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16.02.2020 · Glaube · Bibel

Wer kann da noch bestehen (Mt 5,17-37)

Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen. (Matthäus 5,37)

Br. Günter Mayer SDB schreibt in der Zeitung der Erzdiözese Wien "Der SONNTAG" seine Gedanken zum Evangelium zum 6. Sonntag im Jahreskreis ( 16. Februar 2020)

 

Das Wort zur Schrift - meine Gedanken zum Evangelium

 

mit Impuls - Inspiriert vom Evangelium

 

zum 6. Sonntag im Jahreskreis; Matthäus 5, 17-37 

 

Beim Lesen des Evangeliums ist mir in Erinnerung gekommen, wie ich als
junger Mann mit meinem alten Auto in die Werkstatt gefahren bin, um ein neues KFZ-Pickerl zu holen. Ich habe dann vom Mechaniker die Liste bekommen, was alles zum Reparieren ist und welche neuen Ersatzteile ich brauche.

 

Es war niederschmetternd, denn das viele Geld für die Reparatur und die Ersatzteile hatte ich nicht, aber das Auto brauchte ich dringend für die Arbeit. Ich hatte keine Wahl. Wenn ich auf der Straße fahren wollte, musste ich entweder die Reparatur bezahlen oder ein neues Auto kaufen.

 

Das heutige Evangelium ist so eine Sicherheitsüberprüfung. Wenn du das Gefährt, mit dem du durch das Leben fährst, nicht in Ordnung bringst, gefährdest du dich und andere Mitmenschen, und bei einer Kontrolle riskierst du eine Strafe.


Jesus scheint da keine Kompromisse einzugehen, nicht einmal ein „vielleicht“ oder ein „schauen wir einmal“. Man hat das Gefühl, dass selbst kleine Vorschriften höchste Standards haben müssen. Kann ich da als Christ in dem, was Jesus im Evangelium fordert, noch bestehen?

 

Es gibt Situationen im Leben, die man nur schwer in den Griff bekommt, wie gescheiterte Beziehungen, einen Todesfall in der Familie, Arbeits­losigkeit, Abbrechen des Studiums, ausgegrenzt zu sein und nicht gebraucht zu werden.

 

Ich denke, Jesus möchte uns in diesem Teil der Bergpredigt absichtlich überfordern. Er hängt uns die Latte sehr hoch, können wir das jemals schaffen? Selbst die Schriftgelehrten und Gesetzes­treuen haben dabei die größten Schwierigkeiten. Jesus will uns damit eines sagen: Ihr sitzt alle im selben Boot.


In den Evangelien lesen wir, dass Jesus selbst an so manchem Gesetz gerüttelt hat. Er hat es getan, weil er uns kennt, und er weiß, dass keiner von uns schlechter oder besser ist. Darum fordert uns Jesus auf, im Leben weiterzugehen, es zu versuchen besser zumachen und nicht immer auf das Vergangene zurückzuschauen.

 

Er möchte, dass wir die Gesetze in ihrer Bedeutung verstehen und es in dieser Weise tun, wie er es uns gelehrt hat. Nicht das Stehenbleiben verändert das Leben, sondern das Weitergehen. Es geht Jesus hier um eine unverfälschte Verkündigung, eine Verkündigung, die mit dem Herzen geschieht und nicht durch reine Paragraphen.  


Weil Jesus uns liebt, gibt er uns die Zuversicht: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Matthäus 28,20).  

 

 

Evangelium

nach Matthäus 5, 17-37

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

 

Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.


Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

 

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

 

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!


Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.


Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

 

Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
 

Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

 

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.

 

Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
 

Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

 

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

 

Wie spreche oder urteile ich über Menschen,
die ich persönlich kenne, wenn ich etwas Negatives über sie höre?

 

Kann ich, trotz einer widerwärtigen Situation, über meinen eigenen Schatten springen und die Hand zur Versöhnung reichen?

 

Stehe ich zu meinen Entscheidungen,
die ich getroffen habe, oder ändere ich sie, wenn für mich kein Vorteil entsteht?

 

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erstellt von: Der SONNTAG / Br. Günter Mayer SDB
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Weitere Informationen:
zur Person

Br. Günter Mayer SDB
wirkte fast 18 Jahre lang als Missionar in Ghana, Westafrika, und leitet seit 2017 die
Don Bosco Mission Austria.

 

"Das Wort zur Schrift"


 

Gedanken zum Evangelium


 

Wir bieten hier den Pfarren die Doppelseite des SONNTAG mit den Schriftstellen und dem Evangeliumskommentar zum Ausdruck als *pdf an.


 

weitere Informationen zu

 

Der SONNTAG
die Zeitung der Erzdiözese Wien
Stephansplatz 4/VI/DG
1010 Wien
T +43 (1) 512 60 63
F +43 (1) 512 60 63-3970

E-Mail-Adresse: redaktion@dersonntag.at

 
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