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10.05.2013

Sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

 

Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.

 

Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

 

Lukas 24, 35-48

erstellt von: Kardinal Schönborn
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Der Weg zum Glauben - heute

von Kardinal Schönborn

 

Wie kommen Menschen zum Glauben? Wie geht das? Auf einmal, plötzlich? Oder in Etappen, allmählich? Für viele ist es ein Hineinwachsen, vom kindlichen Glauben in der Familie zum reifen Glauben längerer Lebenserfahrung. Oft bleibt der Glaube unterentwickelt, oder gar unentwickelt. Die Traditionen tragen nicht mehr, die Glaubensweitergabe von Großeltern über die Eltern zu den Enkeln bricht irgendwo ab. So sieht es heute zum Teil in Österreich aus.

 

Da hilft das heutige Evangelium. Es zeigt den Weg, auf dem die ersten, die an Christus geglaubt haben, zu diesem Glauben gekommen sind. Das kann auch für heutige Glaubenswege hilfreich sein. Am Anfang steht eine große Enttäuschung: sie hatten sich ganz Anderes von Jesus erwartet, Erfolg, Triumph, die totale Wende, den Durchbruch der Königsherrschaft Jesu – und für sie alle einen ordentlichen Anteil daran.

 

Es kam so völlig anders. Nicht Sieg sondern Niederlage, nicht königlicher Glanz  sondern schrecklicher Kreuzestod. Und das Grab. Und mit ihm alle Hoffnung begraben. Wie wurden aus diesen enttäuschten, verschreckten Menschen die ersten Christen? Und wie werden aus den heutigen Christen, die oft enttäuscht und mutlos sind, so überzeugte Glaubende wie am Anfang, als alles begann? Und wie kommen heute Menschen zum Glauben an Christus, denen bisher dieser Glaube und die Kirche gar nichts bedeutet haben?

 

Heute braucht es, so glaube ich, neue Erfahrungen, so wie damals, als alle Hoffnung mit Jesus begraben war, nur durch eine starke, neue Erfahrung aus den enttäuschten Jüngern die Apostel wurden. Wie geschah das damals? Es begann mit einzelnen Erlebnissen. Da gingen die Frauen zum Grab Jesu – und fanden es leer. Da gingen zwei der Jünger Jesu nach Emmaus, ganz traurig und niedergeschlagen. Und es kommt zur Begegnung. Die Frauen sehen Jesus, der lebt und sie anspricht. Den Jüngern auf dem Emmausweg gesellt sich ein Fremder zu, der sie ihre ganze Traurigkeit erzählten lässt, mit ihnen redet, schließlich ihre Einladung annimmt. Beim Abendessen, als der Fremde das Brot bricht, erkennen sie Jesus.

 

Starke Erfahrungen gibt es auch heute, vielleicht nicht gerade direkte Erscheinungen Jesu (es gibt sie, aber eher selten), sondern Erlebnisse, in denen Gottes Gegenwart spürbar, seine Nähe greifbar wurde. Und da nun das Entscheidende: „Die beiden Jünger kehrten von Emmaus zurück und erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brauch“.

 

Sie erzählten ihre Erfahrung. So, und nur so, wird auch heute der Glaube weitergegeben. Wenn Eltern (oder Großeltern) ihren Kindern (ihren Enkeln) erzählen können, was der Glaube in ihrem Leben bedeutet, wird er auch für die jüngere Generation glaubwürdig. Wir können Jesus nicht so berühren wie die Apostel damals, zu Ostern, als er ihnen erschien. Aber er macht sich „berührbar“ im eucharistischen Brot, in der heiligen Kommunion, die sein Leib ist. Und auch heute sagt er: „Ihr seid Zeugen dafür“.

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