
Ein Denkmal für Offenheit

Foto: Peter Haas, via WikiMedia
Ein Mann der Menschen und der Mission: Florian Kuntner war ein Mann der Kirche, der sich nicht scheute, schwierige Themen anzupacken. Als Bischofsvikar und Weihbischof setzte er sich unermüdlich für die Sorgen und Ängste der Menschen ein, ob in seiner Heimat oder in den ärmeren Ländern der Welt.
Besonders mit der Übernahme der Missionsagenden rückten globale Herausforderungen wie Armut und Ungerechtigkeit immer stärker in sein Blickfeld. Sein Engagement war geprägt von einem tiefen Glauben, aber auch von der Überzeugung, dass Kirche und Mensch einander auf Augenhöhe begegnen müssen.
Ein Kunstwerk mit tiefer Symbolik
Der Gedenkstein wurde vom Bildhauer Harry Brenner und dem Glaskünstler Rudolf Weninger geschaffen, die beide auf ihr Honorar verzichteten. Ihre Arbeit ist ein Ausdruck von Respekt für Kuntners Vermächtnis. Die Skulptur besteht aus zwei gleich großen Elementen: Einer schwarz gemaserten Form, die die Kirche symbolisiert, und einer rötlich gemaserten Form, die den Menschen darstellt. Beide stehen einander gegenüber – ein Sinnbild für Dialog und Begegnung.
Zwischen den beiden Skulpturen schwebt ein leuchtendes, mundgeblasenes Glaselement, das Herz des Evangeliums. Es steht für die Liebe und die Botschaft Gottes, die Kirche und Mensch verbinden soll. Eine stilisierte Antenne, die Himmel und Erde verknüpft, deutet an, dass Gottes Wirken durch das Evangelium in der Welt spürbar wird.
Ein Denkmal, das inspiriert
Der Florian-Kuntner-Gedenkstein ist mehr als ein Kunstwerk. Er ist ein Aufruf zur Offenheit, zum Dialog und zur Besinnung auf das, was Kirche und Mensch zusammenhält. Seine zentrale Position vor der Pfarrkirche lädt dazu ein, innezuhalten und über Kuntners Erbe nachzudenken: eine Kirche, die nicht nur predigt, sondern zuhört, eine Kirche, die den Menschen mit Herz begegnet.
Wer Piesting besucht, sollte sich die Zeit nehmen, diesen Ort der Begegnung und Reflexion zu entdecken – eine Hommage an einen Geistlichen, der Offenheit und Menschlichkeit lebte wie kaum ein anderer.


