Sonntag 16. Dezember 2018

Pastoralkonzept

 

Einfach in der Erstellung und wirksam in der Umsetzung. Mit erweiterten Bausteinen und konkreten Beispielen aus der Praxis.

Pfarre mit Teilgemeinden

Was ändert sich?

Die Änderungen mit der Bildung einer Pfarre mit Teilgemeinden (=Pfarre Neu) sind überschaubar. Es ändern sich einige rechtliche Rahmenbedingungen wie z.B. Rechtspersönlichkeit, Name, Siegel, Gremien, Pastoralteam und die Buchhaltung.

 

Während die einen erhoffen, dass alles gleich bleibt, erwarten sich andere, dass sich alles ändert. In Wirklichkeit gibt es einige – wenn auch überschaubare - Punkte, die sich tatsächlich mit der Bildung einer Pfarre mit Teilgemeinden (=Pfarre Neu) ändern.

Viele andere mögliche Veränderungen (z.B. zur Gestaltung der Gottesdienstordnung, der Organisation der Pfarrbüros usw.) liegen - wie bisher - in der Verantwortung der Pfarre und werden im Pfarrgemeinderat, Gemeindeausschuss oder Vermögensverwaltungsrat entschieden.

 

1. Rechtspersönlichkeit

In einer Pfarre mit Teilgemeinde wird nur mehr im Rahmen einer Rechtspersönlichkeit (abgesehen von den Pfründen) gehandelt und nicht mehr im Rahmen jeder bisherigen Pfarre. Das bedeutet, dass diese gemeinsame Pfarre das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen besitzt und alle pfarrlichen MitarbeiterInnen (z.B. PfarrsekretärIn MesnerIn, KirchenmusikerIn, technische Hilfskräfte, …) anstellt. Das gilt auch für sämtliche Verträge, die von der gemeinsamen Pfarre geschlossen werden und für die gemeinsame Steuernummer.

 

2. Pfarrname, Adresse und Siegel

Als äußeres Zeichen der neuen Wirklichkeit einer gemeinsamen Pfarre gibt es einen neuen Namen, eine gemeinsame Geschäftsadresse und ein neues Pfarrsiegel, das auch für die Urkunden (Taufe, Eheschließung, …) verwendet wird.

 

3. Gremien

Auch die Gremien bilden das Gemeinsame ab. Ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat und ein gemeinsamer Vermögensverwaltungsrat werden in der Pfarre gebildet, aber für jede Teilgemeinde – für die ehemalige Pfarre – wird ein Gemeindeausschuss gebildet, wobei darauf zu achten ist, dass Doppelgleisigkeiten vermieden werden sollten. Und zu beachten ist, dass in allen gemeinsamen Gremien natürlich auch die einzelnen Teilgemeinden vertreten sind.

 

4. Pastoralteam

In der Regel bilden die bisherigen Priester, Pastoralassistentinnen und –assistenten mit den Diakonen in den Pfarren des Entwicklungsraums das Pastoralteam in der gemeinsamen Pfarre. Geleitet wird es von einem Priester, der als Pfarrer eingesetzt ist. Die anderen Priester sind gemäß Ausbildungsgrad Kaplan oder Pfarrvikar.

 

5. Buchhaltung

Auch die Buchhaltung wird für die gemeinsame Pfarre gemacht, allerdings gibt es für die Teilgemeinden sogenannte Kostenstellen, um den Gemeindeausschüssen ein Budget zu überantworten und Ein- und Ausgänge nachvollziehen zu können. Doch es gibt ein gemeinsames Budget und einen gemeinsamen Jahresabschluss. Den Kirchenbeitragsanteil, der bisher den Pfarren ausgezahlt wurde, gibt es - in gleicher Höhe - nur mehr für die gemeinsame Pfarre.

 

6. Pfarrgrenzen

Die bisherigen Grenzen zwischen den Pfarren werden aufgehoben und auch nicht mehr weiter geführt. Wer weiterhin diverse Briefe in seinem "Grätzl" austeilen möchte, muss sich innerhalb der Pfarre auf die Ortschaften und Straßenzüge einigen.

 

7. Pfarrkirche

Eine Kirche im Pfarrgebiet trägt den Titel Pfarrkirche, auch wenn damit keine weiteren Rechte und Pflichten verbunden sind, wie in der Rahmenordnung Liturgie deutlich wird. Auch in den anderen Kirchen, die Filialkirchen genannt werden, sind weiterhin Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse etc. erlaubt.

 

Die Pfarre mit Teilgemeinden bildet den Rahmen, um die größere Herausforderung zu bewältigen. Der Weg zu einer Kirche missionarischer Jüngerinnen und Jünger.

 

Wird der Kirchenbeitragsanteil für Pfarren mit Teilgemeinden (=Pfarre Neu) gekürzt?

Der Kirchenbeitragsanteil für eine Pfarre orientiert sich an der Katholikenzahl. Bislang wird für Pfarren mit mehr als 7.000 Katholiken ab dem 7001. Katholiken ein geringerer Anteil pro Katholik weitergegeben, da die Aufwände ab dieser Größe nicht mehr proportional zur Katholikenanzahl stehen. Bei der Bildung einer Pfarre Neu wird diese Regelung ausgesetzt, damit die Pfarre Neu den Kirchenbeitragsanteil bekommt, den bislang die Pfarren gemeinsam bekommen haben.

Was passiert mit den Dekreten für die liturgischen Dienste?

Dekrete und liturgische Beauftragungen für Leitende von Wort‐Gottes‐Feiern im Blick auf den strukturellen Wandel. Das Erzbischöfliche Ordinariat Wien stellt bezüglich der bereits ausgestellten Dekrete und  Beauftragungen in den bisherigen Pfarren fest, dass diese nach Errichtung einer Pfarre‐Neu auch auf Pfarren mit Teilgemeinden ohne Einschränkungen angewendet  werden. Diese  Dekrete und Beauftragungen behalten  ihre uneingeschränkte Gültigkeit auch in Zukunft für die betreffende Pfarre mit Teilgemeinden, einen Pfarrverband oder einen Seelsorgeraum bei. (Wiener Diözesanblatt 7/2018)

Was passiert mit dem pfarrlichen Personal?

Die Entstehung einer "Pfarre Neu" bringt auch für viele pfarrliche Angestellte Veränderungen mit sich. Mit dem "Betriebsübergang", bei dem grundsätzlich alle Rechte und Pflichten der Angestellten gewahrt bleiben, arbeiten die Angestellten in einem größeren Rahmen und größerem Team. Das Personalreferat hat in einer Checkliste die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Pfarre Neu für pfarrliche Angestellte zusammengefasst.

 

Weitere Informationen direkt bei:

Christof Bock, Personalreferat, 01-51552-3066, c.bock@edw.or.at

 

 

Stand: 7.7.2018

Termine
Fr., 11. Januar 2019 15:00
Alphakurs-Trainingstag
Do., 14. Februar 2019 17:00
Pastoralwerkstatt Pfarre mit Teilgemeinden
Diözesaner Entwicklungsprozess APG2.1
Stephansplatz 6/1/5/501
1010 Wien

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