Sonntag 18. Oktober 2026

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Pfarre

Geschichte der Pfarrkirche St. Peter am Moos

DAS "FINSTERE MITTELALTER"

PFARRGRÜNDUNG

 

Die erste namentliche Nennung des Ortes Muthmannsdorf erfolgte 1110, die Pfarre wurde erst 110 Jahre später, also 1220 urkundlich erwähnt.

 

Die Pfarrgründungsurkunde aus dem Jahre 1136 ist im Staatsarchiv in Wien sicher verwahrt. Ausgestellt wurde sie von Adalram v. Waldeck, dem Stifter des Chorherrenklosters Seckau, der die Pfarre (ohne ihren Namen genau zu nennen) dem damaligen Bischof von Salzburg, Konrad I., übergab.

 

Neben Muthmannsdorf beruft sich auch die Pfarre Waldegg auf diese Urkunde. Sicher ist, dass das Pfarrpatrozinium "St. Peter" eindeutig auf eine alte salzburgische Pfarre hinweist.

Pfarre

"VERSCHENKE PFARRE!"

MUTHMANNSDORF ALS PFARRE

VON SALZBURG UND SECKAU

Die erste Zeit der Pfarre, deren Gebiet die gesamte "Neuen Welt" umfasste, ist leider fast gänzlich im Dunkel der Geschichte untergegangen.

1218 erfolgte die Gründung des Bistums Seckau und nach dem Tod des letzten Babenbergers gingen die Adalram'schen Güter und damit auch unsere Pfarre an Ottokar Przemysl über. Am 1. Mai 1254 übergab Ottokar die Pfarre Bischof Ulrich I. von Seckau "wegen der Dienste, die er ihm geleistet hatte".

1269 bestätigt Ottokar nochmals seine Schenkung an den neuen Seckauer Bischof Wernhard. Zeugen dieser Epoche sind die Fresken im Turmjoch der Kirche.

Pfarre

"TAUSCHE PFARRE GEGEN PFARRE!"

MUTHMANNSDORF KOMMT

ZU DEN AUGUSTINERN

Am 7. Februar 1358 tauschte Bischof Ulrich III. mit dem Propst der Seckauer Chorherren, Petrus Freisinger, die Pfarren: "St. Peter zu Muetesdorff" kam in die Obhut der Chorherren von Seckau, und die Pfarre "St. Peter in der Gaul" wurde von der Diözese übernommen. Der praktische Hintergrund dieses damals gar nicht so unüblichen Tauschhandels: Das Schloss des Bischofs (Schloss Wasserberg bei Knittelfeld, heute im Besitz des Stiftes Heiligenkreuz) gehörte zur Seckauer Stiftspfarre "St. Peter in der Gaal (Gaul/Gail)".

Pfarre

"VERKAUFE PFARRE!"

MUTHMANNSDORF WIRD ZISTERZIENSISCH

Am 5. Juli 1662 verkaufte Propst Maximilian Ernst Graf v. Gleisbach (1657-1700) das seckauische Gut Strelzhof (zwischen Muthmannsdorf und Willendorf gelegen) an den Abt des Zisterzienserstiftes Neukloster (gegr. 1444) in Wiener Neustadt, Robert Notius (1649-1663). Dadurch ging auch die seelsorgliche Betreuung unserer Pfarre an die Zisterziensermönche des Neuklosters über.

1783 wird Maiersdorf von Muthmannsdorf getrennt und zur selbstständigen Pfarre erhoben. In dieser Zeit wird neben dem Pfarrhof und der Kirche (an der Friedhofsmauer) ein Schulgebäude errichtet.

1881 wurde das Stift Neukloster mit dem Stift Heiligenkreuz vereinigt und seither betreuen Mönche dieser Abtei die Pfarre, zu der die Katastralgemeinden Muthmannsdorf, Stollhof (Filialkirche Maria, Königin des Friedens - erbaut 1970), Gaaden und Emmerberg gehören.