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05.03.2025 · Heiliges Jahr · Glaube

Die römische Fastenzeit beginnt in Santa Sabina – Alte Wege neu beschritten

 

Die Fastenzeit in Rom beginnt traditionell in Santa Sabina. Sixtus V belebte im 16. Jahrhundert die alte Stationsliturgie neu – gegen den Widerstand der Kurie. Johannes XXIII. führte diese Tradition im 20. Jahrhundert endgültig zurück.

Die antike Basilika Santa Sabina auf dem römischen Aventinshügel ist die erste Stationskirche, in der die liturgische Tradition der Stationsgottesdienste jedes Jahr am Aschermittwoch beginnt.


Seit dem 4. Jahrhundert feierte der Bischof von Rom täglich während der Fastenzeit die Messe in einer bestimmten Kirche – ein Brauch, der im Mittelalter in Vergessenheit geriet. Zwar blieb im Messbuch, dem Missale Romanum, weiterhin der Vermerk zur Stationskirche erhalten – etwa am Aschermittwoch Statio ad S. Sabinam –, doch die Prozessionen und Gottesdienste wurden nicht mehr durchgeführt.


Sixtus V: Der Bruch mit der Bequemlichkeit

Papst Sixtus V, 1585 zum Papst gewählt, wollte diese alte Tradition neu beleben. Für ihn war Liturgie nicht nur eine feierliche Handlung, sondern auch ein Zeichen kirchlicher Einheit und historischer Kontinuität. Er ordnete an, dass zumindest am Aschermittwoch und an den Fastensonntagen wieder Stationsmessen abgehalten wurden – beginnend mit Santa Sabina.


Die römische Kurie reagierte empört. Die Kardinäle waren den Komfort des Petersdoms und der Sixtinischen Kapelle gewohnt. Nun aber sollten sie auf den Aventin hinaufsteigen, bei oft kühlem Februarwetter. In einem Manuskript aus der vatikanischen Bibliothek wird ihre Besorgnis dokumentiert: Man fürchtete nicht nur die beschwerliche Prozession, sondern auch die Kälte, der man in den prunkvollen, aber wenig wärmenden Gewändern ausgesetzt war.


Doch Sixtus V blieb standhaft. Um die Liturgie in Santa Sabina zu ermöglichen, ließ er die Kirche umbauen. Ein mittelalterlicher Trennwall wurde abgerissen, und der Altar versetzt, um eine Ausrichtung zur Gemeinde zu ermöglichen – ein radikaler Schritt in der damaligen Liturgiegestaltung.


Die Wiederbelebung im 20. Jahrhundert

Trotz anfänglicher Widerstände konnte sich Sixtus V mit seiner Vision durchsetzen. Die Stationsliturgie erlebte eine Renaissance – wenn auch nicht mehr in ihrer täglichen Form.


Im 20. Jahrhundert griff Papst Johannes XXIII. diese Tradition wieder auf. Seitdem beginnt die Fastenzeit in Rom jedes Jahr mit einer feierlichen Prozession von der Kirche Sant’ Anselmo nach Santa Sabina, wo der Papst die Messe zum Aschermittwoch feiert. Heute empfiehlt das Zeremoniale für die Bischöfe, dass zumindest in größeren Städten Stationsgottesdienste nach römischem Vorbild abgehalten werden. Während der Prozession wird die Allerheiligenlitanei gesungen, der Altar inzensiert und das Tagesgebet gesprochen.


Was im 16. Jahrhundert als revolutionär galt, ist heute ein fester Bestandteil der römischen Kirche. Sixtus V und Johannes XXIII. haben gezeigt, dass Traditionen nicht nur bewahrt, sondern auch neu belebt werden können – selbst wenn das bedeutet, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und sich der Kälte des Aventin zu stellen.


Santa Sabina: Eine verborgene Perle der römischen Geschichte

Die Basilika Santa Sabina auf dem Aventin ist eine der verborgensten, aber bedeutendsten Schätze Roms. Sie zeugt von der antiken Vergangenheit und der tief verwurzelten religiösen Tradition der Stadt. Gelegen auf dem Aventinhügel im Stadtteil Ripa, zählt sie zu den am besten erhaltenen Beispielen frühchristlicher Architektur – trotz zahlreicher Restaurierungen im Laufe der Jahrhunderte.
Gegründet wurde die Basilika im 5. Jahrhundert n. Chr. auf dem Grab der heiligen Sabina, einer römischen Matrone, die sich zum Christentum bekehrt hatte. Heute ist Santa Sabina die Hauptkirche des Dominikanerordens und gehört zu den Titelkirchen der Kardinäle.


Die Geschichte der Basilika

Die Errichtung der Basilika begann im Jahr 422 n. Chr. durch den Priester Petrus von Illyrien während des Pontifikats von Papst Coelestin I. Sie wurde auf den Überresten des Hauses der heiligen Sabina erbaut. Ein Relikt dieser ursprünglichen Bebauung ist noch heute zu sehen: eine Granitsäule aus der damaligen Wohnstätte. Weitere Bauelemente der Kirche, darunter die Säulen des Mittelschiffs, stammen möglicherweise aus den nahegelegenen Thermen des Kaisers Septimius Severus oder dem Tempel der Juno Regina, dessen Inschriften in der Umgebung gefunden wurden.


Im 9. Jahrhundert wurde Santa Sabina in die kaiserlichen Befestigungsanlagen integriert und mehrfach umgebaut. Besonders bedeutende Restaurierungen fanden 1587 unter der Leitung von Domenico Fontana und 1643 durch Francesco Borromini statt. Seit 1219 gehört die Basilika dem Dominikanerorden, dem sie Papst Honorius III. übertrug – ein Ereignis, das eine bis heute bestehende Verbindung zwischen dem Orden und der Kirche begründete.


Zwei Legenden sind eng mit der Gestalt des heiligen Dominikus, des Gründers des Dominikanerordens, verbunden. Zum einen soll er im Jahr 1220 in Santa Sabina einen Bitterorangenbaum gepflanzt haben, der noch immer auf dem Klostergelände steht. Zum anderen berichtet eine Legende, dass der Teufel eine schwere Steinplatte nach Dominikus warf, ihn aber verfehlte und stattdessen eine Grabplatte zertrümmerte. Tatsächlich handelt es sich bei der mysteriösen „Lapis Diaboli“ um ein Gegengewicht einer Waage, das vermutlich bei den Restaurierungsarbeiten 1587 von Domenico Fontana beschädigt wurde.

 

Der Stein wird dennoch bis heute in der Basilika aufbewahrt.

 

KeineLegende ist das Wirken des Hl. Thomas von Aquin im Kloster Santa Sabina. Er soll hier u.a. seine berühmten echsraistischen Hymnen zum fronleichnamsfest verfasst ahben, die bis heute zum festen Liedgut der katholischen kirche gehören (Pange linqua, Adoro te devote u.a.m)

 

Santa Sabina war auch Schauplatz eines dramatischen Konklaves im Jahr 1287, währenddessen sechs Kardinäle an einer Malariaepidemie starben.


Architektur und künstlerische Schätze

Äußerlich präsentiert sich die Basilika schlicht und von einer strengen frühchristlichen Ästhetik geprägt. Sie besitzt keine Strebepfeiler, aber beeindruckt durch große Fenster im Obergaden, die ihr Inneres mit Licht durchfluten.
Besonders bemerkenswert ist das hölzerne Portal aus dem 5. Jahrhundert – eines der ältesten Beispiele christlicher Holzschnitzkunst. Es zeigt 18 Tafeln mit biblischen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, darunter die älteste bekannte Darstellung der Kreuzigung Christi. Das Innere der Basilika ist dreischiffig angelegt, unterteilt durch zwölf antike Säulen, die Bögen tragen. Das Presbyterium wird von einem Fresko des Künstlers Taddeo Zuccari aus dem 16. Jahrhundert geschmückt, das Christus und die Apostel zeigt. Möglicherweise war die Apsis ursprünglich mit frühchristlichen Mosaiken verziert.


Ein besonderes Highlight ist die Schola Cantorum, der für römische Basiliken typische abgegrenzte Chorbereich mit Chorgestühl und zwei großen Abonen, die 1936 rekonstruiert wurde, sowie der Hauptaltar mit seinem kunstvollen roten Porphyr-Paliotto. Die Schola Cantorum beherbergt eine Marmorplatte, die einst das Grab von Santa Sabina und weiteren Märtyrern wie Serapia, Evenzius, Alexander und Theodulus bedeckte.

erstellt von: red/Gschimmerl
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In der Weihnachtszeit lädt die Dominikanerkirche S. Maria Rotunda zu drei stimmungsvollen Krippenführungen ein, bei denen Pfarrer P. Christoph J. Wekenborg OP die historische Klosterkrippe aus dem Grödnertal näher vorstellt.

Mariazeller-Feier am Stephansplatz

Herzliche Einladung zur Mariazeller-Feier mit Bischofsvikar P. Mag. Erich Bernhard COp am Freitag, dem 19. Dezember, um 18:00 Uhr in der Curhauskapelle am Stephansplatz 3 (1. Stock, Lift).

Ostkirchen: Tradition und Identität in Diaspora-Situationen bewahren

Wiener Ostkirchen-Experte Németh referierte bei internationaler Ostkirchen-Konferenz in Paris - Nachfolgetagung 2026 zum Thema liturgische Identität in Planung

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