Montag 19. November 2018
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Seit 870 Jahren im Dienste der Weinkultur

(02.08.2011) Freigut Thallern, das Stiftsweingut von Heiligenkreuz, ist eines der ältesten und traditionsreichsten Weingüter Österreichs. Ein neues Konzept für die Weinaffinen und Kulturinteressierten lockt zu einem Besuch.

Im 12. Jahrhundert wurde Freigut Thallern in der Thermenregion dem Zisterzienserorden von Markgraf Leopold IV. als Schenkung übergeben. Seit 1141 wird es ohne Unterbrechung bewirtschaftet.

 

Burgundische Tradition vor den Toren Wiens

Für die Gestaltung und Ausstattung nahmen sich die Ordensbrüder das zum Mutterkloster von Heiligenkreuz gehörende und heute weltweit bekannte Weingut Clos de Vougeot aus dem Burgund zum Vorbild. Ein kulturhistorisches Unikat ist die Johannes-Kapelle. Sie ist an das Grangienhaus, das ehemalige Vorratshaus angebaut. Giovanni Giuliani gestaltete darin das "Giuliani-Kreuz". Es zeigt eine Christusstatue, die in Bezugnahme auf das Bibelwort "Ich bin der wahre Weinstock" von Weinranken umgeben ist. Im Zuge der Revitalisierung des Freigutes Thallern erstrahlt dieses kulturelle Kleinod in neuem Glanz.

 

Neues Konzept mit Übernachtung, Weinverkostung und Konzerten

2008 übernahmen die Winzer Erich Polz, Leo Aumann und Karl Alphart sowie der Weinfachmann Willi Balanjuk das Gut in Pacht von Stift Heiligenkreuz. Sie gründeten eine eigene Verwaltungsgesellschaft, in der auch das Stift nach wie vor Mitsprache hat. Man renovierte und baute die Räumlichkeiten des ehemaligen Vorratshauses zu einem Hotel um, errichtete im Verwaltungshaus Tagungsräume und eine Gebietsvinothek. Winzer Erich Polz unterstreicht gegenüber Radio Stephansdom: "Unser Anliegen war es, das Klosterweingut entsprechend den Ansprüchen der Zeit umzugestalten, den Ort sinnvoll zu nutzen und auch etwas über Genuss zu vermitteln."

 

Mit einer Investition von drei Millionen Euro wurden in neunmonatiger Bauzeit das historische Vorratshaus und das Prälatenstöckl aus dem 18. Jahrhundert renoviert und durch Umbauten ein modernes Tagungs- und Schulungszentrum mit Gästezimmern und Gebietsvinothek errichtet.

 

Rotgipfler und Zierfandler

Rund 30 Hektar bewirtschaften die Winzer Leo Aumann und Karl Alphart für das Freigut Thallern. Besonders die autochtonen Sorten wie "Rotgipfler" und "Zierfandler" stehen für die Charakteristik der Weine der Thermenregion. "Der Rotgipfler ist eine spätreife Sorte, aus rotem Traminer und rotem Veltliner", beschreibt Winzer Karl Alphart eine spezifische Sorte des Freiguts Thallern. Der Weißwein zeigt kräftige Note und ein Aroma von tropischen Früchten. Dieser Wein passt gut zu süßsauren Speisen. Ähnliches Geschmacksaroma zeigt der Zierfandler. Rund 150.000 Flaschen haben sich die Winzer von Freigut Thallern als jährlichen Ertrag zum Ziel gesetzt. Bekannt ist auch der Messwein, ein Gemischter Satz. Das Etikett der Thallerner Weine zeigt eine segnende Hand und das Wappen des Stiftes Heiligenkreuz.

 

Thallern als Kulturort positionieren

Zum neuen Konzept des Freigutes in der Thermenregion, das mit der S-Bahn in rund 20 Minuten von Wien aus erreichbar ist, gehört auch die "hof-capelle thallern". Unter der Leitung des Dirigenten und Cembalisten Ewald Donhoffer widmet sich das Ensemble in bester Tradition der historischen Hofkapellen der Pflege der verschiedensten künstlerischen Disziplinen. Im Idealfall wird Musik und Wein gemeinsam präsentiert: "Cembalo, Barockgeige mit Hofmusik aus dem Wien des 17. und 18. Jahrhunderts, gepaart mit einer Verkostung des Zierfandlers", macht Ewald Donhoffer Interessierte neugierig

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Radiotipp

In das Freigut Thallern reist Stefan Hauser akustisch für einen Kulturausflug am Donnerstag, 4. August 2011. Zu hören von 19.00-19.25 Uhr, auf Radio Stephansdom.

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