Am 1. Juni begeht die zivile Öffentlichkeit unter anderem den Welt-Bauerntag und die Kirche den Tag des Lebens. Das Zusammenfallen der beiden Tage mag Zufall sein oder eine tiefere Bedeutung haben. Das Verbindende ist die Produktion von Nahrungsmitteln, die Grundlage des Lebens sind.
Ich habe Hochachtung vor unseren Bauern! Nicht nur, weil sie unsere wunderschöne Kulturlandschaft in Österreich hervorgebracht haben und pflegen (die übrigens durch die Folgen mitunter etwas voreilig gerühmter „Spatenstiche“ zu schnell zerstört wird), sondern auch, weil sie uns Grundnahrungsmittel, also Lebensgrundlagen, zur Verfügung stellen. Darin sehe ich etwas Urmenschliches und Heiliges.
Dennoch geraten bäuerliche Betriebe in Österreich laufend und zusehends unter wirtschaftlichen Druck: Immer schneller und immer billiger muss produziert werden. Das kann nicht gut gehen. Selbst die durch die Inflation gestiegenen Lebensmittelpreise bringen den Erzeugern nichts, weil ja die Mehrkosten (für Futter, Dünger, Treibstoff etc.) die Mehreinnahmen übersteigen. Wir werden aber ohne Bauern nicht leben können.
Da schließt sich der Kreis zum Tag des Lebens: Menschliches Leben gelingt nur dann, wenn eine Gesellschaft zusammenhält und das Gemeinwohl vor Einzelinteressen stellt, ohne diese zu negieren.
Ich wünsche mir für Österreich ein lebensfreundliches Gesellschaftsklima, das man auch an der Gesundheit unserer bäuerlichen Betriebe erkennt.