung an die verstorbenen Filmgrößen Peter
Simonischek (Georg Graubner) und Jiří Menzel (Ali Ungár). – Im Anschluss
Gespräch über den Film bzw. die Rolle der Slowakei bei der Schoa.

 

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12
Preis: € 9,20
Infos: www.kav-wien.at
Tickets: www.votivkino.at

 

 

Dienstag, 7. November, 18.30 Uhr

Verortung der Zukunft?!
Interreligiöse Orte und ihr Beitrag zu einer weltoffenen Gesellschaft

 

Podiumsdiskussion
85 Jahre nach den Novemberpogromen ist ein Einstehen der Religionsgemeinschaften
füreinander und vor allem in Toleranz allen Lebensentwürfen
gegenüber so wichtig wie eh und je. Grundlegend dafür scheint der interreligiöse
Dialog. In der Seestadt Aspern, Wien, ist seit etwa 10 Jahren ein
„Campus der Religionen“ geplant. Sowohl das bauliche Konzept als auch
der gemeinsame Anspruch an das Projekt ist und war Aushandlungsprozess
innerhalb der beteiligten Glaubensgemeinschaften und der Stadt Wien.
Wir diskutieren, wie sich gegenseitige interreligiöse Toleranz gut „verorten“
lässt. Wir fragen nach, welche Strömungen innerhalb einzelner Religionsgemeinschaften
den Dialog fördern und welche dem entgegenstehen?
Welche Wirkung kann die interreligiöse Zusammenarbeit über religiöse
Grenzen für säkulare Gesellschaften haben?

 

Am Podium: Esther Hirsch/House of One, Berlin; Anna Kampl/Religions
for Equality & evang. Pfarrerin in Simmering; Christoph Nowak/
Politikwissenschafter ÖAW; Andreas G. Weiß/Theologe & Erwachsenenbildner

Moderation: Doris Helmberge-Fleckl/DIE FURCHE

Ort: Albert-Schweitzer-Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13
Infos & Anmeldung: www.ash-forum.at

 

 

Mittwoch, 8. November, 18.00 Uhr

Der neue Streit um die Menschenrechte
Liberale Demokratie versus Autoritarismus

 

Vortrag
In allen Weltregionen, auch in den Kernstaaten der westlichen Demokratie,
werden heute die Menschenrechte nicht nur verletzt, sondern von politischen
und religiösen Bewegungen in aller Offenheit in Frage gestellt. Die
„Pandemie des Autoritarismus“ (A. Sen) ist zu einer ernsthaften Bedrohung
des Weltfriedens geworden.?

 

Referent: Johann Schelkshorn, Professor für Interkulturelle
Religionsphilosophie, Uni Wien
Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3
Beitrag: € 13,-
Infos & Anmeldung: www.theologischekurse.at

 

 

Donnerstag, 9. November, 19.00 Uhr

MECHAYE HA METI M – DER DIE TOTEN AUFERWECKT
Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 85. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

 

Worte des Gedenkens:
Generalvikar Nikolaus Krasa, röm.-kath. Erzdiözese Wien

 

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien, Ruprechtsplatz
anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz
Infos: www.ruprechtskirche.at

 

 

Freitag, 10. November, 16.00 Uhr

Superjuden
Jüdische Identität im Fussballstadion

 

Führung durch die Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
Eine Erfolgsgeschichte des „jüdischen Fußballs“ schrieb im Wien der
Zwischenkriegszeit der zionistisch geprägte SC Hakoah. Wenig bekannt
ist, dass auch andere Fußballklubs eine „jüdische Geschichte“ haben. Was
macht einen Klub zu einem jüdischen Klub? Auch in London, Amsterdam
und München wird der jüdische Anteil an deren Vereinsgeschichte in den
Blick genommen und auf die identitätsbildende Bedeutung der Fußballstadien
eingegangen. Wie es um das Bewusstsein für die jüdische Geschichte
in den Fangemeinden steht und wie mit ihr umgegangen wird, thematisiert
diese Ausstellung ebenso wie die For tschreibung antisemitischer Vorurteile
im Fußball bis in die Gegenwart.

 

Referentin: Barbara Staudinger, Direktorin des Jüdischen Museums Wien
Ort: Jüdisches Museum Wien, 1010 Wien, Dorotheergasse 11
Beitrag: € 15,-
Infos & Anmeldung (unbedingt erforderlich): www.kav-wien.at,
ka.forumzeitundglaube@edw.or.at

 

 

Sonntag, 12. November, 10.00 Uhr

Gedenkend durch die Vorstadt

 

Auch diesen November gedenken wir der Pogrome im Zuge eines gemeinsamen
Gedenk von der Ewigkeitsgasse bis zum Jüdischen Friedhof Währing.
Der Gedenk besteht aus zwei Teilen, es muss nicht an beiden teilgenommen
werden.
1. Gedenkspaziergang – von der Ewigkeitsgasse bis zum Jüdischen Friedhof
Währing (10 bis 12.30 Uhr)
2. Führung durch den Jüdischen Friedhof Währing (ab 13 Uhr)

 

Leitung: Matej Perč, ASH-Forum
Treffpunkt: 1170 Wien, Thelemanngasse 4
Beitrag: € 8,- (für die Friedhofsführung)
Infos & Anmeldung: www.ash-forum.at

 

 

Montag, 13. November, 19.00 Uhr

„Ein ganz gewöhnlicher Jude“ (Charles Lewinsky)
Aufführung von Jörg Stelling

 

Einführung: Martin Jäggle

 

Jörg Stelling, in der Rolle von Emanuel Goldfarb, lehnt die Einladung einer
Schule, über sich als Jude etwas zu erzählen, ab. Sein Antwortschreiben
wird dabei zur Abrechnung mit der Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland.
Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er
das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer
Korrektheit. Jörg Stelling ist freischaffender Schauspieler und Sprecher mit
Engagements u.a. am Ensembletheater Wien, Volkstheater Wien, Theater
Drachengasse, Theater Gruppe 80, Stadttheater Mödling oder der Schauspieltruppe
Zürich. Martin Jäggle ist Präsident des Koordinierungsausschusses
für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

 

Ort: Franz, 1020 Wien, Bruno Marek-Allee 11
Infos & Anmeldung: www.christenundjuden.org, info@christenundjuden.org

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:


Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft,
Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und
Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese
Wien, Katholische Aktion Österreich, Katholische Hochschuljugend
Wien, Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
Theologische Kurse


Lange Nacht der Kirchen in St. Ruprecht am 2. Juni 2023

18.15 - 18.45 Uhr

Friedensgebet 

 

Friedensgebet der Gemeinde

 

 

19.00 - 19:45 Uhr
Alte Musik in St. Ruprecht

 

Die Konzertreihe "Alte Musik in St. Ruprecht" lässt in der besonderen Atmosphäre der ältesten Kirche Wiens Musik vom Mittelalter bis zur frühen Romantik auf historischen Instrumenten erklingen.
Die Abendkonzerte finden an Montagen und Dienstagen von 26.06.-29.08.2023 von 19:30–20:30 (ohne Pause) statt.

Für die Lange Nacht der Kirchen wird als Kostprobe für den Konzertsommer Musik auf der Viola da Gamba erklingen: Johanna und Richard Carter treten seit vielen Jahren im Rahmen der Musikreihe "Alte Musik in St. Ruprecht" auf und haben auch dieses Jahr wieder ein wunderbares Programm für Sie zusammengestellt - lassen Sie sich von den feinen Klängen der Viola da Gamba verzaubern!

 

Alte Musik in St. Ruprecht

 

 

20.00 - 20:30 Uhr
Träume von der Stadt

Liturgische Musik der Gemeinde St. Ruprecht

 

 

20:45 - 21:45 Uhr
Konzert von "Enfleurage"

 

Anna Anderluh, Lukas Aichinger und David Gratzer gelingt mit improvisatorischer Leichtigkeit und spontan-kompositorischer Intelligenz ein Trilog, der die Charaktere ihrer musikalischen Welten aufnimmt um Neues erwachsen zu lassen. Beim Hören entstehen unweigerlich Bilder, im dichten Taumel zwischen Geschwindigkeit und meditativen Mantren, die in den langen Frames die Freiheit finden, sich zu entfalten. Gitarre, Schlagzeug, Autoharp, Stimme und Loops fließen so zu einer Musik, der man mit Neugier folgt – von sanften Visionen in mutige Destruktionen zu Neuanfängen.

Marisa Kröpfl

Besetzung:

Anna Anderluh: Stimme, Autoharp, Live Loops, Effekte

David Gratzer: Gitarre, Live Loops, Effekte

Lukas Aichinger: Perkussion, Gongs

 

www.enfleurage-band.com

 

 

22.00 - 22:30 Uhr
Neue Musik in St. Ruprecht 

 

KNUSP

Einmal pro Saison laden wir geschätzte MusikerInnen der Echtzeitmusik ein um sich mit uns musikalisch auszutauschen. Eine Handreichung und Anerkennung unter KollegInnen und MitstreiterInnen. Aber noch viel wichtiger, das gemeinsame Erschaffen und Erleben, sich begegnen in Aufgeschlossenheit, Aufmerksamkeit und Respekt.

Laura Pudelek | Violoncello
Gobi Drab | Flöten
Klaus Haidl | Saiteninstrumente

 

Neue Musik in St. Ruprecht

 

 

ab 23.00  Uhr
Mit TAIZE durch die Nacht (open end): Gesänge, Texte, Kerzen

 

Nachtschwärmer willkommen!! – Taizé begeistert durch Einfachheit, Ökumene, ein liebendes Gottesbild, meditative Gesänge, Internationalität und die Offenheit in den Begegnungen untereinander. Taizégebete gibt es jeden Mittwoch um 19 Uhr.

"Communauté de Taizé" ist eine internationale ökumenische Gemeinschaft in Taizé, Frankreich. Taizé bedeutet auch: schlichte, schöne Gesänge, Stille, Reflexion und ein offenes Ohr für die Jugend. Die charakteristischen, meist vierstimmigen Gesänge werden mehrfach wiederholt, sind einstrophig, kurz, in verschiedenen Sprachen und gehen oft unter die Haut. Zu unserem Nachtgebet kann man auch zu später Stunde jederzeit hinzustoßen und so seine ganz persönliche „Lange Nacht der Kirchen“ stimmungsvoll ausklingen lassen...

 

 


Blue-Green Christ

Das Bild ist in der Ruprechtskirche zu sehen

„Dorota Sadovská malte Christus aus der Untersicht. Das Kreuz fehlt und somit auch die Anknüpfung an die Assoziation mit dem Baum des Lebens. Diese scheint ganz aus dem Bild verschwunden, aber ihre tatsächliche Absenz würde es nicht gerade einfach machen, die runde Form des Bildes und die grüne Farbe zu erklären, die der Baumkrone entsprechen könnten, oder auch die ausgestreckten Arme des Gekreuzigten, die im Sinne der alten mystischen Tradition Zweigen ähneln. Indem wir in den Tondo die Baumkrone hineinprojizieren, stellt sich schließlich die Frage, wo dieser Baum seine Wurzeln hat. Der Blickwinkel, den wir einnehmen, führt uns zu der Antwort, dass die Wurzeln in uns, in den Menschen, liegen, wodurch die anthropologische Dimension dieser Idee auf eine Weise hervorgehoben wird, die seit Ludwig Feuerbach heftig debattiert wird. Darüber hinaus trägt der imaginäre Baum einen Hinweis auf die Vertikale und die Bedeutung der hierarchischen Wertkontraste zwischen den Positionen „oben“ und „unten“. Damit wiederholt das Bild auch ein typisch christliches Paradoxon: Die Kreuzigung Christi war eine erniedrigende Strafe, sie ist aber zum Zeichen seines endgültigen Sieges geworden: Deswegen schwebt der Gekreuzigte über den Betrachter*innen.“ 1

 

Dorota Sadovská sucht nach einem Schwerpunkt in bekannten Themen, Techniken und Beziehungen. Sie will sich an den einzigen Punkt herantasten, an dem sie Gegensätze ausbalancieren kann: Spiritualität mit unverhohlener Körperlichkeit, Symmetrie mit Hässlichkeit, eine minimalistische Sichtweise mit barocker Verblüffung. Sie nimmt immer wiederkehrende Themen aus der Kunst- und Denkgeschichte auf und behandelt sie neu, frisch und innovativ. Sie überrascht mit ihrem Humor und ihrem Sinn für das Spielerische. In einer Zeit des Zweifels stellt sie die Frage nach dem Wesen der Kunst in der christlichen Religion, nach der Art ihrer Darstellung, nach dem Wesen dieser Themen und Formen.

 

1 Ivan Gerát: Wachsende Bedeutsamkeit. Zu Ikonografie und Ikonologie des Baums. In: GROW. Der Baum in der Kunst (Ausst.-Kat. Belvedere, Wien) Wien 2022, S. 51-52.

 

 

Zur Person Dorota Sadovská

geboren 1973 in Bratislava, Slowakei / Ausbildung: 1997
Master of Fine Arts Diplom, Academy of Fine Arts and Design, Bratislava, Slowakei / 1999 Diplom DNSEP, École Nationale des Beaux Arts, Dijon, Frankreich / 2004 Doctor of Arts, Academy of Fine Arts and Design, Bratislava, Slowakei
www.sadovska.sk


EINE BRÜCKE ÜBER DEN WOGEN DER TRÄUME – GEDACHT ALS REQUIEM FÜR MURASAKI SHIKIBU

– geschaffen 1985-1987 für Murasaki, die im Japan der späten Heian-Zeit, ca. 1050 unserer Zeitrechnung, zu Heian-Kyo, dem heutigen Kyoto als Kaiserliche Hofdame lebte, und mit ihrem Genji Monogatari Literaturgeschichte schrieb.


Friedemann der Teppichweber schuf zahlreiche oft großflächige, abstrakte Teppiche, die er, zu thematischen Serien gebündelt, mit poetischen Titeln versah. Am Webstuhl sei er der Welt abhandengekommen, sagte er in einem Gespräch. Seit 1979 entstanden die architektonisch-geometrischen Wandteppiche ohne Entwurf. Die streng anmutenden Teppiche orientieren sich an der japanischen Teehausarchitektur
während der Momoyama-Periode. Ab ca. 1984 entstehen nur noch groß angelegte Teppichzyklen von ausschließlich sakraler Thematik. Die Ästhetik der Reduktion, der Abstraktion vermittelt eine spirituelle Tiefe der Werke und des Künstlers. Die Arbeiten Friedemanns sind gewebte Meditationen, gewebte Malerei. Im Gegensatz zur Malerei bedeutet Weberei Kontemplation statt Spontaneität. Die Farbverläufe und die epische Größe der Teppiche lassen immer wieder an einen Horizont und einen Sonnenauf- oder Untergang denken.


Friedemann der Teppichweber nannte er sich selber. Friedemann Hoflehner, so sein voller Name, wurde 1946 in Würzburg geboren und starb am 29. Oktober 2020 in Wien. Friedemann war homosexuell und bekannte sich offen dazu. Ende der 60er Jahre war er deswegen zu drei Monaten Arbeitshaus und bedingt zu drei Jahren Arrest verurteilt worden. Ausgrenzung und Haft zerstörten seine bisherige Existenz. Er kam
1968 nach Wien, schlug sich durch und hat 1973 zur Weberei gefunden.


„Wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde, sage ich schlicht Weber, Teppichweber. An sich gilt das was ich mache draußen in der Welt als Kunst, Textilkunst. Aber ich persönlich fühle mich wohler, der Zunft der Handwerker zugehörig zu sein. Als ein Mensch des Mittelalters mache ich keine Trennung zwischen Kunst und Handwerk. Und die Tätigkeit eines Webers ist nun einmal Weben und Weben ist Handwerk. Das schönste Handwerk der Welt.“


Friedemann der Teppichweber
(Friedemann Hoflehner)

Neben zahlreichen Werkpräsentationen im eigenen Atelier wurden seine Arbeiten in einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen in Linz, Wien, Bonn, Klosterneuburg, Baden bei Wien, Manila, Jakarta, Singapur, Bangkok und Hongkong präsentiert. Seine Arbeiten befinden sich in namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen und Museen.


Leihgeber: QWIEN – Zentrum für queere Geschichte


Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt

Nach dem Schweigegang werden rote Kerzen am Mahnmal abgestellt.

Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt


Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938


Zum 84. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome, die in Wien besonders
grausam verliefen: Alle jüdischen Bethäuser (mit Ausnahme des Stadttempels) wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Seit vielen Jahren erinnert die Gemeinde St. Ruprecht in Kooperation mit anderen christlichen Institutionen in den Bedenktagen „Mechaye Hametim“ an diese Ereignisse und die Schoa – auch und gerade im Wissen um die Mitverantwortung von Christinnen und Christen dabei.


Otto Friedrich


Sonntag, 23. Oktober, 9 bis 18 Uhr

 

Jüdisches Leben in der Buckligen Welt

 

Exkursion

Die Erforschung jüdischen Lebens in der Buckligen Welt zeigt, dass Jüdinnen und Juden bis 1938 im dörflichen Alltagsleben an sich gut integriert
waren. In einigen Gemeinden dieser niederösterreichischen Region sind deren Spuren auch heute noch sichtbar. Werner Sulzgruber, Historiker
und Mitherausgeber des Buchs „Eine versunkene Welt – jüdisches Leben in der Buckligen Welt und im Wechselgebiet“ (2019), führt zu diesen Spuren nach Bad Erlach, Hochwolkersdorf und Wiesmath.


Leitung: Gottfried Riegler-Cech
Treffpunkt: 8.45 Uhr vor dem Cafe Landtmann/Universitätsring
Anmeldung: unbedingt erforderlich bis 20. Oktober
Infos: ka.forumzeitundglaube@edw.or.at, www.kav-wien.at

 


 


Montag, 24. Oktober, 19 Uhr

 

„Ein ganz gewöhnlicher Jude“ (Charles Lewinsky)

 

Aufführung: von Jörg Stelling
Einführung: Martin Jäggle

Jörg Stelling, in der Rolle von Emanuel Goldfarb, lehnt die Einladung einer Schule, über sich als Jude etwas zu erzählen, ab. Sein Antwortschreiben wird dabei zur Abrechnung mit der Situation der Juden im Nachkriegsdeutschland.
Wortreich, pointiert und manchmal zynisch beschreibt er das Spannungsfeld zwischen altem Antisemitismus und neuer politischer Korrektheit.
Jörg Stelling ist freischaffender Schauspieler und Sprecher mit Engagements u.a. am Ensembletheater Wien, Volkstheater Wien, Theater Drachengasse, Theater Gruppe 80, Stadttheater Mödling oder der Schauspieltruppe Zürich.


Martin Jäggle ist Präsident des Koordinierungsausschusses für christlichjüdische Zusammenarbeit.
Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4
Infos: www.kav-wien.at

 


 


Samstag, 5. November, 17 Uhr

 

Neu auf das Judentum blicken

 

Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht
Beim Jahresevangelisten Lukas, mit dessen Namen ja auch die Apostelgeschichte verbunden ist, findet sich eine ambivalente Sicht aufs Judentum. Wie kann eine christliche Gemeinde heute diese Texte lesen, hören und verstehen?


Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
Infos: www.ruprechtskirche.at

 


 


Montag, 7. November, 19 Uhr

 

„Der Anständige“ (2014)

 

Film und Gespräch
Heinrich Himmler ist einer der größten Kriegsverbrecher und gleichzeitig kulminieren in seiner Person der Aberwitz und die Unmenschlichkeit
des NS-Systems. Die israelische Dokumentarfilmerin Vanessa Lapa hat, von Briefen Himmlers ausgehend, ein verstörendes Filmporträt über den mörderischen Biedermann gestaltet. Lapa nimmt Zitate aus den Briefen Himmlers und seiner engsten Familie zum Ausgangspunkt der Textierung ihres Films und unterlegt diese mit gefilmten Bilder n aus den 1920er bis 1940er-Jahren – zum Teil bis dahin unveröffentlichte Privat- und Amateuraufnahmen. Beklemmend vorgetragen werden die Texte von einer Riege erstrangiger Schauspieler – darunter Tobias Moretti und Sophie Rois.

Im Anschluss spricht Otto Friedrich/DIE FURCHE mit Felix Breisach, dem Produzenten des Films.


Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12
Eintritt: € 9,20
Infos & Tickets: www.votivkino.at

 


 


Dienstag, 8. November, 19.00 Uhr

 

Denken im Widerstand

 

Buchpräsentation
Anton Grabner-Haider (Hg) /Anton Pelinka /Arnold Mettnitzer

Denken im Widerstand. Gegen Fake News und neue Ideologien
In Erinnerung an den jüdischen Rechtsphilosophen Ota Weinberger wendet sich dieses Buch gegen neue Ideologien des Vergessens, gegen den
neuen Antisemitismus und die geistige Aufrüstung in den neuen Medien.
Mit Anton Grabner-Haider, Kulturwissenschaftler und Professor für Religionsphilosophie an der Universität Graz.

 

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Straße 2-4 / 1090 Wien
Infos: www.kav-wien.at

 

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Mittwoch, 9. November, 19 Uhr

 

MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

 

Ökumenischer Gedenkgottesdienst am 84. Jahrestag der Novemberpogrome 1938
Worte des Gedenkens: Superintendent Matthias Geist, Evangelische Kirche A.B.

 

anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

 

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien
Infos: www.ruprechtskirche.at

 


 


Donnerstag, 10. November, 19 Uhr

 

Hat Israel die Propheten getötet?  -  Untersuchungen zu einem biblischen Vorwurf

 

Vortrag
Im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu wird im Neuen Testament der breit bezeugte Vorwurf erhoben, Israel habe schon von jeher die Propheten verfolgt und getötet. Stimmt dieser Vorwurf überhaupt?


Vortragender: Mag. Oliver ACHILLES
Ort: Theologische Kurse, Stephansplatz 3, 1010 Wien
Beitrag: € 13,-
Infos: www.theologischekurse.at

 


 


Samstag, 12. November, 11 Uhr

 

Gedenkspaziergang

 

Gemeinsam begeben wir uns auf einen spannenden Rundgang durch eine ganze Reihe von bedeutungsträchtigen Denkmälern, Steinen der
Erinnerung sowie des Gedenkens und Stätten ehemaliger Tempel. Was bedeutet „Nie wieder“ in Zeiten wie diesen, und was können wir dazu
beitragen, dass es sich nicht wiederholt? Der Spaziergang führt von Rudolfsheim über den Westbahnhof bis nach Mariahilf.


Leitung: Matej Perč, ASH-Forum
Treffpunkt: Ecke Dingelstedtgasse/Turnergasse, 1150 Wien
Infos: www.ash-forum.at

 

 


Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:
Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese Wien, Katholische Aktion Österreich, Koordinierungsausschuss für christich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse


KUNSTINSSTALLATION IN ST. RUPRECHT von Jovan Sertic

Kunst in der Fastenzeit in St.Ruprecht lädt die Betrachterinnen und Betrachter zum Innehalten und zum Nach-Schauen ein. Der Altarraum ist nicht leer, wie sonst.


Er ist durch einen fragmentierten monumentalen Dornenzweig verändert, der auf die Passion Christi ebenso hinweist, wie auf die Grausamkeit und Un-mensch-lichkeit des Menschen. Der Dornenzweig steht ikonographisch als Verweis auf die Dornenkrone, diese wiederum steht inhaltlich im Kontext zum Thema Leid. Die Verbindung der zwei Worte – Dornen und Krone – steht hier für die Verbindung eines achtsymbols mit Schmerzen und Gewalt. Eine Krone ist Ausdruck von Macht und Würde sowie Symbol der Herrschaft des Trägers/der Trägerin. Im Unterschied hierzu wurde die Krone mit Dornen von den Soldaten gleichsam in ihr Gegenteil verkehrt und so als Instrument der Herabsetzung, Verspottung und Schande genutzt. In der Überdimensionierung steigert der eine Ast die aggressive und
bedrohliche Wirkung.


In der Übersetzung des Dornenzweigs in eine bildhauerische Arbeit und im räumlich-kirchlichen Zusammenhang wird dieser zu einem sakralen Objekt, fast wie ein Reliquiar.


Der prägende aktuelle aggressive Aspekt wird die Fastenzeit über dominieren, in der Hoffnung, dass dieser sich in österlichen Frieden auflösen wird.


Christof Cremer
Kurator



Zur Person Jovan Sertic
Jovan Sertic wurde 1993 Belgrad, Serbien geboren. Hier hat er 2009–2013 die Design School Belgrad, Serbien Graphic Arts besucht. Seit 2013 studiert er an der Universität für Angewandte Kunst Wien Graphic Design, Klasse Kartak.
Jovan Sertic’s Arbeiten umfassen eine Vielzahl von Ausdrucksformen und Techniken: Malerei, Wandgemälde, Illustrationen, aber auch Installationen,
Skulptur und Keramik. Einige seiner Arbeiten sind im öffentlichen Raum präsent oder wurden bereits in vielen Gruppen- und Einzelausstellungen in
Österreich und im europäischen Ausland präsentiert. Seine Illustrationen werden regelmäßig in Zeitschriften und Magazinen veröffentlich oder speziell
für thematische Ausstellungen angefertigt. Auszeichnungen: 2012 Preis für den talentiertesten Studenten der Design School in Belgrad, Serbien.

 

 


PIETÀ Kunstinstalation in der Ruprechtskirche

vom 30. Oktober - 20. Dezember 2021

Kunstintervention

Ich bin – von der ersten Begegnung an – von der Ruprechtskirche, von diesem Raum gefesselt worden. Es herrscht eine dichte Luft in diesem Raum: ich kann es mit Worten schwer erfassen – die Begegnung ist mehr auf einer emotionalen Ebene geschehen – und auf diese emotionale Ebene habe ich meine Intervention aufgebaut.
Die Geschichte oder besser die Spuren der Geschichte verschmelzen im „Ganzen“, auch formale und literarische Inhalte meiner Skulpturen werden Teil dieses „Ganzen“. Als Maß liegt der Mensch mit seinem Sein, seinen Bedürfnissen, Sehnsüchten und Kontrasten zugrunde. Beklemmung, Trauer, Ohnmacht – es sind die Gefühle des Ausgeliefertsein, die den menschlichen Körper mit seiner Würde und Verletzlichkeit thematisieren.
Die Sakralität dieses „Ganzen“ kommt in diesem Kontext, in diesen Räumlichkeiten, ganz besonders zur Geltung – eine irdische Sakralität, die Würde des Seins, der Natur und des Menschen im Diesseits, im Hier und Jetzt.

 

Lois Anvidalfarei (*1962)
Anvidalfarei wurde 1962 in Abtei in Südtirol geboren. 1976 bis 1981 besuchte er die Staatliche Kunstschule in St. Ulrich im Grödnertal. Ab 1983 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Professor Joannis Avramidis. Nach Abschluss des Studiums kehrte Lois Anvidalfarei 1989 nach Abtei zurück, wo er als freischaffender Bildhauer arbeitet.
Zu den Werken von Lois Anvidalfarei zählen neben den figuralen Plastiken auch liturgische Elemente und Zeichnungen.
Zahlreiche öffentliche Arbeiten befinden sich in der Provinz Bozen. Darüber hinaus schuf er Arbeiten für Mondsee, Innsbruck, Sonntagberg, Unterammergau, Wien und beteiligte sich an internationalen Ausstellungen wie der 54. Biennale von Venedig 2011.


Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt

Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938

 

Zum 83. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome. Der „Fußspur, die sich mit Tod füllte“ gedenken heißt es in einem der „Gebete für den toten Bräutigam“ von Nelly Sachs. Seit vielen Jahren versucht die Gemeinde St. Ruprecht in Kooperation mit anderen christlichen Institutionen genau dies in Bezug auf die Schoa, der Judenvernichtung der NS-Herrschaft, zu tun. Auch in diesem Jahr.

Otto Friedrich

 

Montag, 4. Oktober, 19 Uhr

"Gepriesen und geheiligt sei der große Name des Menschen!"

Zu Leonard Bernsteins Kaddisch

Vortrag

Das Kaddisch ist eines der bedeutendsten Gebete des Judentums, auch ein Gebet für die Toten. Ihm wird starke Wirkkraft zugeschrieben. Nach der Schoa hat es als zentraler Text des Gedenkens enorme Bedeutung erlangt und wird vielfach in Literatur, Kunst und Musik, unter anderem von Leonard Bernstein, verarbeitet.

 

Referent: Gerhard Langer, Professor für Geschichte, Religion und Literatur des Judentums in rabbinischer Zeit an der Univ. Wien

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4

Infos & Anmeldung: Telefon 01 – 51552-5100, www.kav-wien.at, ka.akademikerverband@edw.or.at

 

 

 

 

 

 

Montag, 18. Oktober, 19 Uhr

Musik und Totalitarismus im 20. Jahrhundert

Vortrag

Totalitäre Herrschaftssysteme haben die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt: Das Musikleben konnte sich dem Anspruch der totalitären Diktaturen, alle Lebens- und Kulturbereiche zu kontrollieren und im Sinne der jeweiligen Ideologie zu gestalten, nicht entziehen. Zahlreiche herausragende Musiker, Komponisten wie Interpreten, wurden Opfer des Totalitarismus. Auch die Rezeptionsgeschichte vieler Musikwerke und sogar ganzer stilistischer Richtungen wurde direkt oder indirekt von den totalitären Ideologien beeinflusst.

 

Referent: Jascha Nemtsov, Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“, Weimar

Ort: Otto-Mauer-Zentrum, 1090 Wien, Währinger Straße 2-4

Infos & Anmeldung: Telefon 01 – 51552-5100, www.kav-wien.at, ka.akademikerverband@edw.or.at

 

 

 

 

 

Dienstag, 19. Oktober, 19 Uhr

"Für den unbekannten Verfolgten"

Verfolgte Komponisten des 20. Jahrhunderts und ihre Wiederentdeckung

Klavierkonzert

Mit Werken von Juliusz Wolfsohn, Joachim Stutschewsky, Bernhard Sekles (ÖEA), Heller (ÖEA) und Viktor Ullmann

 

Pianist: Jascha Nemtsov, Hochschule für Musik „Franz Liszt“, Weimar

Ort: Stefanisaal, Stephansplatz 3, 1010 Wien

Infos & Anmeldung: Telefon 01 – 51552-5100, www.kav-wien.at, ka.akademikerverband@edw.or.at

 

 

 

Dienstag, 26. Oktober, 10 bis 13 Uhr

„Geschwisterlichkeit statt Judenfeindschaft“

Studienvormittag

Immer noch sind in Kirchen und Gemeinden antijüdische Kunst, Kirchenpatrone und Veranstaltungen zu finden. Erfahrungsberichte aus Pfarrgemeinden, die sich dieser Frage schon gestellt haben, können Pfarrgemeinden unterstützen, die sich dieser Frage noch stellen werden.

 

Leitung: Dr. Markus Himmelbauer

Ort: Evangelische Pauluskirche, 1030 Wien, Sebastianplatz 4

Infos & Anmeldung: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit,

Telefon 01 - 4797376, www.christenundjuden.org

 

 

 

Dienstag, 26. Oktober, 14.30 bis 17.15 Uhr

„Gedenk-Achtelmarathon 2021“

Gedenkspaziergang

Der Rundgang umfasst eine Reihe von historischen Schauplätzen des Antisemitismus in der Inneren Stadt und in Wien Landstraße. Die früheste besuchte Stätte erinnert an Ereignisse des Mittelalters. Die meisten der Gedenksteine auf dem Weg erinnern hingegen an die systematische Deportation und Vernichtung jüdischen Lebens während des Holocaust: Von den – modernen – Kirchenfenstern der Pauluskirche mit antijüdischen Motiven führt der Weg u.a. über das Lueger-Denkmal und Gedenksteine für ermordete Jüdinnen und Juden zur ehemaligen Synagoge in Wien-Landstraße. Der Rundgang endet an der Stelle, wo 1421 die Jüdinnen und Juden Wiens verbrannt wurden (Wiener Gesera).

 

Leitung: Matej Perč

Treffpunkt: Evangelische Pauluskirche, 1030 Wien, Sebastianplatz 4

Infos & Anmeldung: Telefon 01 – 4080695-0, anmeldung@ash-forum.at, www.ash-forum.at

 

 

 

Dienstag, 26. Oktober, 19.30 Uhr

65 Jahre Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Feierabend

Ein Jahrzehnt nach dem Ende der Schoa begann in Österreich die kontinuierliche Zusammenarbeit von Christ(inn)en mit Jüdinnen und Juden. Im Rahmen des Abends gibt es Grußbotschaften, Ehrungen, Berichte von Zeitzeugen und die Präsentation zukunftsweisender Initiativen.

 

Moderation: Danielle Spera/Jüdisches Museum Wien

Ort: Othmarsaal der Pfarre St. Othmar unter den Weißgerbern, 1030 Wien, Untere Weißgerberstraße 10

Infos & Anmeldung: Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit,

Telefon 01 - 4797376, www.christenundjuden.org

 

 

 

Donnerstag, 28. Oktober, 9 bis 16 Uhr

Besuch besonderer jüdischer Orte in Wien

Exkursion

Wir starten mit einem Besuch des „alten jüdischen Friedhofs“ am Zentralfriedhof. Die nächste Station ist der Stadttempel, die Hauptsynagoge von Wien, in der Seitenstettengasse. Nach dem Essen im Restaurant „Alef-Alef“ gehen wir zum Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoa, entworfen von der britischen Künstlerin Rachel Whiteread. Letzter Programmpunkt ist das Jüdische Museum Wien im Misrachi-Haus. Es dokumentiert das soziale, kulturelle und religiöse Leben der Wiener Juden im Mittelalter und befindet sich dem ehemaligen Herz der jüdischen Gemeinde von damals.

 

Treffpunkt:
Zentralfriedhof, Tor 1, 8.45 Uhr

Infos & Anmeldung (UNBEDINGT NOTWENDIG bis 27. Oktober): Telefon 01 – 51552-5100, www.kav-wien.at, ka.akademikerverband@edw.or.at

Kostenbeitrag: € 25,- (Eintritt & Führungen); 3-Gänge-Menü: € 15,-

 

 

 

Freitag, 5. November, 18.30 Uhr

Niemals vergessen!

Konzert anlässlich der Tage des Novemberpogroms

 

Gastreferent: Dr. Markus Himmelbauer
Musik: Sonja Equiluz (Klarinette), Daniel Johannsen (Gesang), Yasuko Yamamoto (Orgel, Klavier)

Ort: Evangelische Pauluskirche, 1030 Wien, Sebastianplatz 4

Infos & Anmeldung: Telefon 01 - 7132495, www.pauluskirche.at

 

 

 

Samstag, 6. November, 11 bis14 Uhr

„Gedenk-Achtelmarathon 2021“

Gedenkspaziergang

Wiederholung des „Gedenk-Achtelmarathons“ vom 26. Oktober (Programm siehe dort)

 

Leitung: Matej Perč

Treffpunkt: Evangelische Pauluskirche, 1030 Wien, Sebastianplatz 4

Infos & Anmeldung: Telefon 01 - 4080695-0, anmeldung@ash-forum.at, www.ash-forum.at

 

 

 

Samstag, 6. November, 17 Uhr

Das unverworfene Volk

Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

Neutestamentliche Texte wie das Gleichnis von den bösen Winzern (Mk 12,1-12) wurde im Christentum durch Jahrhunderte als Beleg für die Verwerfung des jüdischen Volkes interpretiert. Die Kirchen sind so mitschuldig geworden an der Judenverfolgung durch die Geschichte.

 

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien

Infos: Telefon 01 - 5356003, www.ruprechtskirche.at

 

 

 

Dienstag, 9. November, 19 Uhr

MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 83. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

 

Worte des Gedenkens: Assoz. Prof. Dr. Regina Polak, Vorständin des Instituts für Praktische Theologie an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

Infos: Telefon 01 - 5356003, st.ruprecht@aon.at, www.ruprechtskirche.at

 

 

 

 

Mittwoch, 10. November, 16 Uhr

Innere Stimme und Widerstand

Kurt Huber, Mitglied der Weißen Rose

Vortrag bei der „Akademie am Dom“

Vor 70 Jahren leistete Kurt Huber, Professor für Psychologie und Philosophie, zusammen mit seinen Münchner Studenten der Weißen Rose Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Studenten Alexander Schmorell und Hans Scholl unternahmen eine Flugblattaktion, der sich Huber anschloss und zusammen mit Hans Scholl das fünfte und allein das sechste Flugblatt der Weißen Rose verfasste, das die Royal Air Force zusammen mit den Bomben millionenfach über Deutschland abwarf. Sein Flugblatt und seine Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof gehören heute zu den meistzitierten Texten des deutschen Wider­standes. Was Huber zum Widerstand zwang, kann heute Wege zu Verständnis und Engagement für die Demokratie aufzeigen.

 

Referent: Wolfgang Huber, em. Prof. f. Deutsche Sprachwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt, Sohn von Kurt Huber

Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3

Infos & Anmeldung: Telefon 01 - 4000-08114, www.theologischekurse.at

Beitrag: € 14,-

 

 

 

Montag, 15. November, 19.30 Uhr

„Liebe war es nie“ (2020)

Filmmontag

„Liebe war es nie“ handelt von der unglaublichen und tragischen Liebesgeschichte zwischen der jungen Jüdin Helena Citron, Häftling in Auschwitz, und dem österreichischen SS-Offizier Franz Wunsch. Es war eine verbotene Beziehung, die das Leben beider täglich in Gefahr brachte. Rund 30 Jahre nachdem sich der Lebensweg der beiden am Tor in Auschwitz trennte, sehen sie in einem Wiener Gerichtssaal einander wieder – Franz als Angeklagter, Helena als Zeugin. Die israelische Regisseurin Maya Sarfaty erzählt diese Geschichte in ihrem Dokumentarfilm nach.

 

Einführung: Otto Friedrich/DIE FURCHE; Christian Rathner/ORF. Im Anschluss Gespräch mit Kurt Langbein, dem Produzenten des Films.

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12

Infos & Tickets: www.votivkino.at

Preis: € 9,20

 

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von: Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/innenverband der Erzdiözese Wien, Katholische Aktion Österreich, Koordinierungsausschuss für christich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse

 


28.5.21 LANGE NACHT DER KIRCHEN - 20:00-24:00

„Denn was innen ist, ist außen“- die leuchtenden Kirchenfenster der Lydia Roppolt

In der Ruprechtskirche, der ältesten Kirche Wiens, erstrahlen die bunten Glasfenster der international renommierten Künstlerin Lydia Roppolt in hellem Licht. Sie sind noch nicht einmal 30 Jahre alt und wurden unter dem ersten Rektor der Gemeinde, Pater Joop Roeland, in Auftrag gegeben.

Bei einem Rundgang um die Kirche stößt man an der Nordseite auf drei Figurengruppen aus dem alten oder ersten Testament (Daniel in der Löwengrube / Jona und der Fisch / die drei Jünglinge im Feuerofen), die, aus tiefster Not errettet, ein Loblied auf den Schöpfer anstimmen.

Wenn man weiter im Uhrzeigersinn geht, kann man seitlich im Altarraum die Darstellung der Kirchengründung durch Chuniald und Gislar im Auftrag des Heiligen Ruprecht sehen.

Die einzigen drei nicht von Lydia Roppolt gestalteten Fenster befinden sich mittig im Apsisraum. Dabei wird das älteste erhaltene Glasfenster Wiens (aus der Erbauungszeit der Apsis von ca. 1300!), das den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges im Depot entgangen ist, flankiert von zwei ehemals modernen Fenstern aus dem Jahre 1949.

Noch einmal um die Ecke des Seitenschiffs gebogen findet man wieder drei näher beschriebene Fenster. Diese zeigen das „Lob Gottes aus der Schönheit seiner Schöpfung“, wobei sich Lydia Roppolt von Gedichten aus dem Band „Nach dem Regen grünes Gras“ von P. Joop Roeland inspirieren ließ. (Wasser und Mond / Morgenstern, Stunden der Stille / Sterne und Mond, Friede am Abend).

"Die Kirche denkt in Jahrhunderten" Kirchenrundgang mit Franz Sramek

Links vom Haupteingang wird an der Außenmauer eine Videoprojektion des Künstlers Franz Sramek gezeigt, in der er sich alle Zeit der Welt nimmt, um den Kircheninnenraum zu durchmessen.

Der Musiker Bernhard Weiss begleitet den Abend mit friedlicher Hangmusik.

 


Fasteninstalation

Fastenistalation in der Ruprechtskirche

Das Fastentuch als überdimensionales Taufhemd oder Leichenhemd? Schwebend im Altarraum, hindeutend auf die Transzendenz. Fastenzeit und Ostern gleichzeitig, gleichsam Christhimmelfahrt.


Der Brief an die Gemeinde in Rom, im Neuen Testament (Römer 13,14) sagt uns: „Legt als neues Gewand den Herren Jesus Christus an…“
Das Hemd des Beginns und des Endes – als das letzte Hemd, das auch wieder das Hemd eines Beginns ist. Der Kreis schließt sich. Und, nicht zu vergessen, mit der Taufe, symbolisiert mit dem Taufhemd, bekommen wir ewiges Leben im Paradies zugesagt.


Formal basiert die vorliegende T-förmige Albe auf dem sogenannten Urhemd. Sie besteht aus verschiedenen rechteckigen Grundformen. Der rechteckige Halsausschnitt und der rechteckige Verschluss entsprechen den Brustplatten und reichlich verzierten Verschlüssen der Bekleidung des Mittelalters, sind aber auch eine Referenz an die Lostasche des Gewandes des Hohen Priesters. Die blauen Streifen im Mittelteil verweisen auf die Taufe im Jordan wie auch auf den jüdischen Gebetschal. Somit verkörpert die Albe den Alten und den Neuen Bund.

 


Zur Person Christof Cremer
Der freischaffender Kostüm- und Bühnenbildner lebt in Wien. Seine regelmäßig von der Kritik hoch gelobten Arbeiten führen ihn an viele Europäische Theater. Er arbeitet in den Bereichen Sprechtheater, Oper und zeitgenössisches Musiktheater ebenso wie Ballett und Tanz. Neben seiner Tätigkeit für das Theater konzipiert und kuratiert Christof Cremer Ausstellungen und arbeitet als Szenograph. Eine weitere Facette seiner Arbeit bildet die sakrale Kunst. Hier umfassen seine Arbeiten die Entwicklung neuer liturgischer Gewänder, Innenraumgestaltung und Kunstinstallationen. Cremers Arbeiten wurden bereits in der Vielzahl von Ausstellungen präsentiert und in Katalogen publiziert. Seine sakralen Arbeiten sind in sehr vielen Domkirchen sowie Klöstern zu finden. Aktuell ist das prominenteste Beispiel seiner sakralen Arbeiten die Gestaltung der neuen Mess-Lektionare für den gesamten deutschsprachigen Raum.


Literatur und Musik im Advent: Nahe kommen: Nahe Menschen, nächste Menschen; mit Texten von Joop Roeland

In der traditionellen Reihe „Literatur und Musik im Advent“ werden heuer Texte von Joop Roeland gelesen. Die Veranstaltungen an den Abenden der Adventsonntage gibt es seit 2003. Rückblickend fällt auf, dass nicht immer eine Weihnachtsgeschichte im Programm dabei war und sehr selten ein Weihnachtslied erklungen ist. Wie auch diesmal wird meist aus dem Werk eines Autors, einer Autorin gelesen. Lektorinnen und Lektoren aus St. Ruprecht lesen die Texte, die Musik wird von Musikerinnen und Musikern aus der und um die Gemeinde St. Ruprecht beigetragen. Der diesjährige Dichter ist unser Gründungsrektor. Einige Geschichten der kommenden vier Sonntagabende werden Erinnerungen wecken. Sie hatten damals aus seinem Alltag den Weg in seine Predigten gefunden und in Folge eben in seine Bücher. Wir sind gerade im sehr ramponierten Bedenkjahr zwischen Joop Roelands 10. Todestag im März 2020 und seinem 90. Geburtstag im März 2021. Deshalb holen wir so wie auch zur Pfingstnovene Joops Geschichten aus den Büchern hervor, und wenn und weil es sein muss, eben online!

Hannes Hochmeister

1. Adventssonntag

Frauengeschichten aus „an orten gewesen sein“ und „Verlorene Wörter“

Lesung: Eva Posch und Hannes Hochmeister

Klavier: Dr. Thomas Bachleitner-Hofmann, aus der Benefiz CD für das Krankenhaus in Makak

Sonntag, 29. November 2020 um 17.00 Uhr (online)

zu Literatur und Musik im Advent

 

2. Adventsonntag

Männergeschichten aus „an orten gewesen sein“ und „Verlorene Wörter“

Lesung: Eva Posch und Hannes Hochmeister

Klavier: Joanna Jimin, Lee

Sonntag, 6. Dezember 2020 um 17.00 Uhr (online)

zu Literatur und Musik im Advent

 

Maria Empfängnis

Frauengeschichten aus „an orten gewesen sein“ und „Verlorene Wörter“

Teil II

Lesung: Eva Posch und Hannes Hochmeister

Klavier: Dr. Thomas Bachleitner-Hofmann, aus der Benefiz CD für das Krankenhaus in Makak

Dienstag, 8. Dezember 2020 um 17.00 Uhr (online)

zu Literatur und Musik im Advent

 

3. Adventsonntag

Naturgeschichte(n)

Lesung: Manfred Pintar

Klavier: Martin Seidl

Sonntag, 13. Dezember 2020 um 17.00 Uhr (online)

zu Literatur und Musik im Advent

 

4. Adventsonntag

Stadtgeschichten

Lesung: Astrid Mattes-Zippenfenig

Viola: Mariela Riedl-Friedrich

Sonntag, 20. Dezember 2020 um 17.00 Uhr (online)

zu Literatur und Musik im Advent


Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt

In großer Betroffenheit und Trauer gedenken wir der Opfer des Terroranschlags der vergangenen Nacht. Deren Angehörigen gilt unsere tiefe Verbundenheit. In Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft, die in solchen Situationen stets besonders bedroht ist, laden wir gerade jetzt zum Gedenken der Novemberpogrome 1938 ein.

 

Fast alle im Rahmen der Bedenktag-Reihe „MECHAYE HAMETIM - DER DIE TOTEN AUFERWECKT“ vorbereiteten Veranstaltungen und Gottesdienste zum Gedenken an die Novemberpogrome müssen heuer wegen der verschärften Regeln zur Eindämmung des Coronavirus abgesagt werden. Damit ist aber das Gedenken nicht abgesagt.

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im ganzen Deutschen Reich, also auch in Österreich, die Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet. Allein in Wien wurden im Zuge des Furors insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. 6.547 Wiener Juden kamen in Haft, knapp unter 4.000 davon wurden in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Die Nationalsozialisten gaben diesem Tag den euphemistischen Ausdruck "Reichskristallnacht". Mit dem Novemberpogrom radikalisierten sie die Vertreibung und Enteignung der jüdischen Bevölkerung.

 

Der 9. November 2020 gibt allen die Möglichkeit zum Gedenken an diese Novemberpogrome - auch in Dankbarkeit für das wieder möglich gewordene jüdische Leben.

 

Wir laden ein, zu einem stillen persönlichen Gedenken

  • Worte des Gedenkens auf den Blog „Gedenken der Novemberpogrome 1938“ zu posten.

  • Die Lesungen aus der Bibel zu hören (oder zu lesen): Ex 20,117

  • Die Gedanken von Prof. Regina Polak, dazu zu hören (oder zu lesen)

  • Orte, an denen es früher jüdisches Leben gab (Synagogen, Steine des Gedenkens etc.) im Laufe des Tages in aller Stille und allein aufzusuchen.

  • Beim Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz eine Kerze zu entzünden.

Alle Informationen sind zu finden auf www.christenundjuden.org. Die Möglichkeit zum Posten und die Audiofiles gibt es dort am 9.11.2020 .

 

 

Stattfinden kann – als Online-Veranstaltung – das Podiumsgespräch
Trügerische Sicherheit: Sinn und Unsinn von Verschwörungstheorien
mit der Philosophin Caroline Heinrich, dem Judaisten Armin Lange und Giulia Silberberger von „Der goldene Aluhut“.
Mittwoch, 11. November, 19 Uhr,
Infos dazu: www.evang-akademie.at

 

 

MECHAYE HAMETIM - DER DIE TOTEN AUFERWECKT ist eine gemeinsame Initiative von röm.-kath. Gemeinde St. Ruprecht, Wien, Albert-Schweitzer-Haus – Forum der Zivilgesellschaft, Evangelische Akademie Wien, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademikerverband Wien, Die Furche, Katholische Aktion Österreich, Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
Theologische Kurse Wien.


Eine besondere Zeit

 

 

... die für uns alle eine Zeit der persönlichen Einschränkungen geworden ist.

 

Keine Gottesdienste in der Kirche, kein Gemeindeleben, wie wir es gewohnt sind.

 

In welcher Form können wir nun Liturgie feiern, ganz besonders die Liturgie der Kar- und Ostertage? Wie arbeiten wir an dem Bauprojekt weiter, das in der Kirche geplant ist … viele Fragen, die wir doch irgendwie lösen mussten und noch müssen.

 

Die Liturgie von St. Ruprecht virtuell umzusetzen, war eine große Herausforderung. Mit Lesungstexten, Gebeten, Liedern und Worten zur Schrift – auch hörbar gemacht mit vertrauten Stimmen aus der Gemeinde – ist ein Feiern von Gottesdiensten zu Hause möglich und so auch eine Verbundenheit mit der Gemeinde spürbar geworden. Eine Verbundenheit, die auch all jene in Gedanken mit einschließt, die wir virtuell nicht erreichen konnten und können.

 

Alle Gottesdienste ab 28. März 2020 können unter www.ruprechtskirche.at ( zu den Gottesdiensten) nachgehört werden.

 

So wird auch die Pfingstnovene mit dem Thema „Eine Zukunftsgrammatik“, die ganz dem Gedenken an Joop Roeland – sein Todestag jährte sich heuer zum 10. Mal – gewidmet ist, virtuell hörbar und nachhörbar sein.

 

Die Dringlichkeit des Einbaus eines WC’s und vor allem auch eines Wasseranschlusses in der Sakristei wird nicht zuletzt durch die Hygieneanforderungen nach CoVid19 besonders deutlich, bedeutet aber für die Gemeinde in dieser besonderen Zeit eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung. Es fehlen uns jetzt aber natürlich jegliche Einnahmen aus Sammlungen bei Gottesdiensten, Konzerten und sonstigen Veranstaltungen in der Kirche, die wir für die Projektfinanzierung dringend benötigen würden.

 

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass der wirtschaftliche „lockdown“ in dieser Zeit auch für Mitglieder unserer Gemeinde zu schweren existenziellen Belastungen führen kann. Wem aber immer es möglich ist, uns mit einer Spende zu unterstützen möge diese bitte auf das Konto:

 

 

Empfänger: St. Ruprecht

IBAN: AT12 1200 0222 1177 9600

BIC: BKAUATWW

mit dem Verwendungszweck: „Bauprojekt Kirche“ überweisen.

 

Ein herzliches DANKE im Voraus!


Der linke Schächer von Alfred Hrdlicka, 1952

Kunstinstallation

 

Kunst in der Fastenzeit in St. Ruprecht möchte die Betrachterinnen und Betrachter zum Innehalten und zum Nach-Schauen einladen. Der Altarraum ist nicht leer, wie sonst. Er ist durch eine monumentale Skulptur verändert, die auf das Endliche ebenso hinweist, wie auf die Grausamkeit und Un-menschlichkeit des Menschen.

Der hier dargestellte und ausgestellte Mensch hat animalischen Charakter, der vor allem durch die Grobheit des Gesichts, den geöffneten Mund und das starre Entsetzen des Ausdrucks entsteht. Die fehlenden Arme steigern nochmals den körperlichen Leidensausdruck dieser Gestalt. Ein irritierender Gedanke: Es scheint, als gäbe es keine Hoffnung, kein Entrinnen, keine Er-Lösung – als wäre das das Ende. Es scheint so…

Der Bildhauer, Maler und Zeichner Alfred Hrdlicka folgte den Menschen an die Orte, wo Masken und Hüllen fallen gelassen werden; er durchschritt die Schwellen, ging mit ihnen in ihre Höhlen und porträtierte sie, wo sie ihr wahres Gesicht offenlegen. Was er hier erblickte, gab er unerbittlich wieder.

 

Die Werke Alfred Hrdlickas „sind von einem existentiellen Ernst getragen. Es ist Kunst aus Anteilnahme und Einfühlung. (…) Sie ironisiert und attackiert, verunsichert und provoziert, überzeichnet Details und vergrößert das leicht zu Übersehende. In all dem zielt sie auf Reaktion. Jedes einzelne Werk will Teilhabe und Stellungnahme. Nichts verabscheut dieser Künstler mehr als das kulinarische Verkosten ästhetischer Formfindungen. Er versteht sein Werk als beharrliche Einladung, sich Themen zu stellen, denen nicht auszuweichen ist – es sein denn, der Betrachter weicht sich selbst aus.“

„Daran besteht kein Zweifel: Alfred Hrdlicka geht es um den ungeschminkten Alltag des Menschen, um abgründige Tiefen wie um seine Gipfel.“

 

Alfred Hrdlicka (1928–2009)

Studium der Malerei bei Gütersloh und Dobrowsky und Bildhauerei bei Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste. Nach seiner ersten Ausstellung 1960 in Wien schuf er sich rasch einen Namen als Künstler von internationalem Rang. Er lehrte 25 Jahre an den Kunstakademien von

Hamburg, Stuttgart und Berlin, und an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Sein plastisches Werk (Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz in Wien, begonnen 1983, fertig gestellt 1991) begleiten Aufsehen erregende Bühnenbilder, Zeichnungs- und Radierzyklen zu Themen wie Haarmann, Winckelmann, Schubert, Tolstoi, Rodin, Mondrian und Pasolini, zu den Türken vor Wien, zum 20. Juli 1944, der französischen Revolution und dem Schachspiel.

Zitate: P. Friedhelm Mennekes SJ., „Das Wort ist Fleisch geworden“.

In Zusammenarbeit mit Galerie Ernst Hilger


Jaroslav - Kunstinstallation von Štefan Papčo

Kunstinstallation in St. Ruprecht

Die Skulptur ist Teil einer aus fünf geschnitzten Personen bestehenden Gruppe mit
dem Titel Citizens. Die Skulpturen wurden über einen Zeitraum von 3 Jahren an
unterschiedlichen Bergwänden in Europa angebracht. Die wetterbedingten Veränderungen
wurden laufend fotografiert und in Ausstellungsräume live übertragen.
Hinter dieser Aktion standen reale Situationen in den 1970er und 1980er
Jahren in der Tschechoslowakei. Damals wurde es tschechischen Bergsteigern
erlaubt zweimal im Jahr Berge im Ausland zu besteigen, wenn sie vorher die
schwierigsten Anstiege in der Hohen Tatra geschafft hatten. Durch die Bergsteiger
wurden unbemerkt Brücken zwischen West und Ost gebaut. In einer Zeit in der die
tschechische Regierung auf Abschottung setzte.
Die Positionierung der Skulptur im sakralen Raum stellt neue, andere inhaltliche
Verbindungen und Brücken her. Das fehlende Gesicht, die Entpersonalisierung zieht
den Betrachter gleichsam in die Konzeption der Skulptur mit hinein. Er wird durch
das gedankliche Vervollständigen der Skulptur quasi zum Mitschöpfer. Gerade im Zusammenhang
mit dem Be- und Gedenkmonat November. In Verbindung mit Mechaye
Hametim, dem Gedenken an die NS-Progrome 1938, liegt die Assoziation zum
geschundenen Körper und zum Tod, zur Mumie sehr nahe.
„Die leere Skulptur ist Sinnbild für extremste Situationen, durch die Menschen in
lebensbedrohliche Grenzsituationen eintreten,“ so Christof Cremer, Kunstkurator
der Gemeinde St. Ruprecht. „Beim Betrachten der Skulptur“, so Cremer weiter,
„denke ich auch an die Ent-mensch-lichung durch menschenverachtende Systeme
und Diktaturen. Die Bestialität von Menschen zerstört alles – sogar die Seele.
Eine andere Assoziation: Die Skulptur wirkt wie eine Pietà, die darauf wartet
einen Menschen aufnehmen, bergen zu können. Ein dritter Gedanke: Die Skulptur
wirkt auch wie eine verlassene Haut einer Raupe, wie ein leerer Sarkophag.“
„In der Winterzeit lässt die Skulptur uns auch an die vielen „gesichtslosen“ Obdachlosen
am Rande der Gesellschaft denken, die in Schlafsäcken im Freien die Winternächte
zu überleben versuchen. Wie an eine leere Behausung. Der Mensch fehlt, die Hülle, die
ihn umgeben und schützen soll, bleibt leer zurück, in einer eingefroren menschlichen
Bewegung. Die „Alltagspose“ wird mittels Materialübersetzung zu etwas erhabenem.“

 

Zur Person:
Štefan Papčo (geboren 1983 in Ružomberok, Slowakei) studierte an der Akademie
der bildenden Künste in Bratislava im Bildhaueratelier von Jozef Jankovič, wo er
an der Facultat de Belles Arts in Barcelona (Spanien) und an der Faculdade de
Belles Artes in Porto (Portugal) residierte. In den Jahren 2011 und 2013 nahm
er an von Residency Unlimited und Triangle Arts Association organisierten
Residences in New York teil, wo er 2011 beim Dumbo Arts Festival den DAF
Grand Prize und das Best Open Studio erhielt. Seine Kunstwerke sind in mehreren
renommierten Sammlungen vertreten. Darunter die Slowakische Nationalgalerie
in Bratislava, das Museum Caldic Collectie in den Niederlanden und die Aegidius-
Sammlung in Luxemburg.


MECHAYE HAMETIM

MECHAYE HAMETIM - Der die Toten auferweckt

Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938

 

"Zum 81. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome. Der „Fuß­spur, die sich mit Tod füllte“ gedenken heißt es in einem der „Gebete für den to­ten Bräutigam“ von Nelly Sachs. Seit vielen Jahren versucht die Ge­meinde St. Ruprecht ge­nau dies in Bezug auf die Schoa, der Judenvernichtung der NS-Herr­schaft, zu tun – in der Gedenkwoche „Mechaye Hametim“.

 

Otto Friedrich


Samstag, 26. Oktober, 8 bis 19 Uhr

Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

und von Erinnerungsorten auf dem Weg

Exkursion

Seit Jahren suchen wir Erinnerungsorte – oft auch jenseits der Grenze – auf, wo sich Vergangenheit wie Lebensgeschichten von Millionen von Menschen nach­spüren lassen. Ziel der Exkursion 2019 ist die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Auf dem Weg zu diesem ehemaligen Lager des Schreckens machen wir zweimal Halt: Zunächst in St. Pölten, wo uns eine Führung zu den „Steinen der Erinnerung“ erwartet, und in St. Valentin, wo sich eines der vielen Außen­lager befand, in dem die Internierten vor allem für die Kriegsrüstungsindustrie eingesetzt wurden.

Reiseleitung: Mag. Annemarie Weinzettl

Treffpunkt: Rathausplatz (zwischen Rathauspark & Universität) 8 Uhr

Infos & Anmeldung (bis 24. Oktober):

T 51552-5100, www.kav-wien.at

Kursbeitrag: ca. 50,- € für Fahrtkosten, Eintritt, Führungen


Dienstag, 29. Oktober; Montag, 4. November; Dienstag, 12. November, jeweils 18.30 Uhr

Das Kaleidoskop des Amos Oz

Vortrags-Reihe

Am 28. Dezember 2018 ist der 1939 geborene Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine in Jerusalem gestorben. Das vielseitige Schaffen des Weltliteraten, Dichters, politischen Denkers und Aktivisten ist eine Inspirationsquelle, die weit über die Grenzen Israels hin ausstrahlt. 29. Oktober: „Eine Geschichte von Lie­be und Finsternis“ – Biografische Spuren im Werk von Amoz Oz. (Mag. Yuval Katz). 4. November: „Juden und Worte“. Gedanken einer katholischen Theo­login zu Amos Oz und Fania Oz-Salzbergers intellektuellen Streifzugs durch die jüdische Kulturgeschichte. (Assoz.-Prof. Dr. Regina Polak). 12. November: Vom Bedürfnis, einer Geschichte zuzuhören“. Impulse israelischer Gegenwartliteratur für den jüdisch-christlichen Dialog (MMag. Lukas Pallitsch).

Ort: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, 1020 Wien, Praterstern 1

Infos & Anmeldung: T 89174153-000, www.vhs.at/de/e/jife

Kursbeitrag: € 6,– (pro Abend)


Samstag, 2. November, 17 Uhr

„An den Strömen von Babel saßen wir und weinten“ (Ps 137,1)

Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Dienstag, 5. November, 18 Uhr

Vorurteile und Rassismus –

(k)ein Thema für Theologie und Pastoral?

Gesprächsrunde

Gemäß biblischer Tradition sind alle Menschen nach dem Bild Gottes ge­schaffen. Dennoch wird auf „fremde Menschen“ immer häufiger mit Angst, Ablehnung, ja mit Verachtung reagiert. Dies macht zum Teil auch vor Theologie und Pastoral nicht halt. Die Gesprächsrunde will zum Re­flektieren und Diskutieren anregen.

Leitung: Mag. Birgit Prochazka, Kultur- und Sozialanthropologin, Theologin

Ort: Kardinal-König-Haus, Kardinal-König-Platz 3, 1130 Wien

Infos & Anmeldung: T 8047593, www.kardinal-koenig-haus.at


Freitag, 8. November, 19.00 Uhr

„Shushan ha Shalom“

Konzert

Das Duo „Shushan ha Shalom – Rose des Friedens“, ist die Geschichte einer Freundschaft, gewoben aus den Saiten der Harfen und den Stimmen der Musi­ker. Shushan, auf Hebräisch „Rose“ und Shalom, „Frieden“: diese zerbrechliche, kostbare Blüte, die jeder in der Tiefe seines Herzens trägt, kann blühen, wenn wir einander die Hände reichen. Nach einigen Jahren des gemeinsamen Musizierens entstand ein reiches Repertoire in vielen Sprachen (Jiddisch, Franzö­sisch, Ladino, Deutsch, English) – eine Möglichkeit, Stimme zu sein für die­jenigen, deren Stimmen man zum verstummen gebracht hat. Lieder der Erinne­rung, des Gedenkens, des Friedens und auch der Versöhnung.

Musiker: Sigrid Massenbauer/Harfe, Salomon Ellia/Gesang

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Samstag, 9. November, 17 Uhr

MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 81. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Worte des Gedenkens: Bischof Michael Chalupka, evang. Kirche A.B.

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Montag, 11. November, 19.30 Uhr

Das radikal Böse

Filmmontag

Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky versucht in seinem Dokumentarfilm aus 2013, den historischen Zeugnissen über die Schoa heutige Gesichter zu geben: Der Film erzählt die Aufzeichnungen und Tagebuchnotizen von Wehr­machtssoldaten im O-Ton, vorgetragen von bekannten Schauspielern (Devid Striesow, Benno Fürmann ...) und ins Bild gesetzt durch die stummen Gesichter von Statisten. Dazwischen montiert Ruzowitzky Interviews mit Holocaust­forschern und Sozialpsychologen, die der Frage nachgehen, wie ganz „normale“ junge Männer zu Tätern werden konnten.

Einführung: Otto Friedrich/DIE FURCHE; Christian Rathner, Dokumentarfilmer und Religionsjournalist beim ORF.

Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit Experten statt.

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12

Infos: T 51552-5100, www.kav-wien.at

Tickets: € 9,20


Mittwoch, 13. November, 18.30 Uhr

Antisemitismus in den Evangelien?

Vortrag

Neutestamentliche Aussagen wie „Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und über unsere Kinder!“ (Mt 27,25) haben eine entsetzliche Wirkungsgeschich­te entfaltet. Auch dem Johannes-Evangelium und Paulus wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen, und Antisemiten bedienen sich neutesta­mentlicher Aussagen, um auch heute noch jüdische Menschen generell herabzu­setzen und anzufeinden. Der Vortrag untersucht die entsprechenden neutesta­mentlichen Aussagen und gibt Antwort auf zwei Fragen: Haben wir es im Neuen Testament mit Antisemitismus zu tun? Wie können wir heute mit diesen Stellen umgehen?

Referent: Mag. Oliver Achilles

Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3

Infos & Anmeldung: T 4000-08114, www.mickel.at


Dienstag, 19. November, 19 Uhr

„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ – Kurt Tucholsky

Podiumsdiskussion

Die Gewalt der Sprache ist täglich erfahrbar. Eine Rhetorik der Ausgren­zung und Spaltung lässt nachvollziehen, was der Schriftsteller Victor Klem­perer einst meinte, als er dem Sprachgebrauch der Nationalsozialisten attestierte: „Worte können sein wie Arsendosen“. Diesen negativen Konnotationen hält Kurt Tucholsky das kritische Potenzial der Sprache entgegen. Der Schriftsteller, der Erich Kästner zufolge „mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten“ wollte, wirft auch in der Gegenwart die Frage nach der gesellschaftspolitischen Verantwortung von Journalist(inn)en und Schriftsteller(inn)en und anderen öffentlich Sprechenden auf. Wieviel und welche Verantwortung haben öffentlich Sprechende und Schreibende gegenüber der Gesellschaft? In welchem Verhältnis steht die Ethik des eigenen Sprachgebrauchs zu der, die man sich von anderen wünscht?

Ort: Albert Schweitzer Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13

Infos & Anmeldung: T 4080695-22, www.evang-akademie.at


Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:

Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Akademie Wien, Evangelische Hochschul­gemeinde Wien, Die Furche, VHS – Jüdisches Institut für Er­wachsenenbildung, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/in­nen­verband der Erzdiözese Wien, Kardinal König-Haus Wien, Katholische Aktion Österreich, Koordinie­rungs­ausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse


Herzlich willkommen in St. Ruprecht! P. Alois Riedlsperger SJ ist neuer Rektor.

Nachdem wir in den letzten Wochen unseren Rektor, P.Hans Brandl, und P.Hans Tschiggerl, im Rahmen unserer Gemeindegottesdienste verabschiedet und ihnen für die anstehenden neuen Herausforderungen den Segen Gottes mitgegeben haben, wurde im Sinne der Kontinuität P.Alois Riedlsperger als neuer Rektor willkommen geheissen. Mit der symbolischen Übergabe des Kirchenschlüssels übernahm er seine neue Funktion in unserer Gemeinde.

 

P. Riedlsperger wurde 1945 in Salzburg geboren. Nach Studien der Sozialwissenschaften und der Theologie langjährige Mitarbeit in der politisch-sozialen Erwachsenenbildung an der Katholischen Sozialakademie Österreichs, deren Leitung er mit einer kurzen Unterbrechung von 1983 bis 2013 innehatte. Derzeit ist er Provinzökonom der Jesuiten und in der Begleitung von Projekten der Organisationsentwicklung von Ordensgemeinschaften tätig.

 

In seiner ersten Predigt wies P.Riedlsperger auf die Notwendigkeit des richtigen Hin-hörens hin, das erst ein (vernünftiges) Gespräch ermöglicht. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, was aus dem gemeinsamen und gegenseitigen Hin-hören an vielleicht Neuem für und in St.Ruprecht möglich wird. Die Spiritualiät der Jesuiten ist u.a. geprägt von Dankbarkeit Gott und den Menschen gegenüber. Sie ist weltfreundlich und nicht pessismistisch. Und es ist eine Spiritualität der Freiheit. Aus und in Freiheit sollen wir Menschen fähig sein Entscheidungen zu treffen. Der Verfasser dieser Zeilen wünscht sich und der ganzen Gemeinde, dass all das in den kommenden Jahren spürbar und erfahrbar wird und St.Ruprecht weiterhin prägt. Wer sich vom Geist der Freiheit und Offenheit anstecken lassen will, ist sehr herzlich Willkommen - jeden Samstag beim Gemeindegottesdienst und darüber hinaus bei zahlreichen Aktivitäten.

 

Harald Schiffl


„federn“ Kunstinstallation zur Fastenzeit – Installation, 2016, Baumwolle, Garn

Kunstinstallation in der Fastenzeit, zu sehen in der Ruprechtskirche.

Die Feder als Symbol für das Wort „Wahrheit“ war der Ausgangspunkt für diese Installation.

Die Installation entwickelte ich ursprünglich für eine Ausstellung in der Martin Luther Kirche in Linz. Für einige Wochen zog ich mich in mein Wohnatelier im „Haus der Frau“, wo ich von September bis Dezember 2016 als Artist in Residence wohnte zurück und habe mich nur auf die Produktion der „federn“ konzentriert. Jede Feder ist ein Unikat und entstand während eines höchst kontemplativen Prozesses.

„Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten“ (Psalm 43/3) steht über der Apsis der Martin Luther Kirche. Während der Ideenfindung für eine ortsbezogene Installation in der Kirche, blieben meine Gedanken immer wieder bei dem Wort „Wahrheit“ hängen. Im Zuge meiner Recherche stieß ich auf die Feder als Symbol für die Wahrheit und auf die Altägyptische Göttin Maat.

„Die Feder der Maat hat besonders für einen Toten große Bedeutung, der sich vor dem Gericht der Götter (dem Osiris vorsteht) für sein Leben rechtfertigen muss. Bei diesem Totengericht wird das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Maat gewogen, welche Wahrheit und Ordnung symbolisiert. Nur ein Mensch, der vollständig das negative Schuldbekenntnis bestand, konnte in die Duat übertreten.“ (Wikipedia) Schon während der Recherche ging ich ins Material, das geht bei mir meistens sehr schnell, und so entstand die erste Feder.

Seit meinem Studienabschluss 2010 konzentriere ich mich vorwiegend auf ortsbezogene Rauminstallationen. Mich interessiert der Raum, seine Architektur, seine Geschichte, die Materialien die in ihm vorhanden sind und was ich empfinde, wenn ich mich im Raum aufhalte. Für jede Ausstellung versuche ich eine ortsbezogene Arbeit zu entwickeln und diese, bestenfalls, auch vor Ort zu produzieren. Ich beginne damit, mich in dem Raum aufzuhalten, Zeit in und mit dem Raum zu verbringen, oder, wenn das nicht möglich ist, mir Fotos des Raumes in meinem Atelier aufzuhängen und anzuschauen. Nach einiger Zeit taucht in meinem Kopf eine Form oder ein Material auf mit dem ich anfange zu experimentieren. Dabei kristallisiert sich heraus wie die Installation am Ende ausschauen wird. Ich arbeite mit weichen, flexiblen Materialien, meist Textil. Mich fasziniert es, aus einem flachen zweidimensionalen Ausgangsmaterial in einfachen Schritten, z.B. mit ein paar Nähten, etwas Dreidimensionales zu machen. Es gibt eine Grundform, die endgütige Form gibt das Material vor.

Meistens hängen meine Objekte von der Decke, jeder Luftzug bringt die Installation in Bewegung. Ausserdem ist es mir wichtig, dass der Betrachter/die Betrachterin durch meine Installationen gehen kann und die Möglichkeit hat, die Objekte zu berühren.

Zur Person:

Elisabeth Altenburg lebt als freischaffende Künstlerin in Linz und Asperding.

Studium an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Bildhauerei, transmedialer Raum) sowie an der Estnischen Kunstakademie Tallinn.

Diverse Auszeichnungen, Stipendien und Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland sowie Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen in Österreich und Deutschland.

Arbeiten in öffentlichem und privatem Besitz.

www.elisabethaltenburg.blogspot.com


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