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Predigt zur Jahresschlussandacht 2025

Die Predigt des ernannten Erzbischofs Josef Grünwidl zur Jahresschlussandacht am 31. Dezember 2025 im Stephansdom:

31.12.2025

„Der Herr ist groß in seiner Macht und ewig währt sein Ruhm.“ – Mit diesem Lobpreis aus der „Schöpfung“ von Joseph Haydn hat der Chor auf die Lesung, die dem Schöpfungshymnus im Buch Genesis entnommen war, geantwortet. Da war die Rede vom 4. Tag. Der 4. Tag im Schöpfungshymnus hat mit der Zeit zu tun. Denn bei den Lichtern am Himmel - Sonne, Mond und Sterne – geht es nicht nur um Licht und Finsternis, sondern auch um Festzeiten und den Jahresablauf. Der bis heute weltweit verbreitetste Kalender, der gregorianische Kalender, ist ja ein Sonnenkalender. Das Sonnenjahr bestimmt unser Jahr. Die Himmelskörper helfen uns, unsere Zeit zu messen, und unsere Jahre zu zählen.

 

 

Heute Abend stehen wir zwischen den Jahren. Die besondere Situation dieser letzten Stunden des alten Jahres bringt der römische Gott Janus, der dem ersten Monat des neuen Jahres den Namen gegeben hat, gut zum Ausdruck. Janus wird immer doppelköpfig dargestellt: er schaut zurück und gleichzeitig nach vorne. So erlebe ich Silvester und Neujahr: Rückblick und Ausblick, Dankbarkeit und Hoffnung, Erwartungen und Befürchtungen. Drei kleine Impulse für die Zeit zwischen den Jahren:

Am 6. Jänner wird Papst Leo in Rom das Heilige Jahr, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht, beenden und die Heilige Pforte schließen. Aber auch danach soll das Motto „Pilger der Hoffnung“ aktuell und wichtig bleiben: hoffnungsvoll pilgern, zuversichtlich in das neue Jahr gehen.

 

Umfragen zufolge blickt nur jeder Fünfte optimistisch und froh ins neue Jahr. Sorgen und Zukunftsängste überwiegen bei weitem, was bei den vielen Krisen, Problemen und Katastrophen unserer Zeit auch kein Wunder ist.

Ich weise darauf hin, dass es im Schöpfungshymnus der Bibel immer wieder heißt: Gott sah, dass alles, was er gemacht hatte, gut, ja sehr gut war. - Wir sind heute bei unserer Jahresbilanz eingeladen, bewusst auf das zu schauen, was gut war im zu Ende gehenden Jahr und was gut bleibt und gut sein wird im neuen Jahr.

 

Ich bin überzeugt, da fällt uns vieles ein: liebe Menschen und Beziehungen, die uns Halt geben, Begegnungen und Erlebnisse, Leistungen und Erfolge, vielleicht auch die eine oder andere Sternstunde, Geschenke und positive Überraschungen und so vieles, das gut ist und gut geht und von uns oft gar nicht mehr wahrgenommen und beachtet wird.  

 

„Gott sah, dass es gut war. “- Ein von der Schöpfung inspirierter Neujahrsvorsatz könnte lauten: Ich will im neuen Jahr bewusst das Gute wahrnehmen, mich darüber freuen und dafür danken! Ich will das Gute und Schöne nicht kommentarlos hinnehmen, sondern im Guten die Güte Gottes, sein Gutsein entdecken.

 

Das schenkt Hoffnung und macht froh! Wer so in das neue Jahr hineingeht, startet als Pilgerin, als Pilger der Hoffnung und macht das neue Jahr zu einem heiligen und heilenden Jahr.

 

 

Ein zweiter Impuls für unseren Rückblick und Ausblick:

 

2025 war für den Stephansdom ein besonderes Gedenkjahr. Vor 80 Jahren, im April 1945 stand das Dach des Doms in Flammen und das Feuer konnte sich hier im Inneren ausbreiten und verheerende Schäden anrichten. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit war ein gemeinsamer Kraftakt. Alle Bundesländer haben großzügig unterstützt, tausende Menschen haben mitgeholfen und sich z.B. bei der berühmten „Dachziegelaktion“ beteiligt.

 

Für mich ist der Stephansdom ein steingewordenes Hoffnungszeichen für das Miteinander und den Glauben der Menschen in Österreich. Der wiederaufgebaute Dom zeigt, was möglich ist, wenn viele sich von einer gemeinsamen Vision leiten lassen und bereit sind, etwas beizutragen.

 

Für das neue Jahr wünsche ich uns allen, dass uns neben der Grundhaltung der Dankbarkeit und Hoffnung auch eine gemeinsame Vision leitet: Miteinander, nicht gegeneinander! Lassen wir uns nicht auseinander-dividieren in Jung gegen Alt, Österreicher gegen Ausländer, Reiche gegen Arme oder auch nicht in Christen gegen Andersgläubige. Die große Vision vom Miteinander in Solidarität und Frieden können wir nur gemeinsam umsetzen. Die Probleme und Herausforderungen in Krisenzeiten können nur bewältigt werden, wenn jede und jeder Einzelne weiß: auf mich kommt es an:

Nicht als Zuschauer, die von außen kritisieren und alles besser wissen, sondern als Beteiligte, die sich engagieren, mitgestalten und einen Beitrag leisten - und sei er noch so klein, wie damals beim Wiederaufbau des Doms, als viele einen bunten Dachziegel gespendet haben.

 

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, dort wo er steht, in seinem Einfluss- und Gestaltungsbereich etwas zum Guten zu verändern und beizutragen für Gemeinschaft und Miteinander, für Versöhnung und Frieden: in der Familie, am Arbeitsplatz, in einem Verein, im Ehrenamt.

 

Rückblick und Ausblick: das Motto des Heiligen Jahres 2025, die Hoffnung mitnehmen ins neue Jahr; aus der Geschichte dieses Doms lernen, zusammenstehen und Miteinander Großes bewirken und – damit bin ich bei meinem dritten Impuls – auf den Segen Gottes vertrauen.

 

Als der Brand im Dom gelöscht war, fand man in den rauchenden Schuttbergen den geschnitzten Christuskopf des gotischen Lettnerkreuzes.  Der Corpus am Kreuz war fast vollständig verbrannt, der Christuskopf aber hat die Katastrophe überstanden. Er wurde in das rekonstruierte Kreuz eingefügt und schaut heute in der Vierung des Doms segnend auf uns herab.

 

Diese Zuversicht wünsche und erbitte ich uns allen für das neue Jahr:

dass ein guter und uns liebender Gott uns begleitet, auf uns schaut und uns segnet an jedem Tag des neuen Jahres;

dass der Glaube an Gott uns allen die Kraft gibt, im Jahr 2026 nicht als Unheilspropheten unterwegs zu sein, sondern als Menschen der Hoffnung, als Menschen guten Willens und als Engagierte und Beteiligte, die erkennen: auf jede und jeden kommt es an, mein Beitrag ist wichtig.

 

Wenn der Chor jetzt gleich den großen Lobpreis anstimmt „Vollendet ist das große Werk, der Schöpfer siehts und freuet sich“ – sei angemerkt: Vollendet ist unser Lebenswerk noch nicht, und unsere Vollendung steht noch aus.

 

Doch wir haben am Ende dieses Jahres Grund dankbar zurückzublicken und hoffnungsvoll nach vorne zu schauen. Darum passt dieser Chor aus Haydns Schöpfung für den Silvesterabend, denn er schließt mit den Worten:

„Auch unsre Freud erschalle laut. Des Herren Lob sei unser Lied!“

 

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