Über die Wichtigkeit von Humor, Kreativität und Selbstlosigkeit in schweren Zeiten.
Ich komme viel in Kirchen herum. Da schaue ich mir gerne die wegen der Pandemie angebrachten Bankabsperrungen an; sie sind äußerst unterschiedlich und meist aufschlussreich. Da gibt es die rein zweckmäßigen ohne jeden ästhetischen Anspruch: sogar die rot-weißen Plastikbänder, die bei Baustellen Verwendung finden.
Sie signalisieren: Hier abgesperrt – bitte nicht hersetzen! Am anderen Ende der Skala sind Absperrungen, die zu einem Bestandteil des Kirchenschmucks geworden sind: Sie sperren nicht nur den Bankeingang ab, sondern sind eine Augenweide, ein dekoratives Element, das guttut.
Jeder von uns hat die Wahl, wie er/sie mit Einschränkungen im Leben (nicht nur durch die Pandemie, aber aktuell vor allem durch sie) umgeht: Murrend (was einem nicht helfen wird), einfach pragmatisch, weil einem ja nichts anderes übrig bleibt, oder kreativ, indem man das Beste aus der an sich unerfreulichen Situation macht. Es geht nicht nur um Kirchenbänke! Zum Beispiel Urlaub: Was macht man aus der freien Woche, in der man nicht wie geplant fortfahren kann, sondern zu Hause bleiben muss?
Freilich, man kann zähneknirschend die Zeit totschlagen (dafür sind Bildschirme ideal), man kann aber auch kreativ das Beste daraus machen: etwa Unternehmungen, die man bisher noch nie gemacht hat, seien es Ausflüge oder Tätigkeiten zu Hause – etwas Neues kochen, spielen, lesen, basteln oder auch beten.
Oder: Der Eiskasten ist schwach gefüllt – was tu ich jetzt? Muss ich unbedingt einkaufen gehen oder kann ich nicht einfach das Beste daraus machen, indem ich mit Fantasie ein schlichtes Gericht aus den vorhandenen Zutaten zubereite? Oder: Der Traumabend zu zweit platzt, weil ein Anruf mit einer dringenden Nachricht dazwischenkommt. Man kann dann entweder das verärgerte Herz innerlich hängen lassen oder das Beste daraus machen, indem man den Partner unterstützt, wie auch immer das möglich ist.
Ja, wir haben mit der Pandemie eine weltweite Krise. Lächelnd werden die hindurchkommen, die verstehen, auf sie nicht mit Verbissenheit, sondern mit Humor, Kreativität und Selbstlosigkeit zu reagieren. Wie die Pfarren, deren Bankabsperrungen so schön sind, dass Menschen ihretwegen in die Kirche kommen, um sich daran zu erfreuen und ermutigt zu werden, aus Unerwünschtem das Beste zu machen.