Saturday 19. October 2019
Aussendungen

MECHAYE HAMETIM

MECHAYE HAMETIM - Der die Toten auferweckt

Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938

 

"Zum 81. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome. Der „Fuß­spur, die sich mit Tod füllte“ gedenken heißt es in einem der „Gebete für den to­ten Bräutigam“ von Nelly Sachs. Seit vielen Jahren versucht die Ge­meinde St. Ruprecht ge­nau dies in Bezug auf die Schoa, der Judenvernichtung der NS-Herr­schaft, zu tun – in der Gedenkwoche „Mechaye Hametim“.

 

Otto Friedrich


Samstag, 26. Oktober, 8 bis 19 Uhr

Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

und von Erinnerungsorten auf dem Weg

Exkursion

Seit Jahren suchen wir Erinnerungsorte – oft auch jenseits der Grenze – auf, wo sich Vergangenheit wie Lebensgeschichten von Millionen von Menschen nach­spüren lassen. Ziel der Exkursion 2019 ist die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Auf dem Weg zu diesem ehemaligen Lager des Schreckens machen wir zweimal Halt: Zunächst in St. Pölten, wo uns eine Führung zu den „Steinen der Erinnerung“ erwartet, und in St. Valentin, wo sich eines der vielen Außen­lager befand, in dem die Internierten vor allem für die Kriegsrüstungsindustrie eingesetzt wurden.

Reiseleitung: Mag. Annemarie Weinzettl

Treffpunkt: Rathausplatz (zwischen Rathauspark & Universität) 8 Uhr

Infos & Anmeldung (bis 24. Oktober):

T 51552-5100, www.kav-wien.at

Kursbeitrag: ca. 50,- € für Fahrtkosten, Eintritt, Führungen


Dienstag, 29. Oktober; Montag, 4. November; Dienstag, 12. November, jeweils 18.30 Uhr

Das Kaleidoskop des Amos Oz

Vortrags-Reihe

Am 28. Dezember 2018 ist der 1939 geborene Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine in Jerusalem gestorben. Das vielseitige Schaffen des Weltliteraten, Dichters, politischen Denkers und Aktivisten ist eine Inspirationsquelle, die weit über die Grenzen Israels hin ausstrahlt. 29. Oktober: „Eine Geschichte von Lie­be und Finsternis“ – Biografische Spuren im Werk von Amoz Oz. (Mag. Yuval Katz). 4. November: „Juden und Worte“. Gedanken einer katholischen Theo­login zu Amos Oz und Fania Oz-Salzbergers intellektuellen Streifzugs durch die jüdische Kulturgeschichte. (Assoz.-Prof. Dr. Regina Polak). 12. November: Vom Bedürfnis, einer Geschichte zuzuhören“. Impulse israelischer Gegenwartliteratur für den jüdisch-christlichen Dialog (MMag. Lukas Pallitsch).

Ort: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, 1020 Wien, Praterstern 1

Infos & Anmeldung: T 89174153-000, www.vhs.at/de/e/jife

Kursbeitrag: € 6,– (pro Abend)


Samstag, 2. November, 17 Uhr

„An den Strömen von Babel saßen wir und weinten“ (Ps 137,1)

Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Dienstag, 5. November, 18 Uhr

Vorurteile und Rassismus –

(k)ein Thema für Theologie und Pastoral?

Gesprächsrunde

Gemäß biblischer Tradition sind alle Menschen nach dem Bild Gottes ge­schaffen. Dennoch wird auf „fremde Menschen“ immer häufiger mit Angst, Ablehnung, ja mit Verachtung reagiert. Dies macht zum Teil auch vor Theologie und Pastoral nicht halt. Die Gesprächsrunde will zum Re­flektieren und Diskutieren anregen.

Leitung: Mag. Birgit Prochazka, Kultur- und Sozialanthropologin, Theologin

Ort: Kardinal-König-Haus, Kardinal-König-Platz 3, 1130 Wien

Infos & Anmeldung: T 8047593, www.kardinal-koenig-haus.at


Freitag, 8. November, 19.00 Uhr

„Shushan ha Shalom“

Konzert

Das Duo „Shushan ha Shalom – Rose des Friedens“, ist die Geschichte einer Freundschaft, gewoben aus den Saiten der Harfen und den Stimmen der Musi­ker. Shushan, auf Hebräisch „Rose“ und Shalom, „Frieden“: diese zerbrechliche, kostbare Blüte, die jeder in der Tiefe seines Herzens trägt, kann blühen, wenn wir einander die Hände reichen. Nach einigen Jahren des gemeinsamen Musizierens entstand ein reiches Repertoire in vielen Sprachen (Jiddisch, Franzö­sisch, Ladino, Deutsch, English) – eine Möglichkeit, Stimme zu sein für die­jenigen, deren Stimmen man zum verstummen gebracht hat. Lieder der Erinne­rung, des Gedenkens, des Friedens und auch der Versöhnung.

Musiker: Sigrid Massenbauer/Harfe, Salomon Ellia/Gesang

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Samstag, 9. November, 17 Uhr

MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 81. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Worte des Gedenkens: Bischof Michael Chalupka, evang. Kirche A.B.

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

Infos: T 5356003, st.ruprecht@aon.at


Montag, 11. November, 19.30 Uhr

Das radikal Böse

Filmmontag

Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky versucht in seinem Dokumentarfilm aus 2013, den historischen Zeugnissen über die Schoa heutige Gesichter zu geben: Der Film erzählt die Aufzeichnungen und Tagebuchnotizen von Wehr­machtssoldaten im O-Ton, vorgetragen von bekannten Schauspielern (Devid Striesow, Benno Fürmann ...) und ins Bild gesetzt durch die stummen Gesichter von Statisten. Dazwischen montiert Ruzowitzky Interviews mit Holocaust­forschern und Sozialpsychologen, die der Frage nachgehen, wie ganz „normale“ junge Männer zu Tätern werden konnten.

Einführung: Otto Friedrich/DIE FURCHE; Christian Rathner, Dokumentarfilmer und Religionsjournalist beim ORF.

Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit Experten statt.

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12

Infos: T 51552-5100, www.kav-wien.at

Tickets: € 9,20


Mittwoch, 13. November, 18.30 Uhr

Antisemitismus in den Evangelien?

Vortrag

Neutestamentliche Aussagen wie „Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und über unsere Kinder!“ (Mt 27,25) haben eine entsetzliche Wirkungsgeschich­te entfaltet. Auch dem Johannes-Evangelium und Paulus wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen, und Antisemiten bedienen sich neutesta­mentlicher Aussagen, um auch heute noch jüdische Menschen generell herabzu­setzen und anzufeinden. Der Vortrag untersucht die entsprechenden neutesta­mentlichen Aussagen und gibt Antwort auf zwei Fragen: Haben wir es im Neuen Testament mit Antisemitismus zu tun? Wie können wir heute mit diesen Stellen umgehen?

Referent: Mag. Oliver Achilles

Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3

Infos & Anmeldung: T 4000-08114, www.mickel.at


Dienstag, 19. November, 19 Uhr

„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ – Kurt Tucholsky

Podiumsdiskussion

Die Gewalt der Sprache ist täglich erfahrbar. Eine Rhetorik der Ausgren­zung und Spaltung lässt nachvollziehen, was der Schriftsteller Victor Klem­perer einst meinte, als er dem Sprachgebrauch der Nationalsozialisten attestierte: „Worte können sein wie Arsendosen“. Diesen negativen Konnotationen hält Kurt Tucholsky das kritische Potenzial der Sprache entgegen. Der Schriftsteller, der Erich Kästner zufolge „mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten“ wollte, wirft auch in der Gegenwart die Frage nach der gesellschaftspolitischen Verantwortung von Journalist(inn)en und Schriftsteller(inn)en und anderen öffentlich Sprechenden auf. Wieviel und welche Verantwortung haben öffentlich Sprechende und Schreibende gegenüber der Gesellschaft? In welchem Verhältnis steht die Ethik des eigenen Sprachgebrauchs zu der, die man sich von anderen wünscht?

Ort: Albert Schweitzer Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13

Infos & Anmeldung: T 4080695-22, www.evang-akademie.at


Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:

Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Akademie Wien, Evangelische Hochschul­gemeinde Wien, Die Furche, VHS – Jüdisches Institut für Er­wachsenenbildung, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/in­nen­verband der Erzdiözese Wien, Kardinal König-Haus Wien, Katholische Aktion Österreich, Koordinie­rungs­ausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse


Herzlich willkommen in St. Ruprecht! P. Alois Riedlsperger SJ ist neuer Rektor.

Nachdem wir in den letzten Wochen unseren Rektor, P.Hans Brandl, und P.Hans Tschiggerl, im Rahmen unserer Gemeindegottesdienste verabschiedet und ihnen für die anstehenden neuen Herausforderungen den Segen Gottes mitgegeben haben, wurde im Sinne der Kontinuität P.Alois Riedlsperger als neuer Rektor willkommen geheissen. Mit der symbolischen Übergabe des Kirchenschlüssels übernahm er seine neue Funktion in unserer Gemeinde.

 

P. Riedlsperger wurde 1945 in Salzburg geboren. Nach Studien der Sozialwissenschaften und der Theologie langjährige Mitarbeit in der politisch-sozialen Erwachsenenbildung an der Katholischen Sozialakademie Österreichs, deren Leitung er mit einer kurzen Unterbrechung von 1983 bis 2013 innehatte. Derzeit ist er Provinzökonom der Jesuiten und in der Begleitung von Projekten der Organisationsentwicklung von Ordensgemeinschaften tätig.

 

In seiner ersten Predigt wies P.Riedlsperger auf die Notwendigkeit des richtigen Hin-hörens hin, das erst ein (vernünftiges) Gespräch ermöglicht. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, was aus dem gemeinsamen und gegenseitigen Hin-hören an vielleicht Neuem für und in St.Ruprecht möglich wird. Die Spiritualiät der Jesuiten ist u.a. geprägt von Dankbarkeit Gott und den Menschen gegenüber. Sie ist weltfreundlich und nicht pessismistisch. Und es ist eine Spiritualität der Freiheit. Aus und in Freiheit sollen wir Menschen fähig sein Entscheidungen zu treffen. Der Verfasser dieser Zeilen wünscht sich und der ganzen Gemeinde, dass all das in den kommenden Jahren spürbar und erfahrbar wird und St.Ruprecht weiterhin prägt. Wer sich vom Geist der Freiheit und Offenheit anstecken lassen will, ist sehr herzlich Willkommen - jeden Samstag beim Gemeindegottesdienst und darüber hinaus bei zahlreichen Aktivitäten.

 

Harald Schiffl


„federn“ Kunstinstallation zur Fastenzeit – Installation, 2016, Baumwolle, Garn

Kunstinstallation in der Fastenzeit, zu sehen in der Ruprechtskirche.

Die Feder als Symbol für das Wort „Wahrheit“ war der Ausgangspunkt für diese Installation.

Die Installation entwickelte ich ursprünglich für eine Ausstellung in der Martin Luther Kirche in Linz. Für einige Wochen zog ich mich in mein Wohnatelier im „Haus der Frau“, wo ich von September bis Dezember 2016 als Artist in Residence wohnte zurück und habe mich nur auf die Produktion der „federn“ konzentriert. Jede Feder ist ein Unikat und entstand während eines höchst kontemplativen Prozesses.

„Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten“ (Psalm 43/3) steht über der Apsis der Martin Luther Kirche. Während der Ideenfindung für eine ortsbezogene Installation in der Kirche, blieben meine Gedanken immer wieder bei dem Wort „Wahrheit“ hängen. Im Zuge meiner Recherche stieß ich auf die Feder als Symbol für die Wahrheit und auf die Altägyptische Göttin Maat.

„Die Feder der Maat hat besonders für einen Toten große Bedeutung, der sich vor dem Gericht der Götter (dem Osiris vorsteht) für sein Leben rechtfertigen muss. Bei diesem Totengericht wird das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Maat gewogen, welche Wahrheit und Ordnung symbolisiert. Nur ein Mensch, der vollständig das negative Schuldbekenntnis bestand, konnte in die Duat übertreten.“ (Wikipedia) Schon während der Recherche ging ich ins Material, das geht bei mir meistens sehr schnell, und so entstand die erste Feder.

Seit meinem Studienabschluss 2010 konzentriere ich mich vorwiegend auf ortsbezogene Rauminstallationen. Mich interessiert der Raum, seine Architektur, seine Geschichte, die Materialien die in ihm vorhanden sind und was ich empfinde, wenn ich mich im Raum aufhalte. Für jede Ausstellung versuche ich eine ortsbezogene Arbeit zu entwickeln und diese, bestenfalls, auch vor Ort zu produzieren. Ich beginne damit, mich in dem Raum aufzuhalten, Zeit in und mit dem Raum zu verbringen, oder, wenn das nicht möglich ist, mir Fotos des Raumes in meinem Atelier aufzuhängen und anzuschauen. Nach einiger Zeit taucht in meinem Kopf eine Form oder ein Material auf mit dem ich anfange zu experimentieren. Dabei kristallisiert sich heraus wie die Installation am Ende ausschauen wird. Ich arbeite mit weichen, flexiblen Materialien, meist Textil. Mich fasziniert es, aus einem flachen zweidimensionalen Ausgangsmaterial in einfachen Schritten, z.B. mit ein paar Nähten, etwas Dreidimensionales zu machen. Es gibt eine Grundform, die endgütige Form gibt das Material vor.

Meistens hängen meine Objekte von der Decke, jeder Luftzug bringt die Installation in Bewegung. Ausserdem ist es mir wichtig, dass der Betrachter/die Betrachterin durch meine Installationen gehen kann und die Möglichkeit hat, die Objekte zu berühren.

Zur Person:

Elisabeth Altenburg lebt als freischaffende Künstlerin in Linz und Asperding.

Studium an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz (Bildhauerei, transmedialer Raum) sowie an der Estnischen Kunstakademie Tallinn.

Diverse Auszeichnungen, Stipendien und Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland sowie Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen in Österreich und Deutschland.

Arbeiten in öffentlichem und privatem Besitz.

www.elisabethaltenburg.blogspot.com


Ruprechtskirche
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Ruprechtspl. 1
1010 Wien

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